Wir sind Verbrecher!

19.05.2014 Bela Bela – Bakgatla Pilanesberg Resort

Auf dem Bela Bela Camping haben wir zwei Paare näher kennen gelernt und von diesen verabschiedeten wir uns noch. Das war natürlich nicht in zwei Minuten getan. Danach mussten wir noch im Ort einkaufen. Auf dem Parkplatz wurden wir von einem älteren Mann auf unseren Bus angesprochen, was für uns ja nichts Neues ist. Der Herr wollte auch wissen wie uns Südafrika gefällt und ob wir auch wiederkommen würden. Und so kamen wir auf die Politik zu sprechen. Hier waren ja am Anfang des Monats Wahlen. Wir hätten noch lange miteinander reden können, aber wir mussten weiter. Laut GPS sind es 160 Kilometer und es war schon kurz vor elf.

Wir kamen gut voran, da es keinen grossen Steigungen gab und der Wind uns auch noch ein wenig unterstützte. Irgendwann wurde Emanuel von Frau-GPS aufgefordert auf eine Teerstrasse abzubiegen die aber eine Naturstrasse war. Zudem wurde die gewellte Oberfläche (auch Wellblechpiste genannt) immer schlimmer, so dass wir uns nach etwa 10 Kilometern bei einer Abzweigung wieder über die gute alte Strassenkarte beugten. Hier merkten wir dass uns das GPS auf eine Abkürzung schickte, die aber über 50 Kilometer „Schlotterpiste“ führte. Das brauchten wir nun aber nicht und deshalb suchten wir einen Weg um wieder auf die Teerstrasse zu kommen. Wie wir später feststellen haben wir an diesem Tag insgesamt fast 200 Kilometer zurück gelegt.

Das Bakgatla Camping, das uns von einem Paar in Bela Bela empfohlen worden war angekommen hat uns ziemlich enttäuscht. Alles ist etwas verwahrlost. Die Feuerstellen sind verrostet und zum Teil unvollständig. In den Toiletten konnte man nicht spülen und Warmwasser gab es auch keins. Weder in den Duschen noch zum Abwaschen. Wir hatten hier für drei Nächte gebucht, beschlossen aber am nächsten Tag im Manyane Camping zu übernachten. Es gehört zur geleichen Gruppe und sollte kein Problem sein. Die Nacht war aber sehr ruhig und nicht kälter als in Bela Bela da wir hier in etwa auf der gleichen Höhe sind.

20.05.2014 Bakgatla – Manyane Pilanesberg Resort

Nach dem Frühstück fuhren wir gleich los und stellten fest, dass die Naturstrassen durch die letzten heftigen Regenfälle sehr gelitten haben. Einige Längsrillen wurden zwar mit grossen Steinen gefüllt, aber es blieben noch genug Löcher und Gräben die im Schneckentempo zu durchqueren waren. Einzelne Passsagen sind für normale PW sicher schon eher grenzwertig, für Nelson aber kein Problem, er hat im Baavianskloof schon ganz andere Sachen erlebt.

Für die schlechten Strassenverhältnisse wurden wir aber mit tollen Tiersichtungen entschädigt. Nacht zehn Minuten begegneten wir schon vier Nashörnern. Insgesamt sahen wir an diesem Tag 12 Nashörner, also mehr als in allen andern Parks zusammen, welche wir auf dieser Reise besucht haben. Giraffen sahen wir in einer Gruppe von etwa 20 Tieren zusammen mit vielen Zebras und Gnus. Es gesellten sich dann noch vier Elande dazu. Der Park ist in einem erloschenen Vulkan mit sehr hügeligem Gelände angelegt worden. Damit hat man oft die Möglichkeit Tiere von einer erhöhten Position aus zu beobachten, was einem den besseren Überblick gibt. Für uns ist es bis jetzt der landschaftlich attraktivste Park im südlichen Afrika und wenn man wie an diesem Tag so viel zu sehen bekommt, ist er einfach toll.

Am späteren Nachmittag trafen wir im Manyane Resort ein. Am Gate musste ein Mitarbeiter das Reisebustor aufschliessen denn die normale Einfahrt war mit 2,8 Metern etwas zu niedrig. Auf den Campingplatz sind wir ohne eine Kontrolle gekommen. Hier ist die Infrastruktur etwas besser als im Bakgatla Camp, aber in den 8 Jahren seit unserem letzten Besuch hier ist auch diese Anlage etwas vernachlässigt worden. Beide Camps gehören nun zu der „Golden Leopard“- Gruppe- und sollte der Name Programm sein, bleibt noch einiges zu tun.

21.05.2014Manyane Pilanesberg Resort

Am zweiten Tag im Pilanesberg war der Himmel mehrheitlich bewölkt und wir sahen nicht so viele verschiedene Tiere, aber noch mehr Nashörner als am Vortag. Wir sind zum Teil andere Wege gefahren unter anderem auf einen Hügel bis auf 1640 M.ü.M. Auch hier war die Naturstrasse zum Teil sehr ausgespült und für PW’s kaum geeignet.

 Da unser Nelson für die normale Ein- und Ausfahrt am Gate zu hoch ist, musste uns einer der Mitarbeiter jeweils das Bus- Tor aufschliessen.

Mittlerweile kannte er uns und er fragte uns woher wir kommen. Dann warnte er uns mit diesem rechts gesteuerten Fahrzeug nach Botswana zu fahren. Da staunten wir, uns war kein Problem bekannt. „Doch, doch!“ meinte er „Der Polizist würde sagen , er weiss wieso das Lenkrad auf der falschen Seite sei. Die Lady kann nicht autofahren, und darum hätten wir das Lenkrad auf der anderen Seite eingebaut.“

Offenbar macht man über die Botswaner die selben Witze wie über die Ostfriesen in Deutschland oder die Freiburger in der Schweiz.

Zum Nachtessen gab es Raclette, den Käse hatte uns Emanuels Schwester Annemarie aus der Schweiz mit gebracht. Mmmmh.

21.05.2014 Manyane – Mahikeng Game Reserve

Vor der Fahrt nach Mahikeng (früher Mafikeng) machten wir noch einen kleinen Umweg durch den Park, da wir für diesen Tag ja auch bezahlt hatten. Ausser Hippos, und die übliche Antilopen und Zebras sahen wir nichts. Ach so, zwei Nashörner wurden auch noch gesichtet, aber davon haben wir bereits genug gesehen.

Nach der langen Fahrt irrten wir durch Mahikeng um einen Campingplatz zu finden. Den einen gab es nicht mehr und beim zweiten ist der Eingang wegen Umbauten, an einem ganz anderen Ort. Da er in einem Game Reserve liegt sahen wir auf dem Weg noch einige Tiere. Ihr werden es nicht glauben, darunter auch noch drei Nashörner. Die Tiere sind hier sehr scheu und rannten meist davon wenn wir uns näherten.

Auf dem kleinen Campingplatz standen nur zwei Wohnwagen, aber kein Mensch war zu sehen. Später kam Lucas der Besitzer des einen Wohnwagens und erst als er sich am Sicherungskasten zu schaffen machte, bemerkten wir, dass inzwischen der Strom ausgefallen war. Für uns keine grosses Problem wir sind ziemlich autark, aber er wollte sein Bratwurst auf der Elektroplatte kochen. Da hat ihm Emanuel auf unserem kleinen Holzkohlegrill Platz gemacht und er kam doch noch zu einem warmen Nachtessen. Lucas überwachte die Umbauten von Mc Donalds im Ort und übernachtete auf dem Zeltplatz um Geld zu sparen. Die Nacht war ziemlich ruhig nur der Verkehr auf der nahen Hauptstrasse, die langen Güterzüge und die grunzenden und schnäuzenden Impala Böcke störten die Idylle etwas. Wenn man diese eleganten, feingliedrigen und schlanken Tiere sieht kann man sich kaum vorstellen dass sie im Stande sind solche unschönen Geräusche von sich zu geben.

 22.05.2014 Mahikeng Game Reserve – Kuruman

An diesem Tag hatten wir eine 330 Kilometer lange und ziemlich eintönige Strecke zu fahren weil es meist gerade ausging. Bis zu 100 Kilomtern schnurgerade durch die Northen Cape Province. So quasi das Nordkap Südafrikas. Ein Kalter Wind blies die ganze Zeit. Am Anfang schräg von hinten was Nelson zu Gute kam. Dann aber im rechten Winkel von rechts. Das einzig Gute war dass es dabei keine heftigen Steigungen gab.

Zuerst machten wir aber noch eine kleine runde durch den Park. Auch dieser Tag war nicht ohne Nashorn-Sichtungen. Aber diesmal nur noch zwei.

15 Kilometer nach Kuruman steuerten wir das Eingangstor der Red Sands Lodge an. Dieses war nicht besetzt und man musste anrufen um das Tor öffnen zu lassen.

Wir leisteten uns einen Platz mit privatem Badezimmer und weil es heute ein langer Tag war assen wir in Restaurant. Hier war es sehr angenehm, denn mitten im Saal brannte ein offenes Feuer was eine schöne Atmosphäre verbreitete. Auf der Karte gab es auch deutsche Spezialitäten wie Eisbein und Schnitzel. Emanuel entschied sich für ein Chicken Cordon Bleu weil er nicht so Hunger hatte. Serviert wurde ein Teil das zwar nur etwa 10 Zentimeter im Durchmesser hatte aber etwa 5 Zentimeter hoch war. Dazu noch Pommes und Salat!

Am liebsten wären wir noch lange dort sitzen geblieben so gemütlich war es. In der Nacht kam ein heftiger Wind auf und Emanuel musste aufstehen und die Markise am Boden befestigen, was er am Nachmittag vergessen hatte. Gut, hat der Wind sie nicht zerrupft.

23.052014 Kuruman – Upington

Der heftige Wind liess auch am Morgen nicht nach. Deshalb beschlossen wir heute weiter zu fahren.

Die Strecke war etwa so spannend wie gestern, die einzige Abwechslung bot eine grosse Erz-Mine welche die ganze Umgebung dunkelrot einstäubte.

In Upington angekommen suchten wir einen Campingplatz. Die erste Adresse, die wir anfuhren hat die Plätze mit einem Chalet ergänzt. Wir könnten davon das Bad und den Fernseher benützen, aber der Unterstand neben dem Häuschen war zu tief für unsern Bus. Auch sonst gefiel Emanuel die Anlage nicht, irgendwie sah das Ganze nicht wie ein Camping aus auch wenn alles schön ordentlich war. Es hiess ja auch „Lodge“ und es lag direkt an der Hauptstrasse am Orteingang von Upington. Wir beschlossen noch den Eiland Camping anzuschauen. Zu diesem führte eine schöne, lange Palmenallee, aber überall lagen die verdorrten Palmenwedel herum, auch auf der Fahrbahn. Wir ahnten nichts Gutes, und baten beim Empfang, den Platz erst mal ansehen zu dürfen bevor wir einchecken. Das durften wir auch und sahen überall Dreck herumliegen und die sanitären Einrichtungen waren alles andere als in Ordnung. So entschieden wir uns für einen Platz ausserhalb von Upington. Da hatten wir schon bei der Begrüssung durch Steven einen sehr positiven Eindruck und auch der Platz und die Einrichtungen waren sehr gepflegt und ordentlich. Für die winzigen Fliegen die einem in die Nase Mund und Augen flogen konnte ja keiner etwas.

Christine benutzte noch unsere Waschmaschine um mal wieder zu waschen. Plötzlich sprühte einen Funken aus dem Gerät, sie blieb stehen und der ganze Toilettenkomplex war ohne Strom. Emanuel prüfte alle Sicherungen konnte aber nichts finden. Zum Glück sind wir die einzigen auf dem Camping und am Standplatz haben wir noch Strom.

Den Sonnenuntergang betrachteten wir von einem Felsenhügel im gegenüber liegenden Spitskop- Game Park. Von hier aus kann man weit über das flache Land sehen.

24.05.2014 Upington – Augrabies Falls

Als wir noch beim Frühstück sassen kam eine der Mitarbeiterinnen an unserem Platz vorbei und wir meldeten ihr den Stromausfall. Diesen hatte sie auch schnell behoben. Später kam noch Steven und bot uns an, zum Abwaschen und Duschen das Chalet Nummer 2 zu benutzen. Denn beim Platz gab es wegen dem Stromausfall noch kein warmes Wasser. Für den Abwasch hatten wir schon Wasser auf unseren Gaskocher gestellt und duschen wollten wir nicht.

In Upington machten wir noch Einkäufe für die nächsten Tage, in Keimoes hielten wir an um zu tanken, in Kakamas besuchten wir noch den Pink Padstall wo es allerlei Leckeres zu kaufen gab. Unter anderem ein Kilo grosse, saftige Datteln aus der Gegend für umgerechnet ca. Fr. 9.-

Dann fuhren wir noch den Rest bis zum Augrabie Falls National Park. Der Bus war schnell auf dem Platz aufgestellt und wir wanderten zu den Wasserfällen des Orange River. Wir schauten uns das tosende Gewässer und die beeindruckende Schlucht an und machten noch einige Fotos.

Auf dem Campingplatz trieben eine ganze Bande Ververt Monkeys ihr Unwesen, blieben aber dank der Steinschleuder einigermassen auf Distanz.

25.05.2014 Augrabies Falls

An diesem Morgen waren die Affen deutlich frecher. Emanuel hatte eine Papaia und zwei Mandarinen für das Frühstück auf den Tisch gestellt und ging kurz in den Bus um eine Jacke anzuziehen. Als er wieder raus kam, schlich sich gerade so ein Biest an den Tisch an. Mit rufen und schimpfen liess sich das freche Tier verscheuchen. Emanuel schnappte sich die Steinschleuder und das Säckchen mit Steinen und stellte ihm nach. In dieser kurzen Zeit rannte das Viech um den Bus herum und schnappte sich eine Mandarine. Als er merkte dass er verfolgt wird, liess er seine Beute fallen. Aber da die Frucht schon angebissen war, hatten wir auch keine Lust sie zu essen. Aber wenigstens hatte der Affe auch nichts davon. Mit der griffbereiten Steinschleuder auf dem Frühstückstisch konnten wir dann ziemlich ungestört essen.

 Den grössten Teil des Tages verbrachten wir unterwegs im Park. Tiere gab es kaum zu sehnen ausser einer Herde mit etwa 20 Springböcke und eine Gruppe von vier Giraffen. Dafür gibt es hier einige Aussichtspunkte am Orange River entlang und abwechslungsreiche Landschaften. Spannend wurde es dann noch als wir durch eine Eisenbahnunterführung mussten, denn diese war mit einer Höhe von 3 Meter angeschrieben. Wir wussten nur dass Nelson so mehr als 2,95 Meter ist. Jetzt wissen wir, dass er knapp 3 Meter ist, denn es hat gerade so gereicht um durch zukommen.

 Die Tagestemperatur war hier wieder recht hoch im Wagen hatten wir 32 Grad.

 Als wir zu unserem Stellplatz zurück kamen, hatten Affen, diesmal Paviane, einige stehen gelassene Gegenstände herum gezerrt. Aber es fehlte nichts und ausser einem zerrissenen Plastiksack gab es keinen Schaden.

 26.05.2014 Augrabies Falls – Upington

Auch heute Morgen trieben es die Monkeys bunt. Emanuel hatte den Auftrag, den gedeckten Frühstückstisch zu bewachen während Christine den Kaffee aufbrühte. Dummerweise liess er sich aber von einem Affen ablenken und während er auf diesen schoss, nutzen seine Artgenossen die Situation aus um zwei Brötchen zu klauen. Soll einer noch einmal: „Du blöder Affe.“ sagen.

 Später fuhren wir dann gemütlich nach Upington zurück um noch einige Einkäufe zu erledigen bevor wir morgen das Land verlassen.

Die Nacht verbrachten wieder auf dem Camping der Monate Lodge, wo es zwar keine Affen hat, aber an diesem Abend dafür ein Emu, das uns die ganze Zeit Gesellschaft leistete. Wieso es hier zwei Emus hat wissen wir nicht aber der Manager hatte uns erzählt, dass ihm das Männchen aus dem Gehege ausgebüxt war. Auch im Finsteren wussten wir genau wenn es sich in der Nähe aufhielt, denn es macht immer wieder eine Art Trommelgeräusch.

27.05 2014 Upington – Grünau

Der Emu war am nächsten Morgen immer noch da.

Wir packten zusammen und machten uns auf dem Weg zur Grenze mit einem etwas mulmigen Gefühl. Nachdem wir von Andrea und Thomas gehört was ihnen widerfahren ist, wussten wir nicht genau was uns erwarten würde. Am Grenzübergang Nakop angekommen wurden von einem Polizisten die Fahrzeugdaten und der Pass kontrolliert. Der Herr war sehr nett und verwickelte uns gleich in ein Gespräch, da er Schweizer Freunde hat. Beim Zoll war auch nichts besonders, aber dann kam die Einwanderungsbehörde. Die heisst hier Home Affairs und das war schon schlimm genug. Aber es kam noch schlimmer. Der Beamte, ein Herr in den 50igern, blätterte lange vorwärts, dann wieder rückwärts in unseren Pässen. Schliesslich erkundigte er sich ob wir Daueraufenthaltsbewilligung hätten. Wir verneinten, zeigten ihm aber die Quittung des Antrags der Visaverlängerung und erklärten ihm, dass wir bis jetzt noch keine Rückmeldung von der Agentur bekommen hätten. Er holte sich einen Ordner und kam zu uns in den Vorraum. Hier zeigte er uns eine Verordnung, dass per 26 Mai. 2014, also seit gestern, Personen welche ihr Visa mehr als 30 Tage überschritten haben für 5 Jahre nicht mehr nach Südafrika einreisen können. Unser Argument, dass wir doch seit dem 31. Januar auf die Verlängerung warten, aber das war mit dieser neuen Verordnung nicht mehr relevant. Er fand diese neue Vorschrift einen totalen Blödsinn, kann aber nichts dagegen machen. Er riet uns, nicht auszureisen und abzuwarten bis unser Antrag angenommen würde. Das kam für uns nicht in Frage, denn wir wissen ja nicht wie lange das dauert und unter Umständen wird er dann auch noch abgelehnt.

Der Beamte war selber unglücklich über unsere Situation und fragte nach der Telefonnummer der Agentur, die für uns den Antrag in Paarl gestellt hat. Er meinte eventuell könnte diese mit Home Affairs Paarl vereinbaren, dass wir die Verlängerung in Upington abholen könnten. Er ging in sein Büro und wir warteten lange. Endlich kam er wieder aber seine Miene verriet nichts Gutes. Aber zuerst musste er eine Zigarette rauchen. Wir begleiteten ihn nach draussen. Hier erzählte er uns, dass die Agentur noch keinen Bescheid von Paarl hat. Aber sie ist der Meinung dass diese neue Regelung bereits schon wieder aufgehoben wurde. Davon wusste man hier an der Grenze noch nichts und seine Vorgesetzte wollte nicht einlenken und beharrte auf dem Einreiseverbot von 5 Jahren. Er hat sich auch nach Pretoria telefoniert um sich nach dem Stand unseres Antrags zu erkundigen. Dort erfuhr er, dass die Behörde 8 Monate im Rückstand sei. Dabei müssen die Anträge innerhalb von 30 Tage abgearbeitet sein, denn so lange vor dem Ablaufen der Visa muss man ihn auch einreichen. Herr Van der Merve, so heisst der nette Herr, ging noch einmal in sein Büro und wir warteten wieder.

Nach einer Weile kam eine jüngere Frau, die sich als die Chefin dieser Amtsstelle herausstellte und bat uns in ihr Arbeitszimmer wo sie uns alles noch einmal erklärte und die Möglichkeiten aufzeigte. Alle Erklärungen, dass wir schon so viel mal da waren, auch Freunde mitgebracht haben und Südafrika immer als ein wunderschönes Land mit wunderbaren Menschen gesehen haben, half nichts- die Dame blieb stur. In Südafrika bleiben und abwarten ob unser Antrag angenommen wird war keine Option und wir wollten raus. Wir werden versuchen über die südafrikanische Botschaft in Bern dieses Verbot aufheben zu lassen. Uns wurde eine schriftliche Begründung ausgehändigt die wir unterzeichnen mussten und was Herrn van der Merve besonders peinlich war, er musste dieses Dokument mit unseren Fingerabdrücken versehen. Uns störte das auch nicht mehr, wir fanden es eher lächerlich. Irgendwie fühlten wir uns ja nicht wie Verbrecher.

Nun gab es noch eine weitere Polizeikontrolle des Fahrzeugs und nach knapp zwei dreiviertel Stunden konnten wir den Grenzposten verlassen und wissen nicht wann wir wieder in dieses Land einreisen können. Dieser Gedanke machte uns traurig, hatten wir doch am Morgen beim Aufbruch ein bisschen wehmütige Abschiedsstimmung und trösteten uns damit, dass wir ja wiederkommen.

Nun hatten wir noch die namibische Grenze vor uns, was aber noch relativ rasch abgewickelt wurde. Nur beim blöden Road Permit gab es noch eine Diskussion. Weil man unseren Bus als kleinen Lastwagen taxierte statt wie einen kleinen Bus. Aber Emanuel hatte genug für heute und bezahlte die N$ 460 statt der 220.

Auf der Weiterfahrt waren wir ziemlich deprimiert und redeten nicht sehr viel, jeder hing seinen traurigen Gedanken nach.

Übernachtet haben wir auf dem kleinen Camping der White House Farm etwa 10 Kilometer nördlich von Grünau. Hier hatten wir im September eine Nacht in einem Chalet verbracht. Wie damals liessen wir uns von der Farm das Nachtessen bringen. Es gab Lamm-Steaks vom eigenen Betrieb, Blumenkohlauflauf einen gemischten Salat und Kartoffelstock. Zur Nachspeise noch etwas feines, süsses, von dem wir aber nicht wussten was es war.

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Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika zu "erfahren". Wir machen aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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5 Antworten zu Wir sind Verbrecher!

  1. Douw schreibt:

    Ich weiss nicht was zu sagen … peinlich und beschämend. Es tut mir leid.
    Douw

    • Swissnomads schreibt:

      Lieber Douw
      Danke für Deine Anteilnahme.
      Aber Du hast ja diese neue Regelung nicht ersonnen.

      Es bleiben uns trotzallem viele gute Erinnerungen. Besonders die vielen netten, intressanten und hilfsbereiten Menschen welche wir in diesem wunderschönen Land getroffen haben, bleiben uns im Herzen erhalten. Das kann uns keine Gesetz oder Verbot wegnehmen.

      Herzliche Grüsse
      Emanuel und Christine

  2. Indumi Jacqueline et Mario schreibt:

    chers tous 2
    je viens de lire vos péripéthies et je comprends que vous soyez déçu. Courage et confiance, il y aura sûrement d’autres voyages en Afrique du Sud. Vous êtes encore de jeunes retraités et il y a encore bien des jours derrière la lune!!!
    Encore beaucoup de plaisir pour le restant de votre voyage et revenez en bonne santé. Au plaisir de vous lire ou de vous revoir.
    Jacqueline

    • Swissnomads schreibt:

      Liebe Indumis
      Danke für den Komentar.
      Der erste Schock ist überwunden und wir haben gerade aus Südafrika erfahren, dass die Agentur für uns eine Einsprache einreichen wird.
      Herzicher Grüsse
      Emanuel

  3. Pingback: Hurra wir sind begnadigt | Africa Nomads

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