Wir, in der Bernerzeitung vom 2.10.2014

Erstens kommt es anders . . .

SONY DSCEmanuel Berger und Christine Glaesel posieren in Südafrika am Kap der guten Hoffnung,
dem südwestlichsten Punkt des Kontinents.

Was ist eigentlich aus dem Paar geworden, das mit einem umgebauten Feuerwehrauto nach Afrika reisen wollte?

«Auf vier Rädern von Kirchberg nach Südafrika» lautete der Titel zur Leserbegegnung mit Emanuel Berger und Christine Glaesel.

Mit einem zum Camper umgebauten Feuerwehrauto wollte das Paar nach Südafrika fahren. Das war vor über einem Jahr. Mittlerweile befinden sich die beiden gerade auf Heimaturlaub. Doch der Reihe nach.

Unruhen in Ägypten
Via Italien, Griechenland und Türkei nach Afrika. So lautete im Sommer 2013 der Plan. Doch aufgrund der Unruhen in Ägypten wurde die Fährverbindung zwischen der Türkei und Ägypten eingestellt. Und so war kurz vor der Abreise Umplanen angesagt. Schliesslich wurde der Camper in der belgischen Hafenstadt Antwerpen nach Walvis Bay in Namibia verschifft, ehe Christine Glaesel und Emanuel Berger diesem per Flugzeug hinter herreisten. Als das Paar das Fahrzeug in Empfang nehmen wollte, musste es feststellen, dass Diebe am Werk gewesen waren. «Kleider, Schlafsäcke, Werkzeuge und weitere Utensilien waren verschwunden», erzählt Emanuel Berger. «Das Geld hatte ich zum Glück gut genug versteckt.» Gestohlen

wurde dagegen das Zolldokument. «Wir mussten in der Schweiz ein neues anfordern und deshalb drei Tage in Walvis Bay warten, bis wir den Zoll mit gültigen Papieren passieren konnten.

Jetzt aber endlich los, dachten sich die beiden, doch nur Tage später folgte der nächste Dämpfer. Auf einer Farm im Landesinnern von Namibia rutschte Christine Glaesel auf einem Weiderost für Rinder aus, fiel mit einem Bein in die Grube und verdrehte sich dabei das Knie. Es folgte eine 90-Kilometer-Fahrt ins Spital nach Otjiwarongo. Dort stellte sich ein Mann in T-Shirt, Shorts und Flipflops als Diensthabender Arzt vor. Eine hergerufene Röntgenassistentin erschien zusammen mit ihren beiden Kindern, die bereits im Pyjama waren. «Aber», so betont Berger, «Kompetenz und Zuwendung zum Patienten waren jederzeit spürbar, das ist wichtiger als ein korrektes Outfit.»

Diese und zahlreiche weitere Anekdoten können die beiden erzählen. Übrigens, dem Knie gehts wieder gut und in der Folge konnten Emanuel Berger und Christine Glaesel während 9 Monaten und 13 Tagen rund 30000 Kilometer in Namibia und Südafrika zurücklegen. «Wir wurden überall freundlich empfangen, und trotz der Anfangsschwierigkeiten überwiegen ganz klar die positiven Erlebnisse.»

Am 20.Oktober gehts weiter
Schliesslich hat die Kälte die beiden etwas früher als geplant zu einem Heimaturlaub gezwungen. «Wir hatten Temperaturen an der Nullgradgrenze, nicht gerade Campingwetter.» Derzeit sind Emanuel Berger und Christine Glaesel damit beschäftigt, sich in den eigenen vier Wänden zurechtzufinden. Berger spricht

von «Langeweile» und freut sich deshalb, dass es am 20.Oktober wieder losgeht. Nebst Namibia und Südafrika stehen unter anderem Simbabwe, Malawi, Tansania, Kenia und Uganda auf der Reiseroute. Wobei, gross Planen wollen die beiden nicht mehr. Das bringt nichts. Das hat sie die Vergangenheit gelehrt. Denn erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt…

Raphael Hadorn

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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Eine Antwort zu Wir, in der Bernerzeitung vom 2.10.2014

  1. Douw schreibt:

    Nun kenne ich auch berühmte Reisende..

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