Campieren hart am Wind

10. bis 14.01.2017 Hartenbos

Schon in der Nacht hörte man das Meer tosen und am Morgen war der Wind wieder stark und wurde immer stärker. Emanuel half Neuankömmlingen beim Aufstellen des Vorzeltes. Zu Viert mussten sie die Zeltstangen halten, um zu verhindern, dass das Zelt einen Abflug machte. Hinter unserem Bus war es windstill dafür ohne Schatten sehr warm.

Im Resort-Zentrum gibt es neu eine Filiale des Fischrestaurants Ocean Basket, dorthin liefen wir für unser Nachtessen. Der Laden war voll besetzt und vor uns warteten schon ein paar Leute auf einen freien Tisch. Es dauerte aber nicht lange und wir wurden „geseated“. In Südafrika ist es meist üblich zu warten, bis man zu einem Tisch geführt wird. Der Fisch mit Krevetten, respektive mit Kalamari hat gut geschmeckt.

Zurück beim Bus mussten wir feststellen, dass der Wind einen Reissverschluss, der die Sonnenstore mit einer Seitenwand verbindet, auf etwa 30 Zentimeter abgerissen hat. Mit starken Allzweckklemmen konnten wir die zwei Teile provisorisch zusammen bringen. Zur Sicherheit befestigten wir noch ein Netz über das ganze Vorzelt. Da wir es schon lange nicht mehr gebraucht haben und es dazu noch dunkel war dauerte es etwas länger bis wir den Dreh raus hatten.

Am nächsten Morgen war es fast windstill, ein krasser Unterschied zum letzten Tag. Vor zwei Jahren hatte uns der Wind in Hartenbos schon unsere Fiamma Sonnenstoren beschädigt und beim lokalen Caravan-Händler von Campworld hatte man uns damals die Adressen von Nadia gegeben. Dorthin fuhren wir, in der Hoffnung dass sie unseren Reissverschluss wieder einnähen kann. Aber in dem Gebäude war nun jemand anderes. Wir bekamen die Auskunft dass sie nun Zuhause arbeitet und auch den Weg dahin erklärt. Ausser den Hunden war niemand zu Hause. Ein Nachbar erklärte uns auf Afrikaans, dass sie gerade mit dem „Karetie“ weggefahren sei. Er wusste aber leider nicht wann sie wieder kommt. Also fuhren wir mal zum Einkaufen nach Mosselbay und dann zu Campworld. Wir hofften dass sie uns sagen konnten ob es noch jemand gab, der eine solche Reparatur machen könnte. Wir bekamen drei Telefonnummern. Bei der ersten waren de Näherinnen noch im Urlaub, aber bei der zweiten war man bereit sich gleich der Sache anzunehmen. Wir fuhren also zum etwa 10 Kilometer entfernten Ort Klein Brakrivier. Wir bekamen gleich beidseits die ganze Länge der Reissverschlüsse neu genäht. Eigentlich sollte das 75 Rand kosten, aber weil es ja nicht so viel Arbeit war, fand die Näherin dass 50 wären auch genug wären. Die 75 wären uns auch nicht zu viel gewesen.

Der Tag war schön warm, das Meer eher erfrischend. Am späten Nachmittag zogen Wolken auf aber nach Sonnenuntergang war der Himmel wieder klar. Seit langem konnten wir wieder einmal bis spät in kurzen Hosen und T-Shirt draussen sitzen.

Beim Erwachen mussten wir feststellen das der Wetterbericht doch recht hatte, ein grauer Himmel erwartete uns. Begünstigt durch das warme Wetter vom Vortag, waren in der Nacht mückenähnliche Insekten geschlüpft. An unserem Vorzeltstoff hatten sich auch innen hunderte von den Viechern niedergelassen. Die Schwalben flogen tief über den Platz und hielten ein Festmahl. Bis in unser Vorzelt kamen sie aber nicht, also mussten wir mit Insektenspray die ungebetenen Gäste „entfernen“.

Am  Nachmittag gab es einige Aufhellungen, aber der Wind blies wieder so stark wie auch schon.

In der nächsten Nacht hatte es sogar etwas geregnet und der Tag blieb mit knapp 20 Grad recht kühl.

Haben wir eigentlich schon geschrieben, dass wir im Februar Besuch aus Deutschland bekommen? Christines Schwester Jutta und die Nichte Julia und deren Freund Jan (die drei J’s) kommen um mit uns die Garden Route zu erkunden. Sie fliegen nach Kapstadt und von Port Elizabeth dann wieder nach Hause. Sie haben einen PKW mit zwei Dachzelten gemietet, aber wir werden zwischen durch auch in Unterkünften übernachten. Wir haben die Route, entgegen unseren Gewohnheiten durchgeplant, da ja nur ein beschränktes Zeitbudget zur Verfügung steht. Die Unterkünfte sind bereits vorgebucht, da wir ja zu fünft  nicht einfach so spontan bei einem B&B anfragen können, ob sie drei freie Zimmer haben. Eigentlich kann man schon, aber ob man so etwas findet? Wir freuen uns auf den Besuch. Eine Übernachtung in einem privaten Game Park ist für uns auch etwas Neues.

Auf dem Rückweg vom Einkaufen konnten wir am Samstag eine Robbe beim Wellensurfen beobachten. Dafür haben wir dieses mal hier noch keine Delfine gesehen.

Beim Abendspaziergang am Strand trafen wir eine kleine Gruppe Leute an, die gespannt aufs Meer schauten. Wir hofften schon auf eine Delfinsichtung. Aber es war ganz anders: ein Fischer hatte einen grossen Fisch an der Angel und zwei Männer standen in den Fluten und wollten ihm helfen ihn raus zu holen. Wir konnten ihn nicht richtig sehen, nur von Zeit zu Zeit wie er auf die Wasseroberfläche schlug. Plötzlich riss die Anglerleine und das Spektakel war vorbei. Pech für den Fisch, denn wie uns einer der Helfer sagte, handelte es sich um einen Rochen und diesen hätten sie vom Haken befreit und freigelassen.

15.01.2016 Hartenbos

Dass es Freitag ist merkt man jetzt da die Schulferien vorbei sind daran, dass am Abend die Kinder zu Fuss oder mit dem Fahrrad Fangen spielen. Sie rasen durch die Gegend, dass es ein Wunder ist das keines stürzt. Die Südafrikaner kommen ja gerne übers Wochenende auf den Campingplatz. Am Sonntagnachmittag packen alle wieder zusammen und bis am Abend ist der Platz wieder ziemlich leer.

Am Morgen war wieder Sonnenschein und wenig Wind, aber am Nachmittag frischte er auf und Emanuel konnte seinen Drachen fliegen lassen. Mit der Zeit wurde der Südwestwind immer stärker laut Wetterbericht 45km/h. Wolken zog dann auch noch auf im schon bald sassen wir im windgeschützten Vorzelt.

Es stand noch ein zweiter Oldtimer auf dem Camping. VW Bus Jahrgang 1967 Von Jürgens in Südafrika zum Camper umgebaut.

Es stand noch ein zweiter Oldtimer auf dem Camping. VW Bus Jahrgang 1967 von Jürgens in Südafrika zum Camper umgebaut.

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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2 Antworten zu Campieren hart am Wind

  1. Annemarie Berger schreibt:

    Goud morgen hoe gaat het met jullie?Wir können ja den Wind tauschen wir haben auch sehr starken Wind mit Schnesturm bei -5 bis -14 Grad.Es schneit manchmal stundenlang.Auch an der Montreux Riviera.
    Liebe Grüsse Annemarie

    • Swissnomads schreibt:

      Baie dankie. Uns geht es trotzdem gut.
      Ihr könnt schon lachen, in Eueren geheizten Wohnungen und Büros.
      Wenn wir hier einen Tag bei Windstille 35 Grad haben und am nächsten 45km/h und 20 grad ist es etwas anderes. Zum Glück haben wir unser tolles Vorzelt, aber gestern Abend sassen wir drinnen mit langen Hosen und Faserpeljacke. Dieser Sommer ist auch laut Einheimischen an der Küste eher kühl und sehr windig.
      Liebe Grüsse
      Emanuel

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