Chaos im Parkhaus

21.bis 24.12.2016 Kuilsrivier

Wir geniessen es mit unserem kleinen Flitzer die Gegend und die Weinfarmen zu erkunden. Nein wir haben keinen Wein getrunken, wir testen die die Kuchen und Nachspeisen, den Kaffee natürlich auch, aber auch hin und wieder ein Glas Wein.

Auf dem Weingut Jordan hatte Christine eine Galette du Roi, ein Gebäck das einen nicht gerade zu Begeisterungsstürmen hinreisst, weil etwas sehr trocken. Im Internet nachgeschaut, fanden wir dann heraus, dass dies eigentlich der traditionelle französische Königskuchen ist der am 6. Januar gegessen wird. Emanuels Apple Crumble war sehr gut.

In der Nacht und am nächsten Nachmittag hatten wir wieder einmal etwas Regen. Der Wind war moderat so genügten die bereits montierten Seitenwände am Vorzelt. Wir waren ja froh, dass es nicht zu heftig regnete, aber Südafrika braucht unbedingt mehr Regen. Viele Stauseen sind nur halb voll, einzelne haben noch weniger Wasser gespeichert. Hier erzählt man sich, die ANC (herrschende Partei) habe das Problem besprochen und die Ursache   gefunden: Schuld sind die Weissen, zur Apartheid-Zeit hätten sie die Dämme zu gross gebaut, wären sie kleiner wären sie jetzt voll. J

Hier im südlichen Afrika gibt es eine spezielle Art von Wolken, man nennt sie politische Wolken. Sie versprechen Regen aber…..

Am Samstag haben wir den Markt in der Oude Libertas besucht. Hier gibt es viele schöne und feine Sachen. Ein schönes Weihnachtsbäumchen aus Draht und Glasperlen.

Deutsche hat es hier in Stellenbosch viele und es gibt sogar eine deutsche Backstube welche ihre Leckereien anbietet. Wir konnten natürlich nicht wiederstehen.

Zum Ausgleich fuhren wir dann noch zum Mooiberg Farmstall, wo wir uns ein Kilo frische Erdbeeren kauften. Man kann sie auch selber pflücken, den beiden kleinen Kindern, vor uns an der Kasse, sah man an, dass sie auf dem Erdbeerfeld waren.

Unser Weihnachtsmenü: Sushi zur Vorspeise, flambierte Straussenfilets und zum Dessert ein paar Lindor*-Kugeln gegönnt. Ein internationales Menu, Asien, Afrika, Europa.

Es war den ganzen Tag leicht bewölkt, sehr windig und mit maximal 23 Grad kühl.

*Die meiste Schokolade der Firma Lindt, welche man hier bekommt, wird in Deutschland oder Italien hergestellt. L

25. bis 27.01.2017 Kuilsrivier.

Einige Wohnwagen sind in diesen Tage leer, viele haben Verwandte hier in der Nähe wo sie die Festtage verbringen. Wer da ist begrüsst uns mit „Merry Christmas“. Morgens ist kaum ein Lüftchen zu spüren und so klettert das Thermometer bald schon auf über 30 Grad. Am Nachmittag kommt dann wieder Wind auf, aber nicht so heftig wie gestern.

Der Campingplatz ist heute der reinste Tierpark. Neben den beiden Schäferhunden die den Platz bewachen, durchpflügt ein Ibis den Rasen nach Regenwürmern und im Pool schwimmen zwei Frösche, abgesehen von den allgegenwärtigen Tauben.

Da unser kleiner Flitzer mit einer Ausnahme jeden Tag zum Einsatz kam, versuchten wir via Internet bei Europcar die Miete um zwei Tage zu verlängern. Da wir keine Antwort erhalten haben sind wir zum Flughafen gefahren. Die Warteschlange war sehr lang, aber Emanuel ging einfach zum Ready Service und da musste er keine 10 Minuten warten und in zwei Minuten war alles zu unserer Zufriedenheit geregelt.

Ende Februar kommt Familie nach Südafrika und reist mit uns von Kapstadt nach Port Elizabeth. Zuerst werden wir aber in und um Kapstadt einiges besuchen. Dazu gehört natürlich auch die ehemalige Gefängnisinsel Roben Island. Da wir früher einmal keine Tickets bekommen haben, als wir sie unmittelbar vor der Fahrt kaufen wollten, beschlossen wir, diese heute zu holen. Momentan sind die Bootsfahrten bis zum 3. Januar ausgebucht. Aber für Februar war es nun kein Problem 5 Stück zu bekommen.

In der Nähe des Campingplatzes brach heute ein Feuer aus. Wir hatten Glück, dass der Wind von Südosten blies, so zog der dicke schwarze Rauch ein paar hundert Meter neben uns vorbei zog. Schon bald hörten wir mehrere Feuerwehrsirenen. Unsere Nachbarn nahmen das Feuer ziemlich locker zu Kenntnis, die Gegend ist halt ziemlich trocken. Für uns ist das nicht so alltäglich. Zwar sehen wir unterwegs immer Rauchsäulen und grosse abgebrannte Flächen, aber wenn es so nahe ist, wird es einem schon mulmig.

28. bis 30.12.2016 Kuilsrivier

Ein weiterer, schöner, heisser und doch windiger Tag. So beschlossen wir Hout Bay zu besuchen welches südlich von Kapstadt liegt. Die schöne und laut GPS schnellste Strecke nehmen wir nicht, denn aus Erfahrung wissen wir, dass sich um diese Jahreszeit der Verkehr durch Camps Bay im besten Fall im Schritttempo bewegt. Wir nahmen die Strasse über den Constantia Nek Pass. Bis  in den Ort Hout Bay kamen wir gut vorwärts, aber die letzten Kilometer standen wir mehr als dass wir fuhren. Der Wind war auch hier sehr heftig und von einer Düne die bis zur Strasse gewandert ist blies es uns Sand ins Auto. Da mussten wir die Fenster schliessen und zum ersten Mal die Klimaanlage unseres Miet-Flitzers einschalten. Im Bus hätten wir uns mit dem Ventilator begnügen müssen.

Beim Hafen hatten wir Glück dass ein Parkplatz direkt vor uns frei wurde. Der Bus hätte nicht in die Lücke gepasst. Beim Marne Warf roch es fein nach frittiertem Fisch and Chips, aber beim Anblick der 30 Meter langen Warteschlange verging uns der Appetit. Wir liefen auf der Hafenmauer den Fischerbooten entlang.

Da waren mehr oder weniger seetüchtige zu sehen aber auch einzelne Modelle die zu nichts mehr taugen.

Wir gönnten aus ein Eis und machten uns auf den Weg zurück zum Auto. Da sahen wir die Warteschlange für den Sightseeing Doppeldeckerbus und waren froh dass wir da nicht mit mussten. Auf dem Foto sieht man nur etwa die halbe Kolonne.

Am Freitag haben wir eine weitere Weinfarm besucht. Delheim ist etwa 10 Kilometer vom Campingplatz und liegt halbwegs in einem Dschungel. Wie zu erwarten war um diese Jahreszeit das Restaurant gut besetzt aber ein Zweiertisch war gerade noch frei. Die Menukarte hatte eine Besonderheit, zu jeder Speise wurde ein passender Wein empfohlen. Christine wählte ein Stück Cheesecake mit einem Glas des passenden Weins, Emanuel hielt sich an Kaffee. Hier ist auch ein gemütlicher Piknikplatz an einem Bächlein. Um dorthin zu kommen muss man durch den imposanten Weinkeller laufen.

 

31.12.2017 Kuilsrivier

Unsere Nachbarn Esna und Lukas haben uns zum Nachtessen eingeladen. Es Spargel, die kleinen dünnen und schmackhaften wie wir sie in Swakobmund auch schon hatten. Danach etwas was Esna Burekos nannte. Ein Eintopf mit Bohnen Kartoffeln und Lammfleisch, als Beilage Reise und Butternutkürbis. Zur Dessert Appel Crumble. Es war ein sehr gutes Nachtessen und ein wunderschöner Abenden mit interessanten Gesprächspartnern. In solchen Gesprächen lernen wir viel über das Land und ihre Leute. Es war ein gegenseitiges Austauschen von Erfahrungen und Erlebnissen. Später fuhren wir zwei zur Kapstädter Waterfront wo wir das Neujahrs-Feuerwerk sehen wollten. Kurz bevor wir dort ankamen leuchtete die Benzinanzeige auf. Auf dem kurzen Stück bis zum Ziel gab es aber keine Tankstelle, also beschlossen wir auf der Heimfahrt zu tanken.

Einen Parkplatz fanden wir relativ leicht, obschon die Anzeigetafel nur noch 36 freie Plätze anzeigte. Wir hatten noch Zeit, also schlenderten wir durch die Mall und dann durch den alten Hafen. Es hatten noch ein paar andere Leute die Idee hier her zu kommen. An einer Stelle war das Gedränge sehr gross und ein Taschendieb versuchte Emanuel das Handy aus der linken Seitentasche der Cargo-Hose zu ziehen. Er konnte es noch dem Dieb aus der Hand reissen. Als er ihn beschimpfte behauptet, er noch er sei es nicht gewesen und machte sich davon.

In der Nähe des Clock Towers angekommen, fragten wir einen Security Mann wo und wann das Feuerwerk abgefeuert wurde. Er zeigte in Richtung Meer und die Zeitangabe war „As usual!“ Emanuel fragte lachend nach „Same time as last year?“. Wie bei Dinner for one. Die Antwort wurde dann etwas präziser und er meinte so um Mitternacht rum. Es  war erst 11 Uhr und wir liefen zurück, auf die andere Seite des Hafens um näher beim Parkhaus zu sein. Nach dem Spektakel war an der Waterfront ein noch grösseres Gedränge zu erwarten.

Um Mitternacht ging das Feuerwerk los. Es funkelte, strahlte, leuchtete und knallte in hoher Kadenz. Das Publikum tat laut seine Begeisterung kund. Es war einfach grandios. Da fehlen uns die Worte um es besser zu beschreiben.

HIER ein kann man einen kleinen Ausschnitt des Feuerwerks sehen.

 Wie erwartet bewegten sie meisten Zuschauer am Ende von der Waterfront weg. Beim Parkhaus waren drei Kassenautomaten an den schon bei jeder mindestens 30 Leute anstanden, aber das war nur der Anfang unserer langen Heimkehr zum Campingplatz.

Von unserm Parkplatz bis zum Ausgang waren es nur etwa 30 Meter, aber dafür haben wir eine halbe Stunde gebraucht. Im Parkhaus herrschte das Chaos. Von allen Seiten drängelten sich die Fahrzeuge. Man musste Stossstange an Stosstang mit dem Vorderwagen bleiben, sonst war man chancenlos. Einmal hatten sich zwei Fahrzeuge so verkeilt, dass keiner mehr vorwärts kam. Nach langem Schimpfen und einem heftigen Hupkonzert setzten einige Fahrer ihr Auto doch noch ein Stück zurück. Noch schlimmer war aber, dass fast alle den Motor laufen liessen. Wir nicht, denn unser fast leerer Tank  machte uns Sorgen. Beim Ausgang gab es noch ein weiteres Problem, die erlaubte Frist zwischen Bezahlen und Ausfahrt betrug 15 Minuten, aber wir waren ja alle viel später beim Schlagbaum. Dieser liess sich deshalb nicht öffnen. Man musste also auch hier Stosstange an Stossstange fahren damit er nicht wieder zu ging.

Einmal auf der Strasse, war aber noch keine freie Fahrt angesagt. Hier ging es zweispurig Meter für Meter etwa einen Kilometer weiter im Stau. Auf dem GPS sahen wir, dass in Seapoint die nächste Tankstelle war. Das war nicht auf unserm direkten Weg, aber wir wollten kein Risiko eingehen. Dorthin schafften wir es dann auch. Wir wissen nicht wie viele Liter Benzin dieser Kleinewagen aufnehmen kann, wir schätzen etwa 40 Liter. Der Tankwart bekam 39.2 Liter rein. Viel Reserve hatten wir also nicht mehr. Wir irrten dann noch ein wenig durch Kapstadt bis wir die Autobahn erreichten. Kurz nach drei Uhr erreichten wir unseren Campingplatz. Für eine Strecke die wir mit dem kleinen Flitzer normalerweis in einer guten halben Stunde schaffen, waren wir etwa drei Stunden unterwegs.

 

01.01.2017 Kuilsrivier

Da die Sonne seitlich an unser Aufstelldach schien war es um acht Uhr schon so heiss, dass wir nicht mehr schlafen konnten. Wir waren also beim Aufstehen alles andere als ausgeschlafen.

Nachdem Frühstück wollte Christine an den Strand. Emanuel war nicht begeistert von der Idee, weil er müde war und aus früheren Erfahrungen an diesem Tag einen grossen Volksaufmarsch an der Beach erwartete. Schliesslich lenkte er ein und wir fuhren wir nach Strand. Lange vor der Beach waren wir dann auch im Stau. Am Golfplatz entlang hatten es sich schon Leute zwischen dem Zaun und der Strasse mit Stühlen, Decken und einem Picknick gemütlich gemacht. An der Strandpromenade sassen Familien auf dem Gehsteig und der Strand selber war wegen den vielen Sonnenschirmen nicht zu sehen. Parkplatz war natürlich auch weit und breit keiner in Sicht. Da blieb uns nichts anderes übrig als zurück zukehren und uns im Campingplatz-Pool abzukühlen.

An diesem Abend waren wir ausnahmsweise schon vor  10 im Bett.

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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