Sechs bis sieben Wochen warten

07. bis 11.12.2018 Bloubergstrand

Am Sonntag fuhren wir wieder nach Melkbosstrand um zu laufen. An der Promenade waren sämtliche Parkplätze besetzt und das sind nicht gerade wenige. Ein kurzes Stück weiter war dann wieder jede Menge Platz um unseren Bus abzustellen. Wir liefen bis zum einzigen AKW Afrikas und wieder zurück. Dieses Mal waren wir deutlich länger als ein Stunde unterwegs. Einen Seehund konnten wir dabei auch noch beobachten.

Um zwei Uhr waren wir am Montag in Kapstadt mit William verabredet um die gesamten Dokumente für den Antrag abzuholen.

Am Dienstagmorgen war es dann soweit wir konnten unsere Unterlagen zu VSF an der Longstreet 2 im Zentrum von Kapstadt abgeben. Da wir um neun Uhr die Rushhour erwarteten fuhren wir schon eine Stunde vor unserm Termin los. Laut GPS sollten wir die Strecke in gut 20 Minuten schaffen. Schon bei der ersten Ampel hinter Bloubergstrand stauten sich die Fahrzeuge. Zwei findige Kerle haben daraus ein Geschäft gemacht und liefen von Wagen zu Wagen und boten Coffee To Go an. Es gibt auf dieser Strecke bis Kapstadt noch einige Ampeln aber zum Glück konnten wir zum Teil  ohne Wartezeit durchfahren.  Da wir die Route recht gut kannten, wussten wir auch welche Spur jeweils die schnellere war. Auf den letzten 2, 3 Kilometern der N1 gibt es auch zu anderen Tageszeiten oft einen Stau, deshalb beschloss Emanuel vorher abzuzweigen und den Weg durch die Innenstadt zu nehmen. Hier war nicht viel los und wir kamen bald in der Longstreet  an. Und direkt vor dem Büro  wartete auch schon ein freier Parkplatz auf uns. So schaften wir es rechtzeitig bei VSF vorzusprechen. Hier lief  alles wie am Schnürchen  und nach knapp einer Stunde war alles erledigt.

Aber alles der Reihe nach. Nachdem wir uns in der Lobby des Hochhauses bei einem extra für VFS eingerichteten Schalter angemeldet hatten erhielten wir Zugang durch ein Drehkreuz. Im siebenten Stock mussten wir dann noch einmal mit Vorweisen der Quittungen einchecken. Wir bekamen eine Nummer und wurden wir zum Warteraum geschickt, wo wir von einer Security-Frau mit einem Metallscanner auf Waffen geprüft wurden. Bei Emanuel schlug das Gerät in der Nähe seinen Hosentaschen an, was die Lady aber nicht weiter kümmerte.

Nach nicht einmal zehn Minuten Wartezeit wurden wir zu einem Schalter gerufen, wo eine freundliche Angestellte unsere Dokumente kontrollierte, zwei Unterschriften verlangte und uns informierte dass wir noch eine biometrische Erfassung machen müssten welche ZAR 150 pro Person kostet. Um per SMS benachrichtigt zu werden knöpfte man uns noch ZAR 90 zusätzlich ab. Bezahlen konnte man nur mit Karte, vermutlich um Korruption zu vermeiden. Das war ja einer der Gründe dass Home Affairs sich für das Outsourcing an die Firma VSF entschlossen hat. An allen Schaltern wurden wir sehr freundlich behandelt. Der botanische Garten Kirstenbosch war unser nächstes Ziel. Hier blühte es überall. Schliesslich ist es Frühling und nach den letzten extrem trockenen Jahren schien die Natur etwas nachholen zu wollen.

Den Sonnenuntergang genossen wir an der Big Bay bei Mochitos und einer geteilten Vorspeise.

Als wir wieder einmal auf dem Weg nach Melkbosstrand waren hatten wir schon bald einen Polizeiwagen hinter uns. Auf der ganzen Strecke passte Emanuel auf, dass er  die Höchstgeschwindigkeiten nicht über schritt. Im Ort angekommen bogen wir bei der Ampel ab, der Polizist auch. Jetzt kamen noch zwei Stopps, hier achteten wir darauf keinen Rollstopp zu machen, sondern korrekt anzuhalten. Als wir an der Strandpromenade auf einen Parkplatz fuhren blieb auch der Polizeiwagen hinter uns stehen. Dann kam der Uniformierte zu uns. Man hat ja in solchen Situationen immer ein wenig ein schlechtes Gewissen, aber der nette Herr Polizist wollte nur wissen wo wir und unser Bus her kamen und wo wir schon überall herumgereist wären. Er erzählte dass er aus der Krüger Park Gegend kommt, und von seinem Plan nach der Pensionierung nach Kanada auszuwandern usw. Man stelle sich vor, ein solches Gespräch mit einem Schweizer Polizist zu führen. Hier sind solche Begegnungen ganz normal und das gefällt uns.

Zum Einkaufen fuhren wir nach Stellenbosch dort sahen wir einen alten Bakkie auf dem Pannenstreifen ohne Räder. Als wir später wieder dort vorbei fuhren machten wir ein Foto davon.  Auf dem Hinweg steckte noch  ein Strafzettel unter dem Scheibenwischer und wir fragten uns ob dieser wegen parken auf der Fahrbahn  oder fahren ohne Räder ausgestellt wurde.

12. und 13.10.2018 Gansbaai

Wir nahmen den Weg an der Küste, wo wir schon immer mal nach Walen Ausschau hielten, aber nichts entdeckten. In Hermanus konnten wir aber schon einige von dem Strandweg aus beobachten. Leider blies uns hier der Wind kalt und stark um die Ohren, so dass wir bald einmal genug hatten und weiter fuhren  nach Stanford, wo wir uns mit Käse eindeckten. In De Kelders probierten wir es noch einmal.
Auch hier war der Wind unangenehm, aber hier konnten wir ihnen sogar vom Auto aus zusehen.
Auf dem Campingplatz in Gansbaai war der Wind so stark, dass wir uns in unserm Pennhaus wie im Boot auf hoher See fühlten.

Am anderen Morgen konnten wir im Windschatten unseres Autos in der Sonne frühstücken. Auch blies der Wind nicht mehr ganz so heftig. Dann waren wieder die Wale auf dem Programm. Erst wieder Hermanus, dann in De Kelders vom Caffee on the Rocks aus, wo man windgeschützt in der Sonne bei Kaffee und Kuchen den Kapriolen der Meeresriesen zusehen kann.

Da wir  noch Besuch erwarteten, machten wir uns gegen vier Uhr wieder auf den Weg zum Zeltplatz.

Unsere Besucher waren Sarien und Glen Roberts mit denen wir Mozambique besucht hatten. Wir unterhielten uns eine Zeitlang auf dem Campingplatz dann wollten sie uns ihre neue Heimat zeigen. Mit ihrem Wagen fuhren  wir nach Baardskeerdersbos was Bartschneiderbusch heisst. Der Legende nach sind da den ersten Siedlern bei einem Zwischenhalt die Bärte den HaarschneiderSpinnen zum Opfer gefallen.

Auf jeden Fall haben wir im kleinen Ort zwei der drei Pubs besucht. Im zweiten wurde Emanuel in die Tradition des Lokals eingeführt. Er musste einen Witblitz (lokaler Grappa) aus einem Springbockhorn trinken. Die zwei Pubs waren übrigens sehr einfach eingerichtet, in der Schweiz ging wohl kaum jemand da rein, höchstens Heimweh Baardskeerdersboser.

Sarien zeigte uns auch noch die Tourist Information, in welcher sie seit kurzem tätig ist.

Es war schön sie wieder zu sehen und wir hatten einen lustigen Abend.

 

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Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika zu "erfahren". Wir machen aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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2 Antworten zu Sechs bis sieben Wochen warten

  1. Jeannette Bucher schreibt:

    Hallo Ihr Lieben. Danke für eure Nachricht auf unserem Blog. Gerade gestern haben wir wieder Fotos unserer Reise angeschaut und über unsere Begegnung im Karoo NP gesprochen. Wir reisen wie immer mit bei euch und drücken fest die Daumen fürs Visum. Euer VFS Besuch war ja schon mal ein grosser Erfolg, wenn wir an die Stunden zurückdenke die wir dort verbracht haben :-). Geniesst Port Elizabeth und versüsst euch die Wartezeit mit leckeren Kuchen. Herzliche Grüsse Jeannette, Martin, Themba und Monster

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