Zirpende Grille und viel Sand

11. bis 15.04.2017 Thula-Thula – Richards Bay

Noch einmal früh aufstehen für den Morning Drive. Shandu fuhr mit uns gleich zu den beiden Nashörnern die noch schliefen. Leider lagen sie direkt am Zaun und damit nicht sehr fotogen.

Hier wurde uns viel über die Wilderei erzählt, was wir zum grössten Teil bereits wussten. Allerdings war eine französische Familie dabei, für die vieles neu war. Aber es blieb dann nicht mehr viel Zeit um andere Tiere aufzuspüren.

Elefanten sahen wir an diesem Tag nicht, Giraffen übrigens auch nicht, obschon es hier einige gibt, aber gezeigt haben sie sich immer am Abend bei der Rückkehr zur Lodge als es schon dunkel war. Deshalb haben wir keine Bilder von den Langhälsen.

Ein letztes Frühstück und wir verabschiedeten uns von dem Schweizer Paar Edith und Daniel und von Nancy, die extra wegen dem Buch aus den USA nach Südafrika gereist ist. Shandu und Kaya brachten uns und unser Gepäck zum Parkplatz und wir fuhren mit Nelson nach Richards Bay zum Caravan Park. Wir bekamen für zwei Nächte einen Platz zugeteilt, der aber wegen den tief hängenden Ästen nicht geeignet war. Wir schauten uns noch da um wo wir die letzten Male schon standen und bekamen wieder einen Platz dort. Dort angekommen wurden wir aus einem Vorzelt gefragt: „Seid ihr wieder da?“, unsere Nachbarn von 2015 sind auch hier. Wir freuten uns über die bekannten Gesichter, wussten aber die Namen nicht mehr. Macht nichts, sie offenbar unsere auch nicht.

Es war warm und feucht und wir kamen beim Aufstellen ganz schön ins Schwitzen. Zum Glück war der Pool nicht weit.

Auch hier gab es massenhaft die kleinen klauenden Meerkatzen. Vor der Steinschleuder hatten sie zwar Respekt, konnten aber auch Reichweite und Treffsicherheit gut einschätzen.

Nach einer durchschwitzten Nacht, die Temperatur blieb über 20 Grad, beschlossen wir noch bis Ostersonntag hier  zu bleiben. Unsere südafrikanischen Bekannten Sarien und Glen Roberts wollen ebenfalls nach Mosambik und haben uns vorgeschlagen mit ihnen zu reisen. Wir werden sie am nächsten Sonntag am Lake Saint Lucia  treffen.

Da unser Platz für das Osterwochenende schon gebucht war mussten wir auf einen anderen umziehen. Da wir sowieso alles abbauen mussten, nutzten wir die Gelegenheit um im Ort einzukaufen.

An zwei Abenden regnete es so fest, dass wir unser Vorzelt komplett aufbauen mussten. Am Karfreitag war es den ganzen Tag bewölkt und am Nachmittag nieselte es fast ununterbrochen. Dann ist auch noch eine Niete an der Mittelstange des Vorzelts gebrochen. So hatte Emanuel wieder etwas zu tun. Winkelschleifer, Bohrmaschine, Nietenzange, Nieten, Kombizange, Schraubenzieher, Schraube, all das kam zum Einsatz. Es ist gut, dass wir eine Werkstatt mit Materiallager dabei haben. Zur Abwechslung mal für den Eigenbedarf.

Die Nacht von Freitag auf Samstag war sehr windig und kühl. Die Südafrikaner störte dieses und der leichte Nieselregen nicht, mit der Bierflasche in der Hand standen sie am Feuer, als wir uns schon um neun ins „Pennhouse“ zurückzogen.

Da der Bus quer zum nicht nachlassenden Wind stand, wurden wir in der Nacht durchgeschüttelt. Aber wenigstens hat der Regen aufgehört. Nach und nach waren dann auch die Wolken weg, nur die Windstärke lies nicht nach.

Ausser Affen gab es hier noch Frösche und zwar Winzlinge mit einer Länge von etwa 15 Millimetern.

16.04.2017 Richards Bay – Lake St. Lucia

Wir kauften noch in Richards Bay  Früchte, Gemüse, Fleisch und Wasser ein und fuhren dann zum St. Lucia See.

Mit Sarien und Glen Roberts kennen wir schon seit ein paar Jahren. Wir hatten vereinbart sie in  der Sobhengu Lodge zu treffen. Von da wollten wir nach Mozambique reisen. Sie hatten in der Lodge ein Chalet gemietet und wir konnten das Loftzimmer benutzen. Wir verbrachten einen gemütlichen Abend beim braaien, essen und diskutieren zusammen.

17.04.2017 Lake St. Lucia – Kosi Bay

Da die Roberts noch auschecken mussten fuhren wir zum Ausgang des Lodge Areals und wurden währenddem von einem Zebra aufmerksam beobachtet.

Wir machten noch einen Abstecher nach Sodwana Bay. Wir waren vor mindestens 10 Jahren schon einmal dort und mussten erstaunt feststellen, dass man nun Eintritt bezahlen musste um zur Bucht zu kommen. Das war es uns allen nicht wert, also drehten wir wieder um und fuhren zurück nach Mbazwana, wo wir unsere Benzintanks mit gut 110 Liter füllten. Wir wussten dass der Bedarf an Benzin relativ hoch sein würde und es lange keine Tankstelle auf unserer Strecke gab.

  1. und 19.04.2017 Kosi Bay – Punto Malongane

Weiter ging‘s zur Grenze nach Mozambique. Dieses Land hatten wir noch nie besucht und wir wollten unteranderem dorthin, weil das Zolldokument (CDP) einen Stempel brauchte. Bis vor kurzem hätten wir offiziell ein in der Schweiz ausgestelltes Visum benötigt. Aber aber aus verschiedenen Quellen wussten wir, dass öfter auch welche an der Grenze ausgestellt wurden. Deshalb hatten wir beschlossen es auf gut Glück zu versuchen. Wenige Tage vorher hatte uns Glen einen Link zu einer Südafrikanischen Online-Zeitung geschickt, in der stand dass wir nun auch offiziell an der Grenze eines bekommen. Wir waren gespannt ob man das In Ponto d’Oro auch wusste.

An der südafrikanischen Grenze ging alles ziemlich schnell, auch das alte CDP wurde anstandslos aus gestempelt. Auf der mozambiquanischen Seite standen aber sehr viele Leute weil viel südafrikanische Feriengäste zurück in die Heimat wollten. Es waren auch Kinder dabei denen es keinen Spass machte hier herumzustehen. Als wir dann endlich an der Reihe waren, begleitete uns ein Zöllner zu einem anderen Büro, wo wir ein Formular ausfüllen mussten, dann wurde ein Foto gemacht und das Visum mit Foto ausgedruckt. Das kostet dann pro Person Us$ 66. Nun mussten wir noch das neue CDP abstempeln lassen und für den Bus eine Versicherung für US$ 20 abschliessen.

Sarien und Glen brauchen als Südafrikaner keine Visa.

Von hieran erwarteten uns sandige Pisten. Deshalb liessen wir etwas Luft aus den Reifen ab um mehr Lauffläche zu bekommen. Aus Erfahrung wussten wir dass Nelson mit Tiefsand gut zurecht kam, also wurde an jedem Reifen nur ein halbes Bar abgelassen.

Schon nach wenigen Metern sahen wir zwei Fahrzeuge die mit den Pistenverhältnisse kämpften. Ein Taxibus wurde geschoben und ein Bakkie musste aus dem Sand gebuddelt werden. Die Anzahl der möglichen Spuren waren hier recht gross und nicht alle sind auf dem GPS zu sehen. Aber unser Ziel Punto Malongane war hier noch gut ausgeschildert. Später sahen wir dann noch einen ganzen Konvoi Südafrikaner welche dabei waren einen versandeten SUV zu bergen. Zum Glück  waren sie genug Leute zum helfen und wir konnten eine der freien Spuren wählen.

Mit den Sandpisten war es dann gar nicht so schlimm wie wir erwartet hatten und wir schaften es alle unser Ziel Parque Malongane Resort zu erreichen. Wir hatten diesen Platz auf Empfehlung und nach der Beschreibung in einem Caravan-Führer gewählt. Darin wurde geschrieben, dass er dem südafrikanischen Standard entspreche. Das trifft überhaupt nicht zu. Die Toiletten waren nicht sauber und anzahlmässig nicht genügend. Es lag überall Abfall herum. Wir wurden am Tag und am Abend von Mücken geplagt. Die Bienen kamen im Dutzend zum Frühstück, aber eine Flasche mit Zuckerwasser lenkte sie dann schliesslich von unserem Tisch ab. Auch dass man uns einen Platz ziemlich weit vom Meer zugeweisen hatte mit der Begründung, dort seien alle ausgebucht, ärgerte uns. Später stellten die Roberts bei einem Spaziergang durch das weitläufige Areal fest, dass es nicht stimmte.

Glen versuchte auch hier zu fischen aber wieder ohne Erfolg. Später kam er dann mit einem Fisch vom Dorf zurück und erzählte uns dass er gefroren sei weil er ihn aus eiskaltem Wasser gefischt habe. Geschmeckt hat er uns beim Nachtessen jedenfalls sehr gut.

Baden konnte man am sichersten in der am südlichen Ende liegenden Bucht, wo die Wellen kleiner und die Strömung gering war.

Glen holte auch am zweiten Tag keinen Fisch aus wärmerem Wasser.

20.04.2017 Punto Malongane – Milibangalala Campsite

Beim Verlassen des Camps wurden wir am Gate eingeladen etwas Geld in die Tippbox zu stecken, das hatten wir so auch noch nie erlebt und auch kein Gehör dafür.

Am Gate des Maputo Elephant Park checkten wir ein und bezahlten den Eintritt und eine Campingübernachtung.

In einem Waldabschnitt sahen wir viele Elefantenspuren und Dung, aber kein Rüsseltier. Es soll hier etwa 80 davon geben aber der Park ist gross und teilweise sehr stark mit Bäumen bewachsen. Dafür sahen wir ein paar Hippos im Wasser und eine kleine Herde Antilopen. Die wir aber nicht identifizieren konnten.

Nach 60 Kilometern Sandpiste kamen wir am Camp Milibangalala an wo uns ein Bushcamp erwartete. Da gab es kein fliessendes Wasser, keinen Strom und ein Plumpsklo, aber das war alles in Ordnung, und von einem Bushcamp erwartet man ja nichts anderes.

Nach wenigen Metern kam man zum  Sandstrand und auch hier  war ein kleine Bucht wo es kaum Wellen und Strömung gab. Zudem war das Wasser schön warm, so dass  man herrlich darin dümpeln konnte.

Unser Fisherman gab sich auch hier alle Mühe, aber die Fische hatten offensichtlich andere Pläne.

Den Vorschlag Braai und Nachtessen an den  Strand zu verschieben fanden wir eine tolle Idee und wir schleppten Grill, Tisch und Stühle zum Ufer des indischen Ozeans. Glen konnte dann auch weiter seine Köder baden. Da biss dann doch noch ein Fisch an, der zwar schon ausgewachsen war, aber als Mahlzeit für vier Leute viel zu klein. So kam er wieder ins Wasser. Noch mal Schwein gehabt.

21.04.2017 Maputo Elefanten Reservat – Tan ’n Biki Camp

Die Nacht war sehr unruhig denn eine Grille machte einen unheimlichen Krach. Wir vermuteten sie irgendwo in der Nähe eines Fensters.

Auch an diesem Tag erwartete uns eine 30 Kilometer lange mit Strecke Tiefsand, sogar noch tieferer Sand als am Vortag. Zweimal, an den steilsten Passagen war Nelson kurz davor schlapp zu machen. 105PS bei diesen Pisten und dem Gewicht von nahezu vier Tonnen ist das ja kein Wunder. Viele engstehende Bäume und tief hängende Äste machten die Fahrerei auch nicht gerade einfach.

Elefanten haben wir auch an diesem Tag keine gesehen, nicht einmal Spuren von ihnen. Dafür eine Herde Zebras.

Kaum waren wir aus dem Park heraus erwartete uns eine neue Teerstrasse, aber wir freuten uns zu früh.

Schon nach ein paar hundert Metern  kam wieder Piste, weil man da noch mit dem Bau einer Brücke beschäftigt ist.

Dann waren wir wieder auf Teer aber wieder nur kurz und dann wieder Piste. Aber es sollte noch schlimmer kommen.

Bei der ersten Tankstelle hielten wir an um an beiden Fahrzeuge den Benzintank zu füllen und die Reifen wieder etwas aufzupumpen. Noch nicht auf normal Druck, denn es lagen noch einige Kilometer unbefestigte Strasse vor uns. Hier nahmen wir Abschied von Sarien und Glen. Denn sie hatten für eine Woche ein Chalets in der Nähe von Xai-Xai (Schai-Schai gesprochen)  gebucht. Uns  war das aber zu weit und so konnten sie schneller fahren. Wir hatten zuerst geplant auf direktem nach Maputo zu fahren. Aber da hätten wir die Fähre über den Rio Maxa Minhama nehmen müssen und wir hatten keine Lust mehr auf das Verkehrschaos der Hauptstadt. Deshalb bogen wir Richtung Boane ab. Diese Piste war auf dem GPS als „Bad Gravel“ eingetragen und es war zum Teil wirklich  sehr schlecht. Wir wissen nicht ob uns der Umweg zeitlich viel brachte, da es laut Navi die Ankunftszeit um etwa zwei Stunden nach hinten setzte.

Nach Boena wurden wir von einer Polizeikontrolle heraus gewunken. Wir hatten schon viel von der zum Teil korrupten Berufsgattung gehört und auch dass viel Geschwindigkeitskontrollen gemacht wurden. Aber offensichtlich war dieser Polizist ganz in Ordnung, denn als er in uns Touristen erkannte, zeigte er mit dem Daumen nach oben, lachte und winkte uns durch.

Kaum hatten wir die EN1 erreicht mussten wir an einer Mautstation 25 Metikal (Metikaisch gesprochen) bezahlen. Maputo haben wir nur gestreift und zum Glück nur an einer Ampel etwas länger warten müsse. Da wollte sich dann ein Taxi auf einem schmalen Pannensteifen an uns vorbei zwängen, aber Emanuel wich absichtlich nicht zur Seite. Der Beifahrer stieg dann aus und forderte ihn auf etwas weiter rechts zu fahren. Als ihm auf Berndeutsch geantwortet wurde nahm er scheinbar an, dass wir aus Portugal kamen. Soweit wir ihn verstanden meinte er, dass ein solches Verhalten vielleicht in Portugal in Ordnung ist, hier aber nicht. Das fanden wir lustig da man dort wie in Mozambique portugiesisch spricht, aber der schweizerdeutsche Dialekt klingt wohl ähnlich?. Leider sind uns die Fotos von dieser Gegend auf mysteriöse Weise abhanden gekommen.

Als wir dann die Vororte Maputos verlassen hatten waren es noch etwa 25km bis Maracuene wo aber dauernd 60km/h gefahren werden durfte. Dort bogen wir dann ab und bald forderte uns das GPS auf die Fähre zu fahren. Es wusste offensichtlich noch nicht dass hier inzwischen eine Brücke gebaut wurde. Um diese zu benützen mussten wir 50 Metikal bezahlen. Als ob wir an diesem Tag noch nicht genug Holperpiste gefahren waren, hatten wir noch 7 Kilometer extremer Löcherpiste vor uns.

Am Tan ’n Biki Camp bekamen wir einen Platz und genudelt wir waren, hatten wir keine Lust zu kochen. Im Restaurant bekamen wir super feine Crevetten.

Bald waren wir auch reif fürs Bett und da erwartete uns eine Überraschung. Zwischen dem Dach und dem Moskitonetz entdeckte Christine eine Grille. Kein Wunder war das Zirpen der letzten Nacht so laut. Emanuels zwei Versuche das lärmige Insekt einzufangen misslangen. Er drohte dann das Vieh beim nächsten Mal zu erschlagen, aber es war unauffindbar. Wir rechneten mit einer zweiten unruhigen Nacht.

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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