Zusammenfassung der 6 Reisen durch das südliche Afrika

Fliegen zwischen Europa und Afrika

Von September 2013 bis 2019 sind wir sechsmal zwischen dem südlichen Afrika und der Schweiz hin und her gependelt. Wir haben dafür die Dienste von Air Namibia genutzt.
Die Flüge waren bis auf einen pünktlich, aber bei der Ausnahme war es happig. Wegen eines Fluglotsenstreiks in Frankreich startete der Flieger mit etwa 12 Stunden Verspätung, was für uns eine Reisezeit von Bern bis Windhoek von 33 Stunden bedeutete.

Reisestatistiken

Dauer
48 Monate insgesamt

Gefahren
120‘000km mit Bus und Mietwagen

Länder und Leute

Besucht haben wir folgende Länder
Namibia
Südafrika
Botswana
Swaziland
Simbabwe
Mozambique

Wir wurden oft gefragt welches uns am besten gefallen hat. Das ist schwer zu sagen. Jedes hat seinen speziellen Charme.

Namibia mit seinen Weiten und wenig Bevölkerung. Eher trockene Landschaft aber trotzdem abwechslungsreich. Der Etosha National Park mit der beeindruckenden Tierwelt, die Naukluftwüste als älteste Wüste der Welt mit den grossen Dünen im Sossusvlei um nur dies zu nennen. Die Ortschaften sind eher klein. Windhoek hat auch als Hauptstadt nur etwa 250‘000 Einwohner, das ganze Land kapp 3 Millionen verteilt auf einer Fläche von 824‘000km2.  Zum Vergleich: die Schweiz ist etwa zwanzigmal kleiner mit  einer Bevölkerung von über 8 Million.  Gemüse und Früchte werden mehrheitlich aus Südafrika importiert, die Versorgung ist gut aber die Distanzen zwischen den Orten mit Geschäften sind gross.
Die Einreise war immer ohne grosse Schwierigkeiten möglich. Auf Wunsch bekommt man das Recht sich bis zu 90 Tage im Land aufzuhalten. Das muss man auf einem Ein-/Ausreiseformular neben Anderem eintragen. Ein Versuch den Einreisenden die Fingerabdrücke elektronisch abzunehmen ist an technischen Problemen kläglich gescheitert. In zwischen verzichtet man scheinbar auch darauf ein Foto zu machen.

Südafrika mit seiner Vielfalt und vielen National Parks, der Krüger ist wohl der bekannteste, ist das Land zu einem beliebten Reiseziel geworden. Es gibt aber noch viele andere wie den Addo Elefantpark, Pilanesberg oder Parks ohne Tiere, dafür mit beeindruckender Landschaft,  Golden Gate, Richtersfeld und noch viele mehr. Dazu noch unzählige Private Game Parks. Thula Thula ist eines von denen. Wir haben es besucht nach der Lektüre des Buches „Der Elefantenflüsterer“. Die Versorgung mit Lebensmitteln und Treibstoffen ist gut aber es kann schon mal vorkommen dass etwas fehlt.
Viele jüngere Weisse verlassen das Land, da sie nun durch verschiedene Gesetze bei der Jobsuche benachteiligt werden. Viele Eltern sehen für ihre Kinder keine Zukunft im Land. Es sind natürlich die besser Ausgebildeten welche eine Möglichkeit haben zu emigrieren.

Botswana hat auch einige Parks anzubieten von denen wir nur den Chobe und den Moremi besucht haben. Leider hat man die Buchung für die Eintritte und Campingplätze an verschiedene Firmen übergeben. Das macht es  schwierig herauszufinden wer für was zuständig ist. Es gibt Agenturen welche das für die Interessierten machen, leider sind nicht alle zuverlässig, wenn nicht sogar unseriös.
Dazu kommt noch dass die Preise verglichen mit den umliegenden Länder sehr hoch sind und man ein 4×4 Fahrzeug braucht. Je nach Gewicht des Fahrzeugs muss man Fr. 5.- oder 100.- pro Tag bezahlen. Unser Nelson hätte eigentlich zur zweiten Kategorie gehört. :-))

Swaziland heisst seit 2018 Eswatini und ist ein Königreich. Wir haben es nur zweimal besucht. Einmal  verbunden mit Aufenthalten in den National Parks. Diese sind eher klein aber das Land mit seinen 17‘000km2 ist es ja auch. Die Schweiz ist mehr als doppel so gross. Das Mitteland liegt auf etwa 700m, der höchste Berg ist etwa 1800 Meter über Meer.
Beim zweiten Besuch diente es uns als Transitland von Mosambik kommend. Das Land ist arm aber die Versorgung ist trotzdem gut. Viel wird aus Südafrika importiert.

Simbabwe haben wir nur im südlichen Teil bereist. Von Süden kommend nahmen wir den Grenzübergang Beitbridge, der nicht umsonst einen schlechten Ruf hat. Es ist leider die einzige Möglichkeit von Südafrika aus in das Land einzureisen. Dadurch ist hier meistens sehr viel los und die Abwicklung der Formalitäten ist chaotisch. Es gibt viele „Helfer“ aber die sind zu 99,9% unseriös bis kriminell.
Als wir dort waren war die Versorgung im Land noch gut. Seit 2009 hat die Regierung wegen der extremen Inflation ihre eigene Währung abgeschafft. Die Bankautomaten haben da zwar noch funktioniert und wir konnten alles mit mitgebrachten US$ bezahlen. Inzwischen hat sich die Lage verschlechtert, zeitweise gab es kaum noch etwas zu kaufen und Benzin und Diesel waren offiziell nur noch für Einheimische erhältlich. Jetzt ist die Situation wieder etwas besser, aber wie lange das anhält ist fraglich. Die Landwirtschaft wurde durch Enteignung der weissen Farmer parktisch vernichtet. Der Staat lebt auf Pump und muss eine grosse Anzahl Militärs und Polizisten bei Laune halten. Bei einer Arbeitslosigkeit von 80% kommt auch kaum Geld aus Steuern in die Staatskassen. Wer kann verlässt das Land und arbeitet mehr der weniger legal in Südafrika oder in Übersee.
Am besten haben uns die Great Zimbabe Ruins und die Vumba Mountains gefallen. Auf unser Wunschliste steht noch der Mana Pools Park aber den haben wir leider nicht geschafft. Wir wollten ihn 2018 besuchen, aber das hat dann nicht geklappt.

Mosambik hatte die Visa Formalitäten drei Wochen vor unsere Einreise vereinfacht. Wir bekamen sie an der Grenze. Früher musste man sie im Heimatland beantragen. Oft hat es auch damals an der Grenze geklappt aber das war eine unsichere Sache.

Leider gefiel uns das Land nicht so gut, aber wir haben auch nur die Küste im Süden gesehen. Weiter nördlich wären die Strände wohl schöner gewesen. Es waren aber auch die vielen Hausruinen, die offensichtliche Armut und der Dreck der uns enttäuschte. Zudem wurde Emanuel auch noch krank. Dazu kam dann noch der Regen. Deshalb haben wir das Land früher und auf einem anderen Weg als geplant verlassen.

Sicherheit und Kriminalität

Zu diesem Thema wurden wir oft befragt. Aber wir haben nichts wirklich Schlimmes erlebt. Begegnet sind wir schon einigen Schlaumeier, aber zum Glück haben wir es meist rechtzeitig gemerkt.

Auf den Leim gegangen sind wir einem Polizisten der uns eine unberechtigt hohe Busse wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung abknöpfte. Ebenso den „Helfern“ am bereits erwähnten Grenzübergang Beitbridge.

Pleiten, Pech und Pannen

Reifen
3x  platt an Mietfahrzeugen
2x platt am Bus
8 neue für den Bus

Gebrochen und wieder geschweisst

Halterung des Frontstabilisators
Ecke des Aufstelldachs.

Unfälle

Ein paar leichte Kollisionen beim rückwärts Fahren.
Nur bei einer gab es einen Schaden an einem anderen Fahrzeug. Kostenpunkt etwa Sfr. 15.

Bevölkerung  und Sprachen

Campieren hat den grossen Vorteil, dass man mit den Nachbarn meistens leicht ins Gespräch. Mit Englisch ging das immer gut. In Namibia gibt es noch viele Einwohner mit deutschen Vorfahren und die Sprache wird im Alltag immer noch häufig benutzt. Aber auch in Südafrika gibt es Leute die während des Studiums diese Sprache lernten.
Etwas schwieriger war es manchmal mit den Afrikaans sprechenden. Sie  hatten oft Hemmungen Englisch zu sprechen. Zwar lernen das alle in der Schule. Aber da manche es kaum brauchen müssen sie die Wörter suchen. Besonders mit Kindern im Vorschulalter ist das nicht so einfach. Wir sind des Afrikaans immer noch nicht mächtig aber ein wenig verstehen wir inzwischen schon.

Auf den Campingplätzen trifft man hauptsächlich weisse Besucher, das sind in Südafrika aber nur 10% der Bevölkerung. Die Mitglieder der anderen ethnischen Gruppen fangen aber auch langsam an Gefallen am Outdoor-Leben zu finden.

Neben diesen drei bereits erwähnten Sprachen gibt es noch viel mehr. Südafrika hatte 11 offizielle Sprachen. Neun davon werden von der schwarzen Bevölkerung gesprochen, aber es gibt noch viele andere von Minderheiten des Landes.

Was uns immer wieder beeindruckt hat ist die Hilfsbereitschaft der Menschen. Zufällige  Bekanntschaften haben uns zu sich nach Hause eingeladen oder ihre Hilfe angeboten. Zum Glück hatten wir auch einige Male Gelegenheit andern zu helfen, das ist sicher gut für unser Karma. :-))

Campingplätze und Unterkünfte

Die Campingplätze in Namibia sind meistens privat auf Farmen oder bei Lodges.
In der Regel sind sie einfach ausgestattet, haben saubere sanitäre Anlagen und oft gibt es dort Wildtiere.
Zum grössten Teil sind es Sandplätze, ein Grasplatz ist ein Highlight. Bei Lodges darf man fast immer das Restaurant oder den Swimmingpool mitbenutzen.

Südafrika hat sehr gut ausgestattete Plätze, zum grossen Teil mit Waschmaschinen, Pools oder einem Restaurant. In der Hochsaison lässt die Sauberkeit etwas zu wünschen, obwohl in dieser Zeit die Preise zum Teil um das Dreifache ansteigen. Auch der Pensionierten-Rabatt von 10% ist dann gestrichen.

Die Plätze die wir in Mosambik angefahren haben waren wie zum Beispiel im Tan`n Biki gut aber manchmal auch lausig. Im Maputo Elephant Park gab es einfache Buschcamps mit Plumpsklo und ohne fliessendes Wasser.

In Simbabwe haben wir auch schöne Plätze gefunden. In den Vumba Mountains übernachteten wir in einem richtig guten Hotel, das allerdings auch schon bessere Zeiten gesehen hat. Damals hat sogar die britische Königsfamilie hier genächtigt. Aber man gibt sich grosse Mühe etwas vom damaligen Ambiente zu erhalten.

Campingplätze in den grossen Nationalparks in allen Ländern müssen eigentlich lange im Voraus gebucht werden. Mit viel Glück bekommt man aber auch spontan einen Platz. Die Camps in Botswana sind nicht eingezäunte, Tiere wandern dort ungehindert herum.

Die Zwei Camping Plätze die wir in Swasiland besuchten hatten in der einen für die Anzahl Plätze eine sehr grosse und neue Sanitäranlage. Bei der andern gab es kein Strom, deshalb wurden Petroleumlampen aufgestellt, schön gemütlich.

Affen können überall zur Plage werden weil sie gerne Esswaren klauen. Einmal hatten wir auch Sandhühner die uns Würste vom Grillrost klauen wollten.  Kleiner Tipp: Affen kann man mit der Steinschleuder verscheuchen. Bei Vögeln funktioniert das nicht, denn sie denken die Steine seien Futter, Wasser hat sich bei ihnen am besten bewährt.

Wild Camping haben wir nur wenige Male in Namibia und Botswana gemacht.

 

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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