Auf der dritten Runde

  1. und 23. 02.2015 Kirchberg – Windhoek

Mit dem Zug zum Flug war wieder ganz easy. Emanuels Schwester war so lieb und hat uns zum Berner Bahnhof gefahren. In Basel und Mannheim mussten wir umsteigen.

Beim Einchecken in Frankfurt gab es wieder eine Diskussionsrunde weil wir keinen Rückflug gebucht haben. Unsere Argumente überzeugten dann schliesslich den hinzu gerufenen Vorgesetzten der Check- in- Dame.

Die gut 10 Stunden verbrachten wir mit wenig bis keinen Schlaf, obwohl der Flieger nicht voll war und wir jeder 2 Plätze zur Verfügung hatten.

Neu war im Windhoeker Flughafen war die Frage ob wir kürzlich in Siera Leon waren und mit einer Wärmebild Kamera unsere Körpertemperatur gescannt wurde. Nicht neu war aber die Frage nach dem Rückflugticket. Hier war es wegen einer ziemlich ruppigen Beamtin und der wegen des Schlafmangels ziemlich pampig antwortenden Christine schon etwas nerviger als in Frankfurt. Aber sie liess und dann schliesslich doch noch einreisen.

Statt des gebuchten Toyota Corolla bekamen wir einen Nissan X-Trail vom Autovermieter. Damit suchten wir als nächstes in Windhoek das Hilltop Guesthouse auf, wo wir für eine Nacht ein Zimmer gebucht hatten.
In der Stadt machten wir noch ein paar Einkäufe und am Abend besuchten wir das Stellenbosch Restaurant in Klein Windhoek. Zum Glück hatten wir einen Tisch gebucht, es war rappelvoll. Das Essen und der Service waren ausgezeichnet. Man hatte sogar eine Brille für Christine, die ihre wieder mal vergessen hatte.

24.02.2016 Windhoek – Swakopmund

Nach einer erholsamen Nacht und einem feinen Frühstück auf dem Balkon vor unserem Zimmer machten wir uns auf den Weg nach Swakopmund.
Die 360km bis Gut Richthofen legten wir schnell zurück, je weiter wir nach Westen fuhren um so brauner wurde die Landschaft. Um Windhoek und bis ungefähr Okahandja war es noch recht grün, obwohl auch hier , wie überall, alle auf den grossen Regen hoffen.

Mit Susanne ging Emanuel, dann zur Halle um Nelson zu holen. Aber böse Überraschung: Der Bus war zwar die ganze Zeit am Strom angeschlossen, aber die interne Sicherung war aus, wahrscheinlich ist das bei unserer Putzwut vor dem Einstellen passiert. Beide Batterien waren flach und wir mussten ihn stehen lassen und über Nacht aufladen. Eigentlich sollten wir den Wagen noch an diesem Tag zu Vermieter bringen, Da wir am Abend aber in der Stadt essen wollten, haben wir die Miete für den Toyota um einen Tag verlängert.

Emanuel wollte dann im The Tuc angerufen um einen Tisch zu reservieren. Er staunte, dass der Herr am Apparat gleich „guten Tag“ sagte und sich mit ihm auf Deutsch verständigte. Na ja, Namibia ist halt eine ehemalige deutsche Kolonie und es gibt noch viele Deutsch sprechende im Land. Im Restaurant angekommen, gab es aber keinen Tisch für uns. Es stellte sich dann heraus, dass es hier keinen deutschsprachigen Angestellten gibt. Der Chef war aber so nett, noch im nahe gelegen Jetty anzurufen, aber auch dort hatten sie keinen Tisch für uns. Wir wurden einstweilen in die Bar geschickt mit dem Versprechen uns doch noch unterzubringen. Nach kurzer Zeit erhielten wir einen schönen Platz, super Essen und einen exzellenten Service.

  1. bis 27.02.2016 Swakopmund

Mit einem Blick in den Reiseführer und dem Vergleich der Telefonnummern auf unserem Handy haben wir dann festgestellt, dass der Tisch irrtümlich im Restaurant Brauhaus reserviert wurde. Aber auf Eisbein und Sauerkraut hatten wir sowieso keine Lust.

Mit Einräumen, einigen Verbesserungen und kleineren Reparaturen verbrachten wir die ersten Tage. Zwischendurch fuhren wir auch nach Swakopmund um den Mietwagen zurück zu bringen. Aber auch Einkaufen und das Meer anschauen, nein baden hat uns nicht gereitzt, obwohl es doch noch einige Unerschrockene hatte, die sich im Wasser getummelt haben.(Wassertemperatur 18 grad) Am schönsten war es im Jetty bei einem feinen Sushi. Da haben wir auch mehrere Delphine und einen Seehund gesehen.

Kaffee und Kuchen hatten wir auch zweimal. Und einen grossen Bund dünne Spargeln vom Swakop- River direkt von der Farm mit Butter und Salz in der Bratpfanne gebrutzelt, ein Gedicht.

Samstag fuhren wir nach Swakop um die Einkäufe für die nächsten Tage unterwegs zu tätigen. Samstag sind die Geschäfte meistens voll aber am Tag vor Monatsbegin, der Horror. Es war nämlich Zahltag und da klingeln die Kassen unablässig. Anstehen bis zum geht Nichtmehr. Das war keine gute Idee.

28.02.2016 Swakopmund – Solitaire Guestfarm

Nun ging es endlich los. Wir nahmen Abschied von Susanne und Michael unseren Gastgebern auf Gut Richthofen.

Bis Walvisbaai und ein Stück in die Wüste fuhren wir etwa 50km auf Teerstrasse und dann noch etwa 250Km Piste bis zur Solitaire Guestfarm. Eine Erfrischung im Pool weckte die Lebensgeister wieder.

Die Temperatur im Bus stieg von angenehmen 25 Grad bis auf knapp über 40 Grad. In der Nacht kühlte es auch nicht stark ab, sodass der Schlaf eher unruhig war.

29.02.2016 Solitaire – Aubures Camping

Wir standen um acht Uhr auf und mussten für das Frühstück Stühle und Tisch in den Schatten stellen.

Im winzigen Ort Solitaire kauften wir uns den obligaten und legendären Apfelstreuselkuchen den wir aber erst am Nachmittag am Zielort verspeisten.

Auf der Fahrt waren es wieder schweisstreibende Temperaturen wie am Vortag.

 Um kurz vor drei Uhr kamen wir dann auf der Aubures Farm an wo uns der Farmer den Weg zum etwa 1 Kilometer entfernten Camping erklärte.

Heute waren es 280km nur Piste und dem entsprechend viel Staub im Bus

Camping:
6 Plätze, kein Strom
Dusche Heisswasser
N$ 100/Person

Stockfinster am Abend, da ausser Taschenlampe kein Licht, dafür aber ein überwältigender Sternenhimmel.

01.03.2014 Aubures Camping – Canyon Roadhouse

Heute sind wir etwas früher losgefahren und es war “nur” 33 Grad, aber es wurde dann 41,6 im Wageninneren.



Die Piste führte uns durch ein hügeliges Gebiet, bis auf 1720m.ü.M. Das schaffte Nelson zum Teil nur im ersten Gang.
Ein besonderes Highlight etwa 40 km vor Helmeringhausen sahen wir zwei Tiere vor uns auf der Strasse laufen. Zuerst dachten wir an Antilopen, näher dran sah es aus wie Hunde. Sie hatten ein ordentliches Tempo drauf. Schliesslich sahen wir dass es zwei Geparde waren. Mit etwa 50Km/h holten wir sie langsam ein. Der eine verliess zuerst die Strasse, aber der zweite rannte noch ein gutes Stück weiter. Er versuchte dann, sich vor dem Farmzaun, hinter einem Busch zu verstecken. Das gelang ihm aber nicht so richtig und als er bemerkte, dass wir ihn beobachteten, wurde er hektisch und prallte in seiner Panik in einen Busch. Da fuhren wir lieber weiter damit er wieder zur Ruhe kam.


Als wir bei Seeheim auf die C12 abbogen wurde die Piste sehr schlecht. In der Gegend hat es vor einigen Wochen heftig geregnet und wir hatten das Gefühl in einem ausgetrockneten Bachbett zu fahren.
Wir stellte unser Auto am Road- House- Campingplatz ab und stürzten uns erst einmal ins kühle Wasser des Pools. Hier kamen mit einer südafrikanischen Familie ins Gespräch. Sie luden uns zu einem Drink ein, und teilten ihre Pommeschips mit uns. Für uns sind solche Situationen immer noch ungewohnt. Diese Herzlichkeit kennen wir von Daheim halt nicht.

Als wir zum Bus zurückkamen, stellten wir im Inneren einen schlechten Geruch fest. Zuerst verdächtigten wir den Abwassertank. Als es dann aber unter dem Beifahrersitz laut zischte war die Ursache bald ausgemacht. Die Optima Starterbatterie war nach oben gewölbt und sehr heiss. Die fünf Monate ohne Strom hat sie offensichtlich nicht Schadlos überstanden. Geladen ist sie noch aber Emanuel hat sie vorsorglich vom Ladegerät abgehängt. Es muss dringend ein Ersatz her.

Die Gesamtstrecke von 320km teilte sich in etwa 230km Piste und 90km Teerstrasse.

02.03.2016 Canyon Roadhouse – Mariental

Nach dem Frühstück hat Emanuel Bei Midas im südafrikanischen Springbock versucht telefonisch herauszufinden ob die Ersatz für unserer defekte Batterie haben. Leider machte der Mitarbeiter keinen sehr kompetenten Eindruck so dass wir beschlossen wieder nach Norden zu fahren. Wieder war es Berti Ham von Savanna Car Hire der uns half jemand in Windhoek zu finden der für Abhilfe sorgen konnte. Er empfahl uns Ulli’s Services, hat uns später aber noch angeboten, bis nächsten Dienstag eine Original Optima Batterie aus Südafrika zu organisieren. Aber fünf Tage wollten wir nicht warten und diese Marke kostet hier zweimal so viel wie in der Schweiz.

Die mehr als 600km konnten wir an einem Tag nicht schaffen, deshalb beschlossen wir in der Nähe von Mariental für eine Nacht auf dem „Bastion Farmyard“ Camping zu stehen. Die schlechte Strecke der C12 umfuhren wir auf der D545. Da wir einen Teil der Strecke auf geteerter Strasse gefahren sind, musste auch nur halb so viel Dreck aus dem Auto entfernt werden. Emanuel hat zwar versucht die Türen mit Dichtungsband zusätzlich abzudichten, was leider nichts genützt hat.

Im kleinen Restaurant des Campingplatzes lachten uns Kaffee und Kuchen an. Man hat ja so seine Gewohnheiten. Alle 6 Plätze sind mit einem eigenen Bad und Abwaschmöglichkeit ausgerüstet. Alles ist sehr sauber und einladend. Davor gib es auch noch eine gedeckte Terrasse und einen grossen Braai. Die Terrasse war auch sehr praktisch als es am Abend anfing zu regnen. Das kleine Gebäude war mit einem Wellblechgiebeldach überdeckt aber hinten und vorne offen. Wir überlegten uns noch, die Stühle in das Badezimmer zustellen, da der Wind ziemlich heftig von der Terrassenseite her blies.

Auf der Fahrt stieg das Thermometer „nur“ auf 39.5 Grad.

Gesamtstrecke 380km davon etwa 80km Piste.

03.03.2016 Marienthal – Windhoek

Der Regen hielt mit kurzen Unterbrüchen die ganze Nacht an. Da der Wind über Nacht gedreht hatte, war der Fussboden des Badezimmers sehr nass. Zum Glück hatten wir die Stühle nicht dort rein gestellt.

Bei Regen mussten wir packen und fuhren dann zeitig los. Auf 200km bis hinter Rehoboth regnete es konstant. Je näher wir nach Windhoek kamen um so mehr lichtete sich der Himmel.

Zuerst fuhren wir zum Arebbusch Resort wo wir diesmal leider keinen Luxury Camping (mit eigenem Badezimmer) bekamen. Dafür konnten wir unseren Platz selber aussuchen. Diesen markierten wir mit unserem Tisch als besetzt und fuhren dann weiter zu Ulli’s Services im nördlichen Industrieviertel. Ulli hat die Batteriekästen ausgemessen und versichert da könne er die 65Ah Batterien unterbringen, die er bis morgen früh besorgen will.

Während der Fahrt nach Windhoek sank die Aussentemperatur unter 20 Grad. Am Zielort wurde es dann bei Sonnenschein bald wieder 33.5 Grad.

Die Fahrt war bis auf wenige Kilometer nasse Piste vom Campingplatz zur B1, fast 270km nasse Teerstrasse.

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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Eine Antwort zu Auf der dritten Runde

  1. Themba schreibt:

    Meine Lieben. Wir sind wie immer bei euch dabei. Geniesst jede Minute. Danke für eure Berichte. Freuen uns jedesmal. Herzlichst. Jeannette und Martin mit Themba und Monster

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