Versuchter Einbruch und viel Staub

27.07.2015 Kaisosi River Lodge

In einem Mail erfuhren wir von der ATR-Garage, dass die Windschutzscheibe im südlichen Afrika nicht erhältlich ist und, wenn sie in Europa bestellt wird, erst in vier Wochen ankommen würde. Solange wollen wir nicht in der Gegend bleiben. Deshalb verzichteten wir auf das Angebot und werden morgen weiter ziehen. Wir blieben also noch hier und machten im Ort die notwendigen Einkäufe für die folgenden Tage. Am Wegrand sehen wir immer wieder die wilden Mülldeponien.

Das ist in Afrika immer wieder ein wüster Anblick was hier alles einfach irgend wohin geschmissen wird. Um die Häuser sieht der Boden immer sehr sauber gewischt aus aber ausserhalb des eigenen Geländes kümmert es keinen mehr. Kinder strolchen in dem Müll herum und suchen nach Aludosen oder Glass.

 In Südafrika hat man angefangen für die Plastik- Einkaufstaschen Geld zu verlangen, aber man sieht nur sehr selten jemand der eine eigene Tasche mitbringt. Wir auch nicht, wir verwenden die Plastiksäcke als Kehrichtbeutel. Aber wir wissen nicht was anschliessend mit dem Kehricht geschieht. Ab und zu gibt es auf Campingplätzen angeschriebene Tonnen zur Abfalltrennung. Aber wenn man reinschaut ist eigentlich überall alles drin. Kehrichtverbrennung findet höchstens unter freiem Himmel in den Deponien statt. An einigen Orten haben wir auch gesehen, dass der Müll nach recyclierbarem Material durch sucht wurde. Das kleine afrikanische Land Ruanda ist dazu übergegangen Plastiktüten zu verbieten und die Bewohner werden dazu angehalten am Samstag Müll einzusammeln. Vielleicht ist das ein Weg den man nachahmen sollte, nicht nur in Afrika.

Am Abend füllte sich der Campingplatz mit Südafrikanern die mit drei bis fünf Wagen im Konvoi unterwegs sind. Nach unsrer Erfahrung hat man mit solchen Gruppen wenig Kontakt weil sie unter sich bleiben.

28.07.2015 Rundu – Pondoki Rest Camp Grootfontein

Da aus dem Ersetzen der Frontscheibe hier nichts wurde, fuhren wir Richtung Süden. Etwa auf halben Weg nach Grootfontein gibt es einen sogenannten Veterinär Zaun. Dieser dient unter anderem dazu, zu verhindern, dass die Maul und Klauenseuche nicht vom Norden in den Süden Namibias vordringt. Tierische Produkte aller Art darf man nicht über diese Linien einführen. Die Auslegungen sind immer etwas unterschiedlich, aber rohes Fleisch ist ganz klar verboten. Da wir gestern welches eingekauft haben, setzte Emanuel im GPS einen Wegpunkt an dieser Stelle damit wir kurz vor dem Zaun unser Fleisch verstecken konnten. Nach wenigen Kilometern war schon mal eine Polizeikontrolle fällig. Allerdings wollte man hier nur den Führerschein sehen und prüfen ob das Fahrzeug vom Zoll im „Carnet de Passages“ registriert wurde. Da alles in Ordnung war konnten wir weiter.

Etwa zehn Minuten bevor wir zur „Fleischkontrolle“ kamen, hielten wir kurz an und versteckten die „Schmuggelware“ im Dach auf unserm Bett. Am Zwischenziel angekommen wurden die Reifen mit einem Desinfektionsmittel abgesprüht und wir mussten auf einem nassen Lumpen trappeln. Dann kam die eigentliche Kontrolle. Der Beamte wollte in unseren Kühlschrank schauen. Klar, kein Problem, durfte er. Er schaute nur was oben aufliegt, rührte auch nichts an und wollte dann auch noch in die Kühlbox kontrollieren. Auch da ging er der Sache nicht auf den Grund und gab sein OK. Etwas später hielten wir dann wieder an und verstauten das Fleisch zurück in die Kühle. Uns kam das ganze wie ein Witz vor, aber es haben einige Leute eine Beschäftigung

Weiter ging’s durch eine Savannenlandschaft mit wenig Abwechslung aber am GPS konnten wir sehen dass wir immer mehr in die Höhe kamen. Am höchsten Punkt waren wir auf knapp 1‘500 M.ü.M.

Kurz vor Grootfontein bogen wir auf eine Piste zum Maori Camp ab. Hier schauten wir uns die Anlage vom Bus aus an, und beschlossen einstimmig dass es uns nicht gefällt. Es war nicht wirklich schlimm aber es machte einen lieblosen Eindruck, so dass wir noch einmal 3 Kilometer zurück fuhren zum Pondoki Rest Camp. Hier gefiel es uns besser. Von den vier Plätzen war keiner belegt und so konnten wir uns einen auswählen.

Holz wurde hier keines verkauft, aber die Chefin versprach uns, später aus dem Ort welches mitzubringen. Leider hat sie es vergessen. Zum Glück hatten wir noch ausreichend für einen Braai, so dass wir nicht hungrig ins Bett mussten.

Essen mussten wir auch an diesem Abend, wie schon an den Vorherigen, wegen der Kälte im Bus.

29.07.2015 Pondoki Rest Camp – Ghaub Guest Farm

Die Nachttemperatur war wieder relativ mild, so dass wir in unseren „langärmligen Nachtgewändern“ zu warm hatten.

Die Camp Besitzerin entschuldiget sich am Morgen, dass sie vergessen hatte uns Holz zu bringen. Auf der Damentoilette gab es am Morgen kein Wasser. Wir bekamen aber den Schlüssel eines Bungalows und konnten dessen Toilette benützen.

Wir liessen uns an diesem Morgen viel Zeit für alles, denn wir hatten auf der nur 50 Kilometer entfernten Ghaub Guest Farm ein Zimmer gebucht. Ja es war wieder einmal Zeit für etwas Luxus.

In Grootfontein mussten wir noch tanken. In Namibia scheint es inzwischen wieder schwieriger zu sein, mit der Credit Karte Benzin zu bekommen. Vieleicht ist es auch nur in dieser Gegend so.

Ghaub hat sehr schöne Zimmer, eigentlich schon kleine Suiten.

Dazu hat man noch von der Terrasse aus einen schöne Sicht in die Otavi Berge. Leider war es trotz der herrschenden Trockenheit etwas trüb.

Kleine Bettler

Nach dem Abendessen in dem kleinen Restaurant liefen wir zu unserm Zimmer. Hier liess sich die Tür nicht öffnen. Emanuel bat Mica den Manager um Hilfe und er kam mit dem Ersatzschlüssel. Aber auch er brachte die Türe nicht auf. Als Emanuel mit einer Lampe das Schloss etwas genauer beleuchtete, mussten sie feststellen, dass jemand versucht hatte die Türe aufzubrechen. Jetzt war das Schloss vermurkst und Mica sah keine andere Möglichkeit als die Tür ganz auf zu brechen. Wir hatten zum Glück ein Brecheisen im Auto. Mit diesem gelang Mica schliesslich zugang zu unserem Zimmer zu verschaffen. Er ging aber mit einem Revolver bewaffnet als erster rein um nachzuschauen dass niemand sich drinnen versteckte. Die Luft war rein und zu unserer Erleichterung fehlte nichts. In diesem Zimmer konnten wir, da nicht mehr abschliessbar, nicht übernachten und so mussten wir noch in ein anderes umziehen. So hatten abenteuerlich hatten wir uns unseren Aufenthalt in Ghaub nicht vorgestellt.

30.07.2015 Ghaub Guest Farm – Halali Camp in der Etosha

Nach einer ziemlich unruhigen Nacht, immer wieder erwachten wir und lauschten nach seltsamen Geräuschen. Aber nichts passierte, ausser dass am Morgen ein Vogel ans Fenster klopfte.

Mica erzählte uns dass es kürzlich bei einer andern Lodge einen ähnlichen Vorfall gab und er deshalb jeweils während des Abendessens eine Runde um das Gelände mache. Er sagte auch dass vor etwa zwei Wochen ein Angestellter wegen Diebstahl entlassen wurde.

Wir waren jedenfalls froh, dass der Einbruch nicht gelungen war, denn im Zimmer befanden sich einige Sachen die wir schmerzlich vermisst hätten. Laptop, Tablett, Geldbörsen mit Kreditkarten und Ausweise hätten wir nur mit viel Aufwand ersetzen können.

Wir fuhren über Tsumeb zum Namutoni Gate des Etosha Parks, wo wir erfahren mussten, dass dort das Camp ausgebucht ist. Die Parkangestellte rief dann in Halali an und von dort kam ein positiver Bescheid. Zum Namutoni Camp mussten wir aber noch um den Eintritt zu bezahlen. Als Emanuel zum Bus zurück kam ein Angestellter angelaufen , sagte etwas auf Afrikaans und zeigte unter den Bus. Auf den letzten Kilometern machte sich wieder das schlottern in der Lenkung bemerkbar. Emanuel dachte es ist nun der grosse Lenkungsdämpfer der den Geist aufgibt. Nun sah er aber, dass wieder ein Teil der Lenkungsstange gebrochen war. Das Teil welches letztes Jahr in Windhoek ersetzt wurde. Johannes holte noch einen Kollegen und zusammen bauten sie das defekte Teil aus um es in der Werkstatt zusammen zuschweissen. Beide waren mit Eifer dabei, es war für sie wohl eine Abwechslung zur täglichen Routine. Sie bekamen ein ordentliches Trinkgeld und wir konnten weiterfahren. Unterwegs sahen wir noch einige Elefanten und Giraffen, viele Zebras und Gnus. Unsere Foto und Filmausrüstung hatten wir im ganzen Trubel nicht bereitgestellt und so konnten wir nur mit den kleinen Apparaten knipsen.

Am Abend zogen drei Honigdachse über den Campingplatz und plünderten die Mülltonnen. Die Biester waren hartnäckig und wurden ziemlich aggressiv wenn man sie vertreiben wollte.

31.07.2015 Halali Ethosha Park

In der Nacht wurden wir mehrere Male von Löwengebrüll geweckt, aber das war nicht störend, denn das gibt das richtige Afrikagefühl.

Mit Videokamera und Fotoapparaten ausgerüstet machten wir uns auf die Pirsch. Das erste was wir sahen war ein Nashorn. Es war aber so weit weg und hinter Büschen , dass es keine guten Bilder davon gab und wir auch nicht feststellen konnten welche Art Nashorn es war. Da es aber den Kopf tief hielt nahmen wir an, dass es ein Grass fressendes Breitmaulnashorn war.

 Die Riesentrappe ist der grösste fliegende Vogel Afrikas und eher selten, aber hier sahen wir einige schöne Exemplare.

 

Zebras und Springböcke sind nicht selten und davon sahen wir wieder viele.

An einem Wasserloch sahen wir einen Land Cruiser mit Schweizer Nummernschildern stehen. Im Führerhaus war niemand also mussten die Insassen hinten im Camper-Aufbau sein. Wir standen eine Zeitlang am Wasserloch und schauten den Tieren zu, dann kam der Toyota zu uns und der Beifahrer fragte ob wir uns kennen. Tatsächlich hatten Peter Muck und Emanuel vor mehr als einem Jahr diverse Mail zur Verschiffung ausgetauscht. Mucks wollen die Nacht auch im Halali Camp verbringen und so vereinbarten wir uns später dort zu treffen. Anna-Bettina und Peter stellten ihren Wagen dann auf unseren Platz und wir konnten uns ausgiebig austauschen.

Die Honigdachse kamen auch an diesem Abend vorbei und plünderten die Mülltonnen. Christine wollte einem Tier den Müllsack wegnehmen. Als der Dachs die Zähne fletschte und sie anknurrte liess sie es dann aber lieber sein.

01.08.2015 Halali – Eldorado Camp

Da die Mucks heute in die andere Richtung weiterfuhren verabschiedeten wir uns von ihnen und hoffen sie später wieder zu treffen.

Wir waren noch nicht ganz fertig mit dem Frühstück, da kam ein Wind auf der immer stärker blies. Als dann der feine Staub aufgewirbelt wurde, war es ziemlich ungemütlich und wir machten, dass wir weg kamen.

Wir fuhren am Rand der Etosha Salzpfanne entlang und auch noch ein Stück raus in die Ebene. Da hatten wir das Gefühl, dort ganz weit hinten sei das Ende der Welt.

Die Strassen die wir an diesem Tag befuhren verdienten ihren Namen nicht. Sie waren zum grossen Teil in einem sehr schlechten Zustand. Wegen hohem Wellblech und tiefen Löchern konnten wir oft nur mit 20 Km/h fahren. Emanuel fuhr oft im zick zack über die Piste um die bessere Strecke zu finden. Das alles machte das Vorwärtskommen sehr mühsam.

 Tiere sahen wir auch noch einige, hier ein paar Eindrücke.

Mangels Blätter frisst das Spitzmalnashorn auch Gras

Am späteren Nachmittag verliessen wir den Park, um zum Eldorado Camp zu fahren. Vorher mussten wir aber noch die Prozedur des Veterinär-Kontrollpunktes über uns ergehen lassen. Ein Uniformierter wollte unsere Kühlbox sehen diese zeigten wir ihm gerne, denn das unerlaubte Fleisch war ganz unten im Kühlschrank. Danach mussten noch die Reifen und unsere Schuhe desinfiziert werden. Dann waren es nur noch knapp 10 Kilometer zu fahren bis zu unserem Übernachtungsort.

02.08.2015 und 03.08.2015 Eldorado Camp

Auch an diesem Morgen blies der Wind ziemlich stark, aber hier standen wir zum Glück auf Gras. Als wir dann etwa 30 Kilometer weiter nordwestlich im Park waren stürmte es richtig gehend und die Luft war vom feinen, weissen Staub so trüb, dass wir manchmal kaum 500 Meter weit sahen.

Zeitweise war auch die Sonne kaum zu sehen. Viele Kilometer ohne Tiere zu sehen kamen wir dann am Ozonjutji m’Bari Wasserloch an wo sich viele Tiere versammelt hatten.

Später sahen wir am etwa 20 Kilometer weiter westlich gelegenen Sonderkop Wasserloch noch einen Elefanten und viele andere Tiere.

 Inzwischen hatte der Wind nachgelassen und die Sicht wurde nach und nach wieder etwas besser.

 

Der zweite Tag im Eldorado nutzten wir um den Bus etwas vom Etosha-Staub, und allem was sich in den Wochen vorher so angesammelt hatte, zu befreien. Nach einem Pistentag hat Christine jedes Mal die Oberflächen gereinigt aber nun haben wir mal alles ausgeräumt und dann gründlich geputzt, das heisst: alle Schränke ausgeräumt und das Geschirr und Besteck abgewaschen und Wäsche gewaschen. Etoshastaub ist wie Mehl so fein und zieht durch alle Ritze. Dasselbe blüht uns dann noch einmal in Swakopmund, bevor wir Nelson einmotten. Einige kleine Reparaturen und Ausbesserungen waren auch fällig. Den Rest des Tages schrieben wir für diesen Blog, lasen und faulenzten ein wenig.

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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2 Antworten zu Versuchter Einbruch und viel Staub

  1. Douw Krüger schreibt:

    Die Honigdachse können gefährlich sein. Man muss immer aufpassen. Ich würde gerne da sein. Schlimmes Wetter bei uns.

    • Swissnomads schreibt:

      Nun weiss es Christine auch, von den spitzen Zähne war sie sehr beindruckt.
      Ich habe Fotos vom Honigdachs gemacht sind aber ziemlich unscharf.
      Immer noch schlechtes Wetter am Kap? Wir hatten an Ostern in Ballito das letzte mal Regen 🙂
      Gruss
      Emanuel

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