Wegen GPS im Gefängnis

05.01.2015 Rondeberg – Quaggaskloof Camping Brandvleidam

Wir waren nun lange genug am Rondeberg und wollten eine andere Gegend erkunden. Unser Ziel für heute war das Goudini SPA bei Worcester. Den Umweg nach Clanwilliam um zu tanken wollten wir uns sparen und deshalb pumpten wir einige Liter aus dem Zusatztank in den Haupttank. Als wir die erste Tankstelle erreichten hatte diese aber kein LRP. LRP ist ein Ersatz für verbleites Benzin, welches unserem katalysatorlosen Nelson gut tut. Also fuhren wir guten Mutes weiter, denn LRP findet man hier relativ häufig. Unser Mut wurde aber nicht belohnt, an den nächsten beiden Servicestationen hatten sie auch kein LRP. Danach kam dann lange nichts nur riesige, abgeerntet Getreidefelder. Bei der nächsten Gelegenheit wollten wir zur Not bleifreies Benzin tanken. Aber da war nur noch Diesel erhältlich. Nun mussten wir noch die letzten Liter aus dem Zusatztank umpumpen um endlich kurz vor Worcester an LRP zu kommen. Beide Tankuhren zeigten „leer“. Das war ziemlich knapp.

Nach dem tanken und einkaufen fuhren wir zu Goudini. Da unser letzter Platz, der Rondeberg Camping, beinahe völlig leer war, waren wir ziemlich zuversichtlich hier auch ohne Buchung einen Platz zu bekommen. Am Eingang hiess es dann, ohne Vorausbuchung kein Eintritt! Aber es sei eh ausgebucht. Schliesslich wollten sie uns doch noch für eine Nacht aufnehmen. Als wir jedoch hörten dass die Übernachtung auf dem Camping 585 Rand koste, wollten wir das erst nicht so recht glauben. Aber es ist Hochsaison und momentan wurde ein Zuschlag für das Entertainment verlangt. Das konnte uns auch nicht überzeugen, Unterhaltung wollten wir keine und auf den bisherigen Plätzen bezahlten wir um diese Jahreszeit im Durschnitt die Hälfte. Also fuhren wir zum nahe liegenden Slanghoek Camping, der aber leider auch ausgebucht war. Der nächste Platz war etwas weiter entfernt und so riefen wir mal lieber dort an. Quaggaskloof wurde uns von einem Camper am Rondeberg empfohlen. Und hier gab es für uns einen freien Platz. Laut GPS sollten wir um etwa 17 Uhr dort ankommen.

An einer Kreuzung sagte Frau GPS wir sollten nach rechts abbiegen was Emanuel auch schön brav tat. Christine machte ihn darauf aufmerksam, dass laut einer Hinweistafel die Strasse zu einem Gefängnis führt. Emanuel witzelte, dass er sie dort abliefern würde um dann alleine weiter zu fahren. Nach einigen Kilometern empfahl uns das GPS links die Strasse zu verlassen. Strasse verlassen bedeutet bei unserem GPS Off Road fahren, links war aber nur Wasser. Unser Bus hatte ja schon einiges geschafft, aber schwimmen kann er immer noch nicht. Also fuhren wir weiter auf der Teerstrasse. Nach wenigen hundert Metern kam ein Haus mit zwei Schranken. Aber das war nicht der Campingplatz sondern das Brandvlei Gefängnis.

Drei Uniformierte mit schusssicheren Westen kamen aus dem Gebäude um zu sehen was wir hier wollten. Nachdem wir Ihnen erklärt hatten wieso wir hier sind mussten sie lachen. Dann öffneten sie die Schranke damit wir drinnen wenden konnten. Sie liessen uns auch wieder raus so waren wir nur eine knappe Minuten im Gefängnis. Für uns beide übrigens das erste Mal. Das Ganze war so lustig dass es kein traumatisierendes Erlebnis wurde und wir kein Care Team brauchten.

Die Wachleute erklärten uns, dass der gesuchte Camping auf der anderen Seite des Stausees liegt. Erst viel später stellten wir fest, dass dieses Gewässer fast so verästelt ist wie der Vierwaldstättersee. Deshalb war der Platz nicht am anderen Ufer sondern hinter der Hügelkette und dann noch ein schönes Stück weiter südlich. Wir erkundigten uns unterwegs noch einmal, wobei Emanuel dieser Zungenbrecher Quaggaskloof nicht so leicht über die Lippen ging. Nach einigen Kilometern waren wir dann aber offensichtlich schon zu weit gefahren. Wir fuhren ein Stück zurück und Bogen dann auf die nächste Piste ein und das auf gut Glück, denn es gab kein Hinweisschild. Ungefähr nach einem Kilometer kamen wir wieder zu einem Schlagbaum und hofften dass es diesmal nicht wieder ein Gefängnis war. Zu unserer Erleichterung waren wir nun doch noch an unserm Ziel angekommen. Wie wir später feststellten, handelte es sich hier um einen Wasserski Club und wir hatten diesen Ort als Insidertipp erhalten.

An diesem ereignisreichen Tag hatten wir statt den ursprünglichen 220, 350 Kilometer zurück gelegt.

An unserem Standplatz wurden wir sofort von unseren Nachbar herzlich begrüsst. Die Familie hatte ihren Schwiegersohn in spe dabei welcher aus der dem schweizerischen Freiburg stammt dabei.

 06. und 07.01.2015 Brandvleidam – Silverstrand Robertson

Wir hatten im Quaggaskloof Camping nur eine Nacht gebucht und fuhren deshalb am nächsten Tag weiter nach Robertson, wo wir am Silverstrand Camping vorsorglich einen Platz gebucht haben. Diesmal fuhren ohne Umweg über das Gefängnis direkt nach Robertson.

Auch hier hatten wir nette Nachbarn die uns zum Benützen ihres Braais einluden und uns auch noch mit gegrillten Sandwiches und auf der Glut gegarten Süsskartoffeln versorgen.

Der Platz liegt direkt am Breederivier, was ein Glück war, denn der Pool war sehr klein. Auf dem Fluss waren auch Motorboote mit Wasserskifahrern unterwegs. Das bedeutete dass man nicht zu weit vom Ufer weg schwimmen durfte. Wenn man sieht wie viele Biere die Schiffsführer intus haben wird man vorsichtig.

Trotzdem war es sehr schön im Fluss zu schwimmen.

Am zweiten Tag pendelten wir nur noch zwischen dem Schatten vor unserem Auto und dem Fluss. Unser Aussenthermometer zeigte 40 Grad an. Sogar die Einheimischen fanden es heiss.

Am Abend führte Christine Emanuel zum Geburtstagsnachtessen ins Bourbon- Street aus. Leider war es dort sehr voll, sehr laut und die Küche etwas überfordert. Wir haben etwa ein Stunde auf unser Essen gewartet, als es kam war es fast kalt. Geschmeckt hat es trotzdem.

08.01.2015 Robertson – Monatgu

Am Morgen war der Himmel bewölkt und am Mittag fielen wenige grosse Tropfen. Da standen wir gerade auf dem Parking vom Superspar und konnten nicht weg fahren. Nicht wegen dem Regen, sondern einem Geldtransporte der sich hinter uns gestellt hatte. Zuerst warteten wir geduldig, da wir dachten das dauert sicher nicht lange. Nach einer Viertelstunde stieg Emanuel mal aus um zusehen ob da jemand im Transporter sitzt. Als er den schlafenden Fahrer im Fahrzeug gefunden und geweckt hatte, bat er ihn sein Vehikel zu verschieben. Was er dann auch tat.

Danach fuhren wir nach Ashton wo wir die Plattform 62 besuchten. Diese besteht aus zwei grossen Hallen, in der einen ist ein Flohmarkt eingerichtet und in der anderen wird hauptsächlich Wein verkauft. Man kann sie hier alle probieren. Wir beschränkten uns auf drei Portweine.

Dann ging’s weiter auf der Route 62 nach Montagu. Zu erst suchten wir die Tourist Information auf, um die Adresse eines Zahnarztes zu bekommen. Emanuel hatte schon einige Tag leichte Schmerzen die langsam unangenehm wurden. Doktor Nolan schaute sich das Problemgebiss trotz Mittagspause an und meinte dann man sollte es zuerst mit Antibiotika versuchen. Kontrolle und Tabletten kosteten insgesamt ca. 28 Franken. Für dieses Geld darf man in der Schweiz gerade noch die Schwelle der Praxis übertreten.

In diesem Ort gehört für uns ein Besuch bei Montagu Dried Fruit & Nuts dazu. Hier gab es mehrere Sorten Nüsse, und besonders gute, mit Yoghurt überzogene Trockenfrüchte.

Im dazu gehörenden Restaurant genehmigten wir uns ein Coffee Milkshake und Karottenkuchen. Als wir weiterfahren wollten, kam eine Frau auf uns zu mit einer grossen Melone in den Händen. Sie erzählte uns freudenstrahlend, dass ihre Mutter aus Zürich stammte und Hochstrasser hiess. Sie hatte hier Melonen von ihrer Farm geliefert und möchte uns uns aus lauter Freude eine schenken.

Unser Tagesziel war das Doringlaagte Camping. Hier gibt es einen kleinen künstlichen See, auf dem Tret- und Ruderboote, sowie Kanus zur freien Verfügung stehen. Ein Paradies für Kinder.

Auf dem Spielplatz stehen auch noch zwei grosse Trampoline. Zum Baden gibt es zwei Pools, einen Schwimmteich und den See. Die Toiletten sind sehr nett eingerichtet und alles ist sehr sauber. Alles in allem ein schöner Platz.

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
Dieser Beitrag wurde unter Afrikareise, Südafrika veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Wegen GPS im Gefängnis

  1. Germann schreibt:

    Hallo ihr zwei, ihr macht ja schöne Geschichten 😉. Zum Glück liessen sie euch wieder frei😊

  2. Sylvia Germann schreibt:

    😄 wau, was ihr alles erlebt…. so cool 😊
    Emanuel, nachträglich alles Liebe zum Geburtstag 😊

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s