Ersatzteillager und Ludothek auf Räder

05.12.2016 Koningskop – Rondeberg

Bei der Abfahrt von Koningskop wussten wir noch nicht wo  wir heute hin wollten. Zuerst mussten wir in ein Gebiet mit Handyempfang fahren um die aktuellen Wetterprognosen zu erhalten. Auf dem Pikenierskloofpass (N7) fanden wir heraus, an den West- und Ostküsten war es entweder sehr windig oder weniger windig aber kühl. Unsere beste Option war wieder einmal Rondeberg. Die Frage war aber ob dort Platz ist bis zum 15. Dezember. Vor einem Monat hatten wir in Kuilsrivier für einen Teil der Sommerferien gebucht. Wir versuchten über vier verschiedene Telefonnummern in Rondeberg nachzufragen, aber unter keiner war jemand zu erreichen. Da beschlossen wir auf gut Glück dorthin zu fahren. Als wir in den Bus einsteigen wollten, war unser fahrbares  Ersatzteillager schon wieder gefragt. Ein Motorradfahrer brauchte Kabelbinder oder eine Schnur um eine Tasche an seinem Bike festzumachen. Wir hatten kürzlich ziemlich lange Kabelbinder gekauft und gaben ihm vier Stück.

Das GPS zeigte an dass wir etwa um 12:20 dort ankommen würden. Da der Empfang aber über Mittag geschlossen ist, hatten wir Zeit in Clanwilliam unsere Einkäufe zu tätigen. Am Zeltplatz angekommen wurde uns gesagt der Chef kommt um zwei. Da wir keinen Lust hatten bei fast 40 Grad im Schatten (aber ohne Schatten) ein halbe Stunde zu warten, stellten wir Nelson auf dem Campingplatz ab und gingen in den See baden. Später bekamen wir dann problemlos einen Platz bis zum 15. Dezember. Sogar einen mit privatem Badezimmer, Braai, Abwaschbecken und Kühlschrank, mit grossem Gefrierfach. Der Fridge sollte mal abgetaut werden, denn wegen der dicken Eisschicht auf dem Kühlelement wird er auch auf Maximum eingestellt nicht richtig kalt.

Hier gibt es ebenfalls Katzen, aber diese blieben bis jetzt auf Distanz. Dafür besuchte uns eine Hühnerschar alle halbe Stunde. Sie besteht aus einem Huhn, acht Küken und zwei Gockel?!?! Die sind bei uns wegen den allfälligen Hinterlassenschaften nicht so beliebt. Man kann sie verscheuchen aber beim nächsten Besuch haben sie es schon wieder vergessen. Na ja, dumme Hühner halt.
Der Abend war so warm dass wir bis fast 10 Uhr in Shorts und T-Shirt draussen sassen.

06.12.2016 Rondeberg

 Die Hühner gackerten schon am frühen Morgen um unser Auto herum und  die Gockel  krähten ein paar Mal ganz in der Nähe. Mistviecher.

Zum Frühstück waren sie alle wieder da. Das kleinste Küken war uns schon gestern ausgefallen da es immer als letztes kam und so komisch stakste. Stechschritte wie die DDR Soldaten bei der 1. Mai Parade. Bei näherem Betrachten fiel Emanuel auf, dass sich um beide Beinchen ein Faden gewickelt hatte. Mit solchen Fussfesseln lässt sich nicht gut laufen. Es gelang ihm das Kleine in eine Ecke zu treiben so dass er es packen konnte. Die Henne und all ihre anderen Kinder protestierten laut gackernd, dass er sich des einen Kükens bemächtigt hatte und sie brachte schnell die anderen Kinder in Sicherheit. Christine befreite es dann mit einer Schere von dem Faden. Noch ein Foto und das Küken wurde frei gelassen.

Hui, nun konnte es schnell wieder zu den andern rennen. Von an hatten wir Ruhe vor der Hühnerschar. Fragt sich nur wie lange es geht bis sie vergessen haben, dass wir gefährlich sind.

Wir haben nicht nur ein Ersatzteillager, denn heute kam die Ludothek zum Zug. Unsere Nachbarn, eine Gruppe Jugendliche fragten ob wir nicht eventuell Spielkarten hätten. Klar haben wir, sogar noch original verpackt.

Die Hühner haben wieder angefangen bei uns vorbei zu laufen, aber auf dem Weg und im Eiltempo. Das kleine Weisse ist jetzt immer vorne dabei.

07. und 08.12.2016 Rondeberg

Das Federvieh hat letzte Nacht den Reset-Knopf  gedrückt. Heute spazierten sie wieder keck über unseren Platz und nutzten den Schatten unseres Busses.

Wir hatten den Chef auf unseren vereisten Kühlschrank aufmerksam gemacht und er hat veranlasst, dass der vom Nebengebäude mit unserm ausgetauscht wurde.

Es ist wieder Zeit für einen Waschtag. Die Waschmaschine des Zeltplatzes ist schon mindestens seit unserem letzten Besuch im März kaputt. Darum wird unsere kleine eigene wieder einmal in Betrieb genommen. Generell haben wir das Gefühl, dass hier in den letzten Jahren nicht mehr alles so im Schuss ist wie bei unseren Besuchen 2013/14. Liegt das am Managementwechsel oder sind wir kritischer geworden? Die einzige Verbesserung ist der neu angelegte Pool, aber der ist zur Zeit so algengrün, dass wir keine Lust haben da rein zu gehen.

Seit wir am Dienstag ziemlich starken und kühlen Wind hatten, ist der Stausee deutlich abgekühlt. Am Montag war er schon fast zu warm.

09.12.2016 Rondeberg

Da wir nach Clanwilliam mussten zum einkaufen, erkundeten wir anschliessen ein wenig die Cedarberge. Es ist eine steinige und recht trockene Landschaft, viele Büsche wachsen auf den freien Flächen. Steil geht es rauf und runter. Bis zur Abzweigung nach Wuppertal kennen wir die Strasse als wir  Ende 2015 den kleinen Ort besuchten.

Nun fuhren wir aber gerade aus und schon bald war die Teerstrasse zu Ende und eine ziemlich elende Piste fing an. Nach einigen Kilometern hatten wir genug von der Rüttelei und kehrten um. Wir fanden dann einen Weg den wir noch nicht kannten und bogen dort ab. Das war auch eine Piste aber deutlich besser als die vorherige. Alle paar Kilometer fuhren wir an einer Farm vorbei. Diese haben grosse Teiche angelegt mit denen sie das Land bewässern können. Zur Zeit stehen die riesigen Bewässerungsgeräte aber still, denn die Kornfelder sind schon lange abgeerntet. Nach einiger Zeit kamen wir zu einem Schild auf dem stand „Bushman Cave Bergteater“. Neugierig wie wir sind öffneten wir das Weidetor und fuhren bis zum Theater.

Keine Menschenseele war zu sehen als, also erkundeten wir die Gegend.

Es ist eine grandiose natürliche Kulisse aus einer Felswand  mit Treppen und Wegen, einer Beleuchtungsanlage, einem grossen Unterstand mit Kühlschränken, Toiletten und alles sieht gepflegt aus. Wir fragten uns was hier aufgeführt wird. Vielleicht die Buschmann Version der Karl May Festspiele von Bad Segeberg. Beim wegfahren entdeckten wir noch grosse Pfotenabdrücke im Sand, die von einem Leoparden stammen könnten. Zum Glück (oder leider) sind wir ihm nicht begegnet!

Die letzten Kilometer bis zur N7 waren dann wieder sehr holprig. Etwa 2 Kilometer ging es steil den Berg runter so dass Emanuel die 4×4 Untersetzung einlegte damit er nicht die ganze Zeit auf der Bremse stehen musste, auch um die Bremsbeläge zu schonen.

Es war den ganzen Tag ziemlich bewölkt und zurück im Resort, hatten wir eine geschlossene Wolkendecke über uns.

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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