Nicht schon wieder!

22.04.2016 Mthatha – Port Shepstone

Die Nacht war etwas unruhig, wie immer in der ersten Nacht,  wenn wir in einem fremden Bett schlafen. Dazu noch die Sorge ob unser Bremsproblem heute gelöst würde. Nach dem Frühstück wollte Mark, der B&B Besitzer unbedingt noch Fotos vom Bus mit und ohne uns machen.

Am Vortag hatte uns Johann von Ronnies Motors angeboten, dass einer seiner Fahrer uns zu dem Bremsenspezialisten lotsen würde. Deshalb fuhren wir noch einmal zu seiner Garage und von dort im Konvoi an das andere Ende der Stadt. Wieder durch den obligaten Stau.

Bei Ash’s Breaks & Clutches hat man alles geprüft, aber es waren nur die hinteren Bremsbacken nachzustellen. Da Emanuel nur einmal mit dem Pedal pumpen musste schien ihm das nachvollziehbar. Das Flackern der Kontrollleuchte führten die  Mechaniker auf einen Kurzschluss in der Verkabelung zurück, weil sonst alles in Ordnung war. Damit konnten wir im Moment leben. Das Flackern hörte dann irgendeinmal auf, aber vielleicht ist nur die Birne defekt!?!?

Marc hatte uns ebenfalls abgeraten an der Wildcoast weiter zu fahren. Wir beschlossen also wegen der unsicheren Lage an der Küste unsere Pläne zu ändern und nach Kwazulu-Natal zu reisen, wo wir Port Shepstone als Ziel hatten. Das waren noch einmal 335km, zwar über eine gute Strasse aber durch sehr hügeliges Gelände.   Wir hatten in diesen beiden Tagen an der Wild Coast auf einer Strecke von 675Km Höhenunterschiede von knapp 12‘000 Metern zu bewältigen. Nelson hat sich tapfer geschlagen aber der Benzinverbrauch war auch überdurchschnittlich.

Bei Port Shepstone steuerten wir den Umtentweni Campingplatz an. Der Platz an sich war schön, direkt am Fluss, mit vielen grossen Bäumen, aber bei einem Preis von ZAR 260 waren die Sanitäranlagen suboptimal. So buchten wir mal erst für eine Nacht. Beim Aufstellen der Marquise kam es dann zur „Katastrophe“. Christine fiel rückwärts und versuchte sich mit der Hand abzustützen um ihren ramponierten Rücken zu entlasten. Das Handgelenk machte „knack“ und schwoll sofort an.  Sie hoffte, dass es nur verstaucht sei aber die Schmerzen wollten nicht nachlassen und so beschlossen wir in die nächst gelegene Privatklinik zu fahren.  In der Hibiscus Klinik wurden wir gleich zum Notfall geschickt wo man sich der Patientin annahm. Die erste Frage der Krankenschwester war? Natürlich die nach der Krankenversicherung. Als Ausländer ohne Versicherung müssten wir das  gleich bezahlen. Worauf Christine sie beruhigen konnte, das sei kein Problem. Der Dienstarzt Dr. De Beer untersuchte kurz den Arm und verordnete gleich Röntgenaufnahmen.  Der Orthopäde Dr. Babumba, ein lustiger Mann, überbrachte uns eine gute Nachricht: eine Operation war nicht notwendig, das Handgelenk sei glatt gebrochen. Er legte einen Gips an und Christine erhielt ein paar Schmerztabletten. Nach 6 Wochen kann der Gips weg. Beim Empfang mussten wir dann noch ZAR 2‘600 (ca. Fr. 175) bezahlen.

23.04.2016 Port Shepstone –  Port Edward

Nach einer unruhigen Nacht- Christine wusste nicht wohin mit dem Gipsarm, beschlossen wir auf einen Campingplatz am Meer bei Port Edward zu fahren auf dem wir schon vor gut zwei Jahren standen. Wir wussten zwar dass wir dort waren, hatten aber keine Erinnerung mehr daran. Da auch nichts Schlechtes hängengeblieben war fuhren wir mal hin zum Anschauen. Als wir vor dem Eingang standen waren die Bilder wieder da und wir beschlossen zu bleiben. Da demnächst ein langes Wochenende bevorstand und wir uns auf den Schrecken ein paar Tage Erholung gönnen wollten, buchten wir gleich neun Übernachtungen. Wir bekamen dadurch auch noch einen Rabatt und bezahlten so noch fast die Hälfte von dem was der letzte Platz kostete. Und einen Standplatz konnten wir uns auch noch  aussuchen. Auf der Suche trafen wir Thomas, der mit seiner Tochter vor ihrem Auto sass. Sie hatten ein Namibisches Nummernschild und häufig sind das Leute aus Deutschland, der Schweiz oder Österreich. Thomas half dann auch beim Aufbauen der Markise, da Christine für diese Arbeit ja jetzt ausfällt. Auch die drei Kinder wollten mithelfen. Später kam dann noch die Mutter, Beate dazu. Die fünfköpfige Familie ist für 8 Wochen in Namibia und Südafrika unterwegs. Da es ihre erste Reise im südlichen Afrika ist, fragten sie nach Tipps was man Anschauen kann, oder wo es schöne Zeltplätze gibt, oder auch besondere Attraktionen welche sie mit den Kindern unternehmen könnten. Soweit uns dazu etwas einfiel gaben wir es gerne weiter. Für die Mädchen war unser Auto ein enormer Anziehungspunkt. Sie wollten gar nicht zurück zu ihrem Standplatz und blieben dann bis kurz vor sechs bei uns.

20160423_150319

  1. bis 29.04.2016 Port Eduard

Wir nahmen es  etwas ruhiger als die letzten Tage. Mit lesen, schreiben, im Internet surfen und mit den Nachbarn reden, verging  die Zeit schnell. Emanuel hat dann noch die Querstange der Marquise verkürzt. Beim letzten Versuch diese einzusetzen ist Christine ja gestürzt. Nun kann er sie alleine montieren.

Die nächsten Tage machten wir Spaziergänge am schönen Strand des Zeltplatzes. Das Wasser ist hier viel wärmer als was wir bisher in den südlicheren Regionen hatten. Bei bewölktem Wetter ist die Luft sogar kälter als das Wasser. Das Meer ist ziemlich ruhig in dieser Bucht und Christine ziemlich traurig, dass sie das Wasser nicht geniessen kann.

Christines Gips machte ihr die ersten Tage Probleme weil er zu eng war und unsere Nachbarn fragten alle Tage wie es geht. Sie boten uns an, uns nach Port Shepstone in die Klinik zu fahren, damit wir die Marquise nicht ab- und wieder aufbauen müssten. Mit der Zeit liess die Schwellung des Arms aber nach und es wurde erträglicher. Eine Rücksprache mit ihrem Hausarzt in der Schweiz, ergab dass sie den Gips nach 4 bis 5 Wochen wieder abnehmen kann. Es ist ja auch in Namibia und Südafrika üblich, dass man die Röntgenbilder auf CD gebrannt bekommt, so konnte er sich buchstäblich selber ein Bild machen.

Bei schönem Wetter verbrachten wir den halben Tag am Strand. Die Wassertemperatur war sehr angenehm.  Christine konnte es nicht so richtig geniessen, aber mit einem Plastiksack über dem Gips bekam sie doch zumindest eine Ahnung wie es wäre, wenn…. Aber Schwimmen konnte Emanuel auch nicht richtig, die Wellen waren zwar nicht sehr gross aber die seitliche Strömung sehr stark.

Einmal Einkaufen nach Shelly Beach fuhren wir auch noch. Unser Nachbar Paul hat nach unserer Rückkehr geholfen die Marquise einzufädeln, da Christine mit ihrem Gips noch nicht so einsatzfähig war.

Am nächsten Tag wollten wir zur Beaver Creek Coffee Farm. Wir fanden aber den Weg nicht und im GPS haben wir es zuerst auch nicht gefunden. Schliesslich kamen wir zu einer einspurigen Baustelle und während wir warteten zeigte uns das GPS den Weg zur Farm aber doch noch an.

Dabei landeten wir zuerst bei „Sun Wild Coast“, einem Casino und anderen Attraktionen. Das kostete erst mal 20 Rand Eintritt. Für Kaffee und Kuchen war es uns eh noch zu früh, deshalb fuhren wir durch die Anlage Richtung Fluss. Wir stellten den Bus im Schatten eines Baumes ab und liefen die vielen Stufen hinunter bis zum Wasser. Dort gab es Liegestühle, einen Jetty, wo man mit einem Boot eine Flussfahrt machen konnte und eine Bar. Wir holten uns zwei Getränke und schauten dem Treiben auf dem Fluss zu.

Einen Rundgang durch das Casino selber machten wir danach auch noch. Da gab es Unmengen Spielautomaten, und einige Karten- und Roulettetische. Meistens sassen ältere Leute an den Automaten und versuchten ihr Glück. Auch einen ganzen Saal mit Kids- Games gab es.

Wir fuhren wieder zurück durch die Baustelle und fanden dann auch die Abzweigung zur Kaffeefarm. Wir fuhren an grossen Bananenplantagen und Macadamianussplantagen vorbei. Deren Nüsse mag Emanuel besonders gerne. Im Farm-Restaurant haben wir „Bottemless Coffee’s“ bestellt. Man bekommt die Tassen an den Tisch und holt sich selber aus Isolierkrügen den Kaffee. So kann man so viel von den  verschiedenen Haussorten probieren wie man mag. Und natürlich gab es auch ein feines Stück Kuchen dazu. Laut Reiseführer ist das Beaver Creek Coffee Estate  die südlichste Kaffeefarm Afrikas.

Als wir wieder auf dem Camping ankamen war kein Mensch da, kein Wunder bei mehr als 30 Grad im Schatten waren alle Nachbarn am Strand. Da niemand da war zum helfen, wollten wir versuchen trotz des Gipses die Marquise zusammen aufzustellen. Es brauchte ein wenig mehr Zeit- aber es klappte. So hatten wir wenigstens etwas Schatten. Bald kamen vom Meer her dicke Wolken und der Wind frischte auf, so dass wir auch die Seitenplanen  montierten. Für die Nacht war laut Wetterbericht sowieso Regen gemeldet. Vorher stürmte es aber noch so richtig, wir wurden die ganze Nacht durch geschüttelt. Nach zwei Uhr am nächsten Morgen schüttete es so dann auch noch richtig.

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
Dieser Beitrag wurde unter Afrikareise, Südafrika veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Nicht schon wieder!

  1. Alfred und Margrit Zeller schreibt:

    Liebe Christine und Emanuel, Gute Besserung und trotzdem eine schöne Zeit! wünschen Margrit und Fredi

    • Swissnomads schreibt:

      Danke, wir versuchen es. Allerdings müssen wir unsere Pläne aus verschiedenen Gründen ändern. Mehr im nächsten Beitrag.
      Liebe Grüsse
      Emanuel und Christine

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s