Abendessen mit Löwen

04.08.2015 Eldorado – Outjio – Oppi-Koppi

Im Wissen dass wir in nächster Zeit keinen Zeltplatz mit Gras finden werden, fahren wir los nach Kamanjab. Aber nach 80 Kilometern müssen wir noch im einzigen grösseren Ort in dieser Gegend einkaufen, tanken und am Automaten Geld beziehen. Dann geht es auf der C40 in nordöstlicher Richtung, durch leicht hügeliges Gelände zu unserm Ziel, dem Oppi Koppi Camp. Wir hatten zum Glück am Vortag angerufen und gebucht, denn die fünf Plätze waren dann auch belegt. Hier können Overlander wie wir kostenlos stehen, es wird aber erwartet, dass man im Restaurant isst, was wir auch gerne machten. Es gibt hier unter anderem Wildspiesschen und Zebra Steaks. Am Nachmittag machten wir die Bekanntschaft von Barbara und Jörg aus Leipzig. Ihren Nissan hatten sie für den nächsten Tag hier im Ort bei der Falkenberg Garage angemeldet. Sie erzählten uns, dass der Chef ein Mercedes-Spezialist ist und schlugen vor, morgen mit ihnen dorthin zu fahren, um ihm unsere provisorisch geschweisste Lenkungsstange zu zeigen. Wir hofften dass man die Schweissstelle verstärken kann.

Wir assen im Restaurant der Lodge ein Zebrasteak, was sehr fein schmeckte.

 05.8.2015 Kamanjab

Heute Morgen wechselten wir den Standplatz. Dieser ist mit Schotter belegt und somit hat es keinen Staub. Er hat auch eine schöne Feuerstelle am Boden, die wir am Abend nach dem Essen im Restaurant ausprobierten.

Nach dem Frühstück fuhren wir mit Jörg und Barbara in die Werkstatt. Der Chef schaute sich erst deren Auto an- sie waren ja angemeldet- und dann unsere „Bruchstange“. Das kann man schon machen, meinte er, aber erst morgen, das dauert 2-3 Stunden. Also mussten wir auch im Oppi Koppi nochmal verlängern, was nicht schlimm war, hatten wir doch jetzt einen schönen Platz. Zu unserem „Lagerfeuer“ gesellten sich nach dem Essen unsere Leipziger Nachbarn und wir hatten einen gemütlichen Abend.

06.8. Oppi Koppi

Wir standen an diesem Tag eine halbe Stunde früher auf weil Emanuel zur Werkstatt fuhr. Da die Temperatur in den letzten Nächten nicht so tief fiel, war es auch beim Frühstück schon angenehm warm.

Matheo der Mitarbeiter der Garage und der Lehrling bauten die Lenkstange aus. Die Schlacke der provisorischen Schweissstelle, Farbe und Rost wurden abgeschliffen und ein Stück Rohr wurde längs aufgeschnitten, aufgebogen und anschliessend über die Stange gebogen.

Rohr und Lenkstange wurden verschweisst, und als sie abgekühlt war noch mit schwarzer Farbe gesprayt. Als die Stange wieder eingebaut war, wurde die Spur der Vorderräder mit einer Messstange noch etwas justiert. Das Ganze hat etwa Sfr. 60.- kostet.

Den Rest des Tages verbrachten wir noch mit Wäsche waschen (Christine), während Emanuel noch ein bisschen unter dem Auto lag und die Antriebswellen schmierte.

Sarien Roberts eine Bekannte aus Südafrika besuchte uns an diesem Nachmittag. Sie ist mit dem Wiederaufbau des Etosha Roadside Camps beschäftigt. Dieses liegt beim westlichen Gate des Etosha Parks und von dort wollen wir am übernächsten Tag, den für uns noch unbekannten Teil besuchen.

Wieder Nachtessen auswärts und dann ein Lagerfeuer, aber diesmal waren unsere Leipziger Nachbarn nicht mehr da.

07.08.2015 Kamanjab – Etosha Roadside Camp

Wir konnten uns Zeit lassen zum gemütlichen frühstücken und packen, denn unser Ziel war nur 70 Kilometer entfernt. Die Mahlzeiten und Getränke bezahlten wir beim Empfang, den Platz konnten wir ja umsonst benützen. Die drei Tag haben uns so nur etwa Sfr. 76.- gekostet. Campingplatz kostet in Namibia für zwei Erwachsene ca. Sfr. 20.-/Tag. Ein Foto von uns und unserem Bus wurde für das Album auch noch gemacht.

Sarien hatte uns noch per SMS gebeten ein Kilo 100er Nägel zu besorgen. Das war gar nicht so einfach denn einen richtigen Hardware Shop fanden wir nicht und als Emanuel an der Tankstelle danach fragte, wusste man nicht was das ist. Als er erklärte dass man dort Nägel und Holz kaufen kann, sagte der Tankwart sie würden nur Braai-Holz verkaufen. Nebenan im Gemischtwarenladen, konnte man neben Esswaren, Ölfiltern und Werkzeug auch Nägel kaufen. Allerdings nur 75er, aber nach Rückfrage bei der Bestellerin nahmen wir halt diese. Für uns mussten wir auch noch einkaufen. Das war schnell erledigt, denn hier war das Angebot etwas beschränkt, aber das wichtigste haben wir bekommen.

Schon seit dem früh Morgen blies der Wind, und als wir Richtung Nordwesten fuhren bremste er uns von Nordosten kommend die meiste Zeit etwas aus. Auch die ziemlich hügelige Gegend um 1‘300 M.ü.M. machte Nelson ein wenig zu schaffen.

Schliesslich kamen wir aber auf dem Etosha Roadside Camp an. Sarien liess uns den Platz aussuchen, aber viele Optionen hatten wir nicht, denn die Suche nach einem einigermassen flachen, mit genügend Platz nach oben, schmälerte die Auswahl etwas. Aber wir wurden fündig und hatten nun auch noch unser eigenes Open Air Badezimmer. Stromanschluss gibt es hier nicht, da wir aber morgen im Park herum fahren werden die Batterien genügend aufgeladen, ohne dass wir unser Solarpannel auf dem Dach nach der Sonne ausrichten müssten.

Wir machten einen kurzen Spaziergang über das Camp zu einem Aussichtspunkt über einem Wasserloch und konnten zwei Giraffen, ein Kudu, ein Impala, zehn Zebras, und eine Gruppe Paviane beobachten.

Hier gab es kein Restaurant, so hiess es wieder selber kochen.

08.08.2015 Etosha Roadside Camp und Etosha

 In der Früh fanden wir einen Zettel auf unserem Tisch, auf dem uns Sarien warnte, dass Löwen im Camp herumschleichen. Aber bis wir immer aufstehen, war schon alles vorbei, keine Löwen mehr, dafür ruhiges Frühstück.

Wir machten am Vormittag eine Rundfahrt durch die Hobatere Konzession, welche zum Teil zum Camp gehört. Hier fanden wir zwar die Abzweigung nicht die uns zurück zur Teerstrasse bringen sollte aber wir genossen die Landschaft und sahen dabei einige Tiere. Als wir dann aber zu einem treppenartigen Absatz kamen kehrten wir um und fuhren dieselbe Strecke zurück.

Anschliessend fuhren wir zum nahen Galton Gate über welches man Zugang zum westlichen Teil des Etosha Parks hat. Auf den ersten Kilometern war die Piste wieder ziemlich lausig, aber dann kamen wir ziemlich gut vorwärts. An vier Wasserlöchern sahen wir etliche Zebras, Giraffen, nur wenige Elefanten. Erstaunlich waren das Dutzend Geier welche sich versammelt hatten und wir erfreuten uns an fünf Elanden.

Beim Verlassen des Parks kam es wieder zur üblichen Desinfektion der Reifen und Schuhe. Auch nach rohem Fleisch wurde wieder mal gefragt. Nachdem wir wie üblich die Kühlbox gezeigt hatten, wollte der Kontrolleur auch noch den Kühlschrank sehen. Emanuel behauptete, den hätten wir im Camp gelassen und dann damit war er dann zufrieden. Wir verstehen, dass nach einem Ausbruch der Maul und Klauenseuche Massnahmen ergriffen werden, aber wir hatten Fleisch aus einer seuchenfreien Region im Kühlschrank.

09.08.2015 Roadside Camp

Am Morgen fuhren wir nochmal in die Etosha. Wir fuhren die Wasserlöcher ab, wo es manchmal mehr oder manchmal weniger zu sehen gab. Wir besuchten auch das Olfantsrus- Camp, das von so vielen Touristen angefahren wird und wo man nur ganz schwer einen Platz bekommt. Uns hat es nicht so besonders gut gefallen- auch als Besucher des Kiosks muss man Nam$ 30 /Pers. Eintritt zahlen. Aber ein grosses Wasserloch gibt es mit einem schönen Aussichts-Hide.

 

Das dreckige Dutzend

Dreckschleuder

Am Abend kam noch einmal Travel mit dem Auto zum Platz um uns wieder mal vor Löwen zu warnen. Wir mussten dann tatsächlich noch um unsere T-Bone Steaks bangen. Emanuel war am Braai-Feuer vorbreiten als irgendetwas bei den Nachbarn schepperte. Als er mit der Stirnlampe in diese Richtung leuchtete, sah er einen Löwen weg schleichen. Dann noch einen und noch einen. Die drei jungen Löwen liefen hinter dem Gebüsch etwa 10 Meter entfernt an unserem Platz vorbei. Sie blieben dann stehen und beobachteten uns. Als die Glut soweit war legte er das Fleisch auf den Rost und blieb daneben sitzen. Solange wir die Löwen sehen im Blickfeld hatten war ja alles in Ordnung, aber als einer nach dem anderen verschwand wurde es ungemütlich. Deshalb entschieden wir uns fürs drinnen essen, auch wenn es draussen nicht kalt war.

Wir haben aber später nichts mehr von Raubkatzen gehört oder gesehen. Nur den Ruf einer Hyäne hörten wir später, als wir schon im Bett waren und wieder gegen Morgen.

Am Tage danach entdeckten wir die Löwenspuren

 

 

 

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Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika zu "erfahren". Wir machen aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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2 Antworten zu Abendessen mit Löwen

  1. Douw Krüger schreibt:

    Eine schöne Afrika Erfahrung mit den Löwen, ja? Viele Schweizer (und Deutsche,,, und Niederländer,,,und,,und) beneiden euch. Eigentlich auch ich :-).

    • Swissnomads schreibt:

      Ja, es war eine einmaliges Erlebnis. Solange wir, danke der Lenser Stirnlampe die Augen der Raubkatzen sahen, war es auch nicht bedrohlich. Erst als sie alle weg waren, wurden wir etwas unsicher.

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