Pleiten, Pech und Pannen

17. bis 24.12.2018 Kuilsriver

Am Sonntag nutzen wir den Flitzer um einen Ausflug nach Gordons Bay zu machen. Schon als wir auf dem Weg dorthin einen Abstecher über Strand machten, hatten wir wenig Hoffnung, dass wir uns gemütlich an den Strand setzten könnten. Der Wind blies Unmengen Sand bis zur Strandpromenade hoch. In Gordons Bay war es auch nicht besser, deshalb beschlossen wir noch ein Stück an der malerischen Küste entlang weiter zu fahren.

Das Meer war ziemlich aufgewühlt,  man sah kleine Schaumkronen bis weit hinaus.  Nach einigen Kilometern wendeten wir und hielten an einem Aussichtspunkt an. Es war eindrücklich zu sehen wie sich dicke Wolken immer wieder über den Bergkamm wälzten und auflösten. Hier gibt es auch einen Haibeobachtungsposten.

Da wir einen kleinen Hunger verspürten, fuhren wir auf dem Weg zurück noch zur Dornier Weinfarm, wo wir von Faye und Percy willkommen geheissen wurden. Die Beiden sind ein Paar und arbeiten hier als Bedienung. Wir kennen sie nun schon einige Jahre und wir sind immer überrascht, dass sie uns gleich wieder erkennen. Das letzte Mal war wir vor ziemlich genau einem Jahr dort.

Eigentlich wollten wir nur etwas Süsses und Kaffee aber dann machten uns die Flammkuchen an. Dazu empfahl uns Percy einen Chenin Blanc, den wir probieren durften und wir leisteten uns eine Flasche des limitierten Weines. Es war der teuerste den wir in Südafrika je tranken, aber für umgerechnet Sfr. 17 ist das ja noch nicht so schlimm.

Nachdem wir am Dienstagmorgen mal wieder mal Markise samt Weihnachtsdekoration und Seitenwänden abmontiert hatten waren wir um acht bei Brunco. Die beiden Mitarbeiter vom letzten Mal machten sich gleich an die Arbeit. Sie bauten die defekte Feder aus und eine südafrikanische mit 1000 Newton ein. Dabei stand einer der Männer wieder auf einer Tonne mit einem Brett darüber, was die Schweizer Unfallversicherung sicherlich nicht gut heissen würde.

Das ging noch gut und dann bauten sie auf der andern die mit 2000 Newton zu starke deutsche Feder aus. Auf dieser Seite machte das Einbauen der neuen Feder aber Schwierigkeiten und Emanuel musste von innen das Dach etwas absenken. Dabei verbog die Federstange, das Endstück brach ab und das Dach kam ungefedert herunter und knallte Emanuel auf den Kopf. Wir wissen nicht wie schwer es ist, aber ein 1,5 x 2,5 Meter grosses Aluminiumdach inclusiv Solarpanel und einem etwa 40kg schwerem Ersatzrad, tut ganz schön weh. Emanuel stieg ziemlich belämmert und mit schmerzendem Genick aus dem Bus. Die neue Feder war schon futsch und guter Rat teuer. Aber bekanntlich ist ein „Berner Gring“ (Dickschädel- Berndeutsch) ja nicht aus Plastik.

Die neue Feder war schon futsch und guter Rat teuer. Hein Brunett der Firmenchef war der Meinung mit zwei auf 600 Newton gepumpten Federn würde das nicht passieren und stellte uns einen Wagen zur Verfügung damit wir bei Goeie Hoop neue Federn holen konnten. Das machten wir auch und beim nächsten Einbauversuch war erfolgreich. Allerdings waren diese Teil nun doch etwas zu schwach und es kostete zu viel Kraft das Dach hoch zu stemmen. Diese Federn konnte Emanuel, aber selber aus- und  einbauen, um sie nach nachfüllen zu lassen. Für diesen Tag hatten wir aber genug und verschoben das auf einen anderen Tag.

Am Mittwoch hatte Christine noch einen letzten Termin bei Zahnarzt. Und als das durch war fuhren wir nach Melkbostrand um ein paar Kilometer den Strand rauf und runter zulaufen. Danach hatten wir uns ein Eis verdient. Als wir wieder ins Auto einstiegen machte uns eine Frau auf das platte Hinterrad aufmerksam. Na toll, das hat uns noch gefehlt. Das Rad war bald gewechselt und ganz in der Nähe fanden wir auch eine Werkstatt, die das durch eine Schraube verursachte Loch flicken konnte. Als wir dort auch noch tanken wollten ging die Tankdeckelklappe nicht auf. Was kommt noch als nächstes? Der Tankwart konnten dann die Kappe mit einem Schlüssel aufhebeln und so bekam unser kleiner Flitzer doch etwas zu saufen.

Donnerstag, neuer Tag neues Glück, hoffentlich. Die Federn ausbauen war wirklich leicht, und das Einbauen ging auch gut. Dann kam der Test, und es passierte wieder. Obschon Emanuel das Dach ganz langsam herunter liess, verbog sich die rechte Federstange wieder. Ein Glück dass Christine auf dieser Seite stand und stopp rief. Wenigsten ging nichts in die Brüche und das Dach knallte nicht wieder herunter. Die Feder war hin und wir brauchten nochmal zwei neue. Diesmal wollten wir es nun doch bei 600 Newton belsassen. Mit viel Glück bekamen wir bei Goeie Hoop noch die zwei letzen und die sind nun eingebaut. Das Ersatzrad wurde nun bis über die hintere Kannte verschoben, so ist das Gewicht vorne auch etwas geringer aber es braucht immer noch viel Kraft um das Dach anzuheben. Aber jetzt lassen wir es mal so wie es ist.

Mehrere Male fuhren wir nach Melkbosstrand, aber meistens nicht den vom GPS vorgeschlagenen Weg, sonder über Durbanville. Damit können wir die Staus auf der N1 umfahren. Allerdings sind die wohl über die Festtage nicht so schlimm weil eine lange Baustelle aufgehoben wurde und die Verkehrsdichte in dieser Zeit wesentlich geringer ist. Am Strand laufen wir jeweils ein gute Stunde rauf und wieder runter. Dabei ist der Rückweg meist anstrengender weil wir dann zum Teil heftigen Gegenwind haben.

Letzten Januar hatte wir beim Handynetzbetreiber Cell-C eine günstiges Daten-Prepaid-Volumen von 100Gb für 365 Tage gekauft. Dieses war nun auf 8Gb geschrumpft und wir wollten noch einmal 50Gb kaufen. Da wir uns im Internet bei der Firma registriert hatten, wollten wir über  deren Homepage das Guthaben aufstocken. Ganz zum Schluss kam dann die Meldung dass nur Kreditkarten aus Südafrika akzeptiert werden. Das erinnerte uns daran, als wir vor einigen Monaten beim Italiener in Berlin nach dem Essen bezahlen wollten, wurden auch nur Deutsche Karten angenommen.  Afrika ist halt ein bisschen überall, oder in diesem Fall Berlin. Da wir am Weihnachtstag mit der Familie skypen wollten fuhren wir am 24. zur Tygervalley Mall. Da fanden wir einen Cell-C-Shop wo wir die 50Gb sogar mit der Visa Karte bezahlen konnten.

Die Mall und Filialen der grossen Supermarktketten haben übrigens nur an zwei Tagen im Jahr geschlossen, das sind der 25. Dezember und der 1. Januar.

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Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika zu "erfahren". Wir machen aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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