Cool Days

09. und 10.04.2014 Wagendrift Dam – Ballito

Als wir aufstanden war es etwas weniger kalt als am Vortag und weil kaum Wind blies, spiegelte sich das gegenüber liegende Ufer im glatten See.

Unser Ziel war Stanger wo wir einen Zeltplatz suchen wollten. Die R622 war wenig befahren und die kleineren Baustellen verzögerten uns kaum. Die Reparaturarbeiten sind auch dringend nötig, denn es hat etliche, zum Teil grosse Löcher im Strassenbelag.

Zuerst fuhren wir durch Eukalyptuswälder und je näher wir zur Küste kamen, waren es überwiegend Zuckerrohrplantagen.

Vereinzelt sah man schon herbstlich bunte Bäume.

Als wir dann in Greytown auf die R73 abbogen nahm der Strassenverkehr zu und wir mussten längere Zeit hinter einem schwerbeladenen Holztransporter her schleichen. Der war am Berg noch langsamer als Nelson und die Strasse so kurvig dass es keine Gelegenheit gab ihn zu überholen. Überholmanöver sind mit einem linksgesteuerten Fahrzeug im Linksverkehr zudem auch noch schwierig, denn der Beifahrer muss sagen ob die Strasse frei ist. Für ihn resp. sie ist es dann auch schwer abzuschätzen ob die vor einem liegende Strecke zeitlich reicht. Schliesslich hielt dann der Holztransporter an, um die Kolonne durch zu lassen.

In Stanger verfransten wir uns auf der Suche des Zeltplatzes so sehr, dass wir uns für einen etwas weiter südlich gelegenen in Ballito entschieden. Hier konnten wir zu Fuss einen der freien Plätze wählen. Dabei stellten wir fest, dass bei der Ausfahrt (es herrscht im Camp Einbahnverkehr) Stromkabel sehr tief hängen. Beim Empfang sagten wir der Dame dass wir den Platz 69 nehmen würden und übermorgen verkehrt herausfahren müssten. Das war in Ordnung. Wir checkten ein und fuhren mit Nelson durch das Gate. Wir waren  schon in Sichtweite unseres Platzes, da knallte es und ein Kabel hing quer über die Windschutzscheibe. So ein Mist. Zum Glück war es nur ein Antennenkabel und kein Stromkabel. Am Bus ist auch nichts kaputt gegangen. Die Reserveradhalterung hatte das Kabel durch- trennt.

Vom Camping aus sind es etwa 5 Minuten zu Fuss bis zum Strand wo wir einige Stunden verbrachten. In Winkelspruit hat unser Sonnenschirm unter dem stürmischen Wind gelitten und der Wind hier, wenn auch deutlich schwächer gab ihm den Rest. Bei Gelegenheit werden wir uns nach einem Neuen umsehen. Das eilt aber nicht, da wir demnächst für längere Zeit nicht mehr an der Küste sind.

11. bis 14.04.2014 Ballito – Richards Bay

An diesem Tag hatten wir uns nur eine die kurze Strecke von ca. 140km bis nach Richards Bay vorgenommen. Die N2 ist bist dorthin zum grössten Teil als vierspurige Autobahn ausgebaut und in einem sehr guten Zustand. Dafür musste man etwa Fr. 5.- Maut bezahlen.

Im Richards Bay Caravan Park buchten wir einen Platz und fuhren dann nach Empangeni wo wir nach einigem Suchen den Shop von Campworld aufsuchten. Unsere Markise ist etwas unglücklich montiert und sollte bis wenigstens bis zur Hälfte der Fahrertür reichen. Es regnet uns so immer ins Auto. Wir informierten uns über verschiedene Möglichkeiten, aber Hilfe konnten wir hier nicht bekommen. Dafür kauften wir einen neuen Wasserkessel ohne Deckel, weil sich Christine an dem alten immer die Finger verbrennt und ein paar kleine Potjes zum Brot backen oder sonst feines zu kochen.

Auf dem Zeltplatz wurde uns gesagt, dass am Abend beim Pool Feuer für den Braai (so nennt man hier den Grill) gemacht würde. Jeder kann sein Essen und Trinken mitbringen und man sitzt dann ein bisschen zusammen. Wir beschlossen da hinzugehen, bedachten aber nicht, dass Südafrikaner deutlich früher essen als wir. Am Pool war dann niemand zu sehen, aber ein Rest Glut war noch vorhanden. Für unsere Bratwurst reichte es jedenfalls. Christine hörte dann aus der nahen Spielhalle Stimmen und da sassen etwa ein Dutzend Leute an einem langen Tisch und waren schon fast fertig mit dem Nachtessen. Wir wurden trotz der „späten Stunde“ Willkommen geheissen und aufgefordert Platz zu nehmen, was wir dann auch gerne taten. Sofort wurden uns Schüsseln mit verschiedenen Salaten und Brot vorgesetzt. Wir hatten ja nur die Wurst und eine Tüte Chips mitgenommen. Neben uns sass ein freundlicher Herr, der aus seiner Hochschulzeit noch etwas deutsch konnte und sich sonst in Englisch mit uns unterhielt. Das Ehepaar gegenüber von uns sprach scheinbar nur Afrikaans oder wollte einfach nicht mit uns reden. Dafür kam dann noch Edith zu uns, eine Schweizerin welche schon 40 Jahren in Südafrika lebt. Sie versprach uns morgen auf dem Campingplatz zu besuchen.

Kaum hatten wir fertig gegessen packten die Leute ihre Siebensachen zusammen. Es war 10 vor acht und für Südafrikaner schon bald Zeit ins Bett zugehen.

Am Tag darauf verbrachten wir die meiste Zeit am Pool, einem richtig schönen Schwimmbad. Am späten Nachmittag kam wie versprochen Edith vorbei um mit uns ein bisschen zu berichten. Sie und ihr aus Zimbabwe stammender Mann sind schon seit 2 Jahren auf diesem Zeltplatz. Sie haben ihr Haus verkauft und fühlen sich wohl hier. Es sind zur Zeit hier nur wenige Leute auf dem Camping und Jani unser 71 jähriger Nachbar sagte, es sei hier ein Altersheim. Das stimmte aber nicht so ganz, denn es tobten auch ein paar Kinder verschiedenen Alters hier herum. Er und seine Frau Margret sind schon ein Monate unterwegs und sie werden in zwei Wochen wieder nach Pretoria zurück kehren.

Affe auf Diebestour

Am dritten Tag liefen wir zum Empfang um unseren Aufenthalt um einen Tag zu verlängern und danach marschierten wir zum Strand. Der in der Nähe ins Meer einmündende Fluss führte aber wegen den heftigen Regenfällen im Norden so viel Erde mit, dass das braune Wasser uns nicht zum Schwimmen anmachte. Wir liefen wieder zurück zum Platz und kühlten uns lieber im Pool etwas ab.

Später kam unser Nachbar Jani und lud uns ein, mit ihm und seiner Frau eine Fahrt zum Hafen zu machen. Emanuel war sofort einverstanden, Christine musste aber noch von Margret überzeugt werden. Es wurde ein interessanter Ausflug, denn die beiden wussten viel zu berichten. Zudem sahen wir das Wrack eines Frachters der im letzten August beim Ausfahren von einer starken Strömung erfasst wurde und an das Ufer gedrückt wurde. Hier liegt der entzwei gebrochene Kahn und wird zur Zeit entladen und soll später geborgen werden.

Spektakulär anzusehen war auch wie ein Lotse nach getaner Arbeit mit einem Helikopter vom auslaufenden Schiff aus per Seilwinde abgeholt und auf das Festland zurück gebracht wurde.

15.04.2014 Richards Bay – St Lucia

Wieder einmal hiess es Abschied nehmen von lieb gewonnen Leuten. Wir verabschiedeten uns von Margret und Jani und machten uns auf die Strecke nach St. Lucia. Dort befindet sich ein Park rund um ein Feuchtgebiet in dem es viele Flusspferde gibt. Vor diesen wird schon lange vorher gewarnt.

 

Und natürlich sahen wir auch Flusspferde, Zebras, Wasserbüffel, Gnus, Warzenschweine. Zum Schluss sogar noch Breitmaulnashörner.

Das Kamäleon gehört nicht zu den Big Five, aber ist auch selten zu sehen.

Am Abend unterhielt sich Emanuel noch längere Zeit mit unserem südafrikanischen Nachbarn, ein ehemaliger Berufssoldat. Er war ziemlich frustriert über die heutige Situation in seinem Land, und trauerte den alten Zeiten nach. Diese waren aber vor allem für die Weissen besser.

16. und 17.04.2014 St. Lucia – Hluhluwe

Wieder einmal hiess es Abschied nehmen von lieb gewonnen Leuten. Wir wollten heute nur eine kurze Strecke bis in die Nähe des Hluhluwe Parks (Schluschluwe gesprochen) fahren um diesen morgen zu besuchen. Zuerst besichtigten wir den Hluhluwe Backpackers, der nur einen km vom Parkeingang entfernt ist. Der machte aber einen etwas desolaten Eindruck. Die Bushbaby Lodge and Caravanpark ist da schon mehr nach unserem Geschmack, obwohl es ein paar km weiter zum Gate sind. Am Abend gab es hier auch eine Bushbaby Fütterung, aber leider sind unsere Fotos der putzigen Tiere nichts geworden. Vorher hatten wir noch Zeit am Blog zu schreiben und einige kleinere Arbeiten am Bus zu erledigen, der Griff der Fensterkurbel auf der Beifahrerseite ist kaputt gegangen. Gegen Abend wurde der Wind geradezu stürmisch und dann kam auch noch heftiger Regen dazu, es blitzte aus allen Richtungen und dann fiel auch noch der Strom aus. Es wäre dunkel genug gewesen, um den Sternenhimmel zu betrachten, aber leider war es halt wolkenverhangen, so dass uns ausser dem Licht der Taschenlampe gar nichts leuchtete. Es wurde so ein richtig gemütlicher Campingabend…

In der Nacht hat es dann immer wieder geregnet und der Wind hat auch kaum nachgelassen, so dass draussen alles feucht bis nass war. Strom gab es heute auch keinen, weil die Elektrizitätsfirma Eskom für Wartungsarbeiten die Stromversorgung unterbrochen hatte. Beim Frühstück nieselte es immer noch, so dass wir nicht wussten ob sich ein Besuch im Park lohnt. Aber als wir alles zusammen gepackt hatten klarte es etwas auf, so dass wir uns nun doch für den Besuch des Hluhluwe entschieden. Sehr viel haben wir zwar nicht gesehen, aber für einige Elefanten, Nashörner, Nyalas, Giraffen usw. hat es dann doch noch gereicht.

Der Park liegt in einer schönen hügeligen Landschaft und auch wenn die Sonne kaum schien, hat es doch erst am späteren Nachmittag wieder angefangen zu regnen.

Wir wollten zuerst auf dem Sand Forrest Camping übernachten weil der etwas näher am Park liegt. Beim Empfang war niemand, Strom gabs hier auch keinen und eine Inspektion der Damentoilette überzeugte uns, wieder den Bushbaby Camping aufzusuchen.

Endlich dort angekommen fragten wir den Besitzer ob wir trotz Stromausfall im Restaurant essen können. Wir könnten, müssten halt essen was es gibt. Wir bekamen ein Dreigangmenu für etwa Fr. 14 pro Person und geschmeckt hat es auch sehr gut.

17.04.2014 Hluhluwe – Piet Retif

Die Nacht war ziemlich ruhig nur die von Dieselloks gezogenen Güterzüge hörte man von Zeit zu Zeit. Auf dem Camping waren wir übrigens ganz alleine.

Emanuel hat heute versucht im Forever Resort von Badplaas für das OsterWochenende einen Campingplatz zu bekommen. Leider ist er „fully booked.“

Auf der 230 Kilometer langen Fahrt nach Piet Retif gab es nichts besonders.

Die Landschaft war ziemlich eintönig, die N2 ist in einem sehr guten Zustand und das Wetter war wieder gut und wir kamen schon vor 3 Uhr auf dem kleinen Sundowner- Camping an.

Auf fast 1300 Meter über Meer war es abends wieder recht kühl und so beschlossen wir im nahen Restaurant zu essen. Es war recht gut, aber wir mussten seeehr lange warten. Es waren viele Leute da und die zwei Serviererinnen gaben ihr Bestes. Die Chefin entschuldigte sich dann noch mehrmals und fragte uns ein bisschen aus nach dem Woher und Wohin. Ein gratis- Kaffee wäre uns mindestens ebenso recht gewesen.

18.04.2014 Piet Retif – Ermelo

In der Nacht kühlte es noch mehr ab, so dass wir im Bus am Morgen nur noch 16 Grad hatten.

Wir sind übrigens auf dem Weg nach Nelspruit wo wir uns mit Emanuels Schwester Annemarie und ihrer Freundin Josette treffen werden. Die Beiden werden uns 3 Wochen mit einem Mietwagen begleiten. Der kürzeste Weg nach Nelspruit würde eigentlich durch das Königreich Swaziland führen, da wir aber unsere Visa-Verlängerung immer noch nicht bekommen haben, können wir nicht von Südafrika aus- und wieder einreisen. Darum machen wir um das kleine Land einen grossen Bogen.

Der Camping in Ermelo liegt direkt gegenüber des Townships und wir sind wieder einmal die einzigen am Platz. Es gibt hier fünf Hunde, von denen uns ein Husky, ein belgischer Schäfer und ein Corgy bei grillen und essen beobachten. Die Hund sind immer wieder bellend in die Dunkelheit gelaufen, so dass es schon ein kleines bisschen unheimlich war.

Haben wir die gefühlten tausend Tauben welche sich in den umliegenden Eichen auf hielten, erwähnt? Ihr buchstäblich eintöniger „Gesang“ begleitete uns bis spät in die Nacht.

19.04.2014 Ermelo – Badplaas

Schon um fünf Uhr morgens, als es noch stockdunkel war, begannen die Tauben wieder mit ihrem nervigen Geturtel. Emanuel wünschte, er hätte ein Luftgewehr statt einer Steinschleuder.

Heute hatten wir die bisher tiefste Temperatur im Inneren unseres Fahrzeugs, 11 Grad, aber das ist kein Wunder wir befanden uns auf fast 1800 Meter über Meer. Zum Glück haben wir eine Standheizung einbauen lassen.

Wir beschlossen über Badplaas zum Forever Resort zu fahren und zu fragen ob und wann es wieder einen freien Platz auf dem Camping gibt. Die Fahrt dorthin führte uns durch eine hügelige Landschaft, vorbei an einigen kleinen Seen. Laut Reiseführer gibt es sehr viele in dieser Gegend und es ist die grösste Seenplatte Südafrikas. Hier wird hauptsächlich Waldwirtschaft betrieben. Es gibt riesige Wälder, Eichen, Eukalyptus und Pinien. Das GPS wollte uns unbedingt über Pisten schicken, welche wahrscheinlich von Holztransportern beim letzten Regen umgepflügt wurden. Darauf hatten wir aber keine Lust, da es geteerte Alternativen gab. Allerdings hat diese Fehlnavigation die Strecke um 60 Kilometer verlängert.

Im Resort angekommen war es erstaunlicher Weise kein Problem einen Camping Platz zu bekommen, obschon es Vorgestern noch hiess man sei über Ostern ausgebucht. Hauptsache wir können drei Nächte hier bleiben.

Nelson ist bald einmal fürs Campen aufgestellt, wir assen und tranken eine Kleinigkeit und machten uns auf das Resort zu erkundigen. Die Anlage hat einiges zu bieten. Wie der Name Badplaas sagt, ist es hier ein Ort zum Baden. Man kann zwischen Kalt- und Warmwasser-Pools welche aus einer Mineralwasserquelle gespeist werden, wählen. Natürlich gibt es auch verschiedene Rutschen, eine Go- Cart Bahn, eine Minigolfanlage (Put Put), eine Bowling Bahn und noch andere „Aktivitäten“. Da hier auch Tagesbesucher willkommen sind, war der Andrang, vor allem im Warmwasserpool, sehr gross. Wir schauten uns aber erst mal alles nur an. Zudem ist hier auch noch ein kleines Einkaufszentrum, mit Metzgerei, Apotheke, Friseur, ein Getränke- und ein Einkaufsladen. Auch ein Restaurant und eine Kirche befinden sich auf dem Gelände.

Zurück beim Bus bekamen wir mehrmals Besuch von Nachbarn und Passanten welche sich über Nelson und sein Zubehör und Umbau erkundigten- oder eine Flaschenöffner brauchten.

Als Ausgleich für heute Morgen in Ermelo war es in Badplaas, auf „nur“ 1200 Meter über Meer, deutlich wärmer und so hielten wir es am Abend bis kurz vor neun draussen aus.

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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2 Antworten zu Cool Days

  1. Douw Krüger schreibt:

    Hallo aus regnerisch Düsseldorf. Es scheint mir alles ist noch wohl bei euch. Später schreib ich mehr.

    • Swissnomads schreibt:

      Hallo Douw
      April ist nicht die beste Jaherszeit für Nordeuropa.
      Wünschen Dir aber trotzdem viel Spass,
      Gruss aus dem warmen und sonnigen Tzaneen

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