Vom Winde in die Hitze verweht

25. bis 27.11.2016 Stellenbosch

Da wir am Freitag Lust hatten auf einen Strandlauf fuhren wir nach Strand. Es war wie immer in den letzten Tagen Windig und das Wasser kalt. Bei N’Ice gönnten wir uns jeder eine Kugel Don Petro Eis. Das ist die kleinste Portion die man dort bekommt entspricht aber etwa drei Kugeln bei uns und kostet für beide ungefähr drei Franken.

Den ganzen Samstag verbrachten wir auf dem Campingplatz zum Teil am Pool. Der war aber am Wochenende wieder sehr beliebt weil auch der Camping fast voll war. Zwei Caravan Clubs hatten ihr Jahresendtreffen. Wieder mit Weihnachtsliedern und Nikolaus.

Am Sonntagabend wollten wir in ein Restaurant essen gehen. Unsere Bemühungen bei Giovanni’s und im Espana einen Tisch zu reservieren scheiterten aber denn am Sonntagabend haben beide zu. Schliesslich gingen wir wieder zu Dornier. Wir hatten einen sehr aufmerksamen, freundlichen und lustigen, Rastalocken tragenden Kellner, der uns sein halbes, nicht gerade leichtes Leben zwischen Botswana und Simbabwe erzählte. Er führte aber seine Freundlichkeit und Beflissenheit auf seine Jugendzeit bei vielen Verwandten zurück. Diese schwierigen Zeiten haben ihn aber scheinbar positiv beeinflusst.

28.11.2016 Stellenbosch – Yzerfontein

Nun haben wir doch noch das Mountain Breeze verlassen und sind nach Yzerfontein gefahren. In Stellenbosch wollten wir bei Checkers noch Ticktes für eine Show des südafrikanischen Komödiant und Satiriker Pieter-Dirk Uys in Kapstadt besorgen. Was da abging war auch schon fast eine Komödie. Vor Emanuel waren noch fünf Leute an der Reihe und hinter ihm eine lange Schlange. Zwei Polizisten waren so vertieft in ihr Gespräch, dass sie nicht einmal merkten, als sie an der Reihe waren. Das fanden die meisten Anstehenden lustig. Als Emanuel seine Bestellung aufgeben konnte, wurde fleissig nach der Show, dem Datum und der Zeit gefragt, Name und Vorname mussten auch noch in den Computer eingetippt werden. Dann ging plötzlich  nichts mehr. Auf seine Nachfrage was los ist, zeigte ihm die junge Dame dass der Bildschirm blockiert ist. Er machte den Vorschlag sie soll doch bei dem leeren Feld „Phonenumber“ seine Handy-Nummer eingeben. Komischerweise ging es dann wieder weiter. Leider liessen sich dann aber die Tickets nicht ausdrucken. Sie bat ihre Nachbarin um Hilfe, die kam aber auch nicht weiter. Ein Vorgesetzte wurde gerufen, diese tippte kurz etwas ein und lief wieder davon. Inzwischen war die Verbindung zu Computicket unterbrochen, so dass die andern Kunden vertröstet wurden sie sollten doch später wiederkommen. Unsere Buchung war scheinbar noch durch gekommen und das Ausdrucken der Tickets war wohl ein lokales Problem. Aber die zwei Damen schafften es immer noch nicht. Eine zweite Vorgesetzte kam noch und dann konnten uns die gewünschten Tickets tatsächlich ausgehändigt werden. Aber niemand war genervt, und unter allgemeinem Lachen und Witze machen konnte das Problem gelöst werden.

Dann ging es in nordöstlicher Richtung nach Darling wo der bereits erwähnte Peter-Dirk Uys ein Theater besitzt. In Anspielung einer seiner Figuren und weil das Gebäude der alte Bahnhof ist, heisst es „Evita se Perron“. Leider konnten wir den Komplex nur von aussen besichtigen, denn ausgerechnet am Montag ist alles geschlossen.

Als wir uns noch ein bisschen im Ort umschauten kamen wir am Restaurant Fondue Pot mit seiner mit Bauernmalerei verzierten Eingangstüre vorbei. Auch hier war zu aber, aber uns war eh nicht nach warmem Schmelzkäse.

Auf dem Yzerfontein Camping suchten wir uns einen sonnigen aber ein wenig windigen Platz aus. Hier wurde es am Abend ziemlich kalt, so dass wir nicht sehr lange aufblieben. Um halb zehn waren wir schon im Bett.

 

29.11.2017 Yzerfontein

Ein Ausflug in den West Coast Park war unser erstes Ziel an diesem Tag. Eine schöne türkiesblaue Lagune mit weissen Strand. Wir waren schon mal hier, staunten aber wieder über den karibisch anmutenden Anblick.

Das wurde auch von einer grossen Mannschaft für ein Modefotoshooting genutzt ein männliches und ein weibliches Modell wurden hier intensiv abgelichtet.

In der Nähe hatten sich eine Gruppe Südafrikaner mit Kindern am Strand eingerichtet. Emanuel kam mit einem der Männer ins Gespräch und es stellte sich heraus dass er vor zwei Tagen noch in Genf war um ein Anliegen einer Gruppe südafrikanischer Weisser bei der UNO vorzutragen. Es geht darum dass die Mitglieder ein Stück autonomes Land für sich beanspruchen. Sie haben mehr als 30‘000 Mitglieder und stützen ihren Anspruch auf historische Gegebenheiten aus früheren Jahrhunderten. Sie wollen aber nichts mit dem von Carel Boshoff 1991 gegründeten Orania zu tun haben. Dieses würde wie im mittelalterlichen Europa durch die Familie  Boshoff regiert. Mehr dazu HIER und HIER. Uns kommt das vor wie die zur Zeit der Apartheid geründeten Homelands, nur diese für die Schwarzen waren und sie nicht freiwillig dort angesiedelt wurden.

Gespräch mit dem anwalt des Volksrats

Gespräch mit dem anwalt des Volksrats

Zum Mittagessen fuhren wir dann noch zum Geelbek Restaurant das ebenfalls im Park liegt. Hier bekommt man gutes Essen mit netter Bedienung  in einem hübsch eingerichteten Garten.

Im nahen Langebaan wollten wir den Municipality Camping aufsuchen, der uns von anderen Campern empfohlen worden war weil er nicht direkt am Meer liegt und damit auch nicht so windig ist. Die Einfahrt war schon mal gesperrt, so dass wir dachten, er ist geschlossen. War er aber nicht, hier wurde gearbeitet und es war nicht so gemütlich. Also fuhren wir wieder zurück nach Yzerfontein, was für Nelson nicht ganz einfach war. Der Südwest Wind bremste ihn manchmal so stark aus, dass wir auf flacher Teerstrasse im dritten Gang nur 60 erreichten, was das arme Auto enorm durstig machte.

Auf dem Zeltplatz montierten wir dann am Vordach nach Sonnenuntergang beide Seitenwände an. So war es trotz kühlem Wind mit entsprechender Bekleidung gut auszuhalten.

30.11.2016 Yzerfontein – Citrusdal

Nun hatten wir genug vom Wind und beschlossen in das Landesinnere zu fahren. De Wetterprognose versprach für Critrusdal Temperaturen zwischen 28 und 38 Grad. Da wollten wir hin. Da das GPS auf kürzesten Weg eingestellt ist führte es uns wieder über Darling, wo wir vor zwei Tagen eine grosse Metzgerei gesehen gesehen hatten. Hier kauften wir Fleisch und Wurst ein. Dann fuhren wir dem GPS gehorchend und mussten dann feststellen, dass der kürzeste Weg von hier auf den nächsten 35 Kilometern Piste war. Trotzdem gehorchten wir dem Navi und fuhren weiter. Als dann endlich die geteerte R45 unsere R307 kreuzte beschlossen wir rechts abzubiegen um die N7 zu erreichen. Später stellten wir dann fest dass wir gescheiter zweimal rechts abgebogen wären, denn dann hätten wir statt 60km nur 30km zurück gelegt. Emanuel sagt ja immer „Ein GPS hilft nicht gegen geistige Windstille!“.

Der Camping in Citrusdal mitten im Ort gefiel uns nicht so, es hatte eine Menge Gänse, Hühner und ein paar Pferde dort herumlaufen. Also fuhren wir nach „The Bath“. Davon hatten wir schon verschiedentlich gehört aber waren noch nie da. Es liegt in einem Bergkessel und die Campingplätze sind in Terrassen angelegt.

Das Resort verfügt über einen Warm- und Kaltwasserpool. Am Nachmittag waren wir nur im kalten Wasser, was aber bei der Temperatur auch sehr angenehm war.

01.12.2016 Citrusdal/The Bath

Direkt neben unserem Platz fliesst ein Bach laut rauschend ins Tal. Das hat uns beide in der letzten Nacht einige Male geweckt. Mit dem Rauschen der Bäume klang es als wenn es heftig regnet. An das Meeresrauschen haben wir uns längst gewöhnt, vermissen es manchmal sogar. Aber dieses Geräusch ist für uns ungewohnt. Schon vor sechs Uhr durchkämmte eine Horde Paviane den Camping und schmiss bei der Suche nach Nahrung die Abfallkübel um.

Den angenehm kühlen Pool genossen wir auch an diesem Tag. Emanuel ist einmal ins warme Wasser gegangen aber die geschätzten 36 Grad hat er nicht lange ausgehalten.

Es gibt in dem Resort noch einige alte Häuser.

Und das erste Türchen vom Adventskalender hat Christine aufgemacht.

 

02. bis 04.12.2016 Citrusdal – Koningskop

Wir hatten uns nur für zwei Nächte in The Bath angemeldet, und der Campingplatz soll über das Wochenende eh ausgebucht sein. Also ziehen wir weiter. In der letzten Zeit waren wir immer wieder auf Plätzen die wir schon früher besucht haben, nun endschieden wir uns für einen uns unbekannten. Der Koningskop ist nur etwa 50 Kilometer entfernt und liegt etwas abseits der normalen Routen umgeben von Zitrusbäumen und Rooibossträuchern und hohen Felsen rundherum. In Citrusdal tätigten wir noch die Einkäufe für die nächsten Tage. Der Spar ist erstaunlich gross, für den nicht sehr grossen Ort. Dann musste Nelson noch rauf bis Piekenierskloof, die steile Strecke hat er nicht sehr schnell, aber wie schon oft gut geschafft. Dann bogen wir von der N7 Richtung Norden ab um an unser Ziel zu gelangen. Wir durften zwischen Platz 19 und 20 wählen, und dachten -Schwein gehabt- dass noch etwas frei ist. Eigentlich waren auch alle andern Plätze noch frei und wir dachten dass die andern Gäste noch kommen werden. Platz 19 gefiel uns am besten, also stellten wir uns da auf den Rasen. Die Toiletten sind ziemlich neu und sauber, aber leider ist es so wie häufig hier, wenn etwas kaputt geht wird es nicht mehr geflickt. Da wir kurz nach zwölf ankamen und kaum Wind blies, war es ganz schön heiss um uns hier einzurichten. Inzwischen waren auch einige weitere Plätze belegt, ein 4×4- Fahrer Club hatte hier ein Treffen. Wir hatten es nicht weit zu einem kleinen Pool der aus einem Bergbach gespeist wird und im Schatten liegt. Dem entsprechend war er ziemlich kalt, aber sehr erfrischend. Beim Pool kam Emanuel mit Carel ins Gespräch. Er hat an seinem koreanischen Sengiang einiges modifiziert. Grösserer Motor, 4×4 Fahrwek vom G Wagon, Freilaufnabe von elektrisch auf manuell gewechselt und noch einiges mehr. In Südafrika kann man das, denn die Fahrzeuge müssen nur bei Halterwechsel geprüft werden.

Da wir im Pool mittlerweile Eisbeine bekommen hatten, haben wir uns beim Platz 21, am Wasserhahn mit unserer Gardena Brause eine Dusche eingerichtet. Die 4×4 Fahrer waren auf einem separaten Stück des Platzes und von Platz 10 bis 23 blieb alles frei.

Am Sonntag holten wir uns zu Fuss beim kleinen Campingladen einen grossen Sack Holz. Zum Glück durften wir einen Sackwagen benützen, das wäre sonst eine elende Schlepperei geworden. Telefon- oder gar WIFI-Empfang gibt es auf dem Campingplatz nirgends nur vor dem Empfang gibt es an einer Stelle ein schwaches Handysignal. Da stellten wir uns mit unserem Hotspot-Kästchen hin. Die Verbindung war aber seeehr langsam und es reichte gerade um die Mails und Whatsapp-Nachrichten herunter zuladen. Deshalb dauerte es etwas länger bis dieser Blogbeitrag erschien.

Am Sonntagnachmittag leerte sich der Campingplatz wie üblich, hier sind wir nun sogar die einzigen Gäste. Nächstes Wochenende wird das bis etwa Mitte Januar anders sein, denn dann sind hier Sommerferien. Dieses Jahr starten die Schulferien einen Woche früher als sonst, das wussten wir nicht und haben Buchungen vom 15. Dez. bis 15. Jan. gemacht. Wir sind nun gespannt wo wir die nächsten Tage unterkommen.

Auch Carel mit Familie verlässt den Campingplatz. Er hält noch kurz neben unserm Platz an und fragt wo wir morgen hin hingehen. Das wissen wir nicht. Gute Fahrt wünschen wir uns gegenseitig. Und er fährt los, da sieht Emanuel an der Stelle wo der Sengiang stand einen dunklen Fleck. Das sieht ganz nach Motorenöl aus. Er pfeift laut durch die Finger und gibt so  und  durch winken Carel zu verstehen dass er anhalten soll. Der reagiert prompt und Emanuel läuft zum l Wagen. Carel öffnet die Motorhaube und bald steht fest dass eine metallene Ölleitung einen Riss hat. Zum dritten Mal öffnen wir auf dieser Runde unser „Ersatzteillager“. Eine solche Leitung haben wir zwar nicht dabei, aber flüssiges Metall, für den Riss am Wassertank gekauft, und Rescue Tape, eine Art Isolierband das sich selber verschweisst. Das flüssige Metall braucht 2 bis 3 Stunden um zu verhärten, so lange will die Familie nicht warten also versucht es Carel mit dem Band. Das gelingt ihm aber nicht, weil er zu wenig Platz hat um das Tape um das Röhrchen zu wickeln. Also doch das flüssige Metall. Nach zwei Stunden gelingt es Carel dann doch noch etwas Band um die geflickte Stelle zu wickeln und danach startet er den Motor und siehe da es hält, kein Tropfen kommt mehr aus der lecken Stelle. Alle sind froh, die Familie, dass sie endlich nach Hause fahren können, und wir, dass wir mit Material aus unserem Fundus wieder jemandem helfen konnten.

Hier auf Koningskop gibt es zwei Camping-Katzen, ein graugetigertes Weibchen dessen sechs Junge wir einmal sehen konnten und ein rotgetigerter Kater. Beide kommen uns besuchen aber nie zusammen. Am Sonntagabend waren wir ja die einzigen weit und breit und so war der Rote den ganzen Abend bei uns. Er begleitete Christine zur Toilette, und kaum dass sie vom Stuhl aufgestanden war, machte er es sich auf ihrem Stuhl bequem. Als wir ins Bett gingen durfte er auf Emanuels Camping Stuhl schlafen. Zu fressen bekommen beide nichts von uns, aber wenn sie Gesellschaft suchen haben wir nichts dagegen. Als wir am Morgen unsere Sachen zusammenpackten, kam sie noch mit einer lebenden Maus zu uns.

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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