Abseits der üblichen Routen

  1. und 17.08.2015 Hamakari

Wir machten den beiden Tage nicht viel besonders ausser, dass wir „schnell“ mal nach Otjiwarango zum Einkaufen gefahren sind. Das sind hin und zu zurück „nur“ etwa 180 Kilometer. Aber es herrschte nur wenig Verkehr, auf der ganzen Strecke haben uns weniger als 20 Fahrzeuge überholt. Erlaubt sind ja 120km/h und wir waren nie mit mehr als 80km/h unterwegs.

18.08.2015 Hamakari – Oppi Koppi

Nachdem wir alle unsere Wassertanks mit gutem Hamakari- Wasser aufgefüllt hatten, verabschiedeten wir uns von Sabine, wo wir uns wie immer sehr willkommen gefühlt haben. Da wir gestern unsere Vorräte aufgestockt hatten fuhren wir durch bis Outjo, dort wollten wir bei Shell unsere Benzintanks auffüllen, denn Shell nimmt als einzige Kreditkarte. Aber ausgerechnet heute war sie zu. Das hiess tanken bei Puma. Danach spulten wir nur noch die Kilometer bis Kamanajab ab, die Strecke bietet ja nicht gerad viel Abwechslung.


Als wir nun schon zum drittenmal im Oppi Koppi Camping erschienen wurden wir schon als alte Bekannte begrüsst. Platz Nummer fünf bekamen wir diesmal nicht. Aber neben uns standen Constanze und Thomas, die schon seit 3 Jahren mit ihrem MAN Lastwagen unterwegs sind. Sie sind auf der Westseite durch den Afrikanischen Kontinent bis nach Namibia gefahren und die Reise geht noch weiter.

19.08.2015 Oppi Koppi – Khowarib Lodge

Auf Hamakari hat uns Willy von einer Region in Kakokoland erzählt, die er gerne mal bereisen wollte. Da dies etwa in der Richtung lag, die wir uns für die nächsten Tage vorgenommen hatten, beschlossen wir dort hin zu fahren. Man muss alles mitnehmen, d.h. Benzin tanken und Wasser aufstocken. Bei der Shell in Kamanjab ging es heute afrikanisch zu. Von den fünf Tanksäulen wurde die längste Zeit nur eine bedient. Drei Angestellte quatschten im Kassenhäuschen. Wir hatten es ja nicht furchtbar eilig, aber nerven tut es trotzdem. Endlich konnten wir uns auf den Weg machen.
Nach 15 Kilometern kam uns ein hupender Wagen entgegen, am Steuer sass Sarien vom Etosha Roadside Camp wo wir kürzlich die Löwen zu Besuch hatten. Wir hielten an und quatschten ein bisschen und dann ging es wieder weiter.
Nach weiteren 35 Kilometern bogen wir auf die Kamdescha Road ab. Hier holperten wir auf einem besseren Feldweg zwischen einfachen Hütten, winkenden und bettelnden Kindern und Kühen durch. Als dann keine Menschen mehr in Sichtweite waren hielten wir an und Emanuel liess Luft aus den Reifen ab, was für steinige und sandige Piste besser ist. Südafrikaner sind da sehr radikal, Tiefsand mit 1 Bar oder sogar darunter. Wir fahren solche Wege mit etwa einem Bar weniger als auf Asphalt und damit bis jetzt gut gefahren.
Beim Kamdescha Gate wurden wir zwar registriert, aber es wurde keine Desinfektion und Fleischkontrolle durchgeführt, da wir von Süden nach Norden fuhren.
Unser GPS führte uns dann in das Trockenflussbett des Ombonde, wo wir auf 30 Kilometer durch mehr oder weniger tiefen Sand pflügten.

Hier sahen wir Giraffen und Springböcke und vereinzelt Oryx, welche aber jeweils schon früh das Weite suchten. Bei der „Klein Seregenti“ genannten Ebene stiegen wir wieder aus dem Flussbett aus. Hier erlebten wir eine eindrückliche, weite Fläche mit vereinzelten niederen Mopanewäldchen. Dazwischen waren Zebras, Giraffen und Oryx zu sehen. Der herumliegende Elefantenmist sowie Fussspuren und Abdrücke von grossen Tatzen liessen darauf schliessen dass sich hier auch noch andere Tiere tummeln. Leider haben wir die nicht gesehen aber am späten Nachmittag hörten wir in der Nähe Löwengebrüll.
Schliesslich erreichten wir die C43 auf der wir in nördlicher Richtung die Khowarib Lodge und deren Camping erreichten. Dieser liegt an einem Wasser führenden Flüsschen, aber die Standplätze sind sehr staubig. Der Boden besteht aus dem ähnlichen grauen Pulver was wir in der Etosha hatten. 300 N$ für zwei Personen pro Nacht war auch schon fast so teuer wie im National Park.

20.08.2015 Khowarib Lodge – Otjikondavirongo – Bush Camp

Da wir auf Khowarib zwischen den Bergen standen brauchte es etwas länger bis die Sonne auf den Platz schien. Bis wir das Frühstück fertig hatten war sie aber da.
Danach machten wir uns auf nach Sesfontein, wo die einzige Tankstelle im Umkreis von 60 Kilometern steht. Sonst hat der Ort nicht viel zu bieten ausser zwei kleinen Geschäften und einigen Campingplätzen. Hier wollten wir aber nicht bleiben, denn wir hatten uns vorgenommen auf Nebenstrecken zum Robbie’s Pass und von dort zum Camp „Aussicht“ zu fahren. Die ersten 20 Kilometer auf der Strasse nach Puros waren extrem wellblechig, aber zum Glück wollten wir nicht dorthin. Auf einem Strassenschild stand nämlich, dass die Piste die nächsten 100 Kilometer so schlecht ist. Wir bogen dann auf die D3705 ab die aber streckenweise nicht besser sondern vielleicht sogar schlimmer war. Aber sie war schliesslich auf dem GPS auch als 4×4 Weg angezeigt. Die felsigen Hügel links und rechts hatten interessante Musterungen und neben der Strasse war der Boden zeitweise mit weissen Quarzsteinen übersät. Hie und da fuhren wir an kleinen Siedlungen mit Lehmhütten und Zelten.

Kühe, Pferde, Ziegen und Schafe werden in dieser kargen Landschaft gehalten. Vereinzelnd sahen wir auch Springböcke. Unterwegs mussten wir feststellen, dass beim durchtreten des Bremspedals das rote Warnlicht auf leuchtete. Bei einem Zwischenhalt füllte Emanuel mal Bremsflüssigkeit nach, aber das löste das Problem nicht. Vermutlich sind die Bremsbeläge langsam durch, bei so vielen Kilometern Staubpiste wäre das nicht verwunderlich. Eine gründliche Überholung des Busses wird in Swakopmund fällig sein. Als wir In Otjikondavirongo ankamen konnten wir den Weg zu Robbie’s Pass nicht finden. Schliesslich fragten wir einen jungen Mann welcher hier die Bauführung für einen grösseren Schulkomplex macht. Er erklärte uns, während er unser Auto musterte, dass wir mit diesem Gefährt nicht über den Pass kommen würden. Er habe es kürzlich mit seinem Toyota Land Cruiser nur knapp geschafft. Sein Angebot uns über den Berg zu schleppen oder bei ihm im Camp zu übernachten, lehnten wir dankend ab und machten uns auf den Weg zurück Richtung Sesfontein. Dass wir es aber bei Tageslicht kaum schaffen würden, wussten wir. Hatten wir doch für den Weg dorthin schon mehr als 3 Stunden gebraucht. Deshalb schauten wir uns ab etwa 16 Uhr nach einem möglichen Bushcamp um. Das war aber nicht einfach denn meist hatten wir links und rechts der Piste Steinwüste mit grossen Steinbrocken. Schliesslich fanden wir eine grössere Fläche mit kleineren Steinen, auf der wir uns einige hundert Meter vom Weg entfernt stellten.

Unser Auto ist schlecht zu verstecken und von der Strasse aus waren wir immer noch gut sichtbar. Aber das einzige was wir in der Nacht hörten war ein Schakal.

21.08.2018 Bush Camp – Klein Serengeti
Am Morgen um etwa 7 Uhr fuhr ein Bakkie vorbei und als wir frühstückten sahen wir etwa 500 Meter entfernt eine Herde Kühe vorbei zotteln. Niemand kümmerte sich um die komischen Zigeuner die da mitten im Nirgends standen.

Wir fuhren noch den Rest der Strecke bis Sesfontein, wo wir aber nicht tankten weil der Haupttank war noch halb, der Zusatztank und der Kanister immer noch ganz voll waren. Das sind zusammen 200 Liter und reicht noch lange.
Wir wollten ursprünglich nach Palmwag fahren, Christine machte dann aber den Vorschlag noch einmal in das Gebiet Klein Serengeti zu fahren. Scheinbar hat sie Geschmack am Bush Camp gefunden. Kurz bevor wir fuhren wieder in der Nähe des trockenen Flussbett waren, hatten wir eine riesige Staubwolke in der Fahrerkabine, dann noch einmal. Wir konnten uns nicht erklären warum, darum hielten wir an und Emanuel machte eine Runde um den Bus. Die Hecktür war ein Spalt offen, die Verriegelung des linken Flügels hatte sich gelöst und der aufgewirbelte Staub wurde hinten rein gesaugt. So ein Dreck, alles war mit einer dicken Schicht feinstem Pulversand überzogen.

Nach dem die Türen wieder richtig geschlossen waren, fuhren wir noch ein kurzes Stück weiter und suchten uns einen flachen Platz zwischen den Mopanebäume. Das war hier ziemlich einfach, aber anstatt gemütlich im Sessel zu sitzen und die Landschaft und eventuelle Tiere zu beobachten, kam das grosse Putzen. Alles was herum lag musste rausgeräumt und abgebürstet werden. Und da liegt einiges herum! Danach alle Flächen nass abwaschen und dann alles wieder einräumen. Das alles bei fast 40 Grad. Wir waren dann selber dreckig und verschwitzt sowieso und waren froh um unsere Outdoor-Dusche. Das Wasser aus dem Tank war lauwarm und tat richtig gut.
Wir hörten noch einen Löwen brüllen, sonst war die Nacht sehr ruhig.

22.08.2015 Klein Serengeti – Hoada Camp

Wir fuhren durch die Klein- Serengeti Ebene, ein Stück auf unseren Spuren zurück und bogen dann auf den Otjitheka Trail. Der Himmel war schon am frühen Morgen leicht bewölkt. Inzwischen war er komplett bedeckt, was uns zwar ein angenehmes Reiseklima verschaffte, aber es kam die Befürchtung auf, dass bei allfälligem Regen die die Trockenflussbetten nicht mehr ganz trocken sein könnten. Langsam kamen wir in höhere Regionen und der Pfad wurde immer steiniger. Zum Teil mussten wir sogar Felsenstufen überwinden. Oft kamen wir nur Schritttempo vorwärts und man musste die Route sehr sorgfältig wählen. Diese Strecke ist ziemlich anspruchsvoll und verlangt von Fahrzeug und Fahrer alles ab. Es erinnerte uns an den Baviaanskloof, wenn auch die Landschaft hier völlig ander s, und der Schwierigkeitsgrad auch noch etwas höher ist.

Kurz bevor wir zum Vet Fence kamen erreichten wir einen Wasser führenden Bach, den wir etliche durchqueren mussten. Das Wasser war nicht tief aber die Böschungen mit grossen Steinen und Löchern machten es mühsam.

Beim Gate der Maul- und Klauenseuchen Kontrolle mussten wieder Schuhwerk und Reifen desinfiziert werden. Nach Fleisch wurden wir nur gefragt, ohne dass wir den Kühlschrank öffnen mussten. Unser Fleisch, aus der seuchenfreien Zone, hatten wir vorsorglich wieder oben auf dem Bett versteckt. Von hier bis zur C40 waren es nur noch wenige Kilometer und der Pfad schon deutlich besser als die letzten 30 Kilometer. Bis zum Hoada Camp kamen wir uns fast wie auf einer Autobahn vor, wir brausten mit bis zu 60km/h über die Piste.
Das Hoada Camp wird von der Grootberg- Lodge gemanagt, ist aber ein Comunity-Camp. Der junge Mann, der sich um die Gäste kümmert, erzählte uns, dass das Land seiner Familie gehörte, die es an die Gemeinde abgegeben hat. So wurde das Camp errichtet und es haben ein paar Leute aus dem Dorf einen Job. Im Camp sind die Plätze sehr gross, man sieht und hört nichts vom Nachbarn und wird nur von Dassies beobachtet. Jeder Platz ist um grosse Felsbrocken angeordnet. Abwaschbecken, Toilette und Dusche sind zwischen den Felsen integriert. Warmes Wasser gibt es vom Donky. Strom hat es keinen.

Aber es gibt einen Pool der früher eine Kuhtränke war und eine Bar in den Felsen. Alles in Allem ein sehr schöner Platz. Unsere Nachbarn, lernten wir kennen, weil sie unser Auto von oben aus gesehen hatten. Der späte Nachmittag brachte tatsächlich ein paar Regentropfen, obwohl sich alle einig waren, dass es sich bei den Wolken um „political clouds“ handelt, (versprechen viel und halten nichts). Am Abend kam ein zwölfköpfiger Chor von der Kirchengemeinde zu jedem Platz zum singen und tanzen. Mitgemacht haben mit Feuereifer alle, vom Kind bis zur Grossmutter. Sie baten um eine Spende, damit sie sich Uniformen und Blasinstrumente kaufen können. Zur Zeit beherrschen zwei Kinder ein Blaseninstrument, aber nur ein Instrument steht zur Verfügung.

 

 

 

 

 

 

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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