Heisser Pool und kalte Nächte

11. und 12.05.2014 Kruger Gate – Middelburg

Wir verbrachten zwei Nächte im etwas luxuriöserem Ambiente des Hotels am Kruger- Gate und nutzten die Zeit zum entspannen, Fotos sortieren und hochladen. Der Text zum Blog musste auch noch fertig geschrieben und publiziert werden.

 Darauf folgte dann eine etwas längere Fahrt von 300km bis nach Middelburg auf einer ziemlich löcherigen Strasse. Als wir dann aber die N4 erreichten wurde es besser. Trotzdem verliessen wir diese für eine Weile und fuhren auf der R539 durch den Schoemanskloof, ein landschaftlich reizvolles Tal mit grossen Orangenplantagen. Allerdings führte uns die Route auch über einige Pässe bis auf 1700 m.ü.M. was Nelson mal wieder einiges abverlangte. Dann ging es weiter auf der N4, wo wir unseren Benzinvorrat wieder auffüllen mussten. Hier wurden wir mal wieder auf unser Auto angesprochen, zuerst von Österreichern aus St. Gallen (in der Steiermark) und dann noch von einer Dame aus Middelburg. Diese hat uns auch gleich zu sich nach Hause eingeladen, auch um dort zu übernachten. Als Emanuel erklärte wir seien aber zu viert, fand sie, das sei auch kein Problem denn sie hätte zwei Gästezimmer. Es ist schon verrückt wie man hier von wildfremden Leuten eingeladen wird. Sie gab uns ihre Telefonnummer und Adresse für den Fall, dass wir sonst etwas bräuchten.

Wir hatten uns schon vor der Abfahrt die Olifant River Lodge als mögliches Tagesziel ausgesucht, das wir dann kurz nach Middelburg über eine 12km lange mittelprächtige Schotterpiste erreichten. Die Gegend um Middelburg ist staubig, geprägt von Kohleminen und Kohlekraftwerken und hat eigentlich nichts Einladendes. Auf dem Campingplatz, der versteckt direkt am Olifants- River liegt, waren wir mal wieder die einzigen und für unsere Begleiterinnen hatte es auch noch ein gemütliches Häuschen.

Bei ihnen haben wir denn auch die Abende verbracht, denn auf knapp 1700M.ü.M war es nach Sonnenuntergang kalt. Dafür konnten wir ganz allein das geheizte Hallenbad geniessen. Die Nächte waren die bisher kältesten, mit Temperaturen die bis auf 7 Grad (im Bus) sanken. Mit der Standheizung versuchten wir diese etwas abzumildern, kauften uns aber dann eine grosse, warme Decke welche die nächste Nacht deutlich erträglicher machte.

 Am nächsten Tag machten wir einen Ausflug mit dem Mietwagen zu einer ehemaligen Mission, die nun als Freilicht- Museum genutzt wird. Zudem wurden hier einige Hütten der Süd-Ndebele nachgebaut auf denen die typischen Malereien zu sehen sind. Nach einigen Irrungen und Wirrungen fanden wir das Eingangstor. Dort erklärte uns der Wächter, dass wir schon hinein können aber wegen „Managementproblemen“ das Gras bei den bemalten Häusern hoch steht und man nicht so viel sehen kann. Wir wollten aber trotzdem rein und statt 25 mussten wir nur 15 Rand pro Person für den Eintritt bezahlen. Die Mission gibt es zwar noch, es ist sogar in einem der Häuser eine Jugendherberge eingerichtet, aber ob sie genutzt wird ist fraglich, machte doch alles einen sehr verwahrlosten Eindruck.

 

Nach einer kleinen Wanderung über das Gelände fanden wir doch auch noch die Süd-Ndebele Hütten. Kurz davor kam uns ein Mann mit drei Hunden entgegen, die er mit einer Peitsche davon abhielt uns anzuknurren. Er fragte uns ob, wir drei Kühe gesehen hätten, was wir verneinten. Das Grass war bei den Hütten gar nicht so hoch, vermutlich weil dort die drei Kühe vorher gegrast hatten, wie an den herumliegend Kuhfladen zu sehen war. Aber auch hier bot sich uns ein trauriger Anblick. Bei einigen der Hütten war das riedgedeckte Dach komplett abgebrannt und es lag auch allerhand Abfall und Dreck herum. Schade, wieder ein Projekt, das mit einigem Aufwand aufgebaut wurde und dann einfach vernachlässigt wurde.

Die noch erhaltenen Malereien waren wie erwartet sehr bunt und einige Motive nicht mehr ganz so traditionell, wie zum Beispiel ein stilisiertes Flugzeug.

 

Auf dem Rückweg zur Lodge wurden wir wieder einmal von einer Polizeikontrolle aufgehalten. Hier war der Polizist mit dem Fahrausweis nicht zufrieden weil er auf Deutsch war. Er war der Meinung dass man hier einen internationalen Ausweis braucht. Obschon das für Südafrika nicht zutrifft, haben wir zwar einen, aber der ist im Bus, das sagten wir ihm nicht. Als er dann „Punkt 9“ monierte, wo „Kategorie“ stand, konnte ihn Emanuel nicht mehr ernstnehmen. Er machte den Ordnungshüter darauf aufmerksam, dass er nur den ersten Buchstaben mit einem „C“ ersetzten müsse und dann sei es genau gleich wie in Englisch. Die Kategorien selber sind ja auf dem Ausweis nach internationalem Standard. Da war er schon ein wenig umgänglicher aber nicht ohne zu erwähnen dass er eine Busse von 1‘500 Rand erteilen könnte für dieses Vergehen. Emanuel bot ihm an, als Übersetzer für die Polizei arbeiten zu kommen und lächelte. Das fand sogar der Polizist lustig und liess uns dann doch noch straffrei ziehen.

13.05.2014 Middelburg – Johannesburg Gold Reef City

Auf der N4 und N12 kamen wir gut voran aber dann meinte das GPS der schnellste Weg (so ist es eingestellt) führe durch die Stadt und nicht über die Ringautobahn. Deshalb war es eine etwas chaotische Fahrt durch Johannesburg, wo Emanuel nach seinem „inneren Kompass“ fahren musste, weil Frau-GPS eine ziemlich unkoordinierte Routenführung anbot.

Schliesslich kamen wir aber doch noch im Hotel an. Dieses steht auf einem ehemaligen Minengelände mit alten Häusern- sehr gut erhaltenen- und einem Themen Park, wie ein kleiner Europapark. Da gibt es Riesenrad, Achterbahnen, Riesenschaukeln, Karussells Kino und vieles mehr.

Nur ist Dienstags ausser dem Hotel und einem Restaurant alles geschlossen. Es war aber trotzdem witzig durch diese fast menschenleere „Geisterstadt“ zu laufen.

Mit dem Elektrowagen liessen wir uns noch zum nahegelegenen Apartheid Museum fahren. Hier wird die Geschichte der in Südafrika praktizierten Rassentrennung aufgezeigt. In einem kurzen Film wird informiert, wie viele Konflikte auch zwischen der weissen Bevölkerung dazu geführt haben. Ein Teil der Ausstellung ist natürlich auch Nelson Mandela gewidmet und der Entstehung der „Regenbogennation“.

Für unser letztes Abendessen zu Viert liessen wir uns vom hoteleigenen Taxi zum nahen Casino chauffieren. Hier war die Auswahl an Restaurants etwas grösser und wir entschieden uns für das Ocean Basket, da wir alle Fisch mögen.

14..05.2014 Johannesburg – Flughafen- Bela Bela

Auch für die Fahrt zum Flughafen führte uns die GPS Route mitten durch Johannesburg, aber diesmal auf ziemlich direktem Weg.

Dort angekommen mussten wir uns auf dem Flugplatzgelände am Strassenrand von Annemarie und Josette verabschieden. Die Durchfahrt zu den Autovermietern ist mit 2,2 Meter für Nelson um etwa 80 Zentimeter zu tief. Nun waren wir also wieder „nur“ noch zu Zweit, was schon ein wenig komisch war.

 Wir hatten am Morgen beschlossen, noch einen Abstecher nach Bela Bela zu machen. Der Ort hiess früher Warmbath, wo es wie in Badplaas eine Thermalquelle gibt und ein Forever Resort.

 Auf der Autobahn wurden wir schon wieder von einem Polizisten zum Anhalten aufgefordert. Wir waren gespannt welche Überraschung uns diesmal erwartete. Erstaunlicherweise keine, der Uniformierte begrüsste uns freundlich und studierte den Ausweis ausgiebig, wollte dann nur noch wissen wo wir hinfahren und wünschte uns eine gute Fahrt. Später stellte Emanuel fest, dass er ihm unbeabsichtigt statt dem Führerschein die Identitätskarte ausgehändigt hatte. In Zukunft wird er das immer so machen, da braucht es scheinbar keinen internationalen Ausweis.

 Der Campingplatz in Bela Bela war nicht gerade voll aber auch nicht leer, wie wir es in der letzten Zeit öfter angetroffen haben. Neben den Campern gab es auch eine Familie Warzenschweine.

 

15. und 18.05.2014 Bela Bela

Unser nächstes Ziel war der Pilanesberg National Park. Da wir aber annehmen, dass der Campingplatz am Wochenende ziemlich voll sein, deshalb blieben wir bis am Sonntag hier im Forever Resort Warmbath. Wir nutzten die Zeit zum aufräumen, Waschen und nicht zuletzt um den Warmwasserpool zu geniessen. Die Nächte sind hier auf 1100 m.ü.M auch sehr kalt aber am Tag wird es immer noch bis zu 28 Grad warm. Der Himmel ist blau wie fast immer in den letzten 3 Monaten.

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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2 Antworten zu Heisser Pool und kalte Nächte

  1. Douw Krüger schreibt:

    „….drei Kühe gesehen hätten? “ Das versteht ein Europaier nicht. Und blauer Himmel für drei Monate, ….auch nicht.:-)
    In Düsseldorf hatten wir bisher, in drei Wochen, nur vier Tage schönes Wetter. Heute war der Beste – blauer Himmel. Und wir waren auf dem Rhein in der Gegend von Rüdesheim. Wunderbar.
    Als ich klein war, gab es soviele gemalten Hütten in der Gegend (Süd Afrika … nicht Düsseldorf), es war ganz normal. Wir hatten nie an Bilder gedacht.

    • Swissnomads schreibt:

      Douw Du hast recht, man muss wissen das hier die schwarze Bevölkerung ihr Vieh überall grasen lässt. Sei es auf der Autobahn oder auch wie hier in einem Museumgelände. Für uns ist das inzwischen schon ganz normal.

      Gruss
      Emanuel

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