Im Karoo

06.11.2014 Heidehof Gansbaai

Am Vormittag begleiteten wir Matia und Walter zu ihrer Quelle. Diese hatte sie all die Jahre mit genügend Wasser versorgt. Einen grossen Teil brauchen sie für die Bewässerung der Blumen. Aber auch für das Trinkwasser sorgt sie.

Vom Heidehof aus machten wir zwei dann einen Ausflug nach Pearly Beach. Dort blies der Wind so stark, dass wir in Strandnähe im Windschatten des Busses einen Kaffee tranken. Auch unser Bus brauchte etwas flüssiges und so fuhren wir noch nach Gansbaai um zu tanken.

Zurück auf Heidehof wurden wir natürlich vom Hofhund Pitta mit lautem Gebell empfangen.

Die Nacht wurde sehr unruhig. Den Bus hatten wir so in den Wind gestellt, dass er möglichst wenig Angriffsfläche bietet. Trotzdem wurden wir immer wieder von Windböen geweckt und durchgeschüttelt.

07.11.2014 Heidehof Gansbaai – Bonte Bok Park Swellendam

Nach dem gemeinsamen Frühstück verabschiedeten wir uns von Schweglers und machten uns auf die Piste ins De Hoop Nature Reserve. In Bredasdorp wurde noch eingekauft und getankt. Und dann ging es weiter durch die staubigen Wege des Overbergs. Im Park angekommen, erfuhren wir, dass das ganze Camp wegen einer Hochzeit das ganze Wochenende ausgebucht war.

Nach kurzer Beratung entschieden wir, unser Glück im Bontebok Park zu versuchen. Bis dorthin waren das noch einmal 70 Kilometer Piste. Beim Empfang funktionierte der Computer nicht also mussten wir noch durch den ganzen Park zu den Büros fahren um uns anzumelden. Aber hier hatte es noch genügend Platz. Mit der Informatik stand es auch hier nicht zum Besten, der Drucker lärmte wie ein Steinschredder. Aber er druckte trotzdem noch.

Der Camping Platz war sehr schön und die WC-Anlage tip top sauber. Wasser, Strom, Braai und Abfallkübel direkt am Platz, was will man noch mehr. Später kam sogar noch eine Parkangestellte vorbei und fragte ob alles in Ordnung ist. Das haben wir noch nie erlebt.

Diese Nacht war sehr ruhig und wir konnten wunderbar schlafen.

08.11.2014 Bonte Bok Park Swellendam

Heute hatten wir einen Ruhetag. Das heisst aber nicht, dass wir faulenzten.

Als erstes besprachen wir unsere Reisepläne, denn bisher hatten wir nur das Ziel in Hermanus die Wale zu sehen.
Wir einigten uns zuerst einmal in nordöstlicher Richtung, etwas weiter ins Landesinnere zu reisen um später an der Küste entlang zurück nach Kapstadt zu fahren.

Vom Campingplatz aus waren drei Hiking Trails ausgeschildert. Wir versuchten es mit dem Aloe Trail. Der führte uns zum Breederiver hinunter. Artete dann aber zu einer kleineren Kletterpartie aus, für die unsere Sandalen und Flipflops nicht geeignet waren, so dass wir auf halbem Weg umkehrten. Am Nachmittag versuchten wir es dann mit anständigem Schuhwerk auf dem Acatsia Trail. Hier war aber der Weg nicht durchgängig offen, so dass wir wieder ebenfalls umkehren mussten. Insgesamt waren wir aber doch etwa zweineinhalb Stunden unterwegs.

Den Rest des Tages haben wir mit Blog schreiben und Lesen verbracht.

09.11.2014 Bonte Bok Park Swellendam – Warmwaterberg SPA

Vom Park fuhren wir in das nahe gelegene Swellendam um zu tanken und das Drosdty Freilichtmuseum zu besuchen. Hier stehen noch Häuser aus der Niederländischen und der englischen Kolonialzeit. In den schön restaurierten Gebäuden werden Werkzeuge und Möbel aus diesen Zeiten ausgestellt. Auf Postern wird die Kultur der San, die in diesem Gebiet heimisch waren, erklärt.

 

Als Nelsons Vorfahren noch keinen Motor hatten!

Danach überquerten wir den Tradouw Pass, der mit seinen 400 Metern über Meer für Nelson keine Herausforderung war. Die Schlucht durch die wir fuhren war aber imposant.

In Barrydale, beim „Clarke of the Caroo“ machten wir einen kurzen Halt um zu Cappuccino auch ein Stück super feine Karottentorte zu essen.

 So gestärkt waren wir bereit für einen Besuch in Ronnies Sex Shop. Nein, das ist nicht was ihr denkt. Es handelt sich dabei um eine Bar mitten in der Karoo, in der einige Damen Andenken in Form von BH`s und sonstiger Unterwäsche hinterlassen haben. Witzbolde haben dann die Schrift „Ronnies Shop“ mit „Sex“ ergänzt. Nun sind der Laden und sein Besitzer eine Sehenswürdigkeit der an der Route 62 geworden.

Danach hatten wir nur noch etwa 4 Kilometer zu fahren bis wir das Warmwaterberg SPA erreichten. Hier gibt es Warmwasserpools, aber wir blieben trotzdem nur eine Nacht, die gesamte Anlage ist nicht sehr ansprechend.

10.11.2014 Warmwaterberg SPA – Stompdrift Dam

Wir zogen nach einer Nacht also weiter bis wir wieder einmal in Oudsthorn ankamen. Tanken und einkaufen konnten wir hier und dann ging es weiter bis De Rust. Hier sollte es laut Campingführer einen Campingplatz geben, den wir aber nicht gleich auf Anhieb fanden. Dann aber war er menschenleer und dazu noch direkt an der Hauptstrasse, die von vielen Lastwagen benutzt wird. Aber auch den zweiten Platz in der Nähe fanden wir erst nach einer kleinen Irrfahrt. Er ist nicht ausgeschildert und liegt direkt am Stausee.

Auch hier finden wir keine anderen Camper, aber wenigstens gab es hier keinen Durchgangsverkehr. Hausgänse und Enten spazierten bei uns vorbei und schnattern uns giftig an wenn wir ihnen zu nahe kamen. Auch hier war es wieder ziemlich stürmisch und wir stellten Nelson mit dem Hintern gegen den Wind damit er weniger Angriffsfläche bietet. Mit einem Sonnensegel versuchten wir etwas Windschatten zum draussen sitzen herzustellen. Das brachte aber nicht viel, weil der Wind immer wieder drehte. Auch diese Nacht wurden wir ziemlich durch geschüttelt.

  1. bis 13.11.2014 Stompdrift Dam – Karoo National Park

Die N12 führte uns durch die immer wieder beindruckende Meringspoort-Schlucht. Sie schlängelt sich an so hohen Felswände vorbei, dass man den Eindruck hat auf 2‘000 Meter hoch zu sein.

Danach ging es über mehr oder weniger hügeliges Gelände, von leichten Kurven unterbrochen, und langen geraden Strecken durch die steppenartige Karoo.

Immer wieder sah man Leute in orangen Overalls, die den Müll am Strassenrand einsammelten. Viele von ihn freuten sich an Nelsons erscheinen und winkten uns lachend zu.

Kurz vor Baufort West kommt die Einfahrt zum Karoo National Park. Zuerst aber fuhren wir in den Ort. Hier ist der bekannte Herzchirurg, Professor Barnard, aufgewachsen. Sein Elternhaus, in dem auch ein kleines Museum ist, ist noch genau so erhalten wie zu seiner Kinderzeit. Ihm ist die erste Herztransplantation am Menschen gelungen. Nach kleineren Einkäufen kehrten wir zurück zum Park, um uns dort für zwei Nächte auf dem Campingplatz ein zu buchen.

Da es noch früh am Tag war, beschlossen wir nach einen kurzen Pause eine Runde durch den Park zu fahren. Wir sahen einige Tiere, wie Red Hartebeast, Bergzebras, Strausse, und Springböcke. Einen steilen Pass musste Nelson dabei auch noch erklimmen. Ziemlich gegen Schluss der Rundfahrt begegneten wir noch einem Spitzmaulnashorn. Es schien ein noch ziemlich junges Tier zu sein und war sehr scheu. Anscheinend wollte es an einem kleinen Wasserloch saufen, aber traute sich nicht so richtig hin. Als dann noch ein weiteres Auto dazu kam, dessen Fahrer den Motor nicht abstellte, trabte es dann schliesslich unverrichteter Dinge davon.

Kaum waren wir auf dem Zeltplatz zurück, überzog sich der Himmel mit dicken Wolken und der erste Regenschauer prasselte nieder. Es sollte nicht der letzte sein denn in der Nacht zog ein heftiges Gewitter über uns durch. Zum Glück hatten wir vor kurzem, den Zeltstoff imprägniert. Ja, mit dem Wetter haben wir nicht so Glück, es ist ziemlich nass, wenn auch nicht sehr kalt.

Nach dem Frühstück war der Himmel nur noch leicht bewölkt und wir wollten den Park noch weiter erkunden. Nach wenigen Kilometern sahen wir aber, dass eine Regenfront mit Blitzen in unsere Richtung zog. Tiere sahen wir dann immer weniger und eine 4×4 Strecke die wir befahren wollten war gesperrt, also fuhren wir weiter auf der Rundstrecke, die wir gestern bereits in der anderen Richtung machten.

  1. – 15.11.2014 Karoo National Park – Graaf-Reinet

Ausser, dass wir in Beaufort-West die Abzweigung zum direkten Weg nach Graaf-Reinet verpassten geschah auf dem Weg dorthin nichts Besonderes. Es bescherte uns aber einen Umweg von etwa 80 Kilometern. Bis wir den Irrtum bemerkten waren wir schon durch zwei lange und einspurige Baustellen gefahren. Umkehren hätte mit Sicherheit wieder lange Wartezeiten bedeutet. Also nahmen wir die längere Strecke in Kauf. Am Ziel angekommen parkierten wir Nelson und wanderten durch den schmucken Ort. Hier sind noch sehr viele alte Einfamilienhäuser im Kolonialstil erhalten geblieben und mit den blühenden Jacaranda- Bäumen gibt das ein schönes Bild ab. Wir fanden auch ein nettes Restaurant wo wir im Innenhof, einmal dürft ihr Raten, genau Kaffee und Kuchen bestellten. Anschliessend fuhren wir zu dem am Ortsrand liegenden Campingplatz. Hier war leider alles etwas verkommen. Wir waren mal wieder die einzigen Gäste fühlten uns nicht so richtig wohl.

Am nächsten Morgen führen wir zum Valley of Desolation, wo wir dieses Mal mehr Glück hatten als vor einigen Jahren. Damals war der Berg im Nebel verhüllt und die Sicht war wirklich desolat. Nun bekamen wir einen Überblick von Graaf-Reinet und die bizarren Felsformationen konnten wir von verschiedenen Aussichtpunkten auch sehen.


Diese Nacht schliefen wir ruhig auf dem schönen Campingplatz innerhalb des Camdeboo- Parks. Hier gab es saubere Toiletten und Duschen und einige Nachbarn.

  1. – 16.11.2014 Graaf-Reinet – Mountain Zebra Park

Um zum nächsten Park zu kommen machten wir einen kleinen Umweg über Nieu-Bethesda. Dieser kleine Ort wurde durch die einheimische Künstlerin Helene Martin bekannt. Nach Ihrem Tod wurde ihr Wohnhaus und Garten zum Museum umfunktioniert und man kann eine Menge aus Ton gefertigter Figuren bestaunen, die den ganzen Garten “bevölkern“. In den Zimmern ihres Hauses kann man sich an viel Kitsch und Krempel erfreuen. Da sind Heiligenbildchen neben Aktbildern und alte Marmeladegläser mit Inhalt, in den Schlafzimmern hängen Kleider, die dem Aussehen nach durchaus aus der Zeit vor 1950 stammen können.

Durch das hier bergige Karoo führte unser Weg bis zum Mountain Zebra Park. Nach dem einchecken, wir hatten im voraus gebucht, machten wir noch einen Gamedrive über zum Teil sehr steile Strassen, diese waren aber auch geteert. Sonst gab es recht gute Pisten. Manchmal waren die Wege so schmal dass man nicht kreuzen konnte.

Gesehen haben wir viele Weissschwanz- Gnus, Red Hartebeest, Blessböcke, Elande, Strausse, aber nur wenige Bergzebras, welche dem Park den Namen gaben.

Da es am Abend sehr stürmisch war, gingen wir ins Parkrestaurant zum Abendessen. Das Essen war gut und der Service sehr freundlich und kompetent. In dieser Nacht haben wir einmal wieder gefroren, die warme Decke war schon zum „Übersommern“ verräumt und wir dachten auch nicht dass es so kalt ist in der als heiss und trocken bekannten Gegend.

Am zweiten Tag im Park, wagten wir uns auf eine 4×4 Strecke. Der Anfang war nicht schwierig und auf diesem Teilstück entdeckte Christine wieder einmal einen Gepard untereinem Busch.

Später ging es steil den Berg hinauf auf einer Piste, die mehr einer Geröllhalde glich. Einmal dachten wir schon, wir kommen nicht hinauf aber dann überwand Nelson nach gutem Zureden die Steigung doch noch.

Die Tierarten die wir am Vortag sahen, konnten wir auch an diesem wieder beobachten.

Noch mehr Bilder wie immer bei PICASA.

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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4 Antworten zu Im Karoo

  1. Douw Krüger schreibt:

    „Karoo“ bedeutet trockenes Land. Ein Favorit von mir. Nächstes Jahr, im Februar/März, machen wir eine „Bo-Karoo“ Rundfahrt. Kapstadt,Sutherland, Merweville, Fraserburg,Biedouwvallei, und wieder Kapstadt. Kommt ihr mit? Nur zwei Bergpasse, und Ich habe ein Schlepptau. 🙂

    Inzwischen viel Spass.

    Douw

    • Swissnomads schreibt:

      Mal schauen, ob wir noch in der Gegend sind.
      Nach dem Nelson im Mountain Zebra den Umgeni 4×4 Trail geschafft hat, schrecken uns Bergpässe nicht mehr so heftig. Ein Bergeband haben wir auch dabei, allenfals können wir Euren Land Rover abschleppen 😉

      Hoffentlich bis bald

  2. Annemarie Berger schreibt:

    Hello ist bei Euch jetzt Frühling oder schon e chli Sommer? Was kauft ihr eigentlich aussert Kaffee immer ein?Die grünee Decke im Zimmer gefällt mir nicht besonders.Meine grüne Wand im Wohnzimmer ist TOP.
    Hartelijke groeten Annemarie

    • Swissnomads schreibt:

      Wir wissen nicht so genau welche Jahreszeit wir haben. Wir haben eher schönes Wetter aber der Wind ist ziemlich kühl bis kalt.
      Da wir Kaffee (und Kuchen) lieben nehmen wir die Gelegnheiten war wenn wir kleine Kafferösterein entdecken.
      Sonst kaufen wir alles von A wie Apfel bis Z wie Zahnpasta. besonder hier in Südafrika findet man, wie Du weisst alles was man so fü den täglichen gebrauc benötigt.

      Die Dame mit der grünen Decke war Künstlerin und scheinbar auch in anderen Belange ziemlich exzentrisch.

      Kind regards
      Emanuel

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