Up and downs in Zimbabwe

  1. und 15.06.2015 Tshipise Forever Resort

Kaum dass wir auf den Zeltplatz kommen, winkt uns Salome, unsere Abwasch- und Waschfrau zu. Sie meldet sich dann auch am nächsten Tag wieder bei uns auf dem Platz. Wir überlassen ihr gerne uns schmutziges Geschirr zu Bearbeitung und sie ist froh um den Verdienst.

In der ersten Nacht hatten wir wieder einmal eine Gruppe welche mitten in der Nacht besoffen grölte und laute Musik machte. Sie gehörten zu einer Gruppe welche sich in einer Fernsehe-Show mit dem Namen „Ultimat Braai Master“ produzierten.

Zum Glück zogen sie am nächsten Tag weiter und wurden durch eine andere ersetzt. Diese waren aber sehr ruhig.

Wir genossen zwei Tage den Warmwasserpool, aber zu guter Letzt hatten wir beinahe noch etwas Stress.

Wir wollten nämlich unsere Bettwäsche und Badetücher waschen. Salome wollten wir das nicht aufbürden denn sie wäscht alles von Hand und das deutlich sauberer als die hiesige Waschmaschine. Die Laundry war in der Nähe der Rezeption und des Shops, also fast beim Eingang zum Resort. Da stehen drei Waschmaschinen und drei Tumbler. Aber alle waren besetzt und noch viele Säcke mit Wäsche lagen davor. Eine Dame erklärte uns sie würde die Wäsche der Teilnehmer und die der Crew der Fernseh-Show waschen und etwa um vier fertig sein. Da liessen wir halt unseren Korb in der Warteschlange stehen und gingen zum Pool.

Gegen vier Uhr trafen wir dann wieder bei der Laundry ein und da waren aber immer noch alle Maschinen besetzt. Es sass dort auch eine Angestellte des Resorts und fragte uns warum wir denn nicht das Geld hiergelassen hätten, sie hätte sich dann schon um die Wäsche gekümmert. Das holten wir nun nach und gingen Kaffee trinken und Waffeln essen. Als wir zurück kamen wurde bald auch noch ein Tumbler frei und die nette Frau kümmerte sich auch darum diesen zu beladen. Während dessen sassen wir draussen und lasen noch einen ein wenig in der Sonne. Leider hatte der Trockner nicht ganze Arbeit geleistet, so dass wir die meisten Wäschestücke noch über Nacht an die Leine hängen mussten.

 

16.06.2015 Thispise – Bubi (Zimbabwe)

Dies war der Tag an dem wir nun Südafrika verliessen um ins Nachbarland Simbabwe zu fahren. Da wir nicht genau wussten wie die Versorgung inzwischen in diesem Land ist, kauften wir noch in Mussina ein und füllten beide Benzintanks.

An der Südafrikanischen Seite der Grenze wurden wir gleich von einem Mann abgefangen, der behauptete vom Zimbabwe-Tourist-Office zu sein und uns helfen würde die Grenzformalitäten zu erledigen. Das nahmen wir ihm nicht ab, schon gar nicht dass er dafür nichts verlangen würde. Er liess sich aber nicht abhängen. Beim Zoll mussten wir nicht anstehen und das Dokument für den Bus war schnell abgestempelt. Der Typ schleuste uns auch noch an der Warteschlange bei der Passkontrolle vorbei. Seine Begründung, Pensionäre müssten nicht anstehen. Das war uns zwar peinlich aber als uns eine Frau zeigte, dass sie uns den Vortritt lasse, nahmen wir das dankend an.

Der „Runner“ wie man diese Dienstleister hier nennt, wollte dann zum Simbabwe-Zoll mitfahren, was wir aber ablehnten und hofften ihn so abhängen zu können. Auf der Simbabwe Seite wurden wir aber schon wieder von zwei Männern abgefangen und kurz darauf erschien auch der angebliche Tourist-Office-Angestellte. Es war ein Chaos, und es wurde auf uns eingeredet, dass wir gar nicht mehr wussten was Sache ist. An diesem Punkt hätten wir alle zum Teufel jagen sollen. Aber es kam dann so wie man es eigentlich nicht machen sollte. Sie nahmen uns aus wie die Weihnachtsgänse und am Schluss standen wir sogar ohne die notwendigen Dokumente da. Nur die Visa für 30 Tage hatten wir in unseren Pässen. Emanuel fand dann aber doch noch einen der Gauner und konnte ihm die diversen abgestempelten Zettel abnehmen.

Nun sollten wir uns mit dem Bus hinten in eine lange Autoschlange anstellen. Unsere Nerven lagen blank und so drängten wir uns zwischen das erste und zweite Fahrzeug. Schliesslich hatten wir nach mehr als drei Stunden und viel Geld die Schnauze mehr als voll. Die Fahrzeugkontrolle ging dann recht flott. Der Zöllner wollte nur die diversen Zettel. Danach verlangte er noch einen Blick in den Bus zuwerfen. Die Kühlbox wurde noch nach Fleisch inspiziert. Dieses war aber ganz unten im Kühlschrank, den er aber nicht entdeckt hat.

Dann konnten wir uns endlich auf die Strecke machen. Aber es dauerte nicht lange da kamen wir an den ersten von etwa fünf Polizeikontrollpunkten. Die Polizistinnen und Polizisten die uns stoppten waren korrekt aber sehr mürrisch. Zum Teil wurden wir aber auch durch gewunken.

Kurz vor Sonnenuntergang schafften wir es unser Tagesziel, das „Lion and Elephant Resort“ zu erreichen. Der Campingplatz liegt sehr nahe an der Hauptstrasse und die ganze Nacht donnerten die Lastwagen vorbei. Die Toiletten waren sehr alt und teilweise unbrauchbar. Der Platz hatte an einigen Stellen Tiefsand und war leer. Es gab keine andern Camper hier. Für den stolzen Preis von US$20 hatten wir schon viele bessere Plätze. Nach dem ganzen „Grenzgestürm“ hatten wir keine Lust mehr zu kochen und da es in der Lodge ein Restaurant gab, gingen wir dorthin zum Essen. Bei der Anmeldung zeigte uns der Kellner die Menükarte und empfahl uns das Chickenschnitzel. Wie wir dann später feststellten, assen alle Gäste Chickenschnitzel. Das war wohl seine Art zu verhindern dass jemand etwas möchte was zwar auf der Karte steht, was es aber nicht hat.

 

17.06.2015 Bubi – Norma Jean’s Lakeview Resort

Nach einer ziemlich unruhigen Nacht, brachen wir auf nach Masvingo, dem nächsten grösseren Ort. Auch auf dieser Strecke kamen wir an Police Check Points. Auch hier waren die Polizisten meist mürrisch wenn sie uns überhaupt anhielten. Nur einen brachten wir zum Lachen und erst noch über sich selber. Der junge Mann stand auf dem Mittelstreifen und somit auf unserer Beifahrerseite. Prompt wollte er den Führerschein sehen. Inzwischen haben wir eine Kopie von Emanuels Ausweis griffbereit im Wagen liegen. Er nahm ihn aus Christines Hand und studierte die Vorderseite und auch noch die Rückseite. Dann fragte er ob das die Drivers License sei. Emanuel bejahte und zeigte ihm dass das oben geschrieben steht. Er schaute noch einmal auf den Ausweis und dann auf Christine. Da stutzte er und stellte erst zu diesem Zeitpunkt fest, dass Christine kein Lenkrad hat. Seine Kolleginnen hatten das schon früher erkannt und schüttelten sich vor Lachen und da musste er auch mitlachen.

In Masvingo kauften wir uns zwei SIM-Karten für das Handy und das Internet und dazu noch etwas Air Time. Als wir in der Nähe des Telefonanbieters parkierten riefen viele junge Männer „Welcome Nelson“ und johlten und lachten.

Man hatte uns einen Camping beim Mutirikwi-See empfohlen und das zu recht. Toiletten sauber und ziemlich neu. Die Plätze als Terrassen am Hang. Warmes Wasser und sehr freundliches Personal. Wie Tag und Nacht zum letzten Ort und viel besser als wir in diesem Land erwarteten. Aber das scheint hier auch eine Ausnahme zu sein, wie uns unser australischer Nachbar sagte. Er ist schon viel und oft in Simbabwe gereist.

Hier war es so still dass es schon fast unheimlich war und die Nacht mit 16 Grad eher warm.

Die Frau des Besitzers heisst übrigens Norma Jean, es hat also nichts mit Marilyn Monroe zu tun.

 

18.06.2015 Norma Jean’s Lakeview Resort

Vom Campingplatz zu den Great Zimbabwe Ruins sind es nur 8 Kilometer. Der Eintritt von $15 ist verglichen mit dem was man in Südafrika bezahlt eher teuer.

Die Great Zimbabwe Ruins kann man kaum beschreiben, man muss es gesehen haben. Alles ist mit aufgeschichteten Steinen gebaut. Die Anlage ist von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden und erstreckt sich über ein ziemliches grosses und hügeliges Gelände. Vermutlich war die Anlage einst Königssitz und geistiges Zentrum und wurde ab 1150 n.Chr. bewohnt. Man sieht noch gut erhaltene Befestigungsmauern die bis 10 Meter in die Höhe ragen und im 14. Jh. erbaut wurden. Wahrscheinlich war dieser Bereich Wohnstätte der vielen königlichen Frauen. Great Zimbabwe war eine reiche blühende Stadt und hatte das Monopol über den gesamten Handel. Man fand bei Ausgrabungen hier mehr Luxus- und Handelswaren als in jeder anderen Ausgrabungsstätte des Landes. Neben den Ruinen wurde hier ein traditionelles Shona Dorf aufgestellt. Da werden auch von den Einheimischen gemachte Souvenirs verkauft.

Für die daheim gebliebenen gibt es hier Fotos.

 

Lustig war oben auf dem Hügel die Begegnung mit einer Schulklasse. Die wollten alle mit uns fotografiert werden. Wir haben dabei viel gelacht.

Nach den Ruinen fuhren wir zum angrenzenden, gleichnamigen Hotel. Da es zur südafrikanischen SUN-Hotelkette gehört und die englische Königin auch schon hier war, hofften wir in diesem Etablissement Kaffee und Kuchen zu bekommen. Am Empfang wurde uns dieses auch bestätigt und man bat uns auf der Terrasse Platz zu nehmen. Kurz darauf erschien auch ein Kellner und hiess uns zum „Lunchy“ willkommen. Auf der Karte war „Apple Crumble“ aufgeführt und das bestellten wir mit Vanillesauce und zwei Cappuccinos. Er hatte uns bestätigt dass es Cappuccino gibt. Bald kam er wieder und meldete uns, dass „Apple Crumble“ ausgegangen sei. „Appel Pie“ ebenfalls, aber „Chocolate Cake“ sei noch zu haben. OK, dann halt Schokoladekuchen.

Während wir auf unsere Bestellung warteten beobachteten wir zwei Hotelangestellte, welche der Reihe nach die Autos der Gäste wuschen. Wir hofften dass sie sich auch Nelsons annehmen würden, aber den liessen sie aus. Dabei hatte der es viel nötiger als die anderen Fahrzeuge, der war schon monatelang schmutzig. Emanuel fragte die beiden Männer ob sie den roten Bus auch waschen würden. Sie waren gleich einverstanden, und die Höhe der Bezahlung konnte er selber bestimmen. Sie holten sich noch eine kleine Leiter und befreiten Nelson mit viel Wasser von seinem Schmutz.

Wir spekulierten in Südafrika immer was zuerst gebracht werde, denn Kaffee und Kuchen gleichzeitig wird dort nur selten serviert. Unser sympathischer Kellner kam aber mit einem grossen Tablett mit einem roten Deckchen auf dem zwei Tassen, ein Kännchen und die Vanillesauce standen. Zwei schlichte Kuchenstücke wie man es bei uns als Basis für eine Schwarzwäldertorte benutzt hatte er auch noch dabei und wünschte uns „Enoy your lunchy“. Cappuccino im Kännchen- da waren wir gespannt was da rauskommt. Das war dann Milchkaffe und der schmeckte sogar richtig gut. Zum Glück konnten wir den Kuchen mit der Sauce etwas befeuchten und alles war in Ordnung. Wir besichtigten noch den Hotelgarten und genossen die Sonne auf der Terrasse bis unser Bus fertig war.

Auf dem Campingplatz nutzen wir die Gelegenheit, dass Nelson aussen wieder einmal sauber war um die Kleber der von uns bereisten Länder anzubringen.

 

19.06.2015 Norma Jean’s Lakeview Resort

Rundfahrt um den Mutirikwi-See stand auf dem Programm. Die Staumauer ist nicht weit vom Camping entfernt. Aber bevor wir diese befuhren besuchten wir noch das St. Andrews Kirchlein. Die Tochter der Familie van Graan wünschte sich für ihre Hochzeit eine Kapelle. Ihr Vater begann nach ihren Skizzen das 3 x 5,5 Meter kleine Gebäude zu bauen. 3 Monate vor der Hochzeit starb die junge Frau bei einem tödlichen Autounfall. Zur Erinnerung an seine Tochter stellte Mister van Graan die Kapelle noch fertig.

Weiter ging es durch eine abwechslungsreiche Landschaft von der wir leider kein einziges Foto haben. Schwarze Felsen wechselten sich mit dürrer Graslandschaft und vereinzelten Bäumen ab. Hier waren auch viele Streusiedlungen zu sehen, mit Häusern in traditioneller runder Bauart mit Strohdächern. Aber auch eckige Häuser mit Wellblechdächern gab es zu sehen. Viele Kinder winkten uns zu, vereinzelt streckten sie auch die Hand für Süssigkeiten aus. Auch Erwachsene winkten und lachten uns zu und schienen sich an unserer Durchfahrt zu erfreuen.

Die meiste Zeit fuhren wir auf einer schmalen Teerstrasse durch die hügelige Gegend und konnten immer wieder einen Blick auf den See werfen.

Dann hatten wir aber noch etwa 10 Kilometer sehr grobe Piste, bis wir dann auf die A9 Richtung Masvingo einbogen. Auch hier wieder eine Polizeikontrolle, aber wir wurden durch gewunken. Kurz vor Masvingo besuchten wir noch die St. Francis Kirche neben eine militärischen Anlage. Die Kirche wurde in den 40er von italienischen Kriegsgefangenen gebaut. Die Deckenmalereien hat ein Ingenieur in Tupfen gemalt, was einen tollen Mosaikeffekt erzeugt.

Im Ort machten wir bei Spar einige Einkäufe und besorgten uns noch etwas mehr Gesprächsminuten. Tanken mussten wir auch wieder und dann fuhren wir zurück zum Campingplatz. Die kleine Rundreise summierte sich dann auf mehr als 100 Kilometer.

 

20.06.2015 Norma Jean’s Lakeview Resort

Wir staunten am Morgen nicht schlecht als wir feststellen mussten, dass der Himmel grau war. Das hatten wir schon so lange nicht mehr, dass wir uns nicht erinnern konnte wann zuletzt. Es blieb auch so, mit Ausnahme von wenigen Minuten, in denen die Sonne kurz schien.

Für heute war ein bisschen Handwäsche geplant, da es keine Waschmaschine gab. Leider auch keinen Tumbler und so wurde es etwas schwierig bei einer Lufttemperatur unter 16 Grad Wäsche zu trocknen.

Für das Nachtessen im Resort Restaurant hatten wir uns für diesen Abend angemeldet.

Advertisements

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika zu "erfahren". Wir machen aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
Dieser Beitrag wurde unter Afrikareise, Südafrika, Simbabwe veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s