Ein bisschen Kultur

10. bis 14.12.2016 Rondeberg

Faulenz, schwimmen, schreiben, lesen, schwitzen und zwischen durch mal einkaufen.

Beim Einkaufen erleben wir jedes Mal einen Schock, das heisst eigentlich zweimal. Zuerst beim Betreten des SPAR in Clanwilliam einen Kälteschock und beim Verlassen einen Hitzeschock. Dazwischen liegt ein Temperaturunterschied von fast 20 Grad.  Am Morgen um 8 Uhr haben wir bereits 28 Grad und am Nachmittag zwischen 36 und 40 Grad. Die Wetterprognose verspricht für Donnerstag, wenn wir nach Kapstadt fahren etwas Abkühlung. Da soll es „nur“ 34 Grad werden.

Unsere  digitale Temperaturanzeige hat am letzten Tag  im Auto  nur noch HI gemeldet. Scheinbar ist es nicht für mehr als 50 Grad vorgesehen. Nachdem Emanuel es von seinem Platz weg genommen hatte, zeigte es  „nur“ noch 48.6 an.

15.12.2017 Rondeberg – Kuilsrivier

Das Zusammenpacken dauerte an diesem Tag ein wenig länger, denn wir hatten einiges in das Häuschen ausgelagert dass uns hier zur Verfügung stand. Dafür gönnten wir uns in Clanwilliam im Yellow Aloe ein „Full englisch breakfast“. Da gab es für jeden zwei Eier, eine grosszügige Portion gebratenen Schinken, Champignons und eine dicke Scheibe Tomate. Dazu noch Toastbrot, Butter und Marmelade.

Wir hatten es nicht eilig und nahmen uns noch Zeit einen Zeltplatz anzuschauen der auf dem Weg lag. Der Marcuskraal  Camping liegt zwischen Clanwilliam und Citrusdal, etwa 1.5 Kilometer westlich der N7. Er ist klein aber sehr schön. Die meisten der 13 Grasplätze sind schattig. Die Toiletten sauber und neu. Der Pool ist gross und einladend.

Wir machten noch einen kleinen Umweg um in Stellenbosch einzukaufen. Schon hier und auch auf dem Avatara Camping war es deutlich kühler als wir es  von den letzten Tagen in den Cedarbergen gewöhnt waren. Der Wind war kühl und ziemlich heftig. Wir sind hier ja schon fast wie zuhause. Ein paar Gäste kennen wir von unseren früheren Besuchen. John, der Besitzer, hat es gut mit uns gemeint und einen Platz mit einem Baum zugeteilt. Deshalb haben wir den Bus längs statt quer auf den Platz gestellt. Das hat den Nachteil dass wir trotz montierter Seitenwand dem  Wind stark ausgesetzt sind. Um das Auto gerade zu stellen, bot uns John an einen Ast des Baumes abzusägen, dass es zum Aufstellen unseres „Pennhauses“ langt. Am Abend war es wieder so kühl dass wir Pullover und lange Hosen anziehen mussten. Auch die Südafrikaner finden es zu kalt für die Jahreszeit. Ja, wir wissen schon, im Dezember 20 Grad scheint nicht so schlimm zu sein, aber wir hatten die letzten Tage fast 40 Grad. Und eigentlich beginnt jetzt der Sommer.

16. bis 19.12.2016 Kuilsrivier

Die meisten Gäste hier sind schon pensioniert und es geht gemütlich zu. Man kennt sich weil die meisten ein bis drei Monate hier bleiben. Sie bekommen besonders günstige Preise und wollen auch nicht alle paar Tage die Vorzelte an ihren Wohnwagen auf und abbauen. Ausser unserem Camper steht nur noch ein Iveco auf dem Platz, die andern haben alle einen Caravan. Maggie ist hier die Putzfee und hält die Toiletten und Duschen sauber, hilft wo es nötig ist und unterhält die Gäste.

Schon am ersten Abend kam ein Campinggast zu uns, stellte sich als Lukas vor und bot uns an, falls wir es wünschten würden er und seine Frau uns gerne in der Gegend herum fahren. Zu Weinproben, Einkaufen oder was immer wir Lust hätten. Wir kannten den netten Herrn noch nicht, aber so spontan können die Südafrikaner sein.

Samstagabend war es dann soweit wir fuhren zum Baxter Theater zur Show von Pieter-Dirk Uys.

Man erinnert sich vielleicht, das waren die Tickets die wir mit einiger Mühe bekamen. Pieter erzählte in 90 Minuten ohne Unterbrechung seine Lebensgeschichte. Es war meist zum Tränen lachen, aber es gab auch Erlebnisse die einem zu denken gaben. Er hat sich unter anderem an einem Theater sehr stark gegen die Apartheid engagiert. Das war damals nicht ungefährlich denn die Zensur war streng. Aber er und die anderen Mitglieder der Truppe wussten die Zensur zu umgehen, oder gar auszuhebeln. Die Zeit verging wie im Flug und wir hatten einen sehr schönen Abend.

Am Sonntagabend besuchten wir noch ein Konzert im Oude Libertas in Stellenbosch. Es wurden mit einem kleinen Orchester und einem grossen Chor plus einem Solisten Weihnachtslieder vorgetragen. Der Dirigent war gleichzeitig Moderator, erzählte zwischen den Stücken immer wieder kleine Geschichten und Gedichte oder machte sonst humorvolle Kommentare. Natürlich hat er auch das Publikum wieder mit einbezogen (wir haben den Herrn schon mal erlebt). Wir sassen wieder oben auf dem Rasen, da wir auch dieses Mal keine Tickets für einen Sitzplatz hatten. In der Pause verteilten die „Rentiere“ Kerzen und für „Stille Nacht, heilige Nacht.“ wurden alle Kinder zur Bühne gerufen um sich mit den Kerzen in der Hand davor aufzustellen.

Eine tolle Stimmung.

Wir hatten uns schon bald entschieden, um ein bisschen mobiler zu sein, wieder einen kleinen Wagen zu mieten. Das kostet hier nicht viel und mit der Benzinersparnis wenn wir nicht den Bus benützen, macht sich das bezahlt. Vor allem aber müssen wir nicht jedes Mal packen um wegzufahren.

Am Samstag versuchte Emanuel im Internet bei verschieden AVIS-Standorten einen Wagen zu buchen. Aber überall, sogar am Flughafen, war alles ausgebucht. Das wurde ihm bei einem Anruf bestätigt. Auch über den Vermittler Rentalcars war nichts zu bekommen. Bei billiger-mietwagen.de bekamen wir dann eine provisorische Bestätigung.  Darin stand aber, dass die definitive Zusage von Tempest (Europcar-Tochter) noch ausstehe. Als wir am Sonntag noch keine Antwort in der Mailbox fanden, hatten wir die Hoffnung schon aufgegeben. Am Montagmorgen war aber der Voucher von Tempest da. Emanuel konnte es fast nicht glauben und war immer noch skeptisch ob am Nachmittag wirklich ein Kleinwagen bereit stehen würde.

Lukas, der uns am ersten Tag das nette Angebot gemacht hatte, war sofort ein verstanden Emanuel zum Flughafen zu chauffieren. Er wartete auch noch dort bis Emanuel die Schlüssel bekommen hatte. Der kleine Hynudai I10 war brandneu, mit 90 Kilometern auf dem Tacho. Dementsprechend schnell war die Übergabe erledigt. Da „Mann“ die Gegend gut genug zu kennen glaubte, nahm „Mann“ kein GPS mit. „Mann“ erwischte aber bei Brackenfell die falsche Ausfahrt, und geriet zudem noch in einen Stau. Dann wusste er nicht mehr weiter weil alle Tankstellen und Einkaufszentren ähnlich aussehen. Zum Glück hat aber sein Smartphone ein GPS und mit dem installiert App von Sygic konnte er sehen, dass immerhin die Richtung zum Camp stimmte. Nur einmal noch bog er ganz in der Nähe des Ziels falsch ab. Aber dann kam ihm die Gegend bekannt vor und er wendete. So kam er dann doch noch zurück.

Am Dienstagnachmittag besuchte uns Douw, ein Bekannter aus dem südafrikanischen Overland-Forum. Er erzählte uns von seiner Reise nach Deutschland wo er immer für einen Holländer gehalten wurde. Er spricht sehr gut Deutsch, aber halt mit einem Akzent der niederländisch klingt. Auch seine Erlebnisse auf der Reise mit den ÖV nach Malawi waren sehr interessant.

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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2 Antworten zu Ein bisschen Kultur

  1. Alfred und Margrit Zeller schreibt:

    Hallo zusammen, wir wünschen Euch schöne Weihnachtstage und für das Neue Jahr viel Glück und alles Gute, gute Gesundheit und gute Fahrt! Es grüssen Euch Margrit und Fredi

  2. Swissnomads schreibt:

    Danke wir wünschen Euch auch alles Gute für 2017.
    Emanuel und Christine

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