In das Damaraland zum Chillen

1’120 Kilometer

09.03.2018 Windhoek – Swakopmund

Nun heisst es für uns auch zusammen packen und los fahren. Swakopmund ist wieder unser Ziel, Wo wir letzte Woche mit Andre Lacock von Oryx Aluminium Canopies die Reparatur des Aufstelldaches für Montag vereinbart haben. Bei Michael Florin hatten wir uns schon für mindestens 5 Tage angemeldet und so konnten wir auf Gut Richthofen eine kleine Wohnung beziehen. Diesmal bekamen wir eine mit zwei Schlafzimmern, was für uns ganz praktisch war da wir alle Kleiderkisten, die Matratze, Bettzeug und sonst noch einiges aus dem Bus räumen mussten. So konnten wir ein Zimmer als Abstellkammer benutzen.

10. bis 15.03.2018 Swakopmund

Am Sonntag hatten wir nichts besonders vor ausser nach Swakopmund reinzufahren und ein wenig am Strand zu laufen.

Für Montag hatten wir uns bei Swakopmund Car Hire für drei Tage einen kleinen Flitzer gemietet, dieses Mal einen Kia. Zuerst hatten wir es bei Avis versucht aber die waren ausgebucht.

Den Bus brachten wir kurz vor neun zu Andre, welcher uns aber eröffnete, dass zwei Mitarbeiter nicht erschienen sind und er noch einige Aufträge zu erledigen hätte bevor man sich um den Nelson kümmern könnte. Das ist halt oft so in Afrika, am Wochenende wird gefeiert und am Montagmorgen ist man krank. Aber das soll ja auch bei uns vorkommen.

Am Dienstagnachmittag war das Dach aber wieder in Ordnung. Der Riss hinten war geschweisst.

Bei den Gasdruckfedern wurde einiges geändert, Die Originalteile wurden weiter hinten und von hinten nach vorne montiert und zusätzlich eine südafrikanische Feder an der Stelle der ursprünglichen. Beim Öffnen und Schliessen verhält sich das Dach nun ganz anders, aber es funktioniert und lässt sich wieder ganz schliessen.

Für den 26.3. haben wir unseren Heimflug gebucht. Am 27. März sollten wir wieder in der Schweiz sein, Wenn Air Namibia, die Fluglotsen, die deutschen und schweizerischen Bahnen es so wollen.

Am Donnerstag fuhren wir nach Walvis Bay wegen dem Carnet (Fahrzeugzolldokument). Dieses muss man einmal jährlich erneuern und dazu muss man aus der Zollunion des südlichen Afrikas ausreisen. Jetzt hatten wir aber keine Lust nach Angola oder Sambia zu fahren weil es im Norden Namibias gerade heftig geregnet hatte und noch mehr Niederschlag zu erwarten war. Aus diesem Grund machten wir den Versuch beim Hafenzoll die notwendigen Stempel zu bekommen. Offiziell geht das nicht und als Emanuel bei der zuständigen Beamtin (nicht in Uniform) sein Begehren vortrug, wollte sie von ihm eine Erklärung haben warum sie das machen sollte. Sein Grund war, dass er ein schlimmes Knie hatte und deshalb  für eine Operation in die Schweiz müsse und jetzt nicht wie geplant nach Sambia fahren kann. Das Carnet lief zwar erst am 6. September ab, was die Frau schnell bemerkte. Seine Begründung war dass er frühestens im Oktober wieder nach Namibia kommen könne. Die Diskussion ging dann noch ein bisschen hin und her, aber schliesslich willigte sie ein und wir hatten den Ausreisestempel im alten und den für die Einreise um neuen Carnet.

16.03.2018 Swakopmund – Springbockwasser

Unser Auto war innen wieder geputzt, und alle unsere Kisten eingeräumt. Nun hatten wir noch zehn Tage Zeit bis zu unserm Abflug und keine Lust die ganze Zeit auf Gut Richthofen und in Swakopmund zu verbringen. Deshalb beschlossen wir ein Stück die Skeleton Coast rauf und dann in die Wüste zum Mesum Krater zu fahren.

Also fuhren wir zuerst nach Swakopmund um zuerst die Benzintanks zu füllen, denn es standen uns einige Kilometer Schotter- und Sandpisten bevor und Tankstellen waren auf der geplanten Route lange keine mehr. Hinter Swakopmund fing dann die Salzstrasse an. Dies ist eigentlich eine Sandschicht welche mit Salzwasser verfestigt wird und gewalzt. Bei trockenem Wetter ist diese wie eine Teerstrasse zu befahren, aber wenn sie nass ist etwa so rutschig wie Glatteis. Einige Baustellen trafen wir an, denn ein Abschnitt der Strasse wird nun geteert. Wir kamen aber gut vorwärts. In Henties Bay suchten wir einen Take Away bei dem wir vor fünf Jahre feine Pies gekauft hatten. Der Ort ist, wie so viele in Namibia, gewachsen und wir erkannten nichts mehr und den Laden fanden wir natürlich nicht.

Deshalb nennt man diesen Küstenabschnitt Skeleton Coast, hier sind schon immer Schiffe wegen dem Nebel und tükischen Strömungen gestrandet.

Bald erreichten wir die Abzweigung die uns zum Mesum Krater bringen sollte. Wir hielten an und beratschlagten, entschlossen uns dann aber weiter die Küste entlang zu fahren, durch den Skeleton Coast Park, und dann in Sprinbockwasser auf dem Camping zu übernachten. Beim Parkeingang mussten wir nichts bezahlen weil wir im Transit auf der C34 fuhren. Aber in ein Buch eintragen und ein Formular ausfüllen und unterschreiben mussten wir trotzdem.

Im Park war es dann nur noch Schotterpiste die teilweise in einem sehr schlechten Zustand war. Manchmal war das Gerüttel auf den Wellblechbuckeln so heftig, dass wir in den tiefen Sand neben der Piste auswichen. Da gab es schon einige tiefe Spuren die unseren Bus manchmal trotz 4×4 und Untersetzung zu einem Eigenleben erweckten. Er musste mit voller Konzentration gelenkt werden.

Am Anfang war die Landschaft ziemlich eintönig. Vier Japaner brachten uns etwas Abwechslung. Schon von weitem sahen wir einen PKW auf der Piste stehen und als wir näherkamen Leute die winkten. Wir hielten, und die jungen Leute erzählten ganz aufgeregt, dass ein Reifen und der Wagenheber kaputt sind. Der Reifen war komplett abgewickelt,  der Wagen stand hinten links auf der Aluminiumfelge. Emanuel sah sich den Wagenheber gar nicht an, holte gleich unseren hydraulischen heraus. Wegen dem total zerfransten Reifen lag aber der Wagen so tief, dass unser Wagenheber nicht unter das Fahrzeug passte. Die vier mussten den Wagen etwas anheben, dann klappte es. Das nächste Problem kam dann gleich, sie meinten der Radschlüssel würde nicht passen. Bei näherem Hinsehen stellte Emanuel fest, dass über die Radmutternköpfe Plastikteile gestülpt waren. Als diese entfernt waren passte auch der Schlüssel. Der Wagenheber des Mietautos war übrigens in Ordnung er hatte nur ein wenig geklemmt. Nach etwa 10 Minuten war das Problem gelöst und es wurden gegenseitig Fotos gemacht und alle konnten wieder einsteigen und weiterfahren. Die ganze Aktion wurde mit viel ahh und ohh begleitet. Emanuel hatte den Eindruck die vier hatten noch nie einen Radwechsel gemacht. Schon blöd wenn man mitten in der Wüste ohne Handyempfang ein Panne hat. Sie waren sehr dankbar dass ihnen geholfen wurde.

Nach und nach wurde die Landschaft abwechslungsreicher. Wir stellten wieder einmal fest dass Wüste nicht nur endlose Sandebenen bedeutet. Die Piste war manchmal gut, manchmal schlecht und zeitweise sehr schlecht.

Als wir in Sprinbockwasser ankamen mussten wir unser Transitformular zeigen und wieder die üblichen Angaben in ein Buch schreiben. Als er hörte dass wir auf dem Camping übernachten wollten, erklärte er was hier nicht verboten sei. Wir dürften Feuer machen und Bier trinken. Fragte dann auch noch ob wir Bier dabei hätten, und dass er dankbar wäre wenn wir ihm eins geben könnten. Leider mussten wir ihm sagen dass wir kein Bier trinken würden. Das war nicht gelogen, an diesem Abend tranken wir keins.

Der Campingplatz war sehr spärlich eingerichtet. Kein Strom nur kaltes Wasser, aber das gab es wenigstens. Die Toiletten und Duschen waren so erbärmlich, dass wir sie gar nicht beschreiben möchten. Zum Glück hatten wir unser Portapotti. Bei N$ 80 für den Platz erwarten wir keinen Luxus, aber wir hätten besser ein Bushcamp gesucht.

17. bis 19.03.2018 Sprinbockwasser – Palmwag

Sprinbockwasser ist eigentlich nur ein Kontrollposten für den Eingang des Skeleton Park. Hier gibt es nur ein paar Gebäude, eine mit „CraftCenter“ angeschriebene Hütte in der Rosenquarz, Sandrosen und andere Steine ausgestellt waren und ein Hinweisschild zu einem Shop, der angeblich cool Drinks und Bier verkauft. Leute haben wir nur etwa fünf gesehen, Krähen aber immerhin sieben Stück.

Die C34 war immer noch in traurigem Zustand. Zwar sahen wir ein Warnschild dass eine Baumaschine für die Strasseninstandhaltung unterwegs sei. Gesehen haben wir den Grader aber nicht. Auf dieser Strecke begegneten wir zwei Giraffen. Die eine stand direkt neben der Strasse und liess sich seelenruhig fotografieren. Als wir dann die C43 erreichten war der Strassenzustand etwas besser. Kurz vor Palmwag sahen wir viel ziemlich frischen Elefantenmist und Spuren, aber die Tiere waren längst weg. Aber vier Giraffen, davon waren zwei Männchen die sich bekämpften, konnten wir beobachten. Dazu holen sie weit aus um mit dem Kopf an den Hals des Gegners zu schlagen. Das sieht fast wie Zeitlupe aus. Nach kurzer Zeit war man sich dann scheinbar einig wer gewonnen hat und beide schritten einträchtig davon. Das Weibchen, um das es vielleicht gegangen ist, blieb allein zurück.

Unmittelbar vor unserem Tagesziel kam noch der Veterinärzaun. Dieser soll den von Maul- und Klauenseuche betroffenen Norden vom Süden abschirmen. Der Polizist trug alles Mögliche in eine Tabelle ein und verlangte  eine Unterschrift. Kontrolle nach Fleisch und Milch gab es nicht, da wir ja von Süden kamen. Aber wie wir später hörten versuchen sie manchmal bei Touristen trotzdem an Esswaren zu kommen.

Wir buchten uns auf dem Palmwag Camping für eine Nacht ein, beschlossen aber bald, eine zweite Nacht zu bleiben. Wir haben ja keine Eile. Da am Himmel Wolken aufzogen die nach Regen aussahen, spannten wir unsere blaue Plane über die nur mit Holzstöcken gedeckte Pergola. Es nieselte nur leicht aber so hatten wir am Tag auch einen schattigen Platz zum sitzen.

Es ist noch schön heiss hier und da tut eine Abkühlung gut. Der Pool ist auch hier mit Gletscherwasser gefüllt,  länger als ein paar Minuten hielten wir uns darin nicht auf. Als wir am zweiten Tag zum Pool kamen stand da ein Mann im noch seichten Teil, er blieb auch da stehen als wir uns mit ihm lange unterhielten. Für den Sprung ins kalte Wasser brauchte er sehr lange. Frank und seine Frau Cornelia haben ihr eigenes in Südafrika registriertes Fahrzeug, kürzlich aber Probleme mit den Behörden bekommen. Namibia toleriert scheinbar nicht mehr dass man hier Autos ein Jahr lang stehen lässt ohne Steuern zu bezahlen. Saftige Bussen drohen nun den Besitzern. Für uns sollte das kein Problem sein weil wir das Carnet de Passage haben, hoffen wir wenigstens.

Bei der Anmeldung wollten wir für das Abendessen in der Lodge einen Platz buchen. Man sagte uns dass man nicht, wie früher, in die Lodge zum Dinner gehen könnte. Wir fanden es schade dass es diese Trennung nun auch hier gibt. Aber man kann bei der Pool Bar auch Abendessen  bekommen. Bezahlen mussten wir aber beim Lodge-Empfang und da fragten wir, warum sie die Camper nicht im Restaurant haben wollen. Die Dame war erstaunt dass man uns bei der Ankunft beim Camping so informiert hatte. Bedingung sei nur dass man sich rechtzeitig anmelde, dann sei das kein Problem. Sie bedankte sich für die Info und versprach mit dem Personal zu reden.

Am Montagmorgen weckte uns leichter Regen, der dann auch noch etwas stärker wurde. Zum Glück liess er aber bald wieder nach. Wir beschlossen noch einen Tag hier zu bleiben, denn wir hatten immer noch keine Eile.

Es bleib den ganzen Tag bewölkt am Nachmittag regnete es kurz und am Abend nach dem wir uns in unser Penn(t)haus verzogen hatten etwas ausgiebiger.

20.03.2018 Palmwag – Madisa Camp

Zum Frühstück hatten wir bei der Lodge ein Brot bestellt. Das bekamen wir auch am Empfang zum stolzen Preis von N$ 60, bei Spar kostet es N$16 das es hier teurer ist hatten wir erwartet aber mehr als das drei fache! Aber schmecken tut es.

Tanken kann man in der Nähe des Veterinär Zauns, aber wenn man mit Kreditkarte bezahlen will muss man zurück zur Lodge. So machten wir das auch, und fuhren dann wieder zum Veterinärzaun. Da hatten wir es lustig. Der Polizist hatte Freude an unserer Schlange die hinter der Windschutzscheibe liegt als Abschreckung gegen Diebe. Sie ist zwar nur aus Plastik aber Afrikaner haben in der Regel Angst vor diesen Kriechtieren. Der Polizist wollte sie haben um einen Mann zu erschrecken. Nachdem ihm das gelungen war ging er weiter zum Auto hinter uns und machte da seine Spässchen weiter. Der Beauftragte des Veterinäramts wollte dann aber trotzdem unseren Kühlschrank auf rohes Fleisch kontrollieren. Das einzige welches wir noch hatten lag ganz unten aber soweit ging er erwartungsgemäss nicht. Wir bekamen die Schlange zurück und konnten weiterfahren.

Unser nächstes Ziel war die Twyfelfontain Country Lodge. Hier gibt es keinen Campingplatz aber wir hofften dort wieder mal ins Internet zu kommen. Das GPS schickte uns kurz vor dem Ziel auf einen Feldweg, was zwar eine Abkürzung war aber nicht schneller denn es gab ein paar off Road Passagen.

Im Restaurant der Lodge gab es ein Lunch- Büffet, wo wir uns für das Mittagessen bedienen konnten. Für N$ 190 war es ganz Ok auch wenn das Gemüse sehr al dente war. Wifi hatten wir auch und konnten wieder einmal unsere E-Mails herunterladen.

Wir schauten uns noch die uralten Felsengravuren der San an und fuhren dann weiter zur Mowani Lodge. Da hatten wir schon einmal auf dem schön gelegenen Campingplatz übernachtet, aber an diesem Tag waren sie schon ausgebucht. Der Security Mann schlug vor, es beim Madisa Camp zu versuchen das etwa 45 Kilometer südlich liegt.

Nach einer elenden Rüttelpiste kamen wir dort an und bekamen einen Platz. Wir hatten unsere eigene Open Air Toilette und Dusche auf Stelzen. Gratis dazu der Ausblick auf das Trockenflussbett, na, nicht ganz gratis, der Platz ist ziemlich teuer, N$ 190 und nur eine beschränkte Zeit und kein Holz für den Donkey (Heizkessel) ist etwas viel.

Nachdem wir uns eingerichtet hatten kam die Nachbarin vom übernächsten Platz und fragte nach einem Radkreuzschlüssel. An ihrem Fahrzeug war der Schwenkarm mit dem Ersatzrad blockiert und sie konnten die Heckklappe nicht öffnen. Sehr unpraktisch wenn man seine ganze Campingausrüstung, und das Pannenwerkzeug hinten im SUV hat. Klar hatten wir das benötigte Teil. Es ging nicht lange und sie fragte nach einem zehner Gabelschlüssel. Wir fanden es sei einfacher wenn der Wagen bei uns stehen würde, denn sie würden sicher noch mehr Werkzeug brauchen. Die Plätze lagen gute 300 Meter auseinander. Also kam dann ihr Mann Frank mit dem Fahrzeug rüber. Es brauchte dann noch Schraubenzieher in verschiedenen Grössen, aber der die Verriegelung liess sich trotzdem nicht öffnen. Emanuel empfahl mit dem alt bewährten Kriechöl WT40 das Teil einzusprühen, aber auch das brachte nichts. Also schraubte Frank den Schliessmechanismus ab so dass der Schwenkarm sich bewegen liess. So kam die vierköpfige Familie an ihr Zelt und sonstiges Gepäck. Später kam Frank noch einmal vorbei und meldete dass das WT40 doch noch gewirkt habe, plötzlich funktionierte das störrische Teil wieder.

 

 

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Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika zu "erfahren". Wir machen aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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