Auf den Hund gekommen

29.04.2016 Port Edward

Auch am Tag hat es weiter geregnet und gestürmt, zwar nicht mehr so schlimm, aber dazu war es noch kalt. Am Morgen nur noch 12 Grad das sind 18 Grad weniger als am Vortag. Wir sassen meistens in unserm Vorzelt und schliesslich räumten wir noch einen Teil der Sitzecke im Businneren aus. So war es am Abend nicht ganz so kalt. Eigentlich ein Tag zum abhaken.

30.04.2016 Port Edward

An diesem Tag haben wir beschlossen doch noch nach Swakopmund zu fahren. Vor einigen Tagen haben wir von RW Motors die Nachricht erhalten, dass die bereits im Dezember bestellte Windschutzscheibe angekommen ist. Das ist ein Monat früher als erwartet. Eigentlich wollten wir sie erst am Ende unserer Tour einbauen lassen. Aber die Werkstatt hat sich beklagt, dass das gelieferte Paket sehr gross sei und sie eigentlich keinen Platz dafür haben.

Der kürzeste Weg von Port Edward nach Swakop führt durch Botswana, aber das sind auf direktem Weg mehr als 2‘500 Kilometer. Dafür brauchen wir bei einem Durchschnitt von gut 300km/Tag mindestens 8 Tage.

  1. bis 03.05.2016 Port Edward

Da es auf dem T.O. Strand Camping einen günstigeren Wochentarif (700 Rand für Pensionierte) gibt, haben wir bis am Freitag verlängert obschon wir nur bis Mittwoch bleiben. Damit war eine Nacht gratis.

Am Wochenende war das Wetter nicht besonders gut, aber am Montag und Dienstag konnten wir einige Stunden am Strand verbringen.  Die letzten zwei Tag waren nur noch zwei Standplätze belegt. Die andern Camper sind am Montag alle weggefahren. Über das Wochenende waren auf den vorderen Campingplätzen mehrere grosse Eventzelte aufgebaut. Die Gemeinde der Sieben Tags Adventisten hatte hier ein grosses Treffen. So konnte man bereits am Freitagabend die grossen Autos der Prediger und sonstigen „Gurus“ bewundern, als da waren Mercedes 6,3 l oder Jaguars und andere grosse Schlitten.      

04.und 05.05.2016 Port Edward – Ballito

Emanuel wollte eigentlich auf dem kürzesten Weg nach Swakop fahren, aber Christine äusserte den Wunsch vorher noch ein Stück die Küste nach bis Ballito zu fahren. Sie hoffte dass dort noch etwas milderes Klima herrschte. Wir einigten uns, vorher noch im Nachbarort Salt Rock den Campingplatz zu besichtigen. So lange es ging fuhren auf der Nebenstrasse, mehr oder weniger der Küste entlang bis diese dann in die N2 mündete. Von da bis kurz vor Durban auf vier- und um die Stadt herum auf einer achtspurigen Autobahn. Das war vielleicht ein Gewusel. Wir sind solche Verhältnisse seit Kapstadt gar nicht mehr gewöhnt. Bei Ballito verliessen wir die Autobahn und kauften Proviant für die nächsten Tag ein. Dann ging es weiter nach Salt Rock. Der Camping ist sehr schön am Meer gelegen, einige Platz mit schönem Blick auf die Wellen waren sogar noch frei, aber es war uns viiiel zu windig. Deshalb beschlossen wir wieder zurück nach Ballito zu fahren, wo wir schon die letzten zwei Jahr jeweils ein paar Tage standen.

Als wir unsere Marquise aufstellten kam ein junger Gärtner und begrüsste uns mit „Welcome back!“ er wusste auch noch wo unser Bus das letzte Mal stand. Er packte auch gleich an und half uns beim Aufstellen, was wir mit einem Trinkgeld honorierten.

Den Rest des Nachmittags verbrachten wir dann noch am Stand.

Und das machten wir auch am nächsten Tag.

 

06.05.2016 Ballito – Fountain Hill Farm

Wenn wir einen Campingplatz verlassen ist es meistens etwa halb zehn, so auch an diesem Tag. Unseren Plan hatten wir wieder einmal kurzfristig geändert. Kurz vor Howick beschlossen wir die N3 zu verlassen und über die R103 durch die Midland Meanders zu fahren.

Howick Wasserfall

Im Piggy Wiggly stöberten wir in den kleinen feinen Läden und assen eine leckere Pizza, beim Tsonga Fabrikladen kaufte Emanuel Schuhe, Christine hatte sich in eine knallgelbe Tasche verliebt, die sie dann aber leider doch nicht mitgenommen hat. Bei Swissland Cheese deckten wir uns wieder einmal mit feinem Ziegenkäse ein (von Sarnergeissenmilch). Der Besitzerin freute sich auch uns wiederzusehen.

Langsam wurde es Zeit einen Campingplatz zu finden, aber die Plätze hier in der Gegend sind rar. Und die , die  wir in den letzten Jahren besucht haben, waren nicht gerade prickelnd. Deshalb entschieden wir uns für den bei der Fountain Hill Farm. Wir merkten aber bald dass wir diesen schon früher einmal besichtigt hatten und dort auf eine Übernachtung verzichtet hatten. Da es nun aber schon etwas spät war entschlossen wir uns aber doch hier zu bleiben. Bei der Farm kam die Maid und sagte uns dass der Platz und am Stausee sei, was man hier einfach Dam nett. Das wussten wir schon. Bald kamen wir zu einem lottrigen Kuhgatter das man nur mit Anheben öffnen konnte. Dann kam ein „Viehhüterdraht“ der gut sichtbar war und dann noch einer, den wir aber zu spät sahen und der zum Glück nur dünn war und den Nelson mühelos kappte. Da auf den Feldern eh keine Tiere waren spielte es auch keine Rolle.

Als wir am Platz ankamen mussten wir feststellen dass die Rasensprinkler am „sprinkeln“ waren und wir damit den Bus da auch nicht hinstellen konnten. Wir fuhren dann noch ein kurzes Stück weiter bis zum See wo wir dann eine  flache Stelle fanden. Strom gibt es hier nur am Toilettenhaus und damit viel zu weit weg von uns. Das war aber egal denn wir haben ja zwei neue, von der Fahrt voll aufgeladene Batterien im Bus. Nur dass das Wasser vom Durchlauferhitzer nur bei genügendem Wasserdruck heisses Wasser produzierte war etwas ärgerlich. Auch die Sauberkeit der Sanitäranlagen liess zu wünschen übrig. Alles in Allem war das für 200 Rand doch ein bisschen überteuert.

Gegessen haben wir seit langem wieder einmal drinnen, denn es wurde bald einmal ziemlich kalt auf etwa 1‘000 M.ü.M.

07.05.2016 Fountain Hill Farm – Kroonstad

Diese Nacht war die bisher kälteste auf dieser Tour. Bei einer Aussentemperatur von 4 Grad hatten wir im Auto nur 8 Grad. Mit der Fernbedienung schaltete Emanuel am Morgen vor dem Aufstehen die Standheizung ein. So  war es ein wenig angenehmer aufzustehen. Uns erwartete aber draussen dicker Nebel, also fand auch das Frühstück drinnen statt.

Die Farmers Frau kam noch vorbei um die 200 Rand zu kassieren und um uns zu erklären wie wir den Platz zu verlassen haben, weil die grosse Bewässerungsanlage über dem normalen Weg stehe und wir nicht unten durch kämen.

Wir packten unsere sieben Sachen zusammen und waren an diesem Tag schon um neun Uhr reisefertig. Den beschriebenen Weg fanden wir ohne Schwierigkeiten, aber der von Büschen gesäumte Weg war zum Teil ziemlich eng. Aber unser guter Nelson hat schon ganz andere Sachen geschafft.

In Mooi River bogen wir dann auf die stark befahrene N3. Nach etwa 40 Kilometer sahen wir, dass wir einen blinden Passagier an Bord, respektive am rechten Scheibenwischer hatten. Ein kleines Chamäleon sich mit seinen zweizehigen Füssen und dem Schwanz am Gestänge festgeklammert. Der Winzling war vermutlich bei unserer Fahrt durch die Büsche runtergefallen und dort hängen geblieben. Nach weiteren 10 Kilometern hielten wir bei einer Autobahnraststätte an der Tankstelle an und befreiten den Kleinen und setzten ihn in einen Busch. Vorher mussten wir aber noch verhindern dass ein diensteifriger Angestellter gleich mit dem Scheibenputzen anfing. Er staunte nicht schlecht als Emanuel das arme Tier vom Scheibenwischer klaubte.

Nach der Befreiungsaktion und dem Tanken ging es gleich weiter, denn wir hatten an diesem Tag fast 400 Kilometer zu fahren, was für uns eine Fahrzeit von etwa 5 Stunden bedeutete.

Ohne weitere Vorkommnisse erreichten wir schliesslich das Kroonpark Resort in Kroonstad. Während Christine die Toiletten inspizierte, quatschte Emanuel ein südafrikanisches Paar an. Sie meinten , uns letztes Jahr in Swasiland getroffen zu haben. So stellte sich heraus, dass die Beiden damals im Hlane Park unsere Nachbarn waren.

Die Toiletten bekamen das Prädikat kaum brauchbar, aber für eine Nacht ok. Der Platz liegt an einer viel befahrenen Strasse- also auch nicht so gut geschlafen.

403km 5:13h Sehr hügelige Strecke bis auf 1‘830M.ü.M.

08.05.2016 Kroonstad – Lobatse

Viele Kilometer, aber keine besonderen Vorkommnisse ausser, dass das Bremsenwarnlicht seit zwei Tagen wieder flackert und das die Bremskraft sehr schlecht ist. Ach, ja und der Wind blies wie am Vortag die ganze Zeit von Westen und da wir in nördlicher in Richtung fuhren, hatten wir ihn meistens von der Seite oder gar von Vorne. Das machte die Fahrerei nicht einfacher und auch nicht schneller.

Der Grenzübergang war auf der südafrikanischen Seite problemlos. Wir konnten sogar das aktuelle Carnet de Passage ausstempeln lassen. Die botswanische Zollbeamtin wollte das Neue aber nicht stempeln mit der Begründung, dass dies innerhalb der Zollunion nicht notwendig ist. Emanuels Argument, dass wir das alte Carnet in die Schweiz schicken müssten, zog bei Ihr nicht. Somit ist sein Verhältnis zu Frauen in Uniform oder Amtsstellen weiterhin getrübt. Wobei die Dame ja recht hatte aber muss man so stur sein? Dafür wurden wir nicht nach Fleisch oder Früchten gefragt, deren Einfuhr ja verboten ist. Der nette Herr interessierte sich mehr für unsere Reise und das Auto als für etwas anderes. Was wiederum Emanuels Meinung zwischen Weiblein und Männlein im Amt bestärkte.

Mit dem Phuduhudu Camping haben wir einen sehr schönen gepflegten kleinen Zeltplatz gefunden. Er gehört zu einer Jagdfarm. Wir hatten hier mal wieder ein eigenes Badhäuschen, eine schöne Feuerstellen und Braai.

Zudem noch Wachhunde einer davon eine Dogge. Ein Riesenvieh und ganz lieb bei seinem Gewicht schon fast zu lieb
Die Hunde blieben bis es dunkel wurde bei uns. Sie richteten sich auf unserem Groundsheet so ein , dass sie bequem vor unserer Türe liegen konnten und wir nur mit etwas Mühe ein- und aussteigen konnten.

Die Nacht war unruhig da der Bus quer zum Wind stand.

390km 5:15h

09.05.2016 Lobatse – Kang

Beim Frühstück besuchte uns noch Gina die Giraffe.

Die Gegend ist sehr flach, so flach dass man die Erdkrümmung sieht und damit meint, man fahre immer aufwärts. Sogar wenn der Höhenmeter auf dem GPS das Gegenteil anzeigt. Aber es sind jeweils nur 15Meter Unterschied auf ein bis zwei Kilometer. Der Wind blies unvermindert aus derselben Richtung. An diesem Tag fuhren wir die bisher längste Strecke auf unseren drei Reisen mit unserm Bus. Aber wir  kamen gut voran. Nur Kühe, Esel und Pferde die über die Fahrbahn schlichen bremsten uns hie und da aus. Schlimmer  waren die Kälber, die plötzlich auf die andere Strassenseite zu ihren Müttern rannten, die Bremsen funktionierten ja immer noch suboptimal.

Sharon, die Farmerin vom letzten Camping, hatte uns das Kalahari Rest Resort bei Kang empfohlen und da übernachteten wir auch. Ausser uns nur waren auf dem Camping nur einige Südafrikaner mit zwei Fahrzeugen. Emanuel war vom Stromkasten begeistert. Der war ganz neu und ausser den zwei typischen englischen Steckdosen gab es da noch den drei poligen wie wir ihn in der Schweiz haben. So was hatten wir bis jetzt noch nirgends.

Da es hier Ein Restaurant gab, und wir keine Lust hatten zu kochen oder Reste zu essen, liefen wir dort hin. Für  Christine gab es Chicken Snitzel (Schn scheint hier ein Zungenbrecher zu sein) und für Emanuel Filet. Dazu noch Pommes Frites und Gemüse. Es waren nach Südafrika relativ kleine Portionen aber gerade richtig. Ein kleines Stück Melktart (eine Art Pannakottakuchen mit Zimt) zur Nachspeise ging dann auch noch. Alles zusammen kostete uns Pula 335. Wie viel das in Schweizerfranken ist wissen wir noch nicht genau aber wir schätzen den Kurs 1:10.

Am Nebentisch sass eine südafrikanische Familie mit zwei Mädchen. Die kleinere konnte einigermassen laufen und wackelte schnurstracks zu Emanuel und schaute ihn ganz lang an. Als er sie hochheben wollte, streckte sie die Armr aus. Sie schaute ihn weiter an ohne einen Mucks zumachen. Nach einer Weile hatte sie dann genug gesehen und ging wieder. Ihr Vater erklärte uns sie habe eine Vorliebe für ältere Männer.

Nach dem Essen gingen wir unter einem herrlichen Sternenhimmel zurück zu unserem Auto. Es war warm genug, um draussen noch eine Partie Domino zu spielen bevor wir uns zur Ruh begaben.

 409 Kilometer 5:14h

10.05.2016 Kang – Ghanzi

Geweckt wurden wir von einem Hornbill (sieht etwa so aus wie ein Tukan) der in unserem Seitenspiegel einen Rivalen in  seinem Revier bekämpfte.

An diesem Tag fuhren wir schon um 8:45 los, und da wir eine verhältnismässig kurze Strecke vor uns hatten und der Wind eine Zeit lang schräg von hinten blies kamen wir gut voran. Die Gegen war immer noch sehr flach, aber eine 20 Meter und eine 30 Meter tiefe Senke wurden sogar mit Hinweisschildern als „Tal“ ausgewiesen. Man ist halt stolz auf das, was man hat.

Kurz vor zwölf kamen wir in Ghanzi an wo wir nur den Haupttank auffüllen liessen und fuhren dann noch die nur  fünf Kilometer lange, aber miserable Piste zur Tautona Lodge. Von der Rezeption dann noch etwa 1 Kilometer zum Campingplatz. Auch hier kein Gras,  aber Sand, sogar tiefer Sand.

251km 3:22h

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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