Gesucht, Gasdruckfedern!

489km

04.11.2017 Calvinia – Marcuskraal

Die Nacht war sehr frisch. Christine war drauf und dran aufzustehen und eine Wolldecke auszugraben. Nur der Gedanke an die eiskalte Leiter hielt sie dann davon ab. Aber wenigstens gaben die Pfaue ruhe. Bei Sonnenaufgang wurden sie aber wieder lebendig.

Wir waren froh diesen kalten Platz verlassen zu können und fuhren auf der R27 weiter. Es ging stetig bergauf und der Wind war auch keine Hilfe. Beim nächsten Ort- Nieuwoudtville- wollten wir nicht einfach vorbei fahren. Wir bogen in die Hauptstrasse ab und fuhren einmal durch das Dorf. Dabei entdeckte Christine ein interessantes Haus.

B&B 10 Downing Street

Falls jemand für ein paar Tage Premierminister von Nieuwoudtville sein möchte, bitte schön, die Residenz steht zur Verfügung. Etwas später wurden wir vom Van Rhyns Pass überrascht. Wir hatten wegen dem sanften Anstieg nicht bemerkt, dass wir uns auf 820 Meter über Meer befanden und es von hier plötzlich auf etwa 5 Km Strasse auf 280 Meter runter ging. Das bescherte uns eine tolle Aussicht auf die Ebene.

Gut dass Nelson nicht umgekehrt über den Pass musste, da hätte auch Rückenwind nicht geholfen.

Auf dem Weg nach Clanwilliam fuhren wir an Rondeberg vorbei, das ja sonst immer für ein paar Tage gut war. Von oben konnten wir gut sehen, dass im See sehr wenig Wasser war. Auch an der Staumauer des Clanwilliam- Dams kam kein Wasser. Da wir auf dem nächsten Stellplatz etwas länger bleiben wollten, kauften wir in Clanwilliam ein. Den Campingplatz von Marcuskraal hatten wir uns bei unserem letzten Aufenthalt in der Region angeschaut und er hatte uns gefallen. Alle Plätze auf Gras, einen schönen grossen Pool und mitten in einer Zitrusfarm gelegen. Das bescherte uns je nach Wind den Duft von Orangenblüten.

Auf dem Platz neben uns waren zwei junge Familien mit Wohnwagen. Sie begrüssten uns mit dem Hinweis dass sie    6 Kinder dabei hatten. Bah, uns als 5fache Eltern, xfache Grosseltern und mehrfache Urgrosseltern konnten sie damit nicht erschrecken. Die Kinder waren übrigens gar nicht wild. Sonst waren da noch drei ältere Südafrikaner, der Rest der etwa 12 Plätze war frei.

 

05. bis 08.2017 Marcuskraal

Am Sonntagnachmittag packten die Südafrikaner alles wieder zusammen. Wie es hier üblich ist geht man in der Saison für das Wochenende auf den Campingplatz. Wir dachten schon wir wären wieder die Einzigen am Platz, aber später kam dann ein Bus der Firma „Nomad“ mit etwa 30 Schweizer und Deutschen Touristen. Sie machten eine Rundreise von Kapstadt über Etosha nach Victoria Falls in nicht ganz drei Wochen! Sie waren keine Camper, sondern  übernachteten in den Chalets, die es hier auch gibt.

Wenige Stunden nach dem der Nomad-Bus, kam schon der nächste. Dieses mal, aber alles junge Holländer. Sie stellten Zelte auf und es war viel Betrieb. Am Nachmittag gingen die meisten auf eine Wandertour und kamen ziemlich geschafft zurück. Kein Wunder bei der Wärme. Abends um etwa halb elf war es dann wieder ruhig und um sechs Uhr morgens packten sie schon wieder alles zusammen. Sie waren dann auch schon weg bevor wir aufstanden. Wenn das jemand interessiert HIER gibt es Infos über Nomad.

Die vorletzte Nacht waren wir ganz alleine auf dem Platz. Dafür hatten wir den Pool an diesem und am nächsten Tag auch für uns ganz alleine. Zwei grosse Hunde machten immer wieder die Runde und schauten ob es bei uns etwas zu fressen gab. Man sollte sie aber nicht füttern, so steht es auf den Campingregeln geschrieben und auch dass sie auf Diät wären.

09. bis 11.11.2017 Marcuskraal – Mountain Breeze

Bei Zusammenpacken kam das Aufstelldach ungewöhnlich schnell herunter. Normalerweise muss Emanuel es herunter ziehen. Er fand das seltsam, machte sich aber keine weiteren Gedanken darüber.

Weiter ging‘s Richtung Süden. Dabei war wieder einmal der Pickenierskloofpass zu überqueren. Nelson schaffte den Aufstieg langsam aber ohne Schwierigkeiten. Hinunter musste er sogar gebremst werden, denn da war neben den engen Kurven auch noch eine lange Baustelle.

In Stellebosch kauften wir in unserem Lieblings SPAR De Boord ein. Hier gibt es auch einige Produkte welche es in andern Filialen nicht gibt. Zum Bespiel Maccadamianüsse in grossen Beuteln, Cote d’Ore Schokolade und andere Leckereien wie Christstollen und Lebkuchen.

Im Mountain Breeze wurde Emanuel mit „Hello Mister Berger“ empfangen. Ja, auch hier waren wir schon oft, aber dass man sich nicht nur an unseren Bus, sondern auch an den Namen erinnert ist schon eher selten. Plätze hatte es noch genug und wir konnten uns einen aussuchen. Als Emanuel das Dach öffnen wollte ging das extrem schwer. Da war etwas mit den Gasdruckfedern faul. Gasdruckfedern kennt man auch aus den modernen Bürostühlen, damit kann man die Höhe einstellen. Bei unserem Dach sind sie als Hilfe um das Gewicht auszugleichen. Jetzt war es nur mit enormem Kraftaufwand zu heben. Um das Gewicht etwas zu verringern nahmen wir später das hintere Ersatzrad herunter. So ging es ein wenig leichter- aber immer noch schwer genug.

Am Sonntag startete Emanuel im südafrikanischen Overland-Forum eine Umfrage, um heraus zu finden wie das Teil auf Englisch heisst und wo man so etwas in der Umgebung von Kapstadt bekommt. Wie immer bekamen wir hier schnell Antworten, welche uns weiter halfen.

Von hier aus machten wir dann am nächsten Tag einen Ausflug zur Dellheim Weinfarm, wo wir etwas Wein kauften. Auch Kaffee und Kuchen gab es hier.

12. bis 17.11.2018 Mountain Breeze – Bloubergstrand

Bei Claudia und Harry hatten wir schon von der Schweiz aus für 10 Tage eine Wohnung gebucht, denn wir hatten  Zahnarzt auf dem Programm.

Danach fuhren wir zu McNaughtan’s. Diese Firma wurde uns von verschiedenen Forumsmitgliedern empfohlen. Leider wollte man uns da nicht helfen weil die Endteile der Gasdruckfedern verrostet waren. Von hier wurden wir nach Brackenfell zu Gomad 4×4 geschickt. Hier war uns auch nicht zu helfen, und man schickte uns zurück zu McNaughtan’s, mit der Empfehlung das defekte Teil selber auszubauen und dann das Teil dorthin zu bringen. Bei einer der beiden Gasdruckfedern war schon länger Fett ausgetreten. Diese wollte Emanuel dann abmontieren. Das gelang aber nur teilweise. Der Splint in den Endstücken war so verrostet , dass man sie nicht entfernen konnte. Das Dach konnte Emanuel nun alleine nicht mehr hochstellen. Entweder war das andere Teil defekt oder beide hatten Druck verloren.

Jetzt konnte er wenigstens auf der Etikette die Teilenummer und den Fülldruck ablesen. Und genau damit und bei der Länge gab es dann Probleme. Nach den Besuchen bei verschiedenen Firmen, dutzenden Emails und Telefonaten mussten wir feststellen, dass in Südafrika die maximale Länge 1000mm betrug und die Anlagen zum Füllen nur bis 1500 Newton ausgelegt waren.  Wir brauchten aber 1096mm und 2000 Newton.

Bei Eckold, dem Schweizer Lieferant weigerte man sich die Teile zu exportieren. Auf Anfrage bei http://www.dhl.ch schrieb man uns, dass die gefüllten Gasdruckfedern nicht per Luftfracht verschickt werden könnten. Ein Gasdruckfedernshop in den Niederlanden liefert nur nach Deutschland. Das Email an Hahn-Gasdruckfedern in Deutschland, kam nach zwei Tagen als unzustellbar zurück. Es war zum verzweifeln.

Advertisements

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika zu "erfahren". Wir machen aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
Dieser Beitrag wurde unter Afrikareise, Südafrika veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten zu Gesucht, Gasdruckfedern!

  1. Sylvia Germann schreibt:

    😳oh oh….
    bi gespannt wie’s witer geit….
    umärmel 🤗 U gglg 😘😘

  2. Swissnomads schreibt:

    Meinsch mir öpe nid?
    O vo üs gglg

  3. Annemarie Berger schreibt:

    Hi der Hund ist sicher aus der Familie von userem vormals Familien Hund Jonneli
    Bei uns hat es auch solche Autofahrer, es gibt hier solche die mich übers Trotttoir überholen.
    Liebe Grüsse Annemarie

  4. Swissnomads schreibt:

    Hallo Annemarie

    Wusst ich’s doch das der Hund Dich an Jonneli erinner würde. Unsere war ab e ein Mischling und dies sind Rhodesian Ridback. Der Name kommt vom typischen etwa 30cm langen Haarwirbel auf dem Rücken.

    Herzlche Grüsse
    Emanuel und Christine

  5. tuaontour schreibt:

    Hallo ihr beiden…das Hin-und Herrennen, um geeignete Hilfe zu bekommen kennen wir nun auch aus Südamerika…drücken euch die Daumen, dass ihr schnell eine Lösung findet!
    Liebe Grüsse aus dem chilenischen Seengebiet! TuA

    • Swissnomads schreibt:

      Hallo Andrea und Thomas
      Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben die richtigen Gasdruckfedern zu bekommen. Mehr im nächsten Beitrag.
      Euch wünschen wir weiterhin gute Fahrt in Südamerkia.
      Herzliche Grüssse
      Emanuel und Christine

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s