Wieder einmal in Südafrika

920km

26.10.2017 Quivertree Forest Rest Camp – Canyon Roadhouse

Am Morgen war es ziemlich kühl, es scheint im Moment einen Tag heiss und einen Tag kalt zu sein. Nur eines bleibt gleich der Wind, und der bläst meistens ziemlich stark. Auch während ich dies schreibe staubt der Laptop ein.

In Keetmanshoop werden Proviant, Benzin und Telefonguthaben aufgestockt und weiter geht es. Zuerst ein Stück zurück auf der B4 Richtung Westen und dann auf die C12 südwärts. Unterwegs hielten wir dann noch bei einem Bauernhof Stall (so angeschrieben), wo uns eine lustige Frau begrüsste und nach unseren Wünschen fragte. Leider konnten wir zwei Kudu Pies, die auf einer Tafel angeboten wurden, nicht bekommen. Sie bäckt nicht mehr jeden Tag, sagte sie, aber Droewors hatte sie auf Lager.  Vor dem Laden ragten aus einem zugeschütteten Brunnen zwei behoste Beine raus, sie erklärte uns das sei ihr Ex. Auf der Canyon Farm gibt es noch einen witzigen Campingplatz, aber da hielten wir uns nicht lange auf.

Im Canyon Roadhouse bekamen wir einen Platz und richten uns dort ein. Zum Nachtessen gingen wir ins Restaurant wo wir wie immer sehr gut assen. Internet war hier zwar vorhanden, aber funktionierte wie üblich nicht. Mit der Kreditkarte unser Nachtessen bezahlen ging auch nicht. Wir können das morgen erledigen, wurde uns gesagt.

27.10.2017 Canyon Roadhouse – Ai-Ais

Frühstücken, zusammenpacken, Nachtessen bezahlen und weg waren wir. Unser Tagesziel war Ai-Ais aber zuerst machten wir einen Abstecher zum Fishriver Canyon. Schon unterwegs war eine grosse Staubwolke am Horizont zu sehen. Es sah nach Sandsturm aus. Am Canyon war die Sicht etwas getrübt aber ein paar gute Fotos konnten wir trotzdem machen.

Wir machten noch einen kleinen Umweg über die Fishriver Canyon Lodge. Da hatten wir vor mehr als zehn Jahren mal ein paar Tage verbracht. Hier hat sich einiges geändert. Internet funktionierte hier auch nicht, aber man versicherte uns im Canyon Village sollte es gehen. Wir fuhren also dorthin und konnten tatsächlich wieder einmal ins Netz.

In Ai-Ais war es dann deutlich wärmer als oben am Rand des zweitgrössten Canyons der Welt. Aber auch hier blies der Wind und Staub bekamen wir mehr als genug ab. Wir richteten uns ein, Emanuel quatschte noch mit den Nachbaren, die wir nun schon ein paar Tage hinter einander sahen. Dann machten wir uns auf zum Warmwasser-Pool. Wir blieben im etwa 30 Grad warmen Wasser, bis die Sonne hinter dem Berg unter ging.

Die Luft war auch noch am Abend angenehm war, dass wir den Abend ohne Jacken verbringen konnten.

28.10.2017 Ai-Ais – Oranjemund

An diesem Tag kam es wieder einmal ganz anders als wir vorgesehen hatten. Eigentlich wollten wir auf der namibischen Seite am Orangeriver entlang fahren und ein letztes Mal in Namibia übernachten. Als wir aber zum Fluss kamen sahen wir, dass die Strasse nur ein kurzes Stück am Ufer entlang führt. Da entschlossen wir uns kurzerhand flussabwärts zu fahren und in Oranjemund am Atlantik zu bleiben. Auf dieser Strecke konnten wir den Fluss etwas öfter sehen aber auch die Landschaft ist mehr geprägt von Wasser, die Vegetation ist grüner. Die Strasse ist ziemlich kurvenreich und manchmal auch eng.

Ein Teilstück war mit 30km/h ausgeschildert und in einer Kurve stand ein Pickup mit kaputter Frontscheibe und eingedrücktem Dach. Als wir vorbei fuhren, hörten wir die Hupe des Unfallwagens. Emanuel stoppte und setzte ein Stück zurück, da stieg ein junger Mann aus dem Wagen und bat um Wasser. Sonst ginge es ihm gut und Hilfe sei schon auf dem Weg. Den Touristen wird immer wieder gesagt, dass sie genügend Wasser mitführen sollen für den Fall einer Panne. Wir wussten aber nicht dass das Wasser vor allem für die Einheimischen gedacht ist. Es ist nämlich nicht das erste Mal, dass wir damit aushelfen mussten. Die Piste war weiterhin kurvig und führte über Steigungen, die Nelson nur im Kriechgang schaffte.

Plötzlich mündete die Piste in eine Asphaltstrasse die zum nördlich gelegenen Rosh Pinah führte. Da wurde noch einmal getankt und die Reifen wieder voll aufgepumpt. Seit dem wir auf Piste mit etwas abgesenktem Reifendruck fahren hatten wir auch keinen Platten mehr. Nun fuhren wir bis auf weiteres wieder befestigte Strassen. Um zu unserem Tagesziel zu kommen, mussten wir uns nach wenigen Kilometern bei einer Kontrollstell registrieren, denn die Strasse führte durch das so genannte Sperrgebiet. Hier gibt es Diamanten und in der Wüste herumwandern ist strengstens verboten. Die Strasse ist erst seit etwa einem Monat durchgängig geteert und eröffnet. Früher durfte sie nur von Minenfahrzeugen benutzt werden. Auch der Ort Oranjemund war nur mit einem Permit zu erreichen. Kurz davor wurden wir wieder registriert. Auf dem GPS hatten wir einen Campingplatz gefunden, aber der stellte sich als Picknick-Platz am Meer heraus. Da es auch noch Freitagnachmittag war und Wochenendpartys bereits in Gang, wollten wir uns doch lieber ein B&B suchen. Oranjemund ist ausser Minenstadt auch Stadt der Oryx, als wir durch den Ort fuhren sahen  wir überall grasende und herum laufende Oryx.

Auf dem GPS gab es nur zwei B&B. Bei Tom‘s Cabin landeten wir zu erst. Jimmy, der Betreiber bot uns auch das einzige Zimmer an das er noch zur Verfügung hatte. Vier waren schon vermietet und eines wurde gerade renoviert. Wir hätten es auch genommen, aber Jimmy bot uns auch an auf dem Parkplatz vor dem Haus in unserm Bus zu übernachten, das Badezimmer im Haus benutzen und bei ihm zu frühstücken. Wir hielten das für eine gute Idee und dieses Arrangement sollte uns 180 Rand kosten. Da waren wir sofort dabei.

Die männliche Gäste, alle schon etwas älter, hatten mit dem Minengeschäft zu tun und waren viel im südlichen Afrika unterwegs. Die einzige Frau stellte sich mit Inke from Amsterdam vor und machte eine Dokumentation zur Minenstadt. Interessante Leute.

Jimmy eskortierte uns noch ins Ortszentrum um uns ein neu eröffnetes Restaurant zu zeigen. Da assen wir dann später sehr gut und die junge Bedienung war einfach goldig. Am Anfang waren wir die einzigen Gäste und sie hatte Zeit mit uns zu reden.

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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