Mit Julia und Jan durch Namibia Teil 1

1’950 Kilometer

18.02.2018 Windhoek – Etango Lodge

Von Julia und Jan hatten wir ja schon auf der letzten Tour geschrieben. Christines Nichte und deren Freund hatten uns von Kapstadt bis Port Elizabeth begleitet. Damals waren es drei J’s, denn Jutta, Christines Schwester war auch noch dabei, diesmal leider nicht. Da die zwei J’s am 19. Februar am Windhoeker Flughafen ankommen sollten und wir sie bei der Ankunft begrüssen wollten, hatten wir eine Übernachtung auf der Etango Ranch gebucht. Die liegt ganz in der Nähe des Flughafens. Sonntagmittag fuhren wir also dorthin, bezogen unser Chalet und gingen dann zum Pool. Wie so oft in Namibia war auch dieser mit gefühltem Gletscherwasser gefüllt. Zur Abkühlung ganz ok aber um länger drin zu verweilen ist das nichts für uns.

Wir kamen schon ziemlich früh bei der Lodge an und waren auch die ersten Gäste. Nach und nach kamen noch 3 weiter Paare und es stellte sich heraus, dass wir alle aus der Schweiz kamen. Es wurde ein lustiger Abend.

19.02.2018 Etango Lodge – Windhoek

Am nächsten Morgen fuhren wir nach einem zeitigen Frühstück um kurz nach sieben  zum nahen Flughafen. Der Flieger war bereits gelandet und bald kamen auch die beiden J’s. Sie wurden von einem Angestellten des Autovermieters nach Windhoek abgeholt. Dort nahmen sie einen Pickup (hier Bakkie genannt) mit Dachzelt entgegen. Es dauerte ein wenig bis alles erklärt und gezeigt war. Danach fuhren wir zur Villa Moringa wo wir für eine Nacht zwei Zimmer gebucht hatten. Auch hier waren wir etwas früh, die Räume waren noch nicht fertig geputzt, aber wir durften das Gepäck hinein stellen und die beiden Neuankömmlinge konnten die für das lokale Klima etwas zu warme Kleidung gegen besser passende wechseln.

Dann gingen wir für die nächsten Tage einkaufen und machten eine kleine Tour durch die Stadt. Bis zum Nachtessen im Restaurant Stellenbosch blieb uns noch genügend Zeit um uns in den Pool bei der Unterkunft zu stürzen.

20.02.2018 Windhoek – Mariental

Um 9:00 Uhr wurden wir nach einem ausgezeichneten Frühstück abgeholt um eine Tour durch Katutura zu machen. Da bei der Buchung wohl etwas schief gelaufen war kamen unser Guide Lorraine und der Fahrer mit einem 4-plätzigen Auto in das wir uns zu sechst hinein quetschen mussten. Bei jedem Auftauchen von Polizei ging Lorraine auf „Tauchstation“.

Auf diesem Bild ist Loaraine nicht zu sehen, sie sitzt hinter Emanuel

Hauptsächlich fuhren wir durch Katutura, jedoch an bestimmten Plätzen wie den verschiedenen Markets oder dem Penduka-Projekt durften wir aussteigen. Auf dem Meat Market wurden wir misstrauisch beäugt, trotz unserer lokalen Führerin. Sie zeigte und erklärte uns einige für uns undefinierbare Sachen.

Mopane-Raupen

Julia hätte gern mal etwas probiert, aber eine Gruppe Frauen schimpfte plötzlich los was wir hier herumlaufen und kein Geld bringen. Wir sehen ja dass es ihnen schlecht geht. Ein paar Schritte weiter bei den Männern wo Fleisch zerlegt und gebraten wurde wollte Emanuel ein Foto machen. Auch das kam sehr schlecht an, einige der Männer kamen aggressiv auf uns zu, so dass wir den Markt verliessen. Wir fuhren dann zum Soweto Market wo es sehr viel friedlicher zuging. Lorraines Mutter betreibt dort eine Schneiderei wo sie die aufwändigen Kleider der Herero-Damen näht.

Das Penduka Projekt bietet Frauen Arbeit als Näherinnen, Schmuckdesignerinnen und bei der Herstellung von allerlei Kunsthandwerk. Auch ein Restaurant ist angeschlossen und kleine Chalets werden an Gäste vermietet. Das Projekt finanziert fast ausschliesslich durch eigene Einnahmen.

Loraine, Christine, Jan, und Julia

Nachdem uns Lorraine wieder bei der Villa Moringa abgeladen hatte, machten wir uns auf die 260 Kilometer lange Fahrt nach Mariental. Wir bogen kurz vor dem Ort zum Bastion Farm Camping ab. Zwei Plätze mit privatem Bad standen uns dort zur Verfügung. Dieses Mal hatten wir keinen Regen, aber eine etwas unruhige Nacht weil auf dem grossen Nachbarfeld ein Mähdrescher den Mais erntete. Hier ist scheinbar immer etwas los.

21.02.2018 Mariental – Duwisib Castel

An diesem Morgen stellten wir fest dass der Trinkwasserverbrauch deutlich grösser war als wir beim Einkaufen in Windhoek dachten. Darum vergrösserten wir in Mariental unseren Vorrat. Auf Teerstrasse ging es weiter bis Maltahöhe. Dann liessen wir für die Piste etwas Luft aus den Reifen. Von da bis nach Duwisib Castel fuhren wir auf Schotterstrassen. Von den letzten Regenfällen waren auch noch einige grössere Pfützen auf dem Weg, was den Vorteil hatte dass es nicht so staubte.

Beim Schloss angekommen erwischten wir zuerst die falsche Einfahrt und fuhren direkt zum Castle. Die nächste Abzweigung führte uns dann zum Duwisib Guestfarm Camping und da waren wir richtig. Zum Abendessen gingen wir ins Restaurant. Das Essen war Farmküche, ausgezeichnet und reichlich. Wir sassen an einem langen Tisch mit dem Hausherrn und allen anderen Gästen, hatten aber nicht sehr viel Kontakt mit diesen.  Auf dem Campingplatz waren wir die einzigen.

22.02.2018 Duwisbib Castel – Aus

Am Morgen sagte uns Julia, dass sie wegen ungewöhnlichen Tierlauten eine etwas unruhige Nacht hatte.

Weiter ging es auf  Schotterpisten durch die abwechslungseiche und faszinierende Landschaft. Auch für uns immer wieder ein Erlebnis. Julia und Jan waren ebenfalls begeistert.

Im kleinen Ort Helmeringhausen kauften wir noch einmal Wasser und die lokale Spezialität Kaktusfeigengelee.

Nach weiteren knapp 100 Kilometern wir erreichten  die Teerstrasse nach

Aus. Da kehrten wir wie immer im Bahnhofhotel ein.

Für die nächsten beiden Nächte hatten wir im nahen Klein Aus Vista einen Campingplatz gebucht. Nach dem Anmelden genossen wir zuerst einmal den Pool und erst später fuhren wir zum Campingplatz.

23.02.2018 Aus – Lüderitz – Aus

An diesem Tag hatte Nelson frei, denn wir fuhren mit dem Mietwagen der beiden J’s nach Lüderitz. Vor dem Hafenstädtchen machten wir einen Zwischenhalt in Kolmanskuppe, der alten „Geisterstadt“. Diese wurde in den späten Zwanzigern des letzten Jahrhunderts aufgegeben, nachdem die Einwohner dank üppiger Diamantenfunde reich geworden waren.

In Lüderitz selber machen wir einen Rundgang um alte Häuser und die Felsenkirche zu fotografieren.

Der Diaz Point war auch noch auf dem Programm.

Danach fuhren wir wieder zurück zum 120 Kilometer entfernten Campinglatz bei Aus.

Den Abstecher zu der Futterstelle der Wildpferde hätten wir uns sparen können. Dafür sahen wir später einige magere Pferde von der Hauptstrasse aus.

24.02.2018 Aus – Sesriem

An diesem Tag stand uns eine der beiden fast 350 Kilometer langen Etappen dieser Rundreise bevor. Davon waren nur 5 Kilometer auf der B4  geteert. Die Landschaft war auch hier wieder wunderschön.

Allerdings mussten wir uns auf den letzten 40 Kilometern wegen der groben Wellblechpiste ganz schön durchschütteln lassen. Die dicke Staubschicht in unserm Bus machte Christine auch keinen Spass.

Auf dem Sesriem Camping hatte jeder Platz einen schönen grossen Baum, aber es war nicht ganz einfach Bus und Bakkie so hinzustellen, dass wir Aufstelldach und Dachzelt aufbauen konnten. Als wir das geschafft hatten, mussten wir feststellen das es am Platz und in den Toiletten einige Stunden kein Wasser gab.

25.02.2018 Sesriem – Sossousvlei – Sesriem

Wenn man im NWR Camp steht kann man eine Stunde früher als die andern Besucher in den Park Fahren. Wir standen um halb sechs auf und tranken nur einen Kaffee, packten die Fahrzeuge zusammen und fuhren los. So kamen wir schon vor Sonnenaufgang bei dem Sandhügel an, den wir für die Düne 45 hielten. Hier machten wir schöne Fotos.

Später stellten wir fest dass wir eine Düne zu früh angehalten hatten. Macht nichts, der Sonnenaufgang war auch hier  schön. Bei Nummer 45 machten wir dann auch noch einige Fotos und Julia und Jan stiegen einen Teil der Düne hoch.

Dann gab`s Frühstück.

 

Am Ende der Teerstrasse stellten wir unsere Fahrzeuge auf dem Parkplatz ab und benutzten den Shuttle zum Dead Vlei und der Big Daddy Düne.

Nachdem wir uns am Morgen gefreut hatten dass es wieder Wasser gab, war es bei unserer Rückkehr schon wieder ausgegangen. Eine kühle Dusche wäre etwas Schönes gewesen, aber so erfrischten wir uns eben im Pool.

Gegen Abend kamen zwei junge Männer aus Japan zu uns. Der eine mit schwarzer Hose und weissem Hemd, sogar eine weisse Fliege hatte er umgebunden und hielt eine Flasche Wein in den Händen. Der andere trug normale Reisekleider und das Handy in der Hand. Der Handyträger stellte seinen Freund als gelernter Sommelier vor und erklärte uns dass der Kreditkartenleser im Camp Shop nicht funktionieren würde. Sie hätten aber kein Bargeld und auch nichts zu Essen. Für etwas Esswaren würden sie uns die Weinflasche anbieten und der Sommelier uns diesen auch erklären und einschenken. Zwei Gläser aus Glas hatten sie auch dabei. Wir liessen uns den Wein gerne erklären aber trinken wollten wir ihn zum Abendessen. Zuerst sagte uns der junge Mann, dass er so etwas noch nie in Englisch gemacht hätte und deshalb sehr nervös sei. Er erklärte er uns den Merlot fachgerecht. Statt Esswaren gaben wir den beiden Geld im etwa dreifachen Wert des Weines. Die besondere Idee musste doch auch belohnt werden. Die Beiden waren dankbar und wir kamen in den Genuss eines speziellen Erlebnisses. Leider haben wir vergessen Fotos von diesem Auftritt zu machen.

26.02.2018 Sesriem – Swakopmund

An diesem Morgen immer noch kein Wasser. Bevor wir nach Swakopmund fuhren, tankten wir im Ort bei Engen. Diese hatte fliessendes Wasser. Also war es eindeutig ein Problem des NWR Park-Managements.  In Solitaire machten wir den obligatorischen Halt bei der Bäckerei und kauften Appel Crumble und Pies. Die Piste bis zur zweiten Kuiseb Schlucht-Durchquerung war fast so schlecht wie die vor Sesriem, danach wurde es immer besser. Vor Walvis Bay fuhren wir auf einer Salzstrasse und dann sogar auf Teer bis Swakopmund

Unterwegs hatten wir zusammen beschlossen in Swakopmund nicht wie geplant 2 sondern 3 Nächte zu bleiben. Dafür liessen wir Spitzkoppe aus. Julia und Jan wollten dort eigentlich den Sternenhimmel betrachten, da zurzeit Vollmond war hätte man eh nicht viel gesehen. Dafür hatten wir etwas mehr Zeit hier etwas zu unternehmen.


Mehr Fotos von Namibia 2018 fünfte Runde

Für die Planung erstellte Tabelle:
JJ-Trip Namibia

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Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika zu "erfahren". Wir machen aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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4 Antworten zu Mit Julia und Jan durch Namibia Teil 1

  1. Annemarie Berger schreibt:

    Ja ja mit Emanuel u,Christine gibts keine Stressferien nur AKTIVFERIEN.
    Da muss man gsung fit u gfrässig si. Wir haben es gut überlebt es waren Super schöne Feien im Jahr 2014. Herzliche Grüsse aus dem grauen Bümpliz, Annemarie et Josette

  2. Helmut Schultheis schreibt:

    Tolle reise, tolles erlebniss.
    Fasziniert und etwas neidisch wünsche ich noch eine schöne zeit.

    • Swissnomads schreibt:

      Hallo Helmut
      Wir fanden es schön die Beiden dabei zu haben.
      Diese Tour ist bereits beendet wir sind wieder zu Hause, aber die nächste Fahrt kommt noch dieses Jahr.

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