Von kühl bis heiss, alles dabei

1’100km

02. bis 08.02.2018 Hartenbos

Wir versuchten Hermann in der Monte Christo Siedlung zu finden. Eigentlich wollten wir uns die Siedlung nur ansehen. Aber die Sicherheitsleute am Eingang wollten wissen wo wir hin wollten. Von Hermann, den wir von Kuilsriver kannten, wussten wir, dass er sich hier ein Haus gekauft hatte. Also gaben wir an, ihn besuchen zu wollen. Dumm war nur dass wir nur seinen Vornamen kannten und Hermann befanden sich mehrere auf der Liste. Den Herman Le Roux riefen sie mit eingeschaltetem Lautsprecher an. So konnten wir hören, dass dieser Hermann keinen Emanuel Berger vom Kuilsriver Camping kannte. Zudem ordnete er an uns ja nicht zu seinem Haus zu lassen. Wir hätten ihn trotzdem gerne kennen gelernt, aber wenn er so unfreundlich war…..

Die Probleme mit den Gasdruckfedern liessen uns auch hier nicht in Ruhe. Da wir unseren kleinen Flitzer hatten mussten wir das Dach ja nicht zu und aufklappen um irgendwohin zu fahren. Aber wir wussten, das wird wieder anders. Die eingebauten Dinger sind so dünn, dass wir befürchten, dass sie sich irgendeinmal wieder verbiegen oder gar brechen könnten. Als beschlossen wir noch einmal in Deutschland bei Hahn die originalen zu bestellen, aber diesmal mit nur 900 statt 2‘000 Newton. Da es wieder dauern würde bis die Federn in Südafrika ankommen, verlängerten wir unseren Aufenthalt auf dem Campingplatz noch einmal bis zum 9. Februar. Da unsere Nichte Julia mit ihrem Freund Jan am 19. Februar nach Windhoek kommen würden, um mit uns Namibia kennen zu lernen, mussten wir uns ja zeitig auf die Piste machen. Wir rechneten mit mindesten fünf Tagen um die 1‘700 Kilometer in erträglichen Etappen zu schaffen. Als wir dann in der Auftragsbestätigung der Firma Hahn sahen, dass das unverbindliche  Versanddatum der 8. Februar war, mussten wir unsere Planung noch einmal überdenken. Theoretisch konnten wir noch bis zum 13. in Hartenbos bleiben, um die gut 1‘700 Kilometer bis Windhoek noch zu schaffen, aber ob der Kurierdienst es bis dann mit der Auslieferung hinkriegen würde? Mit Berti Ham, dem Chef von Savanna Car Hire, konnten wir vereinbaren, dass die Federn zu ihm geschickt werden. Auch den Einbau würde seine Werkstatt übernehmen. Die Firma Hahn stellte unsere Geduld aber heftig auf die Probe bis wir nach mehrmaligem Nachfragen eine Antwort wegen der neuen Zustelladresse bekamen. Erst nach einem Anruf erhielten wir endlich das Bestätigungsmail. Jetzt hoffen wir dass die Federn noch rechtzeitig in Windhoek ankommen. Es ist eine elende Zitterpartie. Wir haben entschieden am 9. von Hartenbos loszufahren, dann sollten wir am 14. Februar in Windhoek sein.

Bei einem Strandspaziergang sahen wir einen Hightech Fischer der seine Angel mit einem ferngesteuerten Boot weit hinaus ins Meer brachte. Kaum war das kleine Boot wieder zurück schlug die Rute heftig an. Der Fischer meinte dann das sei sicher ein kleiner Hai, denn das ist zu schnell gegangen. Tatsächlich holte er, nach langem kurbeln der Angelschnur einen kleinen Hai aus dem Wasser. Er löste den Fisch vom Haken und trug ihn zurück ins Wasser. Er vertraute uns an, dass er nicht nur Haie in die Freiheit entliesse, es sei ihm zu mühsam Fische nach Hause zu nehmen. Die stinken im Auto, und die Putzerei sei ihm auch ein Gräuel. Die Haken mit einem Boot auszubringen ist übrigens nicht der letzte Stand der Technik, es wird auch mit Drohnen gemacht.

Das Delfinos besuchten wir zwei auch noch einmal für Pizzas. Diesmal ohne Buchung, dafür im richtigen Restaurant. Es war ein schöner warmer Abend und von unserm Platz auf der Terrasse konnten wir noch bis zum Dunkel werden den Surfern zusehen.

Wir fuhren noch einmal zu dem Hops Valley Farmstall um ein frisches Holzofenbrot zu kaufen. Aber auch dieses Mal hatten wir kein Glück an der Türe stand „Monday and Tuesday closed“. Da machten wir halt nochmal eine Runde über Oudtshoorn. Hier waren zwei der vier Spuren der Hauptstrasse gesperrt. Bei der Auffahrt zum Robinson Pass kamen uns immer wieder Oldtimer, so vom Anfang des letzten Jahrhunderts entgegen, da ging uns ein Licht auf. In George fand wie immer um diese Jahreszeit, ein Treffen alter Fahrzeuge statt.

Mit Jorina und Rudolf waren wir noch einmal essen. Sie nahmen uns mit zu „The Village“ welches erst kürzlich eröffnet wurde. Es gehört zum Bottelierskop Privat Park, in deren Lodge wir letztes Jahr mit den drei J’s übernachtet haben. Es war ein viel schönerer Abend als der den wir das letze mal in Mosselbay verbracht hatten. Das Essen war sehr gut bis auf das Rudolfs zähes Steak. Man wollte ihm eine anders anbieten aber das wollte nicht. Wie üblich hatte er seinen eigenen Wein mitgebracht, dieses Mal einen Diemersdaler Merlot. Lecker. Es ist in Südafrika kein Problem den Wein mitzubringen. Manchmal wird eine sogenannte Korkengebühr verlangt. Das Restaurant und die dazugehörenden Unterkünfte sind sehr schön auf einem Hügel gelegen.

Am Donnerstag war grosses Vorbereiten der Abfahrt am nächsten Tag. Es musste auf-, um-, und eingeräumt werden. Ein paar Sachen welche wir in den ganzen Jahre nicht gebraucht haben, wurden entsorgt. Und Wäsche war auch noch mal zu waschen.

Von Hahn hatten wir bis zu diesem Tag noch keine Meldung, dass die Gasdruckfedern nach Namibia unterwegs sind. Langsam wird es knapp um sie noch rechtzeitig vor der Tour mit den beiden J’s (Julia und Jan) einbauen zu lassen.

09.02.2018 Hartenbos – Robertson

Endlich war es so weit. Mehr als einen Monat am selben Ort, das hatten wir noch nie gemacht. Aber ganz freiwillig war das ja nicht. Wenigstens waren die letzten Abende so angenehm dass man bis spät in Shorts und t-Shirt draussen sitzen konnte.

Gepackt hatten wir schnell, dank den guten Vorbereitungen vom Vortag. Dann verabschiedeten wir uns von Jorina und Rudolf. Bevor es nun los ging liessen wir den Bus beim Car Wash mit dem Hochdruckreiniger vom Salz befreien.

Bei Avis gaben wir den blauen Flitzer ab, mit dem wir über 2‘300 Kilometer zurück gelegt hatten. Dann beide Tanks noch mit dem günstigen Mosselbay Benzin gefüllt. Am Dienstag ist Benzinpreis auf R13.63 herunter gegangen. Es ist in dieser Region wegen der nahen Raffinerie eh immer etwas billiger als an anderen Orten. Damit kostetet uns der Liter Sfr. 1.-

Die Fahrt bis Robertson war ohne besondere Vorkommnisse und auf dem Silverstrand Camping bekamen wir auch noch einen Platz für die Nacht. Allerdings haben sie da eine seltsame Platzeinteilung. Wir wurden von einem Angestellten angewiesen wo wir zu stehen hatten, aber er schien das nicht so im Griff zu haben. Als wir schon eine Weile da waren kam eine Familie mit Wohnwagen und die mussten sich zwischen uns und einen anderen Wohnwagen quetschen. Zu Glück blieben wir nur eine Nacht. Der Wind hatte uns bis hier her verfolgt und blies den ganzen Nachmittag. Aber das war gut so, denn wie uns die Nachbarn erzählten war es am Vortag windstill und an die 40 Grad. So können wir uns wieder langsam an die Hitze gewöhnen.

10.02.2018 Robertson – Rondeberg

Am nächsten Morgen war es sogar ziemlich kühl, erst als die Sonne über die Bäume gestiegen war, wurde es angenehm.

Wir waren schon früh wach und nach dem Frühstück war auch alles schnell gepackt. So waren wir um halb neun schon wieder unterwegs. Zuerst ging es in nordwestlicher Richtung und es wurde richtig kühl, in Shorts und T-Shirt fröstelte es uns sogar.

Bevor wir die N7 erreichten, mussten wir durch drei lange Baustellen mit Wechselverkehr fahren. Bei der ersten mussten wir warten, aber bei den andern konnten wir gleich durchfahren. Danach kam die steile Auffahrt zum Piekenierskloof Pass, wo Nelson zeitweise im zweiten Gang mit 45km/h hoch kroch. Aber auch dieses Mal schaffte er das.

Am Rondeberg Camping angekommen, wurden wir mit „Welcome back“ begrüsst und mit einem Rabatt belohnt. Der Bullshoek Stausee ist nur noch zu 32% gefüllt. Deshalb ist wohl der Campingplatz auch nur schwach belegt. Für Bootsbesitzer ist der See momentan  nicht sehr attraktiv. Für Schwimmer auch nicht.

Dezember 2018

Februar 2018

11.02.2018 Rondeberg – Springbok

Die Nacht war kurz. Einige Südafrikaner machten Party am See. Laute Musik dröhnte zu uns bis spät in die Nacht. Auch diskutierten unsere Nachbarn zu viert ziemlich laut, sie mussten ja die Musik übertönen. Am Morgen war es dann ziemlich kalt, so dass Emanuel unter seiner dünnen Bettdecke fror. Aber kaum war die Sonne über den Berg, konnten wir die langen Hosen und die Jacke abziehen.

Um halb neun waren wir unterwegs Richtung Norden nach Springbok. Am Anfang war der Südwind hilfreich aber eher kühl, dann blies er aber mehr aus nordöstlicher Richtung und es wurde warm. Im Bus waren es gleich mal 36 Grad.

Unterwegs sahen wir ein seltsames Gebäude und wir hielten an um es zu fotografieren. Es war ein Entwicklungsprojekt für die Khoisan, also die Ureinwohner dieser Region. Im Internet fanden wir noch weitere Informationen. Laut diesen kann man hier auch Online Übernachtungen buchen. Allerdings war das Eingangstor zu und  es war auch niemand in Sicht der es öffnen würde. Hoffentlich ist dies nicht wieder eines dieser Projekte welche durch EU Gelder finanziert wurden und nicht wirklich genutzt wird.

In Springbok angekommen waren es an die 40 Grad. Wir stellten die Markise schwitzend auf tranken etwas und gingen anschliessen in den Pool. Obwohl den ganzen Tag die Sonne auf den Pool scheint war das Wasser erstaunlich erfrischend.

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Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika zu "erfahren". Wir machen aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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