Mickey Mouse im Mapungubwe Park?

08.06.2015 Krüger Park – Makhado (Louis Trichardt)

Nun ist für einige Zeit genug Krüger Park. Eigentlich wollten wir den Park über das Pafuri Gate verlassen, aber Nelson brauchte etwas fachmännische Pflege. Ein Ölwechsel war fällig und die Radlager und Lenkung vorne musste gefettet werden. Das meiste konnte Emanuel mit unserer Fettpresse selber machen aber bei den Vorderrädern ist kein Nippel und wir haben keinen passenden Anschluss.

Beim Punda Maria Gate kam der Ranger wie fast immer zur linken Seite des Wagens um unser Park-Permit zu kontrollieren. Da machte er ein erstauntes Gesicht und schüttelt zuerst den Kopf und dann sich selber vor lachen, als er feststellte dass Nelson linksgesteurt ist. Er hätte doch sehr gestaunt dass eine Frau ein so grosses Fahrzeug steuern würde.

Thohoyandu war der erste grössere Ort durch den wir kamen und hier wollten wir die Reifen wieder auf normalen Druck pumpen lassen und tanken. Bei Total hatten sie nur 93 Oktan Sprit, das war nicht so schlimm weil der Tank noch dreiviertel voll war, aber der Kreditkartenleser funktionierte auch nicht. Na gut dann pumpen wir halt wenigstens die Reifen. Ging leider nicht, funktioniert auch nicht mehr. Emanuel fragte die Angestellte ob die Tankstelle „Total kaputt“ heisse. Was sie sehr lustig fand. Ein paar Kilometer weiter bei Sasol funktionierte alles und es gab auch 95 Oktan Sprit. In Makhado angekommen, steuerten wir als erstes ein Einkaufszentrum an um unsere Vorräte aufzustocken. Im Park gab es in den grösseren Camps immer einen Laden. Hier bekam man das notwendige aber die Auswahl war nicht sehr üppig. Zudem sind die Preise auch etwas höher als im Supermarkt. In einem Laden erkundigten wir uns auch noch nach einer Werkstatt welche sich unseres Busses annehmen könnte. „Brake and Clutch“ wurde uns empfohlen und da fuhren wir dann auch gleich hin. Der Werkstattchef war einverstanden uns am nächsten Morgen einzuplanen, unter der Bedingung dass wir möglichst früh kommen.

Das bedeutete, dass wir nicht allzu weit übernachten sollten.

Also machten wir uns auf die Suche einer geeigneten Unterkunft. Wir irrten in der Gegend herum und konnten uns für keine begeistern. Zu guter Letzt beschlossen wir zum Camp Africa im Hangklip Forrest, oberhalb des Ortes zu fahren. Das war zwar nur etwa 7 Kilometer von der Werkstatt entfernt aber davon gehen gut 5 Kilometer über ein ziemlich raue und teilweise steile Strasse den Berg rauf. Auf 1‘300 M.ü.M war es dann am späten Nachmittag ziemlich kalt und wir waren in T-Shirt und Shorts „slightly underdressed“. Der Camping ist mit etwa drei Stellplätze sehr klein, aber wir waren die einzigen Gäste. Dafür konnten wir wieder einmal auf Grass stehen und die Toiletten des Pubs standen uns auch zur Verfügung.

 09. und 10.06.2015 Makhado – Tshipise

Um 6 Uhr aufstehen sind wir gar nicht mehr gewöhnt. Um diese Jahreszeit warten wir meist bis die Sonne auf unseren Stellplatz scheint denn sonst sind die Temperaturen noch weit unter 20 Grad. Und zu Hause gehen wir ja auchnicht bei 14 grqd am Balkon frühstücken! Aber heute musste das sein. Mit der Standheizung konnten wir wenigstens drinnen im Warmen frühstücken. Dann schnell zusammenpacken und so schnell wie die kurvige, steile und holprige Piste es erlaubte den Berg runter. Um halb acht standen wir auf dem Hof und konnten den Bus zur Wartung übergeben. Der Auftrag lautete Öl wechseln, Öl kontrollieren und abschmieren.

Danach zogen wir etwas ziellos durch den Ort an den meist noch geschlossenen Geschäften vorbei. Nachdem wir so ziemlich alles gesehen hatten kehrten wir bei Wimpy ein wo wir uns grosse Cappuccinos genehmigten. (Nein Kuchen essen wir um diese Zeit noch nicht). Als dann alle Geschäfte geöffnet hatten machten wir noch zwei, drei Einkäufe und um etwa zehn Uhr rief uns der Werkstattchef an, dass der Wagen fertig sei. Beim bezahlen fragte Emanuel nach ob sie am hintern Differenzial auch geprüft hätten. Da konnte er selber nämlich die Inbusschraube nicht lösen. Der Mechaniker hatte natürlich nicht und holte das nach. Der halbe Liter Öl war dafür nicht auf der Rechnung, aber nach dieser wurde neben dem Ölwechsel und dem Schmieren der Radlager auch nichts gemacht. Egal das wichtigste war getan und wir wollten weiter.

Als nächstes Ziel wollten wir den Mapungubwe Park, entschieden aber unterwegs, in das Tshipise Forever Resort zu fahren. Also anhalten, neues Ziel in das GPS eingeben und los geht es zum nächsten Warmwasser Pool.

Das Camping in Tshipise ist gut belegt und zwar zu 99% von pensionierten Südafrikanern. Wir hatten nette Nachbarn und viele kamen und wollten wissen, woher, wohin, wie lange usw.

Der Pool ist nicht nur warm sonder heiss, aber man kann es darin aushalten.

Schon bei unserer Ankunft wurden wir von einer Einheimischen gefragt, ob sie für uns waschen oder abwaschen könne. Wir zögerten zuerst auch die Wäsche zu geben weil es ziemlich viel war. Aber die Frauen hier haben sonst keine Einkommen, deshalb erkundigten wir uns über die ortsüblichen Preise. Wir gaben ihr dann 50 Rand, was nicht einmal fünf Franken sind und sie war happy damit.

11.06.2015 Tshipise – Mapungubwe Park

Für die nächsten zwei Nächte konnten wir einen Platz auf dem Mazhou Camping buchen, danach ist er für eine Woche ausgebucht. Es stehen ein langes Wochenende und Schulferien bevor.

Bis Mussina kamen wir, trotz einiger Löcher in der Strasse (Potholes), recht gut voran, aber in der kleinen Stadt nahe an der Grenze zu Simbabwe war ziemlich viel los. Es kommt uns vor wie die deutsche Grenzstadt Lörrach wo die Schweizer einkaufen. Hier sind es die Simbabwer.

Ein Paket hatten wir dabei mit Souvenirs die wir nach Hause schicken wollten. Eine der beiden ziemlich mürrischen Schalterdamen nahm es entgegen, wog es und sagte uns den Preis. Den Absender mussten wir auch noch einmal schreiben weil der nicht auf der gleichen Seite wie der Empfänger stehen darf. Nachdem wir bezahlt hatten, fragten wir noch nach den Zollformularen, welche wir sonst immer ausfüllen mussten. Wir bekamen knapp zur Antwort: wir haben keine. Nun sind wir gespannt ob das Paket in der Schweiz ankommt. Etwa in 10 Wochen wissen wir Bescheid.

Von Mussina bis zum Mapungubwe Hauptgate war die Strasse streckenweise mit sehr vielen Potholes übersät. Mit Slalom fahren dank mässigem Gegenverkehr konnte man den meisten ausweichen. Wenn es dann zu viele waren, musste man „das kleinere Übel“ wählen.

Einchecken mussten wir am Hauptgate, aber von da sind es noch fast 40 Kilometer aussen herum zu fahren bis wir im kleinen Zeltplatz ankommen. Hier gibt es grosse Bäume welche im Sommer sicher angenehm Schatten spenden, uns wäre jetzt etwas mehr Sonne lieber. An jedem Platz ist ein Wasserhahn und Strom. Letzteres gibt es aber nur, wenn nicht gerade, Load Sheddig praktiziert wird und genau das geschah an unserem ersten Abend auf diesem Platz. Uns stört das ja nicht heftig, für den Kühlschrank und unsere Beleuchtung haben wir ja eine zweite Batterie und zum Kochen den Gasherd. Da sind Südafrikaner zum Teil viel schlechter dran. Wasserkocher, Mikrowelle und elektrische Kochplatten gehören oft zur Standardausrüstung. Wir brauchen nur für den Haartrockener und den Toaster 220 Volt, aber ohne das können wir auch leben.

12.05.2015 Mapungubwe Park

Die Nacht war sehr ruhig, nicht einmal die Tiere haben sich bemerkbar gemacht. Erst in der Früh hörte man die Vögel zwitschern, und die Paviane schreien. Aber da waren unsere Nachbarn auch schon mit packen des Offroad-Anhängers am Werk.

Der Park ist geteilt in einen West- und einen Ost-Teil, welche nicht zusammen hängend sind. Der Campingplatz liegt im Westen, und wir beschlossen an diesem Tag den östlichen zu erkunden, weil wir heute mehr Zeit haben und dieser Teil grösser ist. Zuerst mussten wir die die 40 Kilometer zum Haupttor zurück fahren. Dort gibt es ein Museum in dem viele Gegenstände aus früheren Kulturen ausgestellt werden. Das bekannteste Objekt ist ein Nashorn aus Gold, das in einem der drei „Goldgräber“ als Beigabe gefunden wurde. Man nimmt an, dass dort wichtige Persönlichkeiten eines hochentwickelten Volkes begraben worden sind. Die Bedeutung der Funde der 1933 entdeckten Kultur und Ritualstätte wird den Funden der ägyptischen Grabkammern gleichgesetzt. Leider haben wir kein Foto davon weil im ganzen Gebäude fotografieren verboten ist. Der Park wurde 2003 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Zu den Ausgrabungsstätten hätte man eine geführte Tour machen können.

Wir machten eine ungeführte Rundfahrt durch den Park. Die Nördliche Grenze des Parks bildet der Limpopofluss. An der Stelle wo der Shashe einmündet ist auch das Länderdreieck Südafrika, Botswana und Simbabwe. An dieser Stelle hat man einen Rundweg mit vier Terrassen gebaut mit einem schönen Ausblick zu den beiden Flüssen. Allerdings führte der der Limpopo recht wenig und Shashe überhaupt kein Wasser. Wenn man aber die Flussbetten sieht kann man sich vorstellen was da in der Regenzeit abgehen kann.

Es gibt hier auch 4×4 Strecken, von denen wir zwei abfuhren. Die erste war etwas holprig und sandig aber für Nelson kein Problem. Er bewältigte alles ohne Allrad und Untersetzung. Bei der zweiten musste er wieder einmal leiden, denn die Akazien standen öfter nahe an der schmalen Piste. Aber auf ein paar Kratzer mehr kommt es auch nicht mehr an. Die Strecke hat Emanuel auch einiges abverlangt, denn es gab tiefe Furchen und einige Male kamen wir in ziemliche Schräglage. Unser Bus hat durch den Dachaufbau und die Ersatzreifen einen hohen Schwerpunkt und da sind solche Situationen etwas heikel.

Die Tierwelt zeigte sich eher spärlich, aber Zebras, Impalas, Warzenschweine, Giraffen und sogar drei Elefanten sind uns begegnet. Besonders schön waren die drei Klippspringer auf einem Felsen. Diese kleinen Antilopen sieht man nicht so oft und meist lassen sie einem keine Zeit ein Foto zu schiessen.

Ach ja, Mickey Mouse haben wir auch noch gesehen.

Zum Schluss mussten wir wieder die 40 Kilometer zum Camp zurück fahren. Das waren an diesem Tag dann insgesamt 120 Kilometer.

13.06.2015 Mapungubwe – Tshipise

Am Morgen waren auch in diesem Camp die Meerkatzen ziemlich aktiv. Während dem wir den jüngeren Affen beim herumtoben zuschauen konnten, hat eine älteres Tier bei den Nachbarn ein ganzes Brot geklaut. Emanuel hatte ihnen vorsorglich mit der Steinschleuder gedroht, dass sie sich besser von uns fern halten.

Wir machten noch eine Runde durch den Westteil des Mapungubwe bevor wir uns auf den Weg zurück nach Tshipise machten. Konnten aber nicht viel besonders entdecken.

In Mussina kauften wir noch einiges ein und fuhren dann auf der R508 Richtung Tshipise. Nach wenigen Kilometern sahen wir auf einer grossen Tafel wie viele Kilometer einige Ortschaften noch entfernt sind. Seltsam war die Angabe Mussina 103, denn wir entfernten uns ja gerade von dieser Stadt. Bei der nächsten Tafel waren es dann nur noch 99 Kilometer und bei der nächsten Tafel war –Musina- mit Klebband abgedeckt. Vermutlich war das die Distanz nach Mussina via N1, aber der Umweg lohnt sich wirklich nicht.

Im Tshipise Forever Resort angekommen stellten wir fest, dass es inzwischen viele neue Gäste gegeben hat. Wir konnten uns zwar noch einen Platz ergattern aber viel Auswahl hatten wir nicht.

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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