Bewaffnet Frühstücken

  1. und 18.02.2015 Plettenberg

Emanuel hatte in Hartenbos den dicken Schlafsack mit dem dünnen getauscht, weil dort die Nächte recht warm war. Hier war es aber sehr kühl und so musste er wieder den wärmeren aus der Dachbox holen.

Uns gegenüber standen Jossy und Audrey, ein pensioniertes Südafrikanisches Paar aus dem Karoo. Er war mit dem Anschliessen eines Solarpanels an die Batterie ihres Wohnwagens beschäftig. Das interessierte natürlich Emanuel und als er feststellte, dass dem Nachbarn, das entsprechende Material fehlte holte er aus seinem Fundus Kabel, Lüsterklemmen und das richtige Werkzeug. Als der Regler zwischen Batterie und Solarpanel installiert war, merkten aber die beiden Bastler, dass eines der alten Kabel der bisherigen Installation noch einen Unterbruch hatte. Mit Emanuels Messgeräten war der Fehler bald gefunden und alles funktionierte. Zum Dank hatte uns Jossy für das Nachtessen Snoek (Fisch) versprochen. Er ist aber leider etwas vergesslich und dann haben wir halt unser Lammfleisch gebraten.

Am letzten Abend waren wir noch im Nguni Nachtessen, was wie immer ein besonders Erlebnis war.

19.02.2015 Plettenberg – Oysterbay

Als wir erwachten regnete es leicht. Das hatte zwar der Wetterbericht gemeldet aber erst für später im Verlauf des Vormittags. Es hörte auch bald auf und wir konnten draussen Frühstücken, zusammenpacken und uns von den Nachbarn verabschieden. Als wir zum Einkaufen nach Plett fuhren fing es dann an richtig zu regnen. Auch auf der Fahr nach Oysterbay hatten wir die meiste Zeit Regen.

Die letzten, knapp 30 Kilometer waren dann Piste. Ein Teil davon wurde gerade instand gestellt. Dazu wird der Grader, eine Art Strassenhobel, eingesetzt um die Unebenheiten auszugleichen. Danach wird die Piste gewässert und gewalzt. Wir wissen nicht ob die Strasse vom Regen noch zusätzlich Wasser bekam. Auf jeden Fall war es rutschig wie auf Glatteis. Nelson war kaum mehr zu lenken auch nachdem Emanuel 4×4 und Untersetzung eingeschaltet hatte. Ganz langsam brachten wir das Teilstück hinter uns.

Eigentlich wollten wir bis Montag hier bleiben und da nur ein Platz von etwa 45 belegt war, schien das auch machbar. Aber leider hatte ein Club den ganzen Platz ab morgen Freitag für das Wochenende gebucht. So bezahlten wir halt für die eine Nacht.

Nach dem wir uns mit möglichst viel Windschatten eingerichtet hatten machten wir einen Spaziergang zum Strand mit seinem weissen Sand und grossen Dünen.

Audrey unsere Nachbarin in Plett hatte uns die Telefonnummer ihres Zahnarztes in Port Elizabeth gegeben. Als wir dort anriefen hiess es, es sei die nächsten drei Wochen ausgebucht aber man würde uns auf die Warteliste nehmen. Da es sich um eine Gemeinschaftspraxis handelt, sind unsere Chancen etwas besser. Kurz darauf erhielten wir einen Anruf von der Zahnärztin in Plettenberg, dass am nächsten Tag ein Termin frei geworden sei. So ein Mist.

20.02.2015 Oysterbay – Port Elizabeth

Da man uns hier nicht länger wollte machten wir uns auf die Suche nach einem anderen Campingplatz. Wir sahen uns zwei bei Jeffries Bay und einen weiter nördlich bei Beachview an. Keiner gefiel uns so richtig, also versuchten wir auf dem uns bestens bekannten Pinelodge Camping bei Port Elisabeth unter zu kommen. Leider war man ausgerechnet an diesem Tag ausgebucht. Aber ab Morgen gibt es wieder Platz. Auf dem fünften Campingplatz, The Willows, konnten wir noch für eine Nacht einen Platz ergattern. Und wir dachten schon, jetzt beginnt wieder die einsame Campingplatz- Zeit!

Auch heute machten wir einen Spaziergang am Meer entlang. Leider gibt es hier kaum Sandstrand, sondern fast nur Felsen und einen Tidalpool.

21.02.2015 Port Elizabeth (PE)

Das war vielleicht eine Nacht. Zuerst hatte Christine Mühe einzuschlafen und als sie endlich so weit war, wurde Emanuel vom heftigen Wind geweckt. Er fürchtete, die neue Markisenplane würde Schaden nehmen, denn bei der Ankunft blies nur ein kleines Lüftchen und die Sonne schien. So haben wir darauf verzichtet das Netz darüber zu spannen. Deshalb stand er auf um die Markise etwas tiefer zustellen. Damit war auch Christine wieder hellwach. Da Nelson weiter geschüttelt und gerüttelt wurde konnte Emanuel aber nicht wieder einschlafen. Einen erneuten Schaden an der Markise wollte er unbedingt vermeiden. Um vier Uhr morgens stand er dann noch einmal auf, rollte die Markise zusammen und entfernte auch gleich das Sonnensegel, das wir als Windschutz angebracht hatten und das jetzt vom Wind heftigst gebeutelt wurde. Danach konnten wir beide doch noch ein paar Stunden schlafen.

Haben wir schon berichtet, dass Emanuels neuer Campingstuhl auch schon in die Brüche geht? Etwa einen Monat nach dem wir ihn beschafft haben, war in einem Plastikteil ein Riss festzustellen.

Da es auf diesen Stuhl eine fünf jährige Garantie gibt, schrieb Emanuel an den Hauptsitz von 4×4 Megastore und erhielt prompt Antwort des Managers der Filiale in PE. So wollten wir heute die Sitzgelegenheit bei ihm austauschen gegen eine neue. Das war jedenfalls unser Plan, aber umsetzten konnten wir ihn doch nicht.

  1. Gestern hatten wir zufällig gesehen wo der Laden war. Dort angekommen stellten wir fest, dass man mit dem Umzug beschäftigt war.
  2. Ein Mitarbeiter erklärt Emanuel, wo sich der neue Landen befand. Wir irrten ziemlich durch die Gegend und fanden ihn trotzdem nicht.
  3. Bei einem anderen Outdoor-Laden erhielten wir einen neuen Hinweis, aber der stellte sich als falsch heraus.
  4. Hier wurde uns noch einmal gesagt, dass wir zum Einkaufzentrum Moffet on Main fahren müssten und dort neben dem Baby-Laden sei 4×4 Megastore neu zu Hause.
  5. Als wir dort zum dritten Mal vorbei fuhren konnten wir zwar noch immer keinen Hinweis auf den Laden finden aber ein leeres Schaufenster gab es dort.
  6. Inzwischen waren an allen Kreuzungen die Ampeln ausgefallen und damit gab es auch entsprechend Stau. Wir stellten den Bus auf der gegenüber liegenden Seite der Strasse ab und suchten einen Weg zwischen den Autos.
  7. Endlich angekommen stellten wir fest, dass der der Einzug noch in vollem Gange und man hier noch nicht auf Kundschaft eingestellt war. Ein netter Angestellter, dessen Grossvater aus der Schweiz! kam und der Brunner heisst, schlug vor, doch am Montag noch einmal vorbei zu kommen.

Unterwegs sprach uns ein Autofahrer auf der Nebenspur auf unsere Schweizer Autonummer an, und ein Stück weiter hielt er an, um uns – wir glauben zum ersten Mal- n i c h t zu fragen ob wir den ganzen Weg gefahren sind, sondern um uns eine rührselige Geschichte von seinem Onkel aus der Nachkriegszeit zu erzählen. Dieser ist kurz nach dem Krieg als ehemaliger südafrikanischer Soldat in der Schweiz gelandet und er hat einmal die Leute besucht bei denen der Onkel gearbeitet hat. Sie hatten sogar noch den alten Saurer Lastwagen, den sein Onkel gefahren ist- und für ihn ist die Schweiz einfach „unbelivable beautiful“!!

Nach der Irrfahrt durch PE fanden wir uns beim Campingplatz Pine Lodge ein. Bis wir uns eingerichtet hatten, fing es an zu regnen und hörte auch bis am Abend mit kleinen Unterbrechungen nicht mehr auf. Kalt wurde es auch noch, so dass wir unsere Aktivitäten ins Innere des Autos verlegten.

Auf dem nahen Universitätsgelände fand seit dem frühen Nachmittag ein Konzert statt, welches wir trotz Wind aus der Gegenrichtung mehr oder weniger gut mitbekamen.

22.02.2015 Port Elizabeth

Der Wind liess langsam nach, aber das Konzert in der Nachbarschaft dauerte aber noch bis zwei Uhr, was Christine wieder mal nicht schlafen liess. Aber nicht wegen der „schönen“ Musik, mehr wegen den Nebengeräuschen.

Gestern hatten die Vervet Monkeys bei unserem Nachbarn durch ein offenes Fenster Rusk, eine Art Zwieback, geklaut und heute Morgen Kartoffeln. Dazu haben sie noch aufs Bett gepinkelt und im Vorzelt einen Haufen hinterlassen. Vorsichtshalber haben wir auch dem entsprechend bewaffnet gefrühstückt. Wie man auf dem Foto sieht hat auch noch gegen Fliegen.

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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