Mit Julia und Jan durch Namibia Teil 2

 

27.02.2018 Swakopmund

Am ersten Tag in Swakop war einkaufen angesagt. Die beiden J’s suchten noch Souvenirs und Essen und Getränke mussten auch aufgestockt werden. Christine begleitete sie und Emanuel fuhr mit dem Bus zu Oryx Aluminium Canopies. Berti Ham von Savanna Car Hire hatte uns diese Werkstatt empfohlen um das Aufstelldach reparieren zu lassen. Dieses hatte sich als Folge der zu staken Gasdruckfedern verzogen und ist danach nach hinten gerutscht. Andre, der Chef der Firma, meinte dafür müsste er den Wagen ein bis zwei Tage haben, deshalb wurde einen Termin nach der Rundreise unserer Besucher vereinbart.

Danach machten wir eine Fahrt durch das  trockene Swakop-Flussbett, hier konnte Jan ein wenig im Tiefsandfahren üben. An Goanikontes vorbei ging es weiter zum Welvitischa Drive, wo es die hässlichen Pflanzen zu sehen gibt. Ihr hohes Alter erreichen sie weil ihre Blätter sehr bitter schmecken und sie deshalb von den Tieren verschont bleiben.

Zurück am Campingplatz hatten wir schon wieder KEIN WASSER. Die Ursache war ein Wasserleitungsbruch ganz in der Nähe. Die Absicht im Jetty einen Tisch zu reservieren scheiterte dann auch noch aus demselben Grund, sie konnten wegen Wassermangel nicht kochen. Wir wichen in Kücki’s Pub aus, was auch ok war.

28.02.2018 Swakopmund

Für 8 Uhr hatten wir eine Wüstentour gebucht um die kleinen Fünf kennen zu lernen. Der Preis von N$ 700/Person und die Dauer von 5 Stunden schienen uns zwar etwas heftig. Aber wie es sich herausstellte war es sein Geld wert, und die 5 Stunden vergingen wie im Fluge. Chris, unser Experte, und seine beiden Helfer zeigten uns viele verschiedene Tiere welche wir in dieser kargen Landschaft nicht erwarteten. Zu dem erfuhren wir noch viel über das Ökosystem und die Nahrungskette. Chris vermittelte sein Wissen auf eine sehr unterhaltsame Art.

Danach bummelten wir noch ein wenig durch den Ort und kehrten im Village Cafe ein.

01.03.2018 Swakopmund – Erindi

Die Strecke nach Erindi war auch wieder über 300 Kilometer, aber das Verhältnis Teer/Schotter war dieses Mal gerade umgekehrt. Allerdings muss man wissen dass unser Bus nicht der schnellste ist, wir sind froh wenn wir zeitweise mit 85km/h unterwegs sein können. Unsere Begleiter im Toyota Hilux mussten sich dem anpassen.

Das Spitzkoppe-Massiv sahen wir halt nur von weitem, ein weiterer Grund für die Beiden noch einmal nach Namibia zu kommen.

 

Unser Tages Ziel war der Erindi Privat Park. Nach unserer Ankunft im Camp Elefant stellten wir uns auf Platz 2 auf, wo uns wieder eine private Toilette zur Verfügung stand. Da man als Selbstfahrer N$300/Fahrzeug und Tag bezahlen musste haben wir an diesem Tag auf einen Gamedrive verzichtet. Dafür besuchten wir das Wasserloch des Camps, in dem sich drei Hippos aufhielten und am Ufer einige Antilopen herum sausten.

Nachtessen kochten wir uns an diesem Tag selber, Restaurant gibt es in dem Camp eh nicht. Dafür war da eine schöne Feuerstelle, an welcher wir nach dem Essen noch eine ganze Weile sassen. Allerdings räucherte uns Emanuel beim wieder Anfachen des Feuers ganz schön ein.

02.03.2018 Erindi

Wir besorgten uns die bereits erwähnten Permits für Selbstfahrer und dann ging‘s los. Weil die Vegetation nach den neusten Regenfällen ziemlich grün war, erwarteten wir nicht sehr viele Tiere zu sehen. Die Büsche waren voll Blätter was die Sicht einschränkte und wegen den vielen Wasserpfützen mussten die Tier nicht unbedingt die Wasserlöcher aufsuchen. Trotzdem sahen wir einiges, sogar ein Spitzmaul Nashorn war dabei.

Auf dem Weg zurück zum Camp kamen wir noch in einen kurzen aber heftigen Regenschauer.

03.03.2018 Erindi – Okakuejo Camp Etosh

357 Kilometer waren zu fahren bis nach Okakuejo, aber mehrheitlich Teer. Inzwischen haben sich auch unsere beiden jungen Begleiter an die Fahrerei gewöhnt. Allerdings war die Landschaft nicht so abwechslungsreich wie im Süden des Landes.

Für die erste Nacht im Etosha National Park hatten wir uns etwas Spezielles geleistet, ein Chalet direkt am Wasserloch mit zwei Schlafzimmern. Leider war trotz Beleuchtung nicht sehr viel zu sehen, aber immerhin hielten sich am Abend  fünf Breitmaulnashörner dort auf. Zwei Bullen lieferten sich sogar einen etwas lahmen Kampf. Davon gibt es aber keine Bilder weil es zu dunkel war.

Gegessen haben wir im Camp Restaurant. Für das Essen am Buffet gibt es von uns aber keinen einzigen Stern. Wir waren vor einigen Jahren schon mal hier Essen und mussten feststellen, dass es nicht besser geworden ist. Für die Invasion von fliegenden Termiten konnten die Angestellten nichts. Es war aber interessant wie Geckos zwischen den Tisch-, Stuhl- und Menschenbeinen hindurch auf Insektenjagd gingen.

04.03.2018 Okaukuejo – Halali – Okaukuejo

Frühstück war im Preis des Chalets inbegriffen und es war nicht besser als das Nachtessen. Aber wir waren ja wegen den Tieren hier und nicht wegen der Gourmetküche.

Zuerst fuhren wir zum westlichen Teil des Parks. Anfangs war in der offenen Ebene kaum etwas zu sehen, nur hie und da ein Springbock. Als wir zum Mopanewald kamen machte uns ein entgegenkommender Besucher auf einen  Honigdachs aufmerksam, der 200 m weiter unter einem Busch sein sollte.

Diesen entdeckten wir zwar nicht aber etwas weiter eine Vierergruppe Löwinnen. Drei waren noch relativ jung und eine etwas älter. Offenbar hatten sie eine kleinere Antilope erlegt und bereits fast aufgefressen. Nun machten sie eine Verdauungspause.

Eine Gruppe Zebras lief auf der Strasse in unsere Richtung.

Weil wir da standen wichen sie in den Wald aus, auf die Seite wo die Löwinnen lagen. Schon nach kurzer Zeit bemerkten diese die ahnungslosen Neuankömmlinge und legten sich flach auf den Boden.

Der Leithengst der Zebras brauchte aber etwas länger bis er die Gefahr erkannte. Die ganze Gruppe blieb stehen, verharrte aber zu unserem Erstaunen noch einige Sekunden. Die Löwinnen lagen sprungbereit als die Zebras dann doch noch die Flucht ergriffen. Die zwei jüngeren Raubkatzen jagten ihnen hinterher, die älteren blieben ruhig liegen. Schon nach kurzer Zeit kamen die beiden Verfolgerinnen unverrichteter Dinge zurück.

Der Vorsprung der Zebras war wohl zu gross und die Motivation der Katzen  bei vollem Bauch wohl umso kleiner.

Einige Elefantenbullen sahen wir auch. Auch hier war alles sehr grün und feucht bis nass.

Den zweiten Abend in der Etosha verbrachten wir am Halali Campingplatz. Wir hatten einen dieser Overlander Busse als Nachbarn. Zwei junge Frauen versuchten ihr Zelt direkt neben dem Bakkie der zwei JJ’s aufzustellen, Jan bat sie aber höflich ihnen doch etwas mehr Privatsphäre zu gönnen. Konsterniert und wortlos verzogen sie sich dann zum Rest der Gruppe. Ansonsten fielen die Nachbarn nicht negativ auf.

Wir sassen zum Schutz vor dem Nieselregen unter einer Plane die wir zwischen den beiden Fahrzeugen aufgespannt hatten. So konnten wir unser selbstgekochtes Zweistern Buschmenu geniessen ohne allzu nass zu werden.

05.03.2018 Halali – Okaukuejo

Am Morgen packte die nachbarliche Reisegruppe schon früh ihre Siebensachen, was natürlich nicht ganz geräuschlos möglich war. Aber als der Fahrer schon ein Viertelstunde den Lastwagenmotor zwecks aufheizen startete, war es mit schlafen definitiv vorbei.

Wir bereiteten unser übliches reichhaltiges Frühstück und waren froh, dass wir nicht in das Camp Restaurant mussten.

Da wir uns gerade in der Nähe des Aussichtspunktes der Etosha Pfanne befanden, fuhren wir auf Umwegen dorthin. Hier konnten wir viele Schwarzstörche sehen. Was diese in dieser öden Salzpfanne aufpickten konnten wir nicht feststellen. Vielleicht die Überreste des Termitenflugs der letzten Nacht.

Zweimal sahen wir Nashörner, das Breitmaul weit weg und ein Spitzmaul lief über die Strasse.

Geier, Marabus und Schakale welche sich an Aas gütlich taten.

Auch hier wurden wir mit einem Besuch der fliegenden Termiten beglückt. Jan stand da gerade mit der Stirnlampe am Braai stand, konnte erst dann in Ruhe weiter braten als er die Lampe auf Rotlicht umstellte.

06.03.2018 Etosha – Hamakari

Von der Etosha nach Hamakari rollten wir ausser dem kurzen Stück von der Hauptstrasse zur Farm nur auf Teer.

Die Farmersleute waren bei unserer Ankunft gerade nicht anwesend und von Ernst, dem Jagdführer erfuhren wir, dass das neue Chalet auf dem Campingplatz, dass wir gebucht hatten, bereits bewohnt sei. Julia und Jan bekamen stattdessen ein Zimmer auf der Farm. Als wir dann zum Zeltplatz fuhren erlebten wir die zweite Enttäuschung. Dieser stand praktisch Unterwasser oder war total sumpfig. Da wollten wir nicht bleiben, wir baten um ein Zimmer was wir dann auch bekamen. Allerdings nur für eine Nacht weil die Gästefarm am nächsten Tag ausgebucht war.

Da es am Abend wieder regnete und die Wettervorhersage für den nächsten Tag nichts Gutes versprach beschlossen wir unseren Aufenthalt auf Hamakari auf eine, statt zwei Nächte zu beschränken. Wir buchten von hieraus in Arebbusch ein Chalet für die beiden J’s und kündigten unsere frühere Ankunft auf dem Zeltplatz an.

Wolfang, der jüngste Sohn der Diekmanns, hatte gerade Semesterferien und war mit vier Kolleginnen und einem Kollegen nach Hause gekommen. Er und die vier Frauen studieren in Deutschland Zahnmedizin. Sie erzählten von ihren Erlebnissen aus ihrem Studium, wir verbrachten einen interessanten und lustigen Abend.

07.03.2018 Hamakari – Windhoek

Am nächsten Morgen schien die Sonne, und es sah nicht so aus wie das Wetter-App vorher gesagt hatte. Etwas enttäuscht von dem verkürzten Aufenthalt und dass es mit den Buchungen nicht so geklappt hatte wie wir erwarteten, verabschiedeten wir uns von Hamakari.

Die Fahrt nach Windhoek war ohne besondere Ereignisse und bei unserer Ankunft im Arebbusch Resort bekamen wir die gebuchten Unterkünfte. Ein kleines Chalet für die beiden jüngeren und ein Luxury Campsite für uns. Eigentlich hatten wir uns schon für Abendessen für das „Marmite“ entschieden, aber unsere Begleiter luden uns in das Restaurant „The Social“ ein. Julia hatte schon in Deutschland einen Artikel darüber gelesen und wollte unbedingt dorthin. Wir kannten es nicht und liessen uns überraschen. Für Julia begann es schon beim aufgeben ihrer Bestellung mit Enttäuschung. Die von ihr gewünschte Vorspeise sowie der Hauptgang und auch die Nachspeise waren alle nicht vorrätig. Zudem war es wegen zwei grössere Gruppen Gäste ziemlich laut. Die Wände und der Fussboten aus Beton wirkten sich nicht gerade schalldämpfend aus. Stühle und Tische aus schwerem Eisen fügten auch noch etwas zum lauten Ambiente bei. Eine Unterhaltung war sehr erschwert. Die Rindsfilets der beiden Jungen waren dann Teilweise ziemlich zäh. Alles in Allem ein nicht ganz befriedigender kulinarischer Abschluss dieser gemeinsamen Reise.

08.03.2018 Windhoek

Am letzten Tag unserer gemeinsamen Reise hatten wir viel Zeit. Der Mietwagen musste erst um vier abgegeben werden und auf den anschliessenden Shuttle zum Flughafen durch den Vermieter konnten sie verzichten, denn wir wollten sie dorthin fahren.

So machten wir noch einen ausgiebigen Stadtbummel, der ihnen die Möglichkeit gab noch einige Andenken zu kaufen.

Den Rest des Nachmittags verbrachten wir zusammen noch bis kurz nach sechs auf dem Campingplatz. Hinten im Bus haben wir Platz gemacht dass eine Person auf der Bank sitzend mitfahren konnte und einen weiteren Platz haben wir mit einem Campingstuhl eingerichtet. So können wir zu viert in unserem Zweiplätzer zum Flughafen fahren. Eingecheckt hatten die Zwei schnell da noch kaum Leute da waren. Eine kurze Zeit verbringen wir zusammen noch draussen an der Sonne und dann nehmen wir Abschied. Wir vermissen sie schon da sehr.


Mehr Fotos von Namibia 2018 fünfte Runde

Für die Planung erstellte Tabelle:
JJ-Trip Namibia

 

Advertisements

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika zu "erfahren". Wir machen aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
Dieser Beitrag wurde unter Afrikareise, Namibia veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Mit Julia und Jan durch Namibia Teil 2

  1. Pingback: Kurze Film von der 5. Tour | Africa Nomads

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s