Schweizer Käse?

04. und 05.04.2014 Port Edward – Winkelspruit

Als erstes wollten wir das Mtavuna Naturreservat besuchen, beschlossen aber auf dem Weg dorthin die Beaver Creek Caffee Farm zu besichtigen. Hier gibt es auch ein Restaurant wo man für 15 Rand alle 6 Kaffee Haussorten so viel man will probieren kann. Kuchen gibt es auch und wer diesen Blog schon länger verfolgt weiss dass wir da nicht wiederstehen konnten. Allerdings teilten wir uns das Stück Fudge Picasso, und eine Packung Kaffee haben wir dann auch noch gekauft. Zum Schluss machten wir noch einen kurzen Spaziergang zu den Kaffeebüschen um eine Bohne zu pflücken und aus der Schale zu holen.

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In Winkelspruit hatten wir noch kurz vor der Abfahrt vorsorglich einen Platz auf dem ATKV Natalia gebucht. Wegen den Schulferien und dem bevorstehenden Wochenende wollten wir uns einen Standplatz sichern. Das war auch gut so, denn als wir am späteren Nachmittag ankamen war der Camping schon gut belegt. Auf dem Weg dorthin verliessen wir, auf Christines Vorschlag, bald einmal die N2 um auf der R102 weiter zu fahren. Am Anfang war Emanuel von dieser Strecke nicht begeistert, denn sie führte an der Küste entlang und damit durch viele Ortschaften mit Ampeln und Sammeltaxis. Später ging es aber mehr und mehr ins Landesinnere, wo sich die Strasse durch mit Zuckerrohr und Bananenstauden bepflanzte Hügel schlängelte.

Hier im südlichen Kwazulu-Natal ist die Vegetation sehr üppig, und wo die Natur sich selber überlassen ist sieht es aus wie im Dschungel. Riesige wilde Strelitzienbäume sah man überall. Leider ist die Blütenzeit schon vorbei. Aber auch Palmen und andere tropische Pflanzen wachsen hier.

Wir wollten natürlich gleich an den Strand, der vom Campingplatz über eine Eisenbahnpasserelle erreichbar ist, zumal ja das vorhergesagte schlechte Wetter noch nicht eingetroffen war. Aber dort faulenzen wurde uns durch den stürmischen Südwind vergällt. Auch am ziemlich warmen Wasser konnten wir uns nicht richtig erfreuen, weil durch den heftigen Wind eine starke seitliche Strömung entstand. Durch diese Umstände war der Pool überbelegt und so zogen wir es vor beim Bus zu bleiben um zu lesen, Affen mit der Steinschleuder zu erschrecken und für den Blog zu schreiben. Am Abend fing es dann heftig an zu regnen und wir verzogen uns gleich nach dem Essen in den Bus. Lange dauerte der Regen aber nicht, so dass wir den Rest des Abends doch noch im Freien beschliessen konnten.

06.04.2014 Winkelspruit – Queensbourgh

Nicht nur wir packten an diesem Tag zusammen, etwa dreiviertel der Platze sind schon leer oder wurden gerade geräumt. Die Schule beginnt in den Provinzen Frystaat, Mpumalanga und Gauteng-Pretoria am nächsten Tag.

Auf der Autobahn erreichten wir bald einmal Durban die Haupstadt Kwazulu-Natals. Wir wollten uns ein wenig in der Stadt umsehen, die wir schon bei früheren Reisen besucht haben. Als erstes fuhren wir zur Strandpromenade. Hier steht ein Hotel neben dem anderen. Direkt am Strand gibt es immer noch viele Restaurants, auch welche von internationalen und heimischen Fast-Food-Ketten. Wir schlenderten ein bisschen herum und setzten uns auf eine Terrasse um etwas zu trinken und beobachteten dabei die vorbeiziehenden Leute. Da gab es alles zu sehen, vom badebehosten Surfer bis zur mit Tschador verschleierten Frau.

Im Hafen wollten wir das BAT-Center besuchen, leider war da aber am Sonntag nichts los. Hier gibt es verschiedene Ateliers und man kann Werke direkt vom Künstler kaufen. Wir versuchten es noch beim ehemaligen Bahnhof welcher zu einer Art Einkaufzentrum umgebaut wurde. Früher konnte man hier schöne und geschmackvolle Souvenirs kaufen, jetzt gibt es hier hauptsächlich Läden der grossen Ketten, speziell Klamotten. Wir verliessen die Stadt etwas entäuscht und fuhren Richtung Queensbourgh wo wir einen Platz für die Nacht suchen wollten. Wir machten noch einen Zwischenhalt im Pavillion-Einkaufszentrum. Aber auch hier hatte es so viele Leute, dass wir es nicht lange aushielten.

Auf dem Camping angekommen, wurden wir von einem Angestellten empfangen, der uns sagte die Madame hätte ihn angewiesen uns zum Platz 29 zu schicken. Mmmm..?? Woher wusste die Madame dass wir kommen? Wir haben uns ja nicht angemeldet! Egal wir stellten uns auf den Platz 29 und machten unseren Bus für die Nacht bereit. Das heisst, das Fahrzeug mit Keilen einigermassen in die Waagrechte bringen. Teppich ausbreiten. Die Markise ausrollen und sichern. Tisch und Stühle aufstellen. Strom anschliessen und schliesslich das Dach aufstellen.

Als das alles erledigt war, kam ein Paar mit Wohnwagen und fragt wo der Platz 29 sei. Aha..! Alles klar, diese Gäste hatten sich angemeldet. Es waren aber noch etwa zehn grosszügig bemessene Plätze frei und so konnten wir stehen bleiben.

Da der Campingplatz in einem Tal, beinahe einer Schlucht lag, war die Sonne auch schon bald weg. Da es im südlichen Afrika keine Winter/Sommerzeit-Umstellung gibt und wir immer weiter östlich fahren ist es am Abend schon früh finster. Zudem ist hier Herbst und es ist auch recht kühl in der Nacht, das heisst unter 20 Grad.

07.04.2014 Queensbourgh – Widmar Dam

Wir haben eine ruhige Nacht verbracht und nach dem Frühstück noch einen ein Weilchen den Pool genossen.

Unser Ziel an diesem Tag waren die Midlands Meanders, eine hügelige Gegend in der sich viele kleine Betriebe und Gästehäuser angesiedelt haben. Unter anderem gibt es hier die Swissland- chees Farm, die zwar von einer Südafrikanerin betrieben wird, wo aber die Ziegen aus der Schweiz stammen. Die Besitzerin erzählte uns, dass die Ziegen in ihrer Jugend nur als Haustiere gehalten wurden. Der Vater aber fand, sie würden nur den Kühen das Futter wegfressen. So begann sie dann in den Ferien Käse herzustellen und später wurde daraus ihr Lebensunterhalt.

Wir durften das ganze Sortiment degustieren und haben dann mehrere feine Käse gekauft. Nun konnten wir endlich wieder einmal Käse mit Geschmack geniessen. Der Weg dorthin ist steil und di Strasse verdient den Namen nicht, aber es hat sich gelohnt dorthin zu fahren. Die Umgebung sieht wirklich ein bisschen aus wie Heidiland und die Farm liegt auf ca. 1100 m. Im Laden hingen Fotos der verschneiten Landschaft und Kindern, die sich mit Schneebällen bewarfen. Und wir wurden aufgeklärt, dass es hier tatsächlich manchmal Winter mit ein bisschen Schnee gibt.

Auf dem Rückweg machten wir uns bei Piggly Wiggly noch die Brotsuche. Leider waren sie schon ausverkauft, aber auf dem Gelände gibt es noch einen anderen Delikatessenladen und hier ergattern wir noch ein Ciabatta-Brot.

Nun war es aber Zeit einen Schlafplatz zu finden. In der Nähe von Howick beim Midmar Dam ist ein Natur Reservat mit Camping, da konnten wir uns einen Platz aussuchen. Die ganze Anlage ist in einem Hang in Terrassenform angelegt, alle mit Sicht auf den See. Hier lagen einige schöne Segelboote vor Anker, denn auch der Jachtclub hat hier seinen Platz. In der Reihe hinter und damit über uns waren zwei Zelte aber keine Menschenseele weit und breit zu sehen. Später kam dann noch ein älteres Ehepaar mit einem Jahrgang 74 VW-Bus. Die sanitären Anlagen waren uralt, aber wenigstens sauber.

Die Nacht war kühl und wir waren schon früh im Bett. Etwa um 1 Uhr morgens kamen die Besitzer der Zelte und wuschen ihre Pfannen und das Geschirr direkt hinter uns ab. Das sind ja Spassvögel, wir konnten uns vor Lachen kaum mehr einkriegen. Grrrr.

09.04.2014 Widmar Dam – Wagendrift Dam

Es war am Morgen so kalt dass wir keine Lust hatten draussen zu Frühstücken. Den Sitzplatz im Bus frei zu räumen war der Aufwand zu gross. Wir wollten ja nicht hier bleiben. Also machten wir uns nach dem Packen auf den Weg, um bei Piggly Wiggly zu frühstücken. Dort bekamen wir sogar fein Croissants, die ersten seit wir die Schweiz verlassen haben.

Danach erkundeten wir weiter die Midland Meanders, wo wir unter anderem Graham kennenlernten. Er stellt vor allem Hängematten her. Nachdem er erfuhr dass wir Schweizer sind redete er mit uns hauptsächlich über Tennis und ganz besonders über Roger Federer. Dieser ist ja zur Hälfte Südafrikaner und man ist hier mindestens so stolz auf ihn wie in der Schweiz.

Diese Nacht verbrachten wir auf dem Camping am Wagendrift Dam. Wir waren die einzigen Gäste weit und breit, nur ein Hase kam vorbei um uns eine Gute Nacht zu wünschen. Die hatten wir dann auch.

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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3 Antworten zu Schweizer Käse?

  1. Sylvia Germann schreibt:

    😉 🙂
    ganz äs liebs Grüessli, öich zwöinä…. 🙂

  2. Douw Krüger schreibt:

    Genießt die letze Woche vom Sommer. Aber die Küste von KZN hat eigentlich immer Sommer. In einer Woche sind wir in sonnig Düsseldorf. Gruß.

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