Täglich grüsst das Weissschwanzgnu

  1. und 11.08.2015 Etosha Roadside Camp – Oppi Koppi

Bevor wir uns von Sarien Roberts verabschiedeten machten wir noch einen Spaziergang übers Gelände zu dem Platz wo die neue Lodge entstehen soll. Die Grundmauern des Hauptgebäudes zeigen wie gross das Haus werden soll. Von hier hat man eine schöne Aussicht in das Tal und das Restaurant ist zum Sonnenuntergang hin ausgerichtet.   Die Sockel für die 20 Bungalows sind auch schon bereit. Leider kommen sie nicht weiter weil sie den Bauunternehmer entlassen mussten. Scheinbar hat es da zu viele Vorkommnisse und Differenzen mit ihm gegeben. Ein toller Felsenpool soll in einen Einschnitt zwischen die Felsen kommen. Alles in allem ein schönes, aber auch grosses Projekt und wir sind gespannt, ob es bei unserem nächsten Besuch im nächsten Jahr wenn nicht vollendet, so doch ein schönes Stück voran gegangen ist. Wir würden es Roberts wünschen, denn man merkt, wieviel Energie und Herzblut da drin steckt. Es ist aber auch ein wunderschöner Platz.

Für diese Reise hatten wir genug vom Etosha-Staub. Und so fahren wir wieder zurück nach Kamanjab, wo wir im Oppi Koppi wieder den Platz Nummer 5 bekamen. Kurz vor unserem Ziel war wieder eine Maul und Klauenseuchen- Kontrollstelle und die Reifen wurden desinfiziert und wir mussten auf einem nassen Lumpen herum trampeln. Ein junger Polizist wollte auch mal wieder wissen wo unser Disk sei. Das alles kannten wir ja schon und er gab sich mit der Erklärung, dass der Wagen in der Schweiz registriert sei, zufrieden. Aber er hatte noch ein zweites Anliegen. Er müsste uns eine Busse wegen der gespaltenen Windschutzscheibe geben. Die Begründung, dass es ja nur die Sicht auf der Beifahrerseite beinträchtige, liess er nicht gelten. Der horizontale Riss könnte ja weiter gehen. Emanuel wollte ihn beruhigen, dass wir diesen genau beobachten und dass er keinen Millimeter vorgerückt sei. Er war aber immer noch nicht zufrieden. Erst als er erfuhr, dass wir vier Wochen auf einen aus Deutschland importierten Ersatz warten müssten, liess er uns dann gnädigst mit der Bemerkung gehen, heute sei unser Glückstag.

Im Ort wollten wir einkaufen und tanken, da man bei der Shell Tankstelle nur Bargeld nahm, wollten wir im Laden auch noch Geld am Automat beziehen. Das ging aber nur mit einer FNB Karte. Beim zweiten Geschäft war das Limit auf N$ 1‘500 gesetzt, aber wir bekamen nur 1‘150 erhältlich und dann war der Kasten leer.

Als Nachbarn hatten wir im Camp ein junges Paar, die sich für einen geführten Besuch in einem Himbadorf angemeldet hatten. Der Himbastamm ist in dieser Gegend und vor allem im Kaokoland beheimatet. Im Zusammenhang mit Namibia sieht man ja oft Bilder von Himbafrauen, die sich von Kopf bis Fuss mit einer Creme aus rotem Steinpulver und Fett einschmieren. Später erzählte uns das Paar, es sei beschämend gewesen. Der Guide hat sie einfach zum Dorf gebracht und den Bewohnern gesagt sie sollten sich für das Foto aufstellen. Danach ist er einfach weggelaufen. Soviel zur geführter Tour. Wir haben bis jetzt auf einen solchen Besuch verzichtet und werden es vermutlich auch nicht so schnell machen. Die Himbas sind sehr geschäftstüchtig und man sieht sie an jedem Etosha- Gate Souveniers verkaufen. Und für ein Foto, wo auch immer, verlangen sie Geld.

Die Tage hier sind schon richtig warm, im Sommer muss es unerträglich heiss sein. Die Nächte sind angenehm kühl.

Am zweiten Tag war wieder waschen und ein wenig schrauben angesagt, aber sonst ruhen wir uns aus. Beim wegräumen der US$ und botswanischen Pula haben wir dann festgestellt, dass wir noch viel namibisches Geld gebunkert hatten. Wir waren froh, denn immer mehr Tankstellen akzeptieren Kreditkarten nicht mehr. In Geschäften der Region hatten wir in letzter Zeit auch Probleme damit zu bezahlen. Wir wissen nicht ob es an unseren ausländischen Karten oder den schlechten Verbindungen liegt.

Am Nachmittag kamen Monika und Roland aus dem aargauischen Zofingen auf den Nachbarplatz. Sie sind für acht Monate im südlichen Afrika unterwegs. Wir assen mit ihnen im Restaurant und verbrachten einen schönen Abend zusammen.

12.08.2015 Kamanjab – Okakarara

Wieder hiess es Abschied nehmen und weiter ziehen. Am Vorabend hatten wir bei der Palmwag Lodge für einen Campingplatz nachgefragt aber die waren leider die nächsten Tage ausgebucht. Das in der der Nähe liegende Palm Water Camp hat die Besitzer gewechselt und wir hatten deren Nummer nicht. So beschlossen wir unsere Route zu ändern und zuerst nach Hamakari zu fahren. Dort wurden wir wie immer von Sabine Diekmann sehr freundlich empfangen.

Den Campingplatz hatten wir für uns ganz alleine. Zum Essen gingen wir auf die Farm. Zwei der Gäste, beide Ärzte aus Deutschland kamen gerade vom Caprivi und erzählten viel von ihrem Besuch in einem katholischen Missions-Spital. Da herrschen offenbar schlimme Verhältnisse.

13.08.2015 Hamakari Guest Farm

Ein bisschen an der Inneneinrichtung optimieren und faulenzen so verbrachten wir den Tag. Immer mit Blick auf die nahe Weide, wo sich Weissschwanzgnus, Springböcke, Impalas und Warzenschweine tummelten. Wir geniessen hier immer wieder die paradiesische Ruhe, die Nähe der Tiere und die Möglichkeit schöne Spaziergänge über die Farm zu machen.

14.08.2015 Hamakari Guest Farm

Für den Nachmittag hatten wir eine geführte Rundfahrt auf dem Waterbergplateau gebucht. Auf dem Weg dorthin stand auf Nelson Kilometer die Schnapszahl 77‘000.

Durch ein Missverständnis waren wir zu früh da und dann hatte sich die Abfahrt auch noch verspätet. Wir wussten auch nicht, dass die Fahrt vier Stunden dauert und hatten keine warmen Jacken dabei. Zum Glück standen im Safarifahrzeug genügend warme Capes zur Verfügung, von denen wir dann auf der Rückfahrt gerne Gebrauch machten. Tiere sahen wir unterwegs nur vier Impalas, sechs Giraffen, aber auch noch eine Gruppe der seltenen Sabelantilopen. Bei den beiden besuchten Wasserlöcher waren vor allem Kap-Büffel in grossen Herden zu sehen, die sind aber nicht gerade hyperaktiv und die meiste Zeit machen sie das was Kühe auch tun, wiederkäuen.

Zwei Bullen machten aber dann im Hintergrund noch einen Schaukampf.

Als Höhepunkt der Fahrt sahen wir noch eine Roanantilope, eine solche ist uns bisher noch nicht begegnet.

Unser Guide und Fahrer war nicht gerade sehr gesprächig und seine Informationen beschränkten sich auf ein Minimum. Fragen beantwortete er aber gerne. Seine Fahrkünste hielten sich auch in Grenzen. Die Wege auf dem Plateau sind zum aller grössten Teil tiefsandig. Er müsste ja die tückischen Stellen und das Fahrzeug kennen, aber er wechselte meist etwas spät auf die Untersetzung. Als Folge blieb er einmal fast und dann noch einmal richtig im Sand hängen. Beim zweiten Mal hatte er Glück, dass da noch eine zweite Gruppe unterwegs war. Während wir zum Wasserloch liefen half ihm der andere Guide aus der Patsche, beziehungsweise aus dem Sand. Alles in allem für den Preis von N$ 450 pro Person ein eher teurer Spass.

Vom Waterberg Camp fuhren wir dann noch im Dunkeln die 40 Kilometer zur Hamakari Gästefarm zurück.

Hier machten wir schnell mal ein Lagerfeuer und zum braaien benutzten wir unseren kleinen Grill mit Holzkohlen-Briquettes. So kamen wir dann schnell zu unserem Nachtessen.

15.08.2015 Hamakari Guest Farm

Nach dem öffnen der Schiebetür, wirft Emanuel hier immer als erstes einen Blick rüber zur Weidefläche. „Und täglich grüsst das Weissschwanzgnu.“ geht ihm da durch den Kopf. Weil es hier schon seit Monaten nicht geregnet hat muss mit Heu nachgefüttert werden. Gestern haben Farmarbeiter etwa 150 Meter von unserem Standplatz entfernt einige Heuballen abgeladen und daran taten sich nun viele verschiedene Tiere gütlich.

Nach dem Frühstück liefen wir rüber zu Farm um unsere schmutzige Wäsche abzugeben und das Internet zu benutzen. In Sabines Büro konnten wir auch noch die Flugtickets und ein Bestellformular für die Erneuerung des Carnet de Passages aus drucken lassen. Letzteres hat Emanuel dann unterschrieben und anschliessend wurde es eingescannt und per Mail an den TCS zurückgeschickt. Dafür hat er dann auch noch geholfen einige Kleinigkeiten am Büro-PC zu optimieren.

Zurück zum Camping sind wir mit Wilhelm hinten auf dem Pickup gefahren. Für den nächsten Blogbeitrag musste auch noch geschrieben werden und die Fotos von gestern sortieren war auch noch angesagt. Danach erholten wir uns etwas von diesen Strapazen des Tages. So ein Rentnerleben auf Reisen kann nämlich ganz schön anstrengend sein.

Für das Nachtessen lassen wir uns wieder auf der Farm bekochen, man soll sich im Alter nicht überarbeiten.

 

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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