Big Five und mehr

31.05. bis 07.06.2015 Krüger Park

Nachdem wir es geschafft haben in Letaba und Tsendze insgesamt drei Nächte zu buchen, sind wir in den Krüger zurück gekehrt.

Die Tiersichtungen waren erwartungsgemäss nicht mehr so sensationell, aber wir genossen es immer noch. Wir filmten und fotografierten nicht mehr so viel, beobachteten umso mehr mit den Feldstechern. Zwei besondere Beobachtungen konnten wir mit jungen Elefanten machen.

Die erste war mit einem nur wenige Monate altem Elefantenkind. Es war sehr ängstlich und blieb meist unter dem Bauch der Mutter versteckt.

Erst nach einer Weile sahen wir, dass von seinem Schwanz nur noch ein Stummel vorhanden war und dieser auch eine tiefe Narbe aufwies, die vielleicht von einer Bissverletzung stammte.

Wir vermuteten dass seine extrem auffällige Ängstlichkeit durch ein Trauma verursacht wurde. Um das Junge nicht noch mehr zu verschrecken blieben wir auf Distanz, so dass die Mutter sehr entspannt wirkte und uns duldete.

Die zweite Beobachtung war mit zwei etwas älteren Jungtieren mit drei erwachsenen „Verwandten“. Diese bildeten einen Halbkreis um die zwei Kleinen, die am Boden lagen und schliefen. Sie liessen sich durch unsere Ankunft und Anwesenheit überhaupt nicht stören. Auch ihre Mütter verfielen stehend bald wieder in den Mittagsschlaf. Erst als sich eine weiteres Fahrzeug näherte stand eins der beiden Kleinen auf, und eine der Grossen fing an Blätter von einem Mopanebaum zu fressen. Der zweite Kleine stand auf als wir den Motor anliessen. Es war ein sehr ruhiges, friedliches Erlebnis, dass uns sehr beeindruckte.

Tsendze ist ein kleineres Camp und als Buschcamping eingestuft. Es gibt hier allerdings Wasser, Toiletten, Duschen, auch Outdoor- Duschen, und eine Abwaschküche, alles picobello sauber. Aber keinen elektrischen Strom. Das Licht in den Toiletten kommt von einer Solaranlage und warmes Wasser über einen Gas- Durchlauferhitzer. Alles in Allem also ein sehr komfortables Buschcamp. Es war auch bisher der einzige Campingplatz, wo uns beim Einchecken im nahe gelegenen Mopani eine Stellplatznummer zu geordnet wurde. Als wir ankamen war unser Platz leider schon besetzt. Die Besetzer behaupteten sie hätten keinen Platz zugeteilt bekommen und ihnen wurde gesagt sie könnten jeden freien Platz benutzen. Es waren noch einige Plätze frei, aber wir wussten ja nicht,ob die nicht bereits vergeben waren. Emanuel machte sich auf die Suche nach einem der Angestellten die hier beschäftigt sind, konnte aber niemand finden. Der Versuch bei der Rezeption im Mopani Camp anzurufen scheiterte daran, dass wir mit Vodacom keinen Handyempfang hatten. Nach einigem herumfragen fanden wir Eilena die Platzaufsicht, welche sich der Angelegenheit annahm. Sie stellte bald fest, dass den lieben Leuten die Nummer 7 für die nächsten 6 Tage zugeteilt wurde, was sie angeblich nicht mitbekommen haben. Nach langem hin und her beschlossen wir, für die eine Nacht diesen Platz zu benutzen. Wir hatten keine Lust noch lange zu diskutieren und zu warten bis sie alles geräumt hatten. Als wir dann den Platz Nummer 7 gefunden haben wussten wir wieso 26 vorgezogen wurde, der lag deutlich schöner. Aber egal, für eine Nacht spielte es uns keine Rolle.

Uns gefiel der das Tsendze Camp so gut, dass wir am nächsten Morgen gleich um einen Tag verlängerten. Danach fuhren wir auf Piste wieder südlich und dann wieder in nördlicher Richtung. Im Gegensatz zum letzten Jahr ist es hier sehr trocken und die Landschaft wird von herbstlich bunten Mopanebäumen geprägt. Die Wasserlöcher sind meistens trocken, auch die, die eigentlich von Windmühlen mit Grundwasser versorgt werden. Entsprechend sind hier kaum Tiere zusehen. Aber einige Elefanten, Zebras, Strausse und Riesentrappen begegneten uns unterwegs doch.

Riesentrappe

Bei der Mittagspause im Mopani Camp, konnten wir eine Gruppe Elefanten beobachten. Während die meisten sich am Schilf gütlich taten, kämpften ein grosser und ein kleiner Bulle spielerisch im Wasser. Mindestens ein halbe Stunde tobten sich die beiden aus.

Wir haben auch Freude an kleineren Tieren, wie die grüne Mamba die sich vor uns im Eiltempo über die Strasse schlängelte. Und am Chamäleon, welches wir mit viel Glück nicht überfahren haben.

Auch gefiederte Tiere bekommen wir zu sehen wie die Riesentrappe, der Zimtroller oder der Rot- oder Gelbschnabeltoko, Hammerkopf, Sattelstorch und noch viele mehr, deren Namen wir nicht kennen.

Satelstorch

Auf unserer Rundfahrt vom Shingwedzi- Camp sahen wir einen Löwen und später eine Zehnergruppe Giraffen.

Unser letztes Camp im Park war Punda Maria. Auf der Fahrt dorthin sahen wir nicht viel Besonderes. Am folgenden Tag machten wir einen Ausflug bis nach Pafuri und zurück. Am eindrücklichsten dabei waren die vielen Krokodile im und am Luvuvhu. Im Fevertree Forrest sahen wir auf einem knappen Kilometer mindestens 50 Panzerechsen in allen Grössen.

Neben dem Fieberbaum wachsen hier auch viele Baobabs.

Für die Rückfahrt zurück zum Camp benutzten wir nur die Teerstrasse, denn wir hatten für den Tag genug gesehen. Einen komischen Vogel hatten wir auf dieser Strecke aber dennoch. Er fuhr einen Toyota Pickup und kurz nach dem er uns überholt hatte blieb er stehen weil mindestens 200 Meter weiter vorne ein paar Elefanten die Strasse überquerten. Danach fuhr er die ganze Zeit Schlangenlinien, so dass wir nicht wussten ob er betrunken, müde oder mit dem Handy beschäftigt war. Hoffentlich kam er gut nach Hause.


Zahlen zum Krüger Park

Länge 340km

Breiteste Stelle 110km

Fahrstrecke von Crocodile Bridge bis Pafuri 394km, theoretische Fahrzeit fast 8 Stunden.

In und um den Krüger sind wir fast 4‘000km gefahren.

Insgesamt waren wir hier 6 Tage und 15 Stunden unterwegs bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 23.4km/h

Viel mehr Fotos sind im Album Krüger Park 2015 zu sehen.

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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