Kein Feuerwerk dafür Disco

28.12.2014 bis 31.12.2015 Rondeberg

Wir faulenzen hier herum, aber bei 30 bis 35 Grad im Schatten fehlt uns ein wenig die Motivation. Bis zum 50 Schritte entfernten See schaffen wir es gerade noch.

Einmal konnte Emanuel sich dazu überwinden unters Auto zu liegen um die diversen Nippel der Antriebswellen und den Hecktüren abzuschmieren. Immerhin hatte er da noch ein wenig Schatten.

Unsere Nachbarn sind als Grossfamilie hier, insgesamt ein gutes Dutzend. Von Opas bis zu Enkel ist alles dabei. Am Abend vor ihrer Abreise luden sie uns zum Nachtessen ein. Es wurde ein schöner Abend, mit vielen Leckereien zum Essen und Trinken. Wir unterhielten uns so gut, dass wir uns erst um halb zwölf verabschiedeten.

 Am Tag darauf mussten wir wieder einmal einkaufen gehen denn unsere Vorräte wurden knapp. Im 25 km entfernten Clanwilliam ist die nächste Einkaufsmöglichkeit. Also machten wir uns auf die Strecke.

Am Vorabend kamen wir durch die Einladung nicht dazu Brötchen zu backen, deshalb beschlossen wir im Yellow Aloe Caffee zu frühstücken. Da gab’s dann auch einen Internetzugang. Auf dem Camping funktioniert unsere SIM-Karte nicht wirklich. Wir müssen immer zur Rezeption hinauf laufen und das ist bei den herrschenden Temperaturen nicht wirklich angenehm. Nachdem wir die Einkauferei hinter uns gebracht hatten, beschlossen wir noch einen Ausflug nach Wupperthal zu machen. Nein, nein, wir sind nicht schnell nach Deutschland gefahren, einen solchen Ort gibt es auch in Südafrika. Er wurde im vorletzten Jahrhundert von einem Herrn Leipold als Missionsstation gegründet. Das Dorf liegt am Ende eines Tales, welches wir nach 70 Kilometern über einen Pass (910m ü M) und etliche Anhöhen erreichten. Viel zu sehen gab es hier nicht. Ausser den Wohnhäusern gibt es Kirche, Gasthaus, Laden, Post, Touristeninfo, eine Schuhfabrik und 2 Friedhöfe.

Die Schuhfabrik besuchten wir, aber da war nicht viel los. Von den 25 Arbeitern war wegen der Feiertage nur einer da. In der grossen Fabrikhalle standen etliche sehr alt aussehende Nähmaschinen und wie der Angestellte versicherte werden auf diesen alle Schuhe in Handarbeit gefertigt. Leider sei zur Zeit die Auftragslage sehr schlecht. Beim Eingang lag ein riesiger Haufen Lederreste und im Show Room waren die verschiedenen Modelle ausgestellt, die auf Bestellung angefertigt wurden.

Nachdem wir einmal um die Kirche gelaufen und durchs Dorf gefahren waren, machten wir uns auf dem gleichen Weg zurück nach Clanwilliam. Die einzige Alternative wäre eine schmale Off Road-Strecke gewesen. Wir hatten zwar auch etwa 20km zum Teil ziemlich holperige Piste vor uns, aber wenigstens konnte man überall kreuzen. Die Steigungen schaffte Nelson auch alle, aber einige nur mit Hilfe der Untersetzung.

Inzwischen war es schon Nachmittag und sehr heiss. Das Thermometer zeigte 41,5 Grad an. Aber wir haben ja zum Glück eine mexikanische Klimaanlage (offene Fenster). Man nennt das hier auch eine 4×100 Aircon (vier Fenster offen bei 100km/h). Unsere leistet aber nur 2×70! Zurück am Rondeberg, haben wir uns wieder eingerichtet und sind dann gleich ins Wasser zum abkühlen.

Auch die beiden letzten Tagen des Jahres haben wir ohne grosse Aktivitäten verbracht. Schwimmen im kühlen Stausee am Blog schreiben und einige Fotos fürs Album knipsen waren die Highlights.

Nachdem wir an Silvester mit unseren Lieben zu Hause geskypt hatten, schauten wir uns nach dem Abendessen „Dinner For One“ an. Das haben wir extra zu diesem Zweck von daheim mitgenommen. Gewisse Gewohnheiten kann man nicht so leicht abschütteln.

Wir wollten eigentlich um Mitternacht mit Sparkling Wine anstossen aber es kam wieder einmal anders. Weil es ziemlich windig und kühl war, verzogen wir uns ins Bett wo wir uns auf dem PC einen Film anschauten. Als es dann 12:00 Uhr war, waren wir zu faul, nochmal die Leiter abzusteigen und unseren Wein zu holen.

  1. bis 04.01.2015 Rondeberg

Hier hatten liebe Campingbewohner ihre private Disco veranstaltet und das bis um etwa 4 Uhr morgens. Wobei es nicht nur laute Musik gab, sondern je weiter der Morgen fortschritt, Geschrei und Gegröle.

Sonst haben wir die Tage zwischen unserem Standplatz und dem Stausee verbracht. Einmal waren wir noch in Clanwilliam einkaufen.

Vom zweiten Januar an leerte sich der Campingplatz nach und nach.

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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3 Antworten zu Kein Feuerwerk dafür Disco

  1. Sylvia Germann schreibt:

    Hallo ihr Lieben,
    lustig von eurer Hitze zu lesen….. in diesen Tagen hatten wir endlich Schee und es war sch… kalt 😉 leider hat es schon wieder in den Schnee geregnet, und so hat sich im Moment der Winter wieder verzogen….
    glg Sylvia

  2. Annemarie Berger schreibt:

    Hey ihr 2 bei eurem Kurzaufenthalt auf dem Gefängnisplatz konnte ich euch keine Sinaasappels (Orangen) bringen in SA sind sie ja viel billiger.Nur der Flug e chli tür.
    Ich wünsche weiter hin GUTE Fahrt und noch viele Kaffees und Kuchen
    Liebe Grüsse Annemarie

    • Swissnomads schreibt:

      Bring uns besser Kaffe und Kuchen das ist uns lieber als Orangen. Im Kuchen natürlich eine Feile.
      Hoffen aber das dies die einzige Gefängiserfahrung bleibt.

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