Blick durch God’s Window

20. und 22.04.2014 Badplaas

Ostern wird hier nicht gross gefeiert. In den Geschäften sieht man zwar einige Schokolade-Osterhasen und andere Festtagssüssigkeiten. Aber gefärbte Eier und Osternest suchen oder ähnliches haben wir nicht gesehen. Es ist einfach ein langes Wochenende und der Campingplatz ist voll. Am Sonntagnachmittag packten die ersten schon zusammen, vermutlich weil sie den Ostermontag-Stau vermeiden wollten.

Am Montag leerte sich der Platz noch mal so stark dass unsere nächsten Nachbarn 200-300 Meter entfernt stehen. Wir beschlossen noch einen weiteren Tag zu bleiben und am Mittwoch direkt nach Nelspruit zu fahren.

Wir genossen an jedem Tag die Pools. Diese werden zum Teil von einer schwefelhaltigen Warmwasserquelle versorgt. Es gibt hier vier verschieden Möglichkeiten zu Baden. Kalt, lauwarm heiss und sehr heiss. Der eine Indoorpool soll sogar 43 heiss sein, haben wir aber nicht ausprobiert.

Aber ein wenig gearbeitet haben wir auch. Christine hat gewaschen und Emanuel hat am Bus einiges gecheckt, die Fensterkurbel auf der Beifahrerseite ist ja immer noch kaputt. Geschirr abwaschen mussten wir hier nicht, wir leisteten uns für 20 Rand Elsi’s Dienste. Nicht dass wir zu faul sind aber die Dame verdient sich so ihren Lebensunterhalt und die zwei Franken pro Tag können wir uns leisten.

Die Vervet Monkeys traten am dritten und vierten Tag auch hier in Erscheinung. Weil es nicht mehr so viele Camper hatte, trauten sie sich wieder. In Gruppen von 4 bis 10 Tieren machten sie sich auf Futtersuche. Das fing schon am Morgen früh an, da wurden die Abfallkübel inspiziert. Danach lag dann oft der ganze Unrat verstreut herum. Später wenn die Leute abwesend waren, durchsuchten sie Wohnwagenvorzelte und gewöhnliche Zelte. Das Betätigen eines Reisverschlusses beherrschten viele der „netten“ Tierchen. Vor Menschen rennen sie meist davon, zum Teil aber nur vor Männern, einige sehen in Frauen keine grosse Bedrohung, eine Erfahrung die Christine auch gemacht hat. Steinschleudern kennen sie aber und flüchten meist schon, wenn sie eine an der Hand baumeln sehen. Die Reichweite einer solchen Waffe ist ihnen aber auch bekannt, denn sie rennen meist nur soweit bis sie ausser Reichweite sind. Man liest dass sie Angst vor Schlangen haben und man sie mit diesen gummigen Spielzeugreptilien fernhalten kann. Die Dinger müssten aber von Zeit zu Zeit anders positioniert werden, sonst durchschauen sie es, ha,ha!

23.04.2014 Badplaas –Nelspruit

Bevor wir in Nelspruit ankamen machten wir noch einen kleinen Abstecher nach Barberton.

Vor dem Ort machen buntbemalte Steine einen freundlichen Eindruck, aber die Häuser des Städtchens sind teilweise sehr heruntergekommen. Alles in Allem lohnt sich ein Besuch kaum. Aufgefallen sind uns aber Gelenkbusse, die haben wir sonst noch nirgends gesehen.

In Nelspruit fuhren wir zuerst zu Campworld, um eine Plane zwei Zeltstangen zu erwerben. Damit erweitern wir unser Wohnzimmer, respektive unseren Sitzplatz unter der Markise. Diese ist nämlich etwas knapp berechnet, so dass wir uns bei Regen nicht so richtig draussen aufhalten können. Ausserdem regnet es bei geöffneter Schiebetür immer herein. Roy, unser Verkäufer war sehr kompetent und stellte uns auch die notwendigen Zeltsangen nach unseren Wünschen zusammen.

Dann ging es noch zum Baumarkt, wo wir diverses für die Reparatur der Fensterkurbel kauften. Bei der Beifahrerseite ist schon vor einigen Tage der Knopf abgebrochen So ist es etwas mühsam, denn Nelson hat ja keine Klimaanlage und aus diesem Grund fahren wir ja meist mit offenem Fenster. Wenn wir aber auf Pisten ein Fahrzeug kreuzen, müssen wir die Fenster schnell wieder schliessen können. Wir haben schon so genug Staub im Wagen. Einen neuen Campingstuhl kauften wir hier auch noch und an der Kasse erhielten wir sogar 10% Rabatt für Rentner.

Dann suchten wir die Mercedes Werkstatt auf, auch wenn wir wenig Hoffnung hatten, dort eine Kurbel zu bekommen.

Die gewünschte Kurbel gab es bei Union Motor natürlich nicht, denn die Suche mit der Chassisnummer unseres Autos war erfolglos. Der alte Nelson war im Onlinesystem von Mercedes gar nicht mehr registriert. Aber Ian Barnard der Ersatzteilspezialist der Firma gab nicht so schnell auf, suchte weiter und fand im Unimog-Katalog ein passendes Teil. Christine war glücklich nun muss sie sich nicht mehr so abmühen.

In der Werkstatt trafen wir auf Walter und seine Frau aus der Schweiz. Sie hatten ein Problem mit dem Differenzial ihres Sprinters. Auch ihr Wagen wurde per Ro-Ro nach Walfish Bay verschifft und auch der wurde bestohlen. Sie hatten auch ein Problem mit der Visa-Verlängerungen. Wir konnten ihnen noch ein paar Tipps zum Antrag geben und hoffen, sie sind erfolgreich..

Wir fuhren dann zum Natur Gates Estate wo wir gleich unsere Wohnzimmer Erweiterung testeten. Nach einigem probieren fanden wir einen Weg die Plane zu montieren und das war gut so, denn kurz darauf fing es an zu regnen, zwar nur kurz aber bis in die Nacht hinein noch einige Male.

24.04.2014 Nelspruit – Hazyview

Heute Mittag kamen Emanuels Schwester Annemarie und ihre Freundin Josette am Flughafen von Nelspruit an Sie werden uns drei Wochen durch Mpumlanga, Limpopo und den Krüger Park begleiten. Der Flieger hatte etwas Verspätung.

Nach der Begrüssung begleiteten wir die beiden zum Autovermieter, wo sie einen Toyota Avanza in Empfang nahmen.

Für heute hatten wir nur die relativ kurze Streck bis Hazyview zu fahren, was für die beiden müden Ankömmlinge gut so war. Denn die gut 50 Kilometer Teerstrasse bis zum Hippo Hollow Estate waren mit vielen grossen und zum Teil tiefen Löchern übersät. Am Nachmittag konnten wir uns alle etwas Erholung gönnen. Christine und Emanuel sassen am Pool als ein Kellner uns darauf aufmerksam machte, dass ein Hippo vor dem Restaurant am grasen sei. Wir holten schnell unsere Kameras und konnten noch einige Bilder des Nilpferds machen, bevor es wieder in den Sabie River stieg.

Das Nachtessen im Hotelrestaurant war etwas mühsam weil alles sehr schleppend ablief. Die beiden Frauen wollten ja auch mal ins Bett, denn der lange Flug hatte sie ziemlich ermüdet.

Wir beide waren seit einiger Zeit wieder einmal in einem Zimmer und fanden es ein wenig gewöhnungsbedürftig.

25.04.2014 Hazyview

Zur Eingewöhnung unserer Begleiterinnen, machten wir zu Viert mit dem Mietwagen eine Rundfahrt in der Gegend von Hazyview.

In der Nähe von Sabie besichtigten wir den Brides Veil (Brautschleier) Wasserfall. Das mussten wir uns aber richtig verdienen. Der Weg führte über Stock und Stein, aber die Aussicht machte die Mühe wieder wett.

Danach besuchten wir Pilgrimsrest, den alten Goldgräberort der als Freilichtmuseum erhalten wird.

Aber im Vergleich zu einem früheren Besuch vor einigen Jahren hat sich der Ort enttäuschend entwickelt. In der Hauptstrasse steht jetzt ein modernes Hotel und dafür musste vermutlich etwas Altes weichen. Auch die angebotenen Waren sind vielfach nicht mehr Kunsthandwerk, sondern das übliche Souvenier- Zeug. Der spezielle Charakter ist leider total verloren gegangen. Wie auch schon beim letzten Besuch hatte der Wagenwächter das Auto gewaschen und wollte natürlich Geld dafür. Das lehnte Emanuel aber auch diesmal kategorisch ab. Der Wagen war ja nicht schmutzig und es wurde vorher auch nichts ausgemacht. Zehn Rand für das Bewachen gab es und damit hatte es sich.

Für das Nachtessen gingen wir an diesem Abend in das nahe gelegene Kuka, Wo die Bedienung und die Küche einiges fixer waren.

26.04.14 Hazyview – Blyde River Canyon Resort

Unsere nächste Unterkunft war nur etwa 140 Kilometer entfernt aber wir waren wieder mit beiden Fahrzeuge unterwegs und Nelson musste viele schwere Steigungen überwinden. Bei den vielen „Auf und Abs“ waren sind wir von 540 bis auf 1760 Meter über Meer aufgestiegen.

Der Blyde River Canyon ist der drittgrössten Canyon der Welt und hier gibt es einiges zu sehen zu sehen.

Christitne, Annemarie und Josettte am Blyde River Canyon

Bourke’s Luck Potholes Blyde River Canyon

Als erstes erreichten wir The Pinnacel eine imposante Felssäule.

Danach Gods Window mit einer Atem beraubenden Aussicht.

Danach noch Wonder View, nicht weniger spektakulär.

The Three Rondavel liessen wir für heute aus den am Nachmittag, wäre für Fotos der Sonnenstand ungünstig gewesen.

Weil das Blyde River Resort auf 1200 Meter liegt baten wir um einen Upgrade vom gebuchten Camping auf ein Chalet. Das hat sich im nach hinein aber als nicht lohnenswert herausgestellt. Das Doppelbett war nur wenig breiter als das im Bus, kürzer und viele härter. Mit der Klimaanlage konnte man zwar heizen, aber das Gerät war so laut, dass wir darauf verzichteten sie laufen zu lassen.

27.04.2014 Blyde River Canyon Resort – Tzaneen

Nach dem Frühstück sind wir zuerst die 4 Kilometer zurück zu The Three Rondavels gefahren. Die drei Felsformationen haben eine gewisse Ähnlichkeit mit den traditionellen, riedgedeckten Rundhütten.

Von einem weiteren Aussichtspunkt hat man eine tolle Sich auf einen Staudam. Ein Anblick wie aus einem Flugzeug.

Danach sind wir fast non stop bis zum Tzaneen Country Estate gefahren. Hier sind wir nur auf 550 Meter über Meer und es ist auch entsprechend wärmer.

28.04.2014 Tzaneen – Polokwane

In Modjadjiskloof hielten wir an um auf dem GPS den Wegpunkt des grössten Babobab Baums zu suchen. Da kam eine Frau zum Auto gelaufen und stellte sich als Jeanette vor. Als sie Christine eine Flasche Amarula (Marula-Likör) entgegen streckte ist der erste Gedanke, sie will ihr diese verkaufen. Aber nein Jeanette gehört der Schnapsladen auf der anderen Strassenseite und sie freute sich riesig, ein Auto aus der Schweiz zu sehen. Sie erzählte uns von ihren Bekannten aus der Olten, die bei einer Afrika Durchquerung hier vorbei gekommen sind und sie immer wieder besuchen. Sie war total aus dem Häuschen, weil sie wieder ein Fahrzeug mit dem CH-Kleber sah und musste uns unbedingt etwas schenken. Wir freuten uns über diese spontane Bekanntschaft und natürlich auch über den Amarula.

Jeanette konnte uns auch noch den Weg zum Baobab beschreiben, den wir dann auch mühelos fanden und das obschon die letzen 4 Kilometer der Piste in einem recht schlechten Zustand sind.

Das Alter des Baumes hat man durch Laboruntersuchungen auf über 1000 Jahre ermittelt. Er hat einen Umfang von 46 Metern und ist somit der Grösste Baobab der Welt.

Er besitzt einen grossen Hohlraum in dem eine Bar eingerichtet wurde. Diese haben wir nicht besucht da es erst Vormittag war und etwas zu früh für einen Drink. Der Baum steht auf dem Gelände einer Nursery und es wird neben dem Verkauf von Pflanzen auch Camping und Übernachtung in Bungalows angeboten.

Nach eine paar Einkäufen im Polokwane Shoppingcenter fuhren wir noch 25 Kilometer zu The Ranch Resort wo wir die nächsten zwei Nächte verbringen.

 

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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2 Antworten zu Blick durch God’s Window

  1. Douw Krüger schreibt:

    Meinen 11. Geburtstag hab ich in Badplaas gefeiert. Natürlich in dem Pool. Es gab auch eine “ältere“ (vermutlich 40 Jahre alte) Frau im Pool. Einmal als sie hochkam war ihr Top hintergeblieben. Ich war überwältigt von widerstreitenden Gefühlen und es war mein Geheimnis geblieben. Viel Spaß weiter.
    Douw u Nelleke in einem sonnenlosen Düsseldorf

    • Swissnomads schreibt:

      Da hat Dir die Frau ja ein schönes Geburtstagsgeschenk gemacht 😉

      Herzliche Grüsse aus Krügergate Hotel (ein bischen Luxus muss auch mal sein)
      Emanuel

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