Nelson hat einen Begleiter

21.02.2014 Bei Brackenfell – Nordhoek

Ein Besuch bei Mercedes in Kapstadt stand heute als Erstes auf dem Programm. Vor etwa 2 Wochen hatten wir einen Garantieersatz für den letzten Lenkungsdämpfer verlangt, bis jetzt aber noch nichts gehört. Zudem brauchten wir noch einen Ölfilter, da unsere Reserve bei der Wartung in George eingebaut wurde. Beim Lenkungsdämpfer gibt es Probleme, weil Mercedes- Lastwagen den bei einer anderen Firma bezogen hat, die Mercedes PWs verkauft. Jetzt gibt es Schwierigkeiten beim Verrechnen des zu erstattenden Betrages. Man wird mich anrufen wenn das geklärt ist. Na ja, das hatte man uns schon vor 2 Wochen versprochen. Der Ölfilter ist auch nicht am Lager. Mercedes Kundendienst glänzt im südlichen Afrika nicht gerade.

Als nächstes wollten wir im Einkaufscenter Canal Walk eine SIM-Karte für unseren Besuch, der am Montag ankommt, besorgen. Es dauert ja jeweils 24 Stunden bis die Karte aktiviert ist, so hat sie gleich eine brauchbare.

Zuerst mussten wir aber einen Parkplatz finden. Fast alle sind gedeckt und haben dadurch eine Höhenlimite. Die wenigen unter freiem Himmel sind nur durch das gedeckte Parkhaus erreichbar. Bei einem, etwas ausserhalb des Geländes wurden wir weggeschickt, weil diese Plätze nur für Kunden einer anderen Firma sind. Schliesslich stellten wir unseren Bus auf einen Platz ab, der nur für Inhaber einer Bewilligung reserviert ist. Hier standen wir schon bei einem früheren Besuch und es ist nichts passiert.

Bei Vodacom musste Emanuel zuerst einmal anstehen, bis eine Verkäuferin Zeit hatte. Dann konnte er mit der Schweizer ID keine SIM-Karte bekommen, aber eine Kopie des Passes genügte auch. Man will auch in Südafrika den Missbrauch des Handy bei kriminellen Aktivitäten in den Griff bekommen. Es gibt deshalb hier seit einigen Jahren strengere Vorschriften. Die Pässe sind weit unten in einer versteckten Kassette verstaut, aber im Bus sind auch griffbereite, farbige und laminierte Kopien. So eine holte er und musste wieder Anstehen bis eine Verkaufsperson Zeit hatte. Als er dann an der Reihe war wurde er nach der Handy Marke gefragt, denn das iPhone 5 braucht eine Spezielle Karte. Wie peinlich! Keine Ahnung welches Gerät unsere Besucherin benutzen wird. Emanuel schickte ein SMS in die Schweiz. Die Antwort kam ziemlich schnell zurück, ein Nokia ist es. Kein Problem also. Innert weniger Minuten war die Karte registriert.

Weiter ging‘s in unserem Programm, nach Somerset West. Da wollten wir uns nach dem Stand unserer Visa-Verlängerungen erkundigen. Dort macht man aber am Freitag um 14 Uhr Feierabend, nur die Dame an der Rezeption war noch da und konnte uns leider keine Auskunft erteilen.

Wir fuhren zum Chapmans Peak Carvan Park.  Dieser Platz wurde uns von den Rennschnecken-Fahrern empfohlen. Auf uns machte er einen etwas unordentlichen Eindruck mit viel schrottreifen Geräten schon beim Eingang. Für Kinder ist es sicher lustig hier, gibt es doch fast einen Haustierzoo mit Pony, Gänsen, Enten, Hunden, Kühen und anderem Getier. Die Toiletten sind aber ordentlich und wir wollten auch nicht mehr weiterfahren. Wir bezahlten also für eine Nacht. Es wurde aber ein ziemlich unangenehmer Abend. Zuerst pfiff uns der kühle Atlantikwind um die Ohren und später machten unsere Nachbarn bis etwa 3 Uhr morgens Party. Dann bei Sonnenaufgang kamen die Gänse laut schnatternd zu unserem Auto, das Pferd wieherte ganz in der Nähe und alle Tierlein freuten sich lautstark an dem schönen Morgen!

22.02.2014 Nordhoek – Mountain Breeze

Zum Glück hatten wir gestern nur für eine Nacht gebucht und wir verliessen diesen etwas ungemütlichen Ort. Für die nächsten Tage hatten wir wieder den Mountain Breeze Camping bei Stellenbosch gewählt. Am Montag kommt eine Freundin aus der Schweiz die uns mit einem gemieteten Camper bis nach Port Elisabeth begleiten wird. Mit ihr wollen wir als erstes das Weingebiet besuchen. Als Ausgangspunkt dafür liegt dieser Camping ideal.

Heute machten wir nicht mehr viel ausser einkaufen, im Pool baden, lesen und früh schlafen gehen.

23.02.2014 Mountain Breeze

Fauler Tag, baden, lesen, relaxen. Wir haben keine Lust etwas zu unternehmen, müssen ja auch nicht.

24.02.2014 Mountain Breeze – Kapstadt Airport – Mountain Breeze

Wir holten heute Monika beim Camper-Vermieter KEA in der Nähe des Flughafens ab. Sie kam heute aus der Schweiz an und wird uns bis nach Port Elisabeth begleiten.

Wir waren eine Stunde zu früh dort und ihr Flieger hatte eine Stunde Verspätung. Zum Zeitvertreib kamen KEA-Angestellte und bestaunten und besichtigten unseren Bus. Man könnte meinen, dass die genug Camper sehen, aber ein Vehikel wie unser Nelson sieht der Profi ja auch nicht jeden Tag.

Endlich konnten wir unsere Reisebegleiterin in Südafrika willkommen heissen. Nach einer sehr ausführlichen Einführung in den bewohnbaren Mercedes Sprinter konnten wir den Hof verlassen und machten uns auf den Weg zum Camping. Zuerst ging es langsam vorwärts wegen der Rushhour und dann musste sich Nelson auch noch mit Gegenwind abmühen. Aber wir kamen dann schliesslich doch noch an.

25.02.2014 Mountain Breeze – Franschhoek – Mountain Breeze

Das Weinland um Stellenbosch und Franschhoek erwartete uns. In Stellenbosch fanden wir keinen Parkplatz aber Christine fand sowieso Franschhoek interessanter. Also fuhren wir weiter. Dort machten sich die Damen auf, um zu Emanuels Freude alle Kleider-, Schmuck-, Schuh und Ledergeschäfte zu besuchen. Danach war eine Stärkung fällig. Eine Ladeninhaberin hatte uns das La Petite Ferme etwas ausserhalb des Ortes empfohlen. Da war viel los und wir bekamen nicht sofort einen Tisch. Es könnte 45 Minuten dauern bis etwas frei wird, sagte man uns. Wir gingen solange in den Garten und wurden bereits nach einer knappen Viertelstunde  an den  Tisch gebeten. Wir assen und tranken dazu einen Wein aus den lokalen Weinbergen. Danach fuhren wir wieder zurück aber nicht ohne auf dem Dornier Weingut eine Tapas-Platter inkl. Wein zu geniesen.

26.02.2014 Mountain Breeze – Brackenfell

Als erstes brachten wir Monikas Camper auf den Avatar Zeltplatz und fuhren dann zu Dritt nach Kapstadt an die Waterfront. Unseren Plan, Robben Island  zu besuchen, konnten wir nicht umsetzen. Hier war Nelson Mandela viele Jahre gefangen. Leider waren Tickets  nur für Freitag erhältlich, aber in zwei Tagen sind wir nicht mehr in der Gegend.

Wir verbrachten einige Zeit, laut Emanuel Stunden, beim Shopping, und fuhren anschliessend an der Steilküste entlang bis Camps Bay. Hier gab es fantastische Aussichten auf das Meer und die edlen Villen zu bewundern. Und dann wieder zurück zum Avatar Camping nach Brackenfell, wo wir nach einem Tag bei 38 Grad eine Erfrischung im Pool genossen.

27.02.2014 Brackenfell – Koometjie

Da wir wieder den Standort wechselten, mussten wir mit beiden Autos nach Kapstadt. Wir stellten Monikas Camper bei Peter ab. Er ist einer der vielen Autowächter die es in Südafrika gibt. Sein Revier ist die Strasse hinter dem Sommerset Spital, in unmittelbarer Nähe der Waterfront.  Ihn haben wir kurz nach Neujahr kennengelernt als wir Nelson zum ersten Mal bei ihm abstellten. Da wir den Bus ziemlich lange in seiner Obhut liessen und er ein sehr freundlicher Kerl ist hat er ein etwas grosszügigeres Trinkgeld erhalten. Dies und unser auffälliges Fahrzeug hat sich scheinbar bei ihm eingeprägt und er empfängt uns jedes Mal mit grosser Freude.

Heute besuchten wir das District Six Museum. Dieses ist einem Gebiet von Kapstadt gewidmet, das in den 60er Jahren unter dem weissen Apartheid Regime geräumt und zerstört wurde. Man wollte dieses Quartier für die Weissen umbauen und siedelte die nicht weisse Bevölkerung einfach um und zerstörte die Häuser. Im Museum sind viele Fotos und Gegenstände sowie Berichte der Bewohner des Quartiers ausgestellt. Es ist ein eindrückliches Symbol für den Irrsinn der südafrikanischen Rassentrennung.

Von Kapstadt zu unserem heutigen Ziel dem Imhof Camping machten wir noch einen Abstecher, zum ältesten Weingut Groot Constantia. In Kommetjie fanden wir dann den fast leeren Zeltplatz, auf welchem wir Silvester verschlafen haben. Damals war er bis auf den letzten Platz ausgebucht. Vorher haben wir beim Imhof Farmstall einige Leckereien wie Oliven, Samosas, Feta-Käse und vieles mehr für unser Nachtessen eingekauft.

Nelson und sein jüngerer Bruder

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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2 Antworten zu Nelson hat einen Begleiter

  1. Douw Krüger schreibt:

    Hallo! Vor zwei Tage haben wir noch über euch gereden. Wir haben gedacht ihr seid im Osten des Landes. Ja, sehr heiß gewesen hier. Auch für uns. Viel Spaß und Glück weiter.
    Douw u Nelleke Krüger

  2. Swissnomads schreibt:

    Hallo Ihr Beiden.
    Inzwischen sind wir schon etwas östlicher, bei Mossel Bay. Unser Blog ist momentan nicht ganz aktuell.
    Herzliche Grüsse
    Emanuel und Christine

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