Immer Richtung Westen

27. und 28. Eiland

Unser Nachbar Ralf kam zu uns und erzählte, dass sich bei ihnen im Wohnwagen der Kühlschrank verschoben hätte und er mit seinem kranken Rücken schlecht dazu käme das zu beheben. Emanuel bot ihm an, sich das mal anzusehen.  Zuerst wollte er aber noch den Bus waschen, denn das letzte Mal dass dies gemacht wurde ist schon etliche Wochen wenn nicht Monate her. Von jetzt an würden wir ja auch nicht mehr viele Pisten fahren und dann lohnt es sich schon. Auch die Markise wurde von Vogelkot und anderem Dreck befreit.

Der Kühlschrank war dann auch nicht nur verschoben statt mit acht war er nur noch mit zwei Schrauben befestigt. Dabei ist das Teil grösser als unserer daheim in Kirchberg. Also war unser Eisenwarenladen wieder einmal gefragt. Sechs Schrauben wurden aus unserem Fundus geholt und der Kühlschrank durch die äusseren Lüftungsklappen an geschraubt. Da war wieder einmal jemand froh über unseren „workshop“. Bei dieser Gelegenheit wurde auch noch der Akku-Schrauber aus der Sitzkiste genommen, weil Christine den in der Küche brauchte. Wir hatten unsere Freunde Leonie und Anton für den nächsten Abend zum Essen eingeladen und Christine wollte sie mit einer Mousse au chocolat überraschen. Das hat sie unterwegs noch nie gemacht aber das Rezept konnte sie sich im Internet herunterladen. Aber wo zu den Akku-Schrauber? Wir haben keinen Mixer dabei, aber die Rührwerkzeuge eines ausrangierten Teils. Die Zutaten fanden wir im Resort Laden und ein feines Mousse gelang 100%tig.

Zudem waren wir an den beiden letzten Tagen wie üblich viel im warmen Pool, aber seit einigen Tagen haben wir uns angewöhnt, danach im kalten Pool (Gletscherwasser!) ein paar Runden zu schwimmen.

Den letzten Abend verbrachten wir mit unseren südafrikanischen Freunden, bei Nudelsalat, Tomatensalat, Rumpsteak, Rindsfilet. Zum Nachtisch gab es dann noch die Mousse und den von Leonie gebackenen Pudding. Es war ein sehr schöner Abend, den wir alle sehr genossen haben. Auch Emanuel, obwohl er auf dem Foto nicht danach aussieht.

29. und 30.05 2017 Eiland – Warmbath

Wieder einmal hiess es zusammenpacken, als wir die Markise abbauten kam ein kleiner schwarzer Skorpion unter dem Auto hervor gekrochen. Christine entdeckte ihn als erste und schubste ihn mit dem Handfeger von unserm Platz weg Richtung Busch.

Nach einem längeren Aufenthalt ist das Packen immer etwas aufwändiger, trotzdem waren wir schon kurz nach neun unterwegs.

In Letsitele wollten wir noch einmal beim Metzger einkaufen, aber der hatte am Sonntag zu. Dafür deckten wir uns an einem Marktstand noch mit allerlei Früchten ein.

Dann ging es rauf und runter aber ein bisschen mehr rauf als runter, von 425 bis auf 1570 um am Ziel auf 1290 M.ü.M zu stehen. Dabei führte uns das GPS statt zur R71 über die R528. Eine landschaftlich sehr schöne Strecke und anspruchsvoll zum Fahren. Denn in der Strasse waren Löcher in Badewannenlänge und bis zu 30 Zentimeter tief. Dazu noch Regen und zeitweise Nebel, der die Sicht manchmal auf 200 Meter verkürzte. Aber das Tüpfelchen auf dem I war der Mercedes vor uns, an dem scheinbar der Scheibenwischer defekt war. Auf jeden Fall musste der Fahrer den Kopf zum Fenster hinaus stecken. Dabei war seine Sicht wohl auch nicht viel besser, er schlich über die Bergstrasse und brauchte öfter mal die ganze Breite der Strasse. Das machte es nicht gerade einfach zu überholen, aber laut hupend schaffte es Emanuel dann doch noch.

Unterwegs auf der R71 sahen wir ein kleines Holzhäuschen mit einer Schweizerfahne und davor eine Tafel auf der „Cheese“ stand. Da stand eine ältere Dame mit roten Bäckchen, die aussah wie eine alte Heidi.

Sie kam aber nicht aus der Schweiz, die Besitzer und der Käsemacher stammten von dort, erklärte sie uns. Wir probierten einen Tilsiter und einen Emmentaler und kauften auch gleich davon. Mmmh, endlich wieder einmal guten Käse aus Südafrika.

Weiter ging’s Richtung Westen und das Wetter wurde immer besser. Noch einmal tanken und in Modimole einkaufen und schon bald waren wir bei Warmbath im ATKV Resort Klein Kariba. Hier hatten wir für eine Nacht vorgebucht und wollten eigentlich gleich um eine Nacht verlängern. Der Empfang war aber schon geschlossen und der Sicherheitsdienst wickelte die Buchung ab. Zum Glück, denn der Campingplatz liegt in einer Senke und ist dicht mit Bäumen bestanden. Die Sonne ist abends  schon früh weg und scheint morgens erst spät wieder über die Bäume.

Am nächsten Morgen packten wir also wieder zusammen und fuhren noch eine Runde bis zum Hallenbad und dann zum Eingangstor. Die Anlage ist schön, vor allem für Familien mit Kindern hat sie viel zu bieten.  Aber es ist definitiv kein Platz zum überwintern, nicht mal für ein paar Tage.

Da wir aber noch in der Region bleiben wollten beschlossen wir in das nur 6 Kilometer entfernte Warmbath Forever Resort zu fahren. Hier waren wir schon zweimal und wir wussten dass dort die Stellplätze deutlich sonniger waren. Allerdings hat man hier inzwischen viele sogenannte „Luxury Sites“ gemacht. Das heisst, auf den normalen Rasenplätzen wurde eine Fläche mit Verbundsteinen ausgelegt und ein Satelliten-TV-Anschluss steht auch zur Verfügung. Die gepflasterten Flächen sind aber teilweise sehr schräg und TV haben wir auch nicht, also können wir uns die zusätzlichen 100 Rand/Nacht sparen.

Wir waren kaum eine Stunde auf dem Platz da kommt uns ein Mann begrüssen. Es ist Leif, der mit seiner Frau schon vor drei Jahren zur gleichen Zeit wie wir hier war.

Der Warmwasserpool hier ist deutlich wärmer als der in Eiland, dafür sind die Abende und Nächte deutlich kälter. Ist ja auch kein Wunder wir sind hier etwa 800 Meter höher. Am Tag ist es  immer angenehm warm. Die Wetterprognose meldet aber für unsere nächsten Etappen in Richtung Westen noch kältere Nächte. Zwischen 3 und 5 Grad soll es da in der Nacht nur noch sein. Brrr.

 

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
Dieser Beitrag wurde unter Afrikareise, Südafrika veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Immer Richtung Westen

  1. Annemarie Berger schreibt:

    Auf dem Foto siehst DU aus wie vor 60 Jahre als Du bei einer Wehnachtsaufführung in einem Papier Kerzenkostüm dich nicht bewegen konntes. Habe Dich damals getröstet. Hihihi liebe Grüsse Deine Schwester

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s