Üben für Riverdance

28.04.2014 Port Alfred – Morgan’s Bay
Nachdem wir auf dem Hügel des gegenüber liegenden Grundstücks beim Frühstück unter anderem auch noch Giraffen beobachten konnten, verliessen wir den Greenfontain Camping.

Um nach East London zu gelangen fuhren wir die Strasse die mehr oder weniger parallel zur Küste verlief. Das Meer war meistens ausser Sichtweite. Es ging die ganze Zeit rauf und runter und nach einigen Kilometern hatten wir einen mit Ananas beladenen Laster vor uns, der am Berg noch langsamer war als unser Nelson. Als endlich ein übersichtliches Stück Strasse ohne Gegenverkehr kam, überholten wir ihn. Kurz danach wurden wir von einem Polizisten gestoppt. Er wollte den Fahrausweis sehen und behauptete, dass wir in einer 80km/h- Strecke mit 98km/h unterwegs waren. Wir waren so überrascht dass wir die Angaben des Uniformierten gar nicht in Frage stellten. Erst als er auf die Frage nach einer Quittung unsere Mailadresse wollte, um diese per Mail zuzustellen, ging uns ein Licht auf. Da hatte der Gesetzeshüter die 1000 Rand aber schon eingesackt. Wir fuhren dann um eine Erfahrung reicher, weiter. Das nächste Mal machen wir es besser.

In East London suchten wir ein grosses Einkaufzentrum auf um für die nächsten Tage unseren Vorrat an Esswaren aufzustocken. Auch ein neues Moskitonetz besorgten wir uns, denn das alte hatte bereits einige Löcher die nicht mehr zu stopfen waren.
Die Weiterfahrt war etwas schwierig da uns das GPS in verkehrter Fahrtrichtung auf die Autobahn schicken wollte. Wir schafften es aber doch noch und erreichten am Nachmittag Morgan’s Bay.

29.04.2014 Morgan‘s Bay
Der Campingplatz liegt eigentlich sehr idyllisch nahe am Meer an einer Flussmündung. Nur die Wasserpumpe direkt neben unserem Stellplatz störte uns. Sie lief immer wieder und in unregelmässigen Abständen, vor allem in der Nacht war das ziemlich laut.. Da wir noch einen Tag hier bleiben wollten, fragten wir beim Empfang ob noch ein anderer Platz frei ist, der etwas weiter von der Pumpstation entfernt ist. Es gab einen und so zogen wir um.

Wir konnten durch die Lagune waten um zum Meer zu gelangen, wo wir einen langen Strandspaziergang gemacht haben. Emanuel ist noch kurz in den indischen Ozean eingetaucht aber auch hier war das Wasser ziemlich kalt, so dass es zwar abkühlte aber länger verweilen konnten darin nur die ganz abgehärteten und die einheimischen Kinder.

30.03.2014 Morgan’s Bay – Coffee Bay
Letzte Nacht war das Meerrauschen deutlich lauter als das Brummen der Wasserpumpe, so dass wir guten schlafen konnten.

Wir fuhren die Strasse bis zur N2 zurück und folgten dieser bis nach Qunu dem Geburtsort Nelson Mandelas. Hier wurde eine Gedenkstätte für Nelson Mandela erstellt. Der Eintritt kostete nichts, aber was geboten wurde, war auch nicht gerade überwältigend. Es sah von aussen zwar imposant aus, bestehend aus mehreren Gebäuden und einem Wegweiser, der auf ein Restaurant (geschlossen), ein Art- and Craft- Projekt (geschlossen), ein Konferenzzentrum und Unterkünfte für Gäste (sah auch unbenutzt aus) hinwies. In einem Pavillon wurde die Geschichte des ersten demokratisch gewählten Präsidenten Südafrikas gezeigt. Im zweiten Gebäude wurde über das Leben von Albertina und Walter Sisulu berichtet. Die beiden waren die treibende Kraft bei der Gründung und dem Aufbau der Partei Afrikanischer Nationalkongress ANC. Beide sind aber eher im Hintergrund geblieben. Von der Terrasse aus hatte man eine wunderschöne Aussicht auf den aus etwa 80 kleinen Weilern bestehenden Ort, welche den Namen Qunu tragen. Von dort sah man Nelson Mandelas Haus wo sich auch sein Grab befindet. Vor etwa 10 Jahren haben wir das Nelson Mandela Museum in Mthata besucht, dieses lohnte sich zur Besichtigung. Es wird nur gerade renoviert und ist darum geschlossen.

Unser heutiges Ziel Coffee Bay hat seinen Namen nicht etwa weil dort Kaffee wächst. Vor langer Zeit ist vor der Küste ein mit Kaffebohnen beladenes Schiff auf ein Riff aufgelaufen. Die an den Strand gespülte Ladung hat dem Ort dann den Namen gegeben. Leider haben sich die Kaffeebohnen vergeblich bemüht dort Wurzeln zu schlagen.
Um dorthin zu gelangen gab es einige Steigungen zu überwinden und einige rasante Talfahrten zu meistern. Die Strasse war geteert bis auf die letzten Kilometer. Aber diese hatten es in sich. Heute mussten wir das letzte Stück nur talwärts bewältigen aber morgen….

Der White Clay Camping lag etwa 20 Meter über dem Strand an einem Steilhang. Die einzelnen Plätze waren in Terrassen angelegt. Damit verfügte man von jedem Standort aus über eine tolle Aussicht auf das Meer.

So konnten wir längere Zeit eine Gruppe Delphine bei der Jagd beobachten. Es musste ein grosser Fischschwarm da gewesen sein denn viele Möwen und Kormorane liessen sich im Sturzflug ins Wasser fallen.

31.03.2014 Coffee Bay – Port St. Johns
Wir befanden uns nun in dem ehemaligen Homeland Transkei welches heute Wild Coast genannt wird.

Landschaftlich ist es grossartig, sehr hügelig und viel grünes Gras. Man sieht praktisch nur Weiden, ganz selten ein kleineres Maisfeld und bei den Häusern ein Garten. Die einzelnen Hütten und Häuser stehen verstreut in der Landschaft.

Es ist für uns kaum zu erkennen welche zu einer Dorfgemeinschaft zusammen gehören. Etwas nervig waren die bettelnden Kinder. Man könnte meinen, das erste englische Wort das sie lernen ist „Sweets“ und wenn sie etwas älter sind können sie noch „Small Change“ rufen. Man musste auch wegen den vielen Tiere auf der Strasse aufpassen. Kühe, Schafe, Ziegen, Eseln, Schweine und sogar Gänse liefen hier frei herum und standen mit Vorliebe auf der Strasse. Ab und zu musste wohl mal eines dran glauben, denn man sah immer mal wieder grosse Flecken auf der Strasse, die wie getrocknetes Blut aussahen.

Kurz vor Port St. Johns wurden wir in einer 60km/h Zone schon wieder von der Polizei gestoppt. Emanuel war diesmal sicher dass er die Höchstgeschwindigkeit eingehalten hat und zudem war der Laser-Radar auf den Gegenverkehr ausgerichtet. Wir wollten uns diesmal ganz sicher nicht abzocken lassen. Der Polizist stand zuerst auf der Beifahrerseite bis er bemerkte, dass Christine kein Lenkrad hat. Er fand es lustig, dass wir ein linksgesteuertes Vehikel haben und verlangte von Emanuel den Fahrausweis. Das konnte er haben, aber mehr auch nicht. Nach dem oberflächlichen Studium des Ausweises fragte er, woher dieser Ausweis sei. Emanuel gab kurz angebunden Auskunft, was den Polizisten nicht weiter störte. Er wollte wissen wie lange wir schon unterwegs wären und erzählte von einem Australier, der vor kurzem in der Gegend von einem Hai getötet wurde. Er plauderte munter weiter, obschon wir nicht in Laune waren mit ihm Smalltalk zu machen. Wir warteten die ganze Zeit, dass er etwas von einer Busse sagt. Aber offensichtlich war ihm nur langweilig und er wollte mit uns schwätzen, denn er wünschte uns nur noch eine gute Weiterfahrt.

Weiter ging es in den Ort um einzukaufen. Was für ein Chaos. Der Belag der ehemals geteerten Strasse war praktisch inexistent. Überall standen Sammeltaxis Leute liefen über und mitten auf der Strasse. Endlichen fanden wir einen freien Parkplatz und gingen in den SuperSpar. Bei der Fleischtheke bestand das Angebot zur einen Hälfte aus Speck und die andere Hälfte aus Bratwurst. Aber immerhin zwei Geschmacksrichtungen, Tomato oder Chakalaka. Wir entschieden uns für Chakalaka. Früchte schienen auch nicht gerade der Verkaufsschlager zu sein. Äpfel in Grosspackungen, Bananen und überreife Mangos. Sonst fanden wir aber was wir brauchten und waren froh als wir wieder aus diesem Gewusel raus kamen.

1.04.2014 Port St. Johns – Port Edward
Wir fuhren weiter durch die Wild Coast. An der Küste herrscht eine dschungelartige Vegetation, aber jeweiter wir Landeinwärts kamen war die Landschaft durch ihre weiten Grasfelder geprägt. Wir kamen auch durch zwei grössere Ortschaften, Lusikisiki und Flagstaff, wo die Strassen von Sammeltaxis verstopft waren und an den Geldautomaten unzählige Leute anstanden. Der erste des Monats ist auch Zahltag, da kommen alle in die „Stadt“ zum Einkaufen.

Anstehen, Einkaufen,

noch ein bisschen Tratschen

und dann mit dem Sammeltaxi wieder nach Hause.

Zu Beginn war die R61 noch in einem relativ guten Zustand, zum Schluss wies der Strassenbelag aber sehr viele, tiefe und grosse Schlaglöcher auf. Wir waren auf jeden Fall froh als wir im TO Strand Resort angekommen waren. Beim Einchecken waren wir aber dann etwas überrascht, mit über 500 Rand für zwei Personen pro Nacht der bisher teuerste Campingplatz. Es sind zur Zeit Schulferien und damit Hochsaison. Trotzdem war der Platz nicht voll belegt und um das Restaurant zu öffnen, war zu wenig los. Wir haben einen Farmer und dessen Frau getroffen, die seit 17 Jahren hier Ferien machen. Seine Frau ist Lehrerin und die bekommen hier Rabatt.

02.und 03.04.2014 Port Edward
Trotz der hohen Platzgebühren beschlossen wir noch zwei Tage hier zu blieben. Der Strand ist schön und das Wasser hat eine angenehme Temperatur. Der Wetterbericht meldet für die nächsten Tage Regen in den nordöstlichen Regionen. In der Nacht haben heftigste Sturmböen an unserem Sonnensegel ein Hering ausgerissen, so dass Emanuel aufs Autodach klettern musste um es zu entfernen, dass nicht alles kaputt geht. Auch die Markise musste er auch noch einrollen. Aber nicht nur er war um 1:00 Uhr unterwegs, auch andere Zeltler haben verwehte Sachen eingesammelt.
Wir faulenzten aber nicht nur, es ist auch wieder einmal ein Waschtag fällig. Dabei machten wir noch einige Stepptanz einlagen. Grund dafür waren tausende Ameisen bei den Wäscheleinen. Beim Aufhängen der nassen Wäsche erkundeten die Krabbeltiere unsere Füsse und Beine. Um sie loszuwerden stampften wir auf den Boden. Nun sind wir bereit um bei Riverdance mitzumachen.
Affen, Vervet Monkeys gibt es hier auch und die scheuen sich nicht die Vorzelte nach Essbarem zu durchsuchen.

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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