Wo sind die Raubkatzen

04.10.2016. Windhoek

Wir wollten einen Stadtbummel machen, aber bei der Hitze kamen wir gerade mal bis zum Craft Center wo es ein Restaurant mit Terrasse gibt. Danach verbrachten wir den Nachmittag im Hotel auf der Terrasse im Erdgeschoss.

Am Abend hatten wir nicht viel Hunger und beschlossen in der Bar auf der Dachterrasse wo Snacks auf der Menükarte stehen, eine Kleinigkeit zu essen. Christine bestellte sich eine Pizza und Emanuel einen Hamburger. Solche Portionen hätten wir hier nicht erwartet. Christine schaffte die Hälfte ihrer Pizza und Emanuel hatte nachher kein Bedürfnis nach einer Nachspeise.

05.10.2016 Windhoek

Nun fing das Warten auf Nelson an. Wir bedienten uns ausgiebig am Frühstücksbuffet, dann verbrachten wir noch etwas Zeit im Zimmer. Emanuel hat sich bei Radiator Services nach dem Stand der Dinge erkundigt und man versicherte ihm, dass der Kühler am Nachmittag  fertig sei. Um 11 Uhr checkten wir dann aus und hingen noch bis zum frühen Nachmittag in der klimatisierten Lobby rum. Dann kam der erlösende Anruf von Horst, dass wir unseren Bus abholen konnten. Wir bestiegen ein vor dem Hotel bereitstehendes Taxi. Der Taxifahrer war sehr gesprächig und liess sich über die Chinesen aus, die überall ihre Finger, bezw. Ihr Geld drin haben. Im Northern Industrial konnten wir unseren Nelson wieder entgegen nehmen. Nur hatte er einen von Grund auf massgeschneiderten, neuen Kühler. Das Ganze, inklusive Aus- und Einbau vermutlich für weniger als allein der Originalkühler bei Mercedes gekostet hätte. Wenn es den hier gäbe!

Nun mussten wir noch jemanden finden der unseren leckenden Chromstahl Wassertank schweisst. Wir hatten schon einen Tipp aus dem Overland Forum bekommen. Deshalb fuhren wir direkt zum Propshaft Center. Da schauten man sich die den Riss an und bestellten uns für den nächsten Vormittag.

Wir kehrten zurück zum Vineyard Camping wo wir sich Pam, die Chefin freute uns wiederzusehen und uns auch  wieder den Platz Nummer eins zuwies.

06.10.2016 Windhoek

Nach dem Frühstück fuhren wieder zum Prop Shaft Center wo man sich unseres Wassertanks annahm. Nach gut zwei Stunden war der Tank wieder dicht und sogar mit einem Winkelblech etwas verstärkt. Für umgerechnet Fr. 20.- hätte man uns Zuhause gerade mal eine Offerte gemacht.

Kaffee und Kuchen hatten wir an diesem Tag im Bougainvilleas Komplex. Übernachtet wurde noch einmal im Vineyard Camping.

07.10.2016 Windhoek – Mariental

Da wir das Glück hatten, drei Nächte im Kgalagadi Park buchen zu können, obwohl der sonst mehrere Monate im voraus ausgebucht ist, mussten wir uns nun in Richtung Süden auf die Piste machen. Wir gingen noch in die Grove Mall einkaufen und ärgerten uns wieder mal, dass bei der  Zufahrt zu den normalen Parkplätzen die Höhe auf 2,40 Meter beschränkt ist. Von unseren früheren Besuchen, kannten wir aber den Taxiparkplatz, von wo man über eine Überführung auch in das Einkaufzentrum kommt. Als wir zum Bus zurück kommen sind da zwei der sogenannten Autowächter da. Der eine hilft uns noch den Einkaufswagen vom Bürgersteig auf den Platz heben. Dann fragt er wieso wir den Wagen nicht abgeschlossen hätten. Tatsächlich war die Schiebetür nicht verriegelt. Er erzählte uns, dass zwei Burschen sich an der Hecktür zu schaffen gemacht hatten und er sie vertreiben hat. Danach habe er noch alle Türen geprüft und festgestellt dass die eine unverschlossen war. Es ist doch schön, dass man immer wieder feststellen kann dass es auf dieser Welt mehr gute Menschen als Gauner gibt.

An diesem Tag hatten wir es nicht eilig, weil wir wissen, dass man an unserm Ziel dem Bastion Farmcamping von 12 bis 14 Uhr keinen Einlass bekommt. Wir waren dann kurz nach zwei dort und erfuhren dass wir Glück haben, schon zum zweiten mal heute, weil von den Vier Stellplätzen drei gebucht sind. Am Hardap Dam findet am Wochenende ein Fischer-Wettbewerb statt. Die Fischer mit Familien trudelten im Verlauf des Nachmittag ein. Sie sind alle gut drauf und wir durften mal wieder einen Abend lang Afrikaans Musik hören. Zum Glück gingen sie aber früher ins Bett als wir. Dafür dröhnten dann die Bässe der Freitag Abend Weekend Party aus den Quartieren der Locals.

08.10.2016 Mariental – Mata-Mata

Wir haben mehr als 300 Kilometer Piste abgespult. Einen Teil davon durch ein Tal mit einem Trockenflussbett in dem aber schon viele Bäume grüne Blätter hatten.

Der Frühling kommt ganz unverkennbar. Da Christine schon zwei Tage Husten, tränende Augen und Atemnot hat, versuchte sie die typischen Symptome mit einer Heuschnupfen Tablette zu bekämpfen. Leider hat es nichts genützt.

Mata-Mata der Eingang zum Kgalagadi Park ist gleichzeitig der Grenzposten Namibas. Der Park gehört zu den Ländern Namibia, Südafrika und Botswana. Innerhalb dieses Gebietes gibt es keine Grenzkontrolle und je nachdem wo man ihn verlässt, bekommt man den Eintrittstempel des jeweiligen Landes in den Pass. Der namibische Polizist hat hier übrigens nicht bemerkt, dass Emanuel in Walvisbaai keinen Datumsstempel bekommen hat. Uns soll es recht sein, wir waren auf eine längere Diskussion eingestellt.

Als erstes wollten wir uns einen schönen Platz auf dem Camping sichern, aber schön war es nirgends. Heftiger Wind wirbelte Staub und Sand über den Platz. Wir fanden dann eine Stelle die nicht so exponiert war und stellten nur ein paar Gegenstände hin um den Platz als besetzt zu markieren. Dann machten wir uns auf einen kurzen Game Drive.

Wir sahen Oryxe und Spingböcke.

Ein Straussenpaar mit 13 Kücken

Der Park ist bekannt für seine Raubkatzen. Löwen, Geparde und Leoparden sollen hier oft gesichtet werden. Heute hatten wir aber auf der nur etwa 50 Kilometer langen Strecke kein Glück.

Der Abend wurde nach dem heissen Tag bald wieder recht kühl. Der Wind blies nicht mehr so stark aber es ging eine kühle Brise.

09.10.2016 Mata-Mata

Auch an diesem Tag waren keine Katzen zu sehen. Hauptsächlich gehörnte Viecher wie müde Springböcke,

aber auch äsende Giraffen

und ein neugieriger Strauss.

High Lights des Tages waren ein Sekretär

und Schakale oder Wüstenfüchse

Bei dem Gegenlicht konnten wir nicht genau ausmachen was das war.

Wir waren noch nicht lange zurück auf dem Campingplatz, da kam Hartmut zu uns. Er hatte ein Problem mit dem Dachzelt auf seinem gemieteten 4×4. Ein Bolzen war abgebrochen und ohne den konnte das Zelt nicht aufgeklappt werden. Er hatte angenommen das solche weitgereisten wie wir eine Schraube dieses Kalibers haben könnten. Haben wir schon! Aber um an diese zu kommen musste einiges von und aus der Sitzbank geräumt werden. Schliesslich wurde das passende Teil gefunden. Aber Harmut hatte auch keine Mutter denn diese ist nach dem Brechen des Bolzens irgendwo unterwegs liegen geblieben. Aber natürlich befand sich auch das in unserem Fundus. Aber Werkzeug hatte der arme Kerl auch keins in seinem Mietwagen. Da fand er, er komme doch am besten mit seinem Gefährt zu uns gefahren, dann erledigen wir das hier. Auch seine Frau Regine kam noch mit. Die Reparatur war dann schnell erledigt und wir wurden noch zum Dank auf ein Glas Wein eingeladen. Langsam wir unser Nelson zum mobilen Ersatzteillager.

10.10.2016 Mata-Mata – Tweerivier

An diesem Tag stand uns die Fahrt zum südlichsten Camp des Kgalagadi Parks bevor. Die Strecke ist zur einen Hälfte sandig bis tiefsandig, zur anderen Hälfte wellblechig und der Rest ist ganz OK J

Gesehen haben wir ausser wie an  den Vortagen die üblichen Viecher nur noch diesen Raubvogel

und oh Wunder einen Leoparden. Leider gibt es kein Foto davon denn er hatte sich in einer Höhle in den Schatten gelegt. Er war so weit weg dass man sogar mit unsern Feldstechern nur die Umrisse des Kopfes sehen konnte.

In Tweerivier angekommen sind wir gleich zum Empfang gegangen um uns anzumelden und dann auf den Camping um wieder einen Platz zu besetzten.

Dann noch einige Kilometer in nordöstlicher Richtung auf einer ganz passablen Piste wo wir aber auch nichts Neues sahen.  Schliesslich drehten wir wieder um.

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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