Über das Okavango-Delta

12.07.2015 Kaziikini Camp – Maun

Die Hälfte der Strecke war Piste und diese war sehr „wellblechig“ und mit vielen Löchern. Auch einen Veterinärzaun mussten wir passieren. Da wurden die Räder mit Desinfektionsmittel abgesprüht und man muss aussteigen und in einem Becken auf einem nassen Jutesack herum trampeln. Dann wurde noch kontrolliert ob wir Fleisch und Obst dabei hätte. Erstes hatten wir keins, aber eine Mandarine durfte nicht mit. Wir sollten sie gleich essen, aber sie war faul also schmissen wir sie weg.

Nach einigen weiteren Kilometer übler Piste kam dann endlich wieder einmal Teerstrasse.

Kurz vor dem Zentrum von Maun angekommen schauten wir uns als erstes den Campingplatz des Crododile Camps an. Wo wir vor Jahren einige Tage in einem schönen Bungalow verbrachten. Der Platz ist immer noch so wie wir ihn in Erinnerung hatten, nämlich staubig und sonst nichts. Die Toiletten und Duschen sind völlig verwahrlost und es war auch nur ein junges Paar dort weil es, wie sie sagten megabillig ist. So fuhren wir weiter zum Audi Camp. Der war schon deutlich besser, ist aber als laut verschrieen. Deshalb schauten wir uns noch den vom Island Safari Lodge an und entschieden uns für eine Nacht hier zu bleiben und dann zu entscheiden ob wir verlängern oder nicht. Erstaunlicherweise ist es hier in Maun nicht so schwierig einen Platz zu bekommen wie in Kasane. Wir stellten Teppich, Tisch und Stühle auf um unser Revier zu markieren und fuhren dann ins Zentrum zum Einkaufen. Als wir an einer Tankstelle vorbei fuhren piff ein Landrover-Fahrer laut durch die Finger und winkte uns. Wir wussten nicht wer es ist hielten aber an und Emanuel stieg aus um mit ihm zu reden. Es war Rene Bauer den er nicht persönlich kannte, der aber unsren Blog schon lange abonniert hatte und einige Male gemailt hatte. Er ist in umgekehrter Richtung unterwegs und will nach Malawi. Leider war es nur eine kurze Begegnung, aber wer weiss vieleicht sieht man sich irgendwo wieder.

Maun ist die viertgrösste Stadt von Botswana, macht aber irgendwie einen provisorischen, zusammen gebastelten Eindruck. Zudem hat es einen ländlichen Anstrich. Esel und Kühe sieht man immer wieder auf der Strasse und man muss aufpassen, dass man nicht in einen Kuhfladen tritt. Am lustigsten fanden wir das Huhn welches direkt vor dem internationalen Flughafen eilig über die Strasse rannte.

Auf dem Campingplatz standen auch zwei so genannte Overlander-Busse, die wegen dem günstigen Preis gerne von jungen Reisenden aus allen Ländern benutzt werden. Diese Gruppen sind als laut bekannt und wir mussten auch schon den Platz wechseln. Aber in letzter Zeit haben wir keine schlechten Erfahrungen gemacht. Bis auf die Frösche und eine Kuh am andern Flussufer, welche entweder nach ihrem Kalb oder einem Bullen rief war es hier sehr ruhig. Später kamen dann noch bellende und jaulende Hunde dazu. Lange vor Tagesanbruch krähten dann auch noch die Gockel. Eben Land… Aber auch ein bisschen Wildnis- Hippos waren nachts zu hören und sogar- weit entfernt- Löwengebrüll.

13.07.2015 Island Safari Lodge Maun

Da unser Internetguthaben schon aufgebraucht ist mussten wir im Ort den Mascom Laden aufsuchen. Dort sitzt man in einer Bankreihe in der Warteschlange und rutscht jedes Mal wenn ein Schalter frei wird einen Sitz weiter. Schliesslich waren wir an der Reihe und unser Problem konnte rasch gelöst werden. Danach fuhren wir zum Flughafen, ja der mit dem Huhn, um uns nach dem Preis für einen Rundflug über das Okavangodelta zu erkundigen. Kaum aus dem Bus ausgestiegen, fragte uns eine Frau in Berndeutsch ob wir aus Bern kommen. Sie lebt schon 30 Jahre in Botswana, kennt sich hier aus, bot uns Übernachtung bei sich zu Hause an und empfahl uns die Kavango Air für den Rundflug. Für 45 Minuten kann man hier eine Cesna, die maximal drei Passagiere aufnehmen kann, für 2‘500 Pula chartern. Das war deutlich günstiger als das Angebot bei der Lodge entschieden wir uns für einen Flug am nächsten Tag.

Auf dem Zeltplatz kam eine niederländische Familie an. Die zwei Töchter interessierten sich für unsren Bus und der Vater wollte Tipps für die Weiterfahrt in den Chobe Park. Die vier haben eine ziemlich anspruchsvolle Tour geplant und vorgebucht. In fünf Wochen von Johannesburg durch Botswana, dann einen Abstecher auf die sambische Seite zu den Victoria Fällen, dann wieder nach Botswana. Von da nach Namibia durch den Caprivi Zipfel und noch hinunter bis zum Fishriver Canyon. Zum Schluss Heimflug von Südafrika aus. Nach einer Woche hat der Vater bereits gemerkt, dass das wohl ein bisschen viel ist.

14.07.2015 Island Safari Lodge Maun

An diesem Tag machten wir den Rundflug im Okavango Delta. Als wir den Flug bezahlt hatten, mussten wir noch ziemlich lange warten. Wie sich herausstellte war unser Flieger noch mit Gästen unterwegs und daru gingen wir in die gegenüberliegende Beiz um noch was zu trinken. Als es endlich soweit war erhielten wir eine kurze Einführung durch den Piloten und schon ging es los. Der Okavango Fluss versickert hier im Sand, denn er kann wegen den Sanderhebungen nicht abfliessen. Es bilden sich hier Teiche, Kanäle und Lagunen und dazwischen Land genug für die Tiere und auch für Menschen. Wir überflogen auch vereinzelte Dörfer inmitten der Lagunen. Wir sahen Herden von mehr als hundert Kap Büffeln, bis zu zwanzig Elefanten, vereinzelt Giraffen und etliche Sitatongas. Das sind kleine, hellbraune Antilopen welche sich auch im Wasser wohlfühlen.

Nach 45 Minuten landeten wir wieder sicher in Maun.

Auf dem Rückweg zum Camping haben wir noch unsere Tanks gefüllt bei einem Preis von etwa 80 Rappen/Liter macht das schon fast Spass.

15.07.2015 Maun – Nguma Island Lodge

Die Nacht war ruhig bis dann die Overlander-Gruppe neben uns schon um halb fünf Uhr anfing zu packen. Wir standen auch etwas früher auf als sonst, denn heute mussten wir noch einkaufen und dann eine Strecke von 310 Kilometer fahren. Das meiste zwar Teer aber nicht immer ohne Löcher. Einige Baustellen gab es auch noch.

Bei Sehitwa diskutierten wir gerade ob man wegen der Maulundklauenseuche Fleisch Richtung Norden mitnehmen darf oder nicht als Emanuel in eine Radarfalle tappte. Das 80er Schild hatte er gesehen aber das 60er nicht. Ein Polizist rannte aus dem Schatten zur Strasse, (ihm war die Freude anzusehen- endlich mal einen erwischt!) und stoppte uns. Emanuel musste zu dem Lasermessgerät kommen und da wurde ihm gezeigt dass wir mit 72h/km unterwegs waren. Eine Polizistin schaute auf einer Tabelle nach und meinte da seien 340 Pula fällig. Der Polizist sagte: Make him a discount?“ und sie wollte wissen ob eine Quittung notwendig sei. Dann kostete es nur noch 300 Pula. Die Uniformierten waren zu dritt, da lässt sich der Betrag gut teilen.

Als dann endlich die Abzweigung Nguma Island Lodge kam, erwartete uns noch das Sahnehäubchen des Tages, 12 Kilometer Sand mit Tiefsandpassagen und Wasserdurchquerungen. Aber alles halb so schlimme nach dem Moremi Park. Nelson schaffte das alle ohne zu mucken. Der Camping ist nicht direkt aber nahe am Wasser und unser Platz war unter grossen Bäumen, so dass man sich wie im Dschungel vorkam. Alles sauber und Holz fürs Feuer wurde uns auch noch gebracht. Am Abend riefen Hippos und man konnte sie unweit im Wasser plantschen hören. Nachgeschaut haben wir aber vorsichtshalber nicht.

In Afrika sieht man Fahrzeug welche noch älter sind als unser Bus. Dieser Chrysler stammt noch aus dem zweiten Weltkrieg.

16.07.2015 Nguma Island Lodge – Drotsky’s Cabins

Mit dem Aufstehen und Frühstücken konnten wir uns heute Zeit lassen denn die Strecke bis zum Tagesziel waren nur knappe 100 Kilometer. Die ersten 12 bis zur Hauptstrasse waren ausgeruht deutlich weniger anstrengend als gestern, nach fast fünf Stunden Fahrt. Bei Drotsky’s Cabins angekommen war beim Empfang und in der Bar kein Mensch zu sehen, es war Mittagszeit und scheinbar ist auch hier nicht mehr viel Betrieb. Die Südafrikaner sind bereits auf den Heimweg und die Überseetouristen sind noch nicht in Scharen anwesend. Wir erkunden ein wenig die Gegend und als Emanuel zur Bootsanlegestelle hinunter geht. rutscht er auf einem Metallträger aus und verstaucht sich den Knöchel. Der Schrecken ist gross aber die Schmerzen kommen dann erst viel später. Gerade als wir beschlossen hatten vorerst zum Campingplatz zu gehen, kam dann doch noch ein Angestellter und wies uns den Platz 12 an. Dieser liegt eigentlich am Wasser aber Schilf und Papyrus versperrt die freie Sicht auf den Okavango. Aber ein schmaler Kanal besteht noch und hier konnten wir drei Fischotter sehen. Auch hier gibt es grosse Schatten spendende Bäume aber auch genügend sonnige Flecken.

Da wir auf unserem Platz mit unsren SIM-Karten von Mascom keinen Empfang hatten liefen wir später zur Bar, wo wir tatsächlich wieder ins Internet kamen, allerdings war es steinlangsam und nicht wirklich zu gebrauchen. Auf dem Rückweg war ein Mann gerade mit der Steinschleuder dabei, die Affen zu verscheuchen, da sahen wir, dass er an seinem Land Rover ein Schweizer Nummernschild hatte. Er stellte sich als Peter vor und seine Frau Reni lernen wir auch noch kennen.

Wir tauschten uns über das Reisen aus und beschlossen zusammen zu braaien. Wir verbrachten einen gemütlichen Abend zusammen. Die beiden hatten für den nächsten Tag um neun eine Bootsfahrt gebucht und luden uns ein mit zukommen. Das schaffen wir vermutlich nicht, denn wir sind ja keine Frühaufsteher.

17.07.2015<       Drotsky’s Cabins

Die Nacht war etwas unruhig Emanuel plagte der Fuss und wir hörten beide immer wieder weit weg ein dumpfes Knallen welches wir nicht richtig zuordnen konnten. Es könnten Sprengungen gewesen sein, aber in der Nacht?

Schliesslich standen wir erst kurz vor neun auf und somit war es nichts mit der Bootsfahrt. Reni und Peter kamen noch vorbei um sich zu verabschieden, bevor sie zu den Tsodilo Hills weiterfuhren.

Auch Affen besuchten uns und einer schaffte es einen Apfel zu klauen. Eichhörnchen, Eidechsen und viele verschiedene Vögel besuchten uns auf dem Platz.

Wir versuchten ins WWW zu kommen. Die lahme Leitung reichte gerade um Mails auf dem Laptop herunter zu laden, Fotos hochladen ging gar nicht. Mit dem Android Tablett funktionierte gar nichts. Webseiten waren gar nicht zu öffnen.

18.07.2015 Drotsky’s Cabins

Schon wieder Besuch von einem Affen und diesmal hat er uns das Brot geklaut. Zwei Scheiben steckten bereits im Toaster und die liess er uns. Emanuel sass bereits am Tisch und wartete dass Christine mit dem Filterkaffee kommt. Der Affe schlich sich von hinten an stellte sich neben dem Tisch auf die Hinterbeine, schnappte sich den Brotlaib und weg war er.

Für diesen Tag hatten wir eine Bootsfahrt auf dem Okavango gebucht. So liefen wir kurz vor zwei Uhr zum Bootssteg. Diesmal achtete Emanuel darauf wo er mit dem Fuss hin trat. Wir waren eine Stunde auf dem Fluss unterwegs und sahen Reptilien und Vögel und viele Fischerboote und Mokoros von denen aus Einheimische fischten.

Am Abend buken wir auf dem Holzfeuer Brötchen für das Frühstück.

19.07.2015 Drotsky’s Cabins

Bis alles für das Breakfast bereit war liessen wir heute vorsichtshalber alles essbare im Bus, aber zu unserem Erstaunen sahen wir den ganzen Vormittag keinen einzigen Affen. Auch die Eichhörnchen und Vögel besuchten uns heute morgen nicht. Wir machten uns einen ganz faulen Tag, ausser dass Emanuel sich Haare und Bart kürzte verschwendeten wir keine Zeit an Aktivitäten. Eigentlich haben wir unseren Aufenthalt nur um einen weiteren Tag verlängert weil wir nicht wussten ob in Shakawe, dem nächsten und letzten Ort vor der Namibia Grenze, die Geschäfte am Sonntagmorgen offen haben. Die Idee am nächsten Tag nach Seronga zu fahren haben wir nun verworfen die Strecke von 120 Kilometer mit 110 Kilometer Piste reizt uns zur Zeit nicht. Schlechte Strassen hatten wir in Botswana und Simbabwe schon genug. Zudem hat Seronga auch nicht viel zu bieten und die selbe Piste müssten wir dann auch wieder zurück fahren um zur namibischen Grenze zu kommen.

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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