Durch die „Bump Coast“

10. bis 13. Bluewater – Port Elizabeth

Da wir bereits wussten, dass der Pine Lodge Camping ausgebucht war fuhren wir zu The Willows wo sogar mehrere Plätze zur Auswahl standen. Obschon Büsche etwas Windschutz boten war es ziemlich zugig. Den Braai anzumachen war sogar etwas fahrlässig, die Funken flogen bis auf den nächsten Platz, wo zum Glück niemand stand.

Die nächsten zwei Tage war es dann wieder windstill. Wir nutzten die Zeit für einen Spaziergang am Ufer entlang. Da es hier nur einen felsigen Strand gibt mussten wir das auf dem Weg machen. Es gibt auch zwei Tidalpools, aber so richtig heiss, dass man im Wasser Abkühlung suchen musste, war es nicht. Als Nachbarn hatten wir ein älteres Ehepaar, das wie einige andere Rentner ihr Haus verkauft hatte. Sie lebten schon einige Zeit in zwei Zelten weil der gekaufte Wohnwagen noch nicht geliefert wurde.

14.03.2017 Port Elizabeth – Addo

Auf Gut Glück fuhren wir noch einmal in den Addo und fragten am Empfang ob ein Campingplatz frei sei. Für diese Nacht nicht wurde uns beschieden, aber für den nächsten Tag sollte es noch einen geben. Diesen buchten wir und fuhren als Tagesbesucher in den Park. Für diesen Abend konnten wir ein Zimmer im Hopefield Country House bekommen.

Schon beim ersten Wasserloch stand ein Elefantenbulle, aber bald sahen wir eine grosse Herde Kap Büffel auf ihn zulaufen. Als sie dann näher kamen hat sich der Elefant für einen schnellen Rückzug entschieden.

Als wir weiter fuhren sahen wir eine Ansammlung von Leuten in Uniform und in Zivilkleidung am Weg stehen. Ein kleiner Lastwagen mit Kran, zwei Bakkies und ein Helikopter waren auch da. Auf unsere Frage was sie da machten, antwortete einer der Ranger dass sie Kapbüffel einfangen würden. Wir konnten zuschauen wie sie drei Tiere aus dem Heli heraus betäubten und dann auf die Fahrzeuge luden. Die Tiere bekamen eine Augenbinde und wurden abtransportiert bevor sie wieder richtig wach wurden. Etwas später sahen wir die Gruppe wieder und konnten Dank der besseren Position einige Bilder von der Aktion machen. Ein Mitglied der Helicopter Crew kam auf uns zu und lud und uns ein mit ihm zu den Transportfahrzeugen zu kommen. Ein Bulle ist etwa 800 Kilo schwer, und dieses Monster wurde zuerst auf eine Art Bahre „gerollt“ und dann von ca. 20 Leuten auf den Pickup geladen. Der Kran wurde gebraucht um die Tiere in einen grossen Lastwagen zu verladen. Während der Verlade-Aktion scheuchte der Helikopter im Tiefflug die grosse Herde weg.

Im Hopefield Country House hatten wir schon einmal vor mehr als 10 Jahren übernachtet. Der Zahn der Zeit hat auch hier inzwischen genagt. Aber die Atmosphäre ist immer noch sympathisch. Zur Abkühlung gingen wir in den Pool, um anschliessend auf den bereitgestellten Liegen zu relaxen. Als es dann anfing zu regnen schauten wir vom Balkon unseres Zimmers einem Gewitter zu. Es schüttete wie aus Kübeln.

15.03.2017 Addo

Für diese Nacht hatten wir ja am Vortag einen Platz auf dem Camping ergattert. Wir kennzeichneten ihn als belegt und fuhren in den Park um dort unsere Runden zu drehen.

Den Skarabäus sieht man hier oft, und manchmal krabbeln so viele auf der Strasse herum, dass man gut zielen muss um keinen zu überfahren. Sie sind ein Teil des Ökosystems des Parks und geschützt. Auf Englisch heisst er Dung Beetle und auf Deutsch Mist- oder Pillendreher-Käfer. Das kommt nicht von ungefähr, denn aus Elefantendung dreht er eine mehr oder weniger runde Kugel, die er dann zu einem Loch rollt. Von daher kommt der Ausdruck „Eine ruhige Kugel schieben.“ ganz sicher nicht, denn das ist Schwerstarbeit. In den Mist werden dann die Eier gelegt, welche dank der Fermentierung ausgebrütet werden.

Auch an diesem Tag sahen wir einiges an Tieren, aber so spektakuläres wie am Vortag wurde uns nicht geboten. Von Weitem konnten wir aber sehen, dass die Ranger mit Heli, Kran und Lastwagen noch unterwegs waren.

Am Nachmittag haben wir den Addo über den Ost-Ausgang verlassen um nach Cannon Rocks zu fahren. Wo wir uns für zwei Nächte anmeldeten. Mit unserem, waren nur etwa ein halbes Dutzend Plätze besetzt.

16. bis 20.03.2017 Addo – Cannon Rocks

Am Morgen verliessen noch mehr Gäste den Platz und dann waren nur noch zwei besetzt. Da wir erfuhren, dass auf das bevorstehende Wochenende zwei Feiertage folgten, beschlossen wir bis am Dienstag zu bleiben. Unserer Erfahrung nach füllten sich die Campingplätze an solchen verlängerten Wochenenden und wir wollten auf der sicheren Seite sein.

Die Tage verbrachten wir mit Strandläufen, Kleider und Auto waschen, aber auch faulenzen, essen und lesen.

Einmal mussten wir auch einkaufen und hatten geplant nach Kenton on Sea zu fahren. Die Camping- Chefin bat uns vom dortigen Baumarkt 4 Dutzend Eier abzuholen. Unterwegs beschlossen wir zuerst nach Port Alfred zu fahren und dort die alte Weft zu besichtigen. Viel gab es dort nicht zu sehen aber ein Restaurant betreibt eine Brauerei. Als wir durch die offene Tür die Chromstahltanks bestaunten, sprach uns der Brauer an und erklärte uns einiges über den Ablauf seiner Arbeit. Wir erstanden dann auch noch eine Literflasche Pilsner.

21.und 22.03.2017 Cannon Rocks – Cintsa

Das lange Wochenende war bald vorbei, alle waren am packen, wir auch.

Wir fuhren nach East London wo wir auf dem Rendevous Caravan Park für zwei Nächte einen Platz bezogen. Ralf der Besitzer ist 96 Jahre aber noch sehr fit, nur seine Stimme ist nicht mehr so kräftig, was die Verständigung etwas schwierig machte.

Zu jedem Platz gehört eine private Toilette in welcher Christine ein wildes Tier entdeckte.

Um den Strand zu erreichen, musste man ein Stück auf einem Dschungelpfad laufen und dann noch eine steile Treppe herunter steigen.

Am Anfang war der Strand sehr felsig, bei der Flussmündung wurde er aber dann sandig und sehr schön.

Auf dem Zeltplatz lernten wir Gabi und Rudi aus dem bayrischen Kempten kennen. Die zwei haben ihr Ural Motorrad mit Seitenwagen nach Kapstadt verschifft und sind nun damit in Afrika unterwegs. Wir verbrachten zwei schöne Abende mit ihnen zusammen.

23.03.2017 Cintsa – Port St. Johns

Gabi und Rudi sind schon kurz vor uns reisefertig und wir verabschieden uns von ihnen und danach auch von Ralf der uns verkündet, dass das Wetter für die nächsten Tag bis rauf nach Durban kühler werden soll. Wir hatten hier keinen Internet Empfang und konnten somit auch keine Wetterprognosen lesen.

Bald waren wir wieder auf der N2 und nach einigen Kilometer erreichten wir eine einspurige Baustelle. Hier sahen wir ein Motorrad mit Seitenwagen ganz vorn in der Warteschlange stehen. Das konnten nur die zwei Bayern sein, denn ein solches Gespann sieht man hier nur ganz selten. Vor Butterworth sahen wir sie wieder, wo sie gerade von einer Polizeikontrolle gestoppt wurden. Später überholten sie uns als wir tankten und danach fuhren sie meistens vor uns. Kurz vor Mthata, an der Abzweigung nach Coffee Bay trennten sich unsere Wege und wir winkten uns nochmal zu.  Im Hauptort der Region verliessen wir die N2 um auf die R61 abzubiegen. Die Strecke nach Port St. Johns entpuppte sich als eine lange Baustelle mit kurzen Unterbrechungen. Das Schlimme waren aber die vielen Bumps in und ausserhalb der Erneuerungsarbeiten. Diese Hindernisse waren nicht immer gut sichtbar aber zum Teil sehr hoch, so dass man sie im Schleichtempo nehmen musste. Manchmal waren die Abstände dazwischen so kurz, dass es sich gar nicht lohnte zu beschleunigen. Dazu kamen noch die zum Teil tiefen Löcher im Belag, denen man nach Möglichkeit ausweichen sollte. Wir waren nach knapp 300 Kilometern froh, als wir auf dem Cremorne Camping in Port St John endlich ankamen. Hier war es sehr schwül und warm. Wir verzichteten darauf die Marquise aufzustellen, Schatten hatten wir vom Bus und Essen wollten wir im Restaurant des Resorts.

Bald fing es an zu blitzen und als wir auf unser Essen warteten, frischte der Wind auf. Emanuel lief zum Bus zurück um die Stühle in den Bus zu räumen. Es dauerte nicht lange und es regnete. Als wir gegessen hatten, hörte der Niederschlag auf, so dass wir trocken zum Bus zurück kehrten. Trotz Blitzen, Donner und Regen schliefen wir dann schliesslich doch noch ein. Es schüttete dermassen, dass Christine in der Nacht mehrmals erwachte und das nahe Flussufer beobachtete.

24.03.2016 Port St. Johns – Ifafa Beach

Der Himmel am Morgen war bedeckt und alles war nass. So beschlossen wir, auch im Restaurant zu frühstücken.  Zudem kamen wir so schneller weg, denn auch an diesem Tag waren fast 300km zu fahren. Davon führte die R61 200km wieder durch die „Bump Coast“ wie wir die Wild Coast umgetauft hatten. Löcher und Baustellen gab es auch hier wieder genug.

Richtig blöd wurde es als wir an einer Polizeikontrolle angehalten wurden. Der Polizist merkte gleich, dass der ihm ausgehändigte Fahrausweis eine laminierte Kopie war. Von den vielen Polizisten die den Führerschein schon in der Hand hielten war dies der erste der das bemerkte, oder der das reklamierte. Emanuel gab ihm dann das Original und soweit wäre alles in Ordnung gewesen. Nun wollte auch er mal wieder wissen wo der Disk sei. In Südafrika zugelassene Fahrzeuge müssen einen runden Registrierungskleber an der Windschutzscheibe haben. Nach diesem hat man uns in Südafrika ja schon früher mal gefragt. Dass Nelson in der Schweiz registriert sei und es dort keinen Disk gebe quittierte er mit der Frage: „Why not!“ Auch das hatten wir schon. Dass es bei uns über die Autonummer laufe konnte er nicht verstehen. Er beharrte darauf, dass alle eine Disk haben müssten. Unserem Argument dass ausländische Fahrzeuge keine solche Registrierungsmethode hätten, wiedersprach er ganz vehement und zählte alle Nachbarländer Südafrikas auf die einen Disk hätten und er hätte noch keins ohne gesehen. Der Versuch ausländisch durch -aus Übersee- zu korrigieren überzeugte ihn aber immer noch nicht. Schliesslich liess er uns dann doch weiter fahren, aber nicht ohne uns anzukündigen, dass er in der Stadt, welche sagte er nicht, anrufen werde. Dort würden uns dann seine Kollegen erwarten und zur Polizeistation bringen wo der Bus genauestens untersucht würde. Soll er tun was er nicht lassen kann, dachten wir. Aber ein ungutes Gefühl blieb trotzdem. Allerdings blieben wir bis zu unserm Ziel in Ifafaf Beach von jeglichen weiteren Polizeiaktionen verschont. Nun wissen wir nicht ob es nur eine leere Drohung war, oder ob sein Kollege in der Stadt es besser wusste, dass es wirklich ausländische Fahrzeuge (aus Übersee) ohne Disk gibt.

Den ganzen Tag war es bewölkt und öfter hatten wir leichten Regen.

Bei unsrer Ankunft am Ifafa Camping ging dann sogar ein heftiger Regenschauer nieder. Wir haben schnell das komplette Vorzelt aufgestellt und so konnten wir trotz Nieselregen im Trockenen sitzen.

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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