Am Ende des Jahres

25. bis 27.12.2017 Kuilsriver

Wir wussten ja, dass am 25. Dezember so ziemlich alles geschlossen ist, aber als wir eine kleine Tour vom Campingplatz nach Wellington und zurück über Paarl machten staunten wir trotzdem. Fast alle Weingüter, die meistens ausser Weinproben auch noch ein Restaurant betreiben, hatten zu. In dem Städtchen Wellington hätten sie sogar die Gehsteige hoch geklappt, wenn sich in der Hauptstrasse nicht die Obdachlosen niedergelassen hätten. Auch im etwas grösseren Paarl waren nur die Tankstellen offen. Am Rande des Ortes sahen wir eine dicke, schwarze Rauchsäule aufsteigen und kurz darauf kamen uns auch schon drei Feuerwehrfahrzeuge entgegen. Das war auch schon fast alles  an spannendem was wir auf dieser Rundreise erlebten. Nur als wir auf der N1 einen grossen Lastwagen überholten, hatten wir eine Schrecksekunde. Als unser kleiner Flitzer aus dem Windschatten kam schüttelte uns der heftige Seitenwind fast von der Fahrbahn.

Einen Ausflug nach Betty’s Bay machten wir am nächsten Tag. Nein, nicht zu den dortigen Pinguinen. Kate und Walter hatten uns auf ein Bier eingeladen. Sie stammt aus Sambia und er ist Schweizer und sie leben in Garbarone, der Hauptstadt Botswanas. Emanuel hat Walter vor einigen Monaten über das 4×4 Community Forum kennen gelernt. Wir erfuhren, dass sie über die Festtage in ihrem Ferienhaus in Betty’s Bay sind. Und da wir in Kuilsriver sind, vereinbarten wir ein Treffen. Die Beiden haben viel Afrika-Erfahrung, Walter macht geführte Safaris und so verbrachten wir einen interessanten Nachmittag zusammen. Kate backte uns sogar noch einen Käsekuchen mit echtem Greyerzer aus der Schweiz. Ihre Schwester lebt in der Schweiz und hatte ihn mitgebracht.

Auf der Heimfahrt kamen wir, wie schon bei der Herfahrt, in einen Stau. Da wir aber die Gegend inzwischen recht gut kennen, fanden wir eine etwas längere aber weniger befahrene Strecke.

Bei unserer Ankunft hier auf dem Campingplatz vor  zwei Wochen, wurden wir schon am Empfang darüber informiert dass es kürzlich im Camp Diebstähle gab. Darüber machten wir uns keine grossen Gedanken, das gibt es  hier im Land immer wieder. Dann kam es aber in zwei Nächten wieder vor und dabei wurde ein Fernseher inklusive Kopfhörer und eine Kühlbox mit Getränken geklaut. Beim Versuch ein Solarpanel von einem Land Rover abzumontieren, wurden die Diebe aber gestört. Die meisten haben hier Wohnwagen stehen und in deren Vorzelten steht oft viel Hausrat. Da ist es halt einfach Wertgegenstände wegzutragen. Um den Zeltplatz herum gibt es zwar einen Zaun, aber der ist nicht überall genügend gesichert. Die beiden Hunde bellen die Diebe an, aber das scheint diese nicht gross zu beeindrucken. Da sie auch relativ oft wegen Nichtigkeiten Laut geben, reagierte auch kaum jemand. Der Besitzer des Platzes ist mit seiner Familie über die Festtage auf einem anderen Campingplatz und so haben die Leute jetzt hier zur Selbsthilfe gegriffen und eine WhatsApp-Gruppe eingerichtet über die wir Alarm schlagen könnten, wenn wir etwas Verdächtiges feststellen. Zudem patrouilliert nun nachts, von Zeit zu Zeit das Fahrzeug eines Sicherheitsdienstes durch das Camp.  Nun hatten wir schon einige Tage keine negativen Vorkommnisse und hoffen das bleibt so.

Am Donnerstagmorgen um etwa drei Uhr haben die Hunde laut und lange gebellt. Schliesslich ist Emanuel aufgestanden, hat den grossen Scheinwerfer am Bus eingeschaltet und mit drei Nachbaren das Camp mit Taschen- und Stirnlampen durchkämmt. Es ging nicht darum die Diebe bei frischer Tat zu ertappen, sondern meht darum Präsenz zu zeigen. Als alle wieder ins Bett zurück gekehrt waren, fuhr auch der Wagen der Sicherheitsfirma noch zwei Runden. Der Rest der Nacht war dann ruhig. Am nächsten Morgen hat dann ein Campinggast in die WhatsApp-Gruppe geschrieben, dass er eine Angestellte, welche er namentlich nannte, für die Informantin der Diebe hält. Mehrere Gäste unterstützten diese Meinung, deshalb beschlossen wir aus der Gruppe auszusteigen. Es ist zwar bekannt, dass Diebe oft mit Insiderinformationen ans Werk gehen, aber wir finden, dass man eine Person nicht ohne jegliche Beweise so an den Pranger stellen kann. Genauso gut könnten sie uns, als einzige Ausländer, verdächtigen.

28. bis 30.12.2017 Kuilsriver

Für Donnerstag waren wir von unseren Südafrikanischen Freunden Jorina und Rudolf in der Farm Eatery Diemersdal zum Mittagessen eingeladen. Rudolf sagte am Telefon er hätte 14 Italiener um sich herum. Wir waren nicht sicher ob er das ernst meinte weil er immer zu einem Scherz aufgelegt ist. Als wir auf dem Weingut ankamen, stellten wir fest, dass sie  insgesamt 11 Italiener, drei Südafrikaner und uns eingeladen hatten. Es ging laut und feuchtfröhlich zu und her. Das Essen war fantastisch und wir konnten einige sehr gute Weine probieren. Sogar einen aus der Privat Collection, den man nicht kaufen kann. Der Weingut- und Restaurantbesitzer, ein guter Freund von Rudolf, sass mit uns am Tisch.  Das Restaurant befindet sich im ehemaligen Pferdestall, und ist sehr originell umgebaut.

Freitag beschlossen wir uns einen Haarschnitt zu gönnen. Eigentlich wollt Christine zu Karin, aber wie sie bei einem Anruf  erfuhr, hat diese ihren Laden verkauft. Christine erhielt ein SMS von ihr, dass sie ab Januar in einem Salon in der Caledon Street arbeitet. Auf gut Glück fragten wir dort nach  einem Termin. Tatsächlich hatte man Zeit für uns und wir kamen gleich dran. Danach fuhren wir noch einmal nach Melkbosstrand für einen Beach Walk, hatten wir doch noch von gestern den Bauch voll. Es war ein richtig schöner Tag und viele Leute hatten die gleiche Idee. Wir mussten ein ganzes Stück weiter fahren als sonst, bis wir einen Parkplatz fanden. Dann liefen wir wieder eine gute Stunde. Es war der erste Tag an dem wir für die Rückkehr nicht gegen den Wind anlaufen mussten. Dafür hatten sahen wir ein unübliches Phänomen. Es herrschte gerade Ebbe und der noch feuchte, freigelegte Sand dampfte in der Sonne richtig gehend und  knapp über dem Boden bildete sich eine Nebelbank.

Ganz hinten sieht man schemenhaft das einzige Kernkraftwerk Afrikas
Koeberg Nuclear Power Station

Am Samstag besuchten wir ein letztes Mal den Slow Market in Stellenbosch. Eigentlich nur um den besten Kuchen Südafrikas zu kaufen. Den Rest des Marktes besuchten wir nicht, denn das hatten wir alles schon so oft gesehen. Einkaufen mussten wir auch noch denn am Montag sind die Geschäfte wieder alle geschlossen.

Hier noch ein Link zu einem interessanten Artikel im Spiegel-Online.

Drohender Wasserstopp. Kapstadt fürchtet den „Tag Null“

Zu diesem Thema hatten wir ja kürzlich berichtet.

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Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika zu "erfahren". Wir machen aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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