Letzte grosse Fahrt

 22.04.2018 Kirchberg – Zeebrugge – Kirchberg

Um vier Uhr in der Früh mussten wir aufstehen, denn Emanuel musste um halb sechs im Flughafen Basel-Mühlhausen sein. Ein Easyjet-Flieger sollte ihn nach Brüssel fliegen.

In Brüssel ging es dann weiter zu Avis um den Mietwagen abzuholen. Das war gar nicht so einfach denn die Buchung wurde zuerst nicht gefunden, dann war sie doch noch da. Die Wagenübergabe war dann auch nicht reibungslos, der erste Wagen hatte einige (Ab)Reibungen erfahren Kratzer und Dellen an mehreren Stellen. Das war aber nicht das Problem, im Kofferraum war das Fach für das Ersatzrad komplett leer. Zurück zur Schüsselabgabe, neuen Vertrag unterschreiben, neue Schlüssel bekommen und zum nächsten Wagen. Bei diesem ist das Fach nicht ganz leer aber auch kein Ersatzrad drin. Erneut reklamiert, dabei stellt sich heraus, dass die meisten Avis Wagen in Belgien nur eine Schaumspraydose und einen winzigen Kompressor mitführen. Bei einem Totalschaden hilft dann nur noch der Pannendienst. Aber dies vorneweg: der wurde nicht benötigt.

Da die Wagenübergabe in einem Parkhaus stattfand, ging es sehr lange bis das GPS sich positionieren konnte. Die Beschilderung war auch nicht gerade hilfreich, da weder Zeebrugge noch Antwerpen darauf stand. Irgendwann stimmte die Richtung dann.

Von Seabridge hatten wir zwei Adressen in Zeebrugge bekommen. Die erste Anlaufstelle war der Zoll, aber der befand sich nicht an der angegebenen Stelle. Nach einigem Suchen und Fragen wurde dann  mal das Carnet de Passage abgestempelt.

Weiter ging es zum ICO Terminal in einem der vielen Häfen des Ortes. Die angegebene Adresse kam Emanuel sehr bekannt vor, denn hier hatte er vor einigen Jahren Nelson zur Verschiffung nach Namibia abgegeben. Nur war ICO nicht mehr hier, er wurde den ganzen Weg zurück geschickt. Dort fand er dann nach neuem Suchen und Fragen den richtigen Eingang. Hier war eine nette Frau die ihm half die notwendigen  fehlenden Dokumente zu bekommen. Von da wurde er dann von einem ICO Mitarbeiter in den Hafen zu Nelson gefahren. Da stand er, aussen unbeschädigt und drinnen fehlte auch nichts. Das war ja bei der Verschiffung nach Namibia ganz anders.

Nun musste der Bus als erstes aus dem Hafen und der Mietwagen bei Avis Zeebrugge abgeben werden. Die Adresse war in einem anderen Hafen auf der anderen Seite der Stadt. Dort gab es aber überhaupt keinen Hinweis auf ein Avis Büro. Im nahe gelegenen Ferries Terminal wurde Emanuel dann auf ein rotes Schild an einem kleinen fensterlosen Flachdachgebäude aufmerksam. Da war aber nur eine geschlossene Holztür und ein Schlüsselbriefkasten. Was die Frage aufwarf: wie kommt man hier ohne Fahrzeug wieder weg? Beim Ferries Terminal war man dann aber so nett ein Taxi zu rufen.

Wieder zurück beim ICO Terminal ging es mit unserem Bus zuerst Richtung Brüssel. Auf der Autobahn musste auf der ersten Raststätte der Tank gefüllt werden. Denn zur Verschiffung durfte dieser nur zu einemViertel gefüllt sein. Das hat aber niemand kontrolliert. Hätten wir das gewusst hätten wir den Bus mit 210 Liter billigerem Benzin in Südafrika gefüllt. Mit der Kreditkarte konnte man nur für € 50 Sprit beziehen. Für den Tag reichte das schon und am nächsten war es in Luxemburg noch ein bisschen günstiger.

Die Autobahn war bei Brüssel total verstopft, schliesslich war nun schon Feierabendverkehr. Später ging es dann wieder etwas zügiger, wie üblich mit etwa 80km/h.

Irgendwo zwischen Namur und Luxemburg fand Emanuel einen Campingplatz auf dem GPS. Abseits der E411 in einem kleinen Ort fand sich dann ein Platz für die Nacht. Zum Nachtessen wollte Emanuel sich ein Süppchen aus der Tüte machen, als ihm dann einfiel dass wir die Gasflaschen in Südafrika verschenkt hatten, da man diese auch nicht auf das Schiff durften.

Am Morgen so gegen fünf Uhr wurde es kalt und kurz vor sechs schaltete Emanuel die Standheizung mit der Fernbedienung ein um dann bei etwas wärmerer Temperatur aufzustehen. Draussen war es nur einige Grad über Null. Frühstück gab es keines, es war ja auch nichts da. Wieder auf der Autobahn kam dann bald einmal eine Raststätte wo ein Dunking  Donut schon geöffnet war. Nach einem Cappuccino und einem Sandwich ging es weiter Richtung Luxemburg wo dann wenigstens für fast € 100 Benzin aus dem Zapfhahn kam. Hier gab es dann auch nochmal etwas Stau aber nicht so schlimm wie am Vortag. Von da an ging es gemächlich aber recht flüssig weiter nach Frankreich und schliesslich bis in die Schweiz.

Nelson im heimatlichen Dschungel

Nelson im heimatlichen Dschungel

In zwei Tagen wurden insgesamt mit Mietwagen und Bus 900 Kilometer durch vier Länder zurückgelegt.

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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4 Antworten zu Letzte grosse Fahrt

  1. Jeanette Kapp-Bauert schreibt:

    Nelson ist nun auch wieder zu Hause… 900 Kilometer in zwei Tagen, o-oh, das muss man erst mal fahren und das mit 80 Std.km und alleine. Tolle Leistung Emanuel! Lebt euch gut ein, wir machens im Moment ebenso, um im August wieder aufzubrechen.
    Frohes Reisen und liebe Grüsse

    • Swissnomads schreibt:

      Hallo Zäme

      Das Wetter macht es uns nicht gerade leicht uns einzugewöhnen. Frühling in der Schweiz hatten wir anders in Erinnerung.
      Geplant ist im Sommer eine kleine Reise nach Dresden und Berlin, Pläne haben wir für dieses Jahr noch nicht. Im Moment sind wir mit der MFK von Nelson und seinem Verkauf beschäftigt. Danach werden wir weiter sehen. Wir suchen zur Zeit einen „normales“ Wohnmobile.

      Wir wünschen Euch weiterhin viel Spass beim Reisen.

      Herzliche Grüsse

      Emanuel und Christine

  2. tuaontour schreibt:

    Hallo Nelson, willkommen zurück in Europa ….😀 ! Wir werden im Herbst ebenfalls zurückkommen, evtl. mit oder ohne Womo je nachdem ob ein Verkauf zustande kommt. Viel Spass für den kommenden Sommer. LG aus Colorado

  3. Swissnomads schreibt:

    Wir wünschen Euch viel Spass und hoffen Euch dann nach Eurer Rückkehr wieder einmal zu sehen.

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