Wie in der Karibik

13.01.2014 Rondeberg Resort – Cedarberg Oasis

Heute wollten wir Andrea und Thomas in den Cederberge treffen, aber es bestand ein gewisses Kommunikationsproblem. Wir hatten kein Internet und sie keinen Handy Empfang. Via Skype haben sie uns ein SMS geschickt, also fuhren halt wieder ins Yellow Aloe um ins Internet zu kommen. Die beiden haben auch ihre Pläne geändert und wir sollten sie nicht wie geplant im Alegria-Camp, sondern im Cederberg Oasis finden. Um in die Cedarberge zu kommen musste unser braver Nelson, man ahnt es schon wieder über einen Pass fahren.

Zudem besteht die Piste teilweise aus sehr grobem Wellblech. Wir mussten dann und wann die Geschwindigkeit bis auf 20km/h reduzieren. Das  Oasis Camping liegt inmitten von Zitronen-, Orangen-,Mandel- und Feigenbäumen. Wir freuten uns Andrea und Thomas wieder zu sehen und einen Abend mit Ihnen zu verbringen. Wir wollten am nächsten Morgen von hier über kleine Strassen in Etappen zu den nördlich gelegenen Augrabie- Falls fahren.

Dem kleinen Lenkungsdämpfer hat die heutige Strecke sicher nicht gut getan.

14.01.2014 Cedarberg Oasis – Rondeberg Resort

Es ist hier schon am Morgen ziemlich warm, kein Lüftchen regt sich hier im Tal. Beim Frühstück entschieden wir, statt der geplanten Route mit Andrea und Thomas über die N7 bis Springbock zu fahren um dann von dort aus zu denen im Norden liegenden Augrabie-Falls zu fahren. Erste Übernachtung sollte (wieder) im Rondeberg Resort sein. Das bedeutete, dass wir die gleiche Rüttelstrecke wie gestern zu bewältigen hatten. Bevor wir losfuhren baute Emanuel den Lenkungsdämpfer aus, damit er nicht ganz beschädigt wird. Bei langsamer Fahrt auf der Piste ist er ja nicht notwendig. Leider hatte er bereits gelitten. Es ist Öl schon ausgelaufen. Er nahm ihn trotzdem raus, vielleicht ist er ja nachher noch brauchbar wenn man ihn noch ein wenig schont. Unterwegs trafen wir Robbie und Daniele mit ihrem VW Synchro. Sie kennen Andrea und Thomes vom AfricanOverlander Camping bei Kapstadt. Die beiden wollten in die Cederberge, aber als sie hörten wie heiss es dort ist, sind sie nicht mehr ganz sicher ob sie das wirklich wollten. Wir sagen ihnen wo wir übernachten werden und fahren weiter. Kaum auf der N7 erreichen wir die erste Baustelle von drei auf den 30 Kilometer bis Clanwilliam. Bei jeder müsste man bis zu 20 Minuten warten, aber wir hatten „grüne Welle“ und wurden bei allen gleich durch gewinkt. Wir machten in Clanwilliam unseren Kühlschrank wieder voll und beeilten uns dann, dass wir so schnell wie es unsere Camper erlauben zum Campingplatz kamen. das Thermometer zeigte heute 45 Grad an. Also als erstes in den See zum abkühlen. Der Campingplatz war praktisch leer und auch günstiger als über die Festtage. Es könnten bis zu sechs Personen für den Preis von ca. Sfr. 25 auf einem Platz übernachten. So viele waren wir dann auch als Robbie und Daniele noch dazu kamen. Ein Südafrikanisches Paar gesellte sich später noch zu uns und wir sassen ziemlich lange zusammen  und diskutieren über Gott und die Welt.

15.01.2014 Rondeberg Resort

Von den Südafrikanern, die hier einen Zwischenstopp auf dem Heimweg nach Kapstadt machten, erfuhren wir, dass es bei den Augrabie- Falls zur Zeit etwa 48 Grad sind. Deshalb änderten wir wieder einmal unsere Pläne. Wir blieben noch einen Tag hier und fuhren dann an die Küste.

Heute war es relativ kühl, das Thermometer zeigte nur 35 Grad an. Von Zeit zu Zeit brauchten wir aber trotzdem ein Abkühlung im See. Wir verbrachten den Tag in angenehmer Gesellschaft, denn Andrea und Thomas beschlossen auch, noch einen Tag hier zu verbringen.

Robbie und Daniele wollten aber an die Küste weiter ziehen.

Mit schwimmen, reden und essen zusammen verbrachten wir einen richtig schönen, relaxten Tag. Andrea war die Superköchin und Christine eine faule Nuss!

16.01.2014 Rondeberg Resort – Lamberts Bay

Die Abfahrt zögerten wir hinaus, denn nun hiess es Abschied nehmen. Die beiden Mitreisenden der letzten Tage fuhren Richtung Norden. Ihr südafrikanisches Visum läuft bald ab und sie wollen Namibia besuchen. Vielleicht treffen wir sie noch einmal an der Garden Route wo sich unsere Wege vielleicht kreuzen. Wir würden uns freuen. Sonst sehen wir uns wieder in der Schweiz oder im Schwarzwald.

Unser Ziel Lambertsbay war nur gut 100km entfernt. So kamen wir schon gegen Mittag dort an. Wir sahen uns den Campingplatz von aussen an und stellten fest, dass der ziemlich leer war. Es würde also kein Problem sein hier einen freien Standplatz zu finden. Wir fuhren mal zu erst zum Crazy Tastebuds wo es gratis Internet gibt. Der Ort ist jetzt ziemlich ausgestorben und wir waren die einzigen Gäste.

Der Camping war nur etwa zu 5% belegt, so konnten wir unseren Platz frei wählen. Wir nahmen einen mit eigenem Toilettenhäuschen und Meersicht. Aber leider war die ganze Anlage eingezäunt und mit Stacheldraht versehen. Wir fanden aber noch ein offenes Tor und konnten so an den Strand gelangen. Emanuel liess den Kite-Drachen fliegen und Christine las.
Am Abend war es ziemlich kalt hier und wir sind um neun Uhr bereits im Bett.

17.01.2014 Lamberts Bay – Langebaan

Von unserem Standplatz aus konnten wir heute Morgen Delphine und Robben beobachten. Nach dem Frühstück machten wir den Bus reisefertig und gingen dann am Strand laufen. Seit dem Aufstieg zum Leuchturm am Cape Point versuchen wir jeden Tag eine Strecke zu laufen oder zu schwimmen. Christine hat festgestellt dass es ihrem Bein gut tut. Emanuel schadet es auch nicht. Vom Strand aus sahen wir noch Robben, die sich mit einem Surfer beim Wellenreiten vergnügten.

Bevor wir uns auf den Weg nach Langebaan machten, fuhren wir zur Vogelinsel die durch die Hafenmole mit dem Festland verbunden ist. Der Eintritt ist für Inhaber der SAN Parcs Wild Card gratis. Auf der Insel befinden sich hier im Sommer während der Paarungs- und Brutzeit etwa 17‘000 Kap-Tölpel. Für die Beobachtung gibt es eine Terrasse von wo aus man die Tiere gut beobachten und fotografieren kann.

Für den Abflug brauchen die Viecher ein paar Meter Piste. Das hat Emanuel in einigen Fotos festgehalten. So plump sie einem dabei vorkommen, umso souveräner segeln sie danach durch die Luft.

Am Boden sieht man die erwachsenen Vögel immer wieder wie sie die Schnäbel zusammen schlagen.

Man könnte meinen sie fechten miteinander. Ein Parkangestellter erklärte uns aber, dass die Paare dabei Stress abbauen. Kein Wunder dass die das brauchen, sie sitzen doch sehr nahe mit den Nachbarn zusammen. Der Guanogeruch war zwar nicht sehr schlimm aber wir waren doch froh diesem wieder zu entkommen und fuhren die Küste hinunter nach Langebaan. Nach einer kleinen Irrfahrt nach Soldanha Bay wo uns der Camping nicht gefiel weil er auch wieder total von einem Stacheldrahtzaun umgeben ist, fuhren wir wieder zurück nach Langebaan auf den viel netteren Leentjiesklip Camping. Auch hier konnten wir uns einen Platz aussuchen. Emanuel konnte es kaum glauben als er einen rot-weissen Fiat Camper sieht auf dessen Motorhaube gross GERMANY steht. Das konnten nur Ulli und Günter sein, die wir vom Alte Brücke Camping in Swakpmund kennen. Wir stellten Nelson auf dem Platz neben ihnen ab und tauschten uns über unsere Reisen seit damals aus.

Im Verlauf des Nachmittags zogen Wolken auf und ein heftiger kühler Wind kam auf. Für den Abend räumten wir unsere Sitzecke im Bus frei, damit wir drinnen essen und ein bisschen sitzen konnten. Wir wollten heute nicht schon wieder um neun ins Bett.

19 und 20.01.2014 Langebaan

Spazieren am Strand, lesen und Reisebericht schreiben waren unsere Haupttätigkeiten heute.
Ein verkleidetes Brautpaar kam noch vorbei und bietet uns für Kleingeld eine Kurzversion von Queens „Flash“ an.

Hier wehte vom Vormittag bis spät in die Nacht ein starker Wind, deshalb haben wir das Sonnensegel vorne am Bus befestigt um so etwas Windschatten zu haben. Die Markise auszurollen getrauten wir uns wegen den heftigen Böen nicht.

Ulli und Günter kommen am Abend noch auf ein Glas Wein zu uns und wir haben viel zu berichten. Sie sind schon viel gereist und die letzte Zeit mit ihrer Rennschnecke einem Bürstner Camper auf einem Fiat Chassis. Damit haben sie von Durban aus einiges vom südlichen und östlichen Afrika besucht. Der Spruch auf ihrem Wagen passt auch für uns:“Zum Arbeiten zu alt, zum Sterben zu jung, aber zum Reisen topfit!“. Am 20. Januar haben sie Christine am Morgen zum Geburtstag gratuliert und den Abend haben wir bei ihnen mit Sekt und Knapperzeug verbracht. Es war ein richtig schöner Abend.

21.01.2014 Langebaan – Yzerfontein

Es heisst Abschied nehmen von den beiden Franken, aber wir hoffen auch, sie an der Garden Route noch einmal zu treffen.

Unser nächstes Ziel ist nicht weit entfernt, darum wollten wir durch den Western Cape National Park fahren. Die Wild Card ist auch hier gültig, aber Wild gab es hier nicht viel zu sehen. Kuhantilopen und eine kleinere Antilope, die wir nicht kennen, entdeckten wir. Es gab viele Vögel, darunter auch Flamingos. Was für uns den Charme dieses Parks ausmacht ist Lagune. Türkisblaues Wasser, und weisser Sandstrand wie in der Karibik.

Wir verbringen einen Moment am und ganz wenig im Wasser. Da es gerade Ebbe war konnte man trotz der etwas angenehmeren Temperatur als im Atlantik selber, nicht wirklich baden. Emanuel hat es versucht aber nach 500 Meter stand ihm das Wasser nur bis zu den Knien. Schliesslich setzte er sich ins Wasser und beobachtete die kleinen Fische, Schnecken, Grundeln, winzige Garnelen und Einsiedlerkrebse. Halt so die Little Five des Atlantiks. Zurück beim Auto benutzen wir unsere einfache Dusche um das Salz abzuspülen. Im Informationscenter des Parks befindet sich auch ein Restaurant, das wir empfehlen können.

Weiter ging‘s zum Campingplatz von Yzerfontein. Dieser befindet sich hinter einer Düne und um die Stellplätze herum sind Bäume. Damit ist man zwar vom heftigen Wind geschützt, dafür steigt die Temperatur auf 34 Grad. Das Meer sieht man von hier aus nicht, man hört es aber rauschen und es gibt einen Weg durch die Düne ans Wasser.

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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4 Antworten zu Wie in der Karibik

  1. Sylvia Germann schreibt:

    wau…. soooo schön…. 🙂
    aber, was ist mit Kaffee und Kuchen….? Gib’s keinen mehr….? 😉
    gglg

    • Swissnomads schreibt:

      Uns gefällt diese Lagune auch besonders gut.
      Zum Thema Kafe und Kuchen haben wir den Tipp erhalten, dass würde nicht einmal unsere Liebsten zu Hause interssieren. Zudem ist in Südafrika die Auswahl nicht so gross wie in Namibia, aber wir gönnen uns schon immer wieder etwas gutes. Gestern z.B. im Canal Walk Mall Kapstadt einen Chees Cake mit einer 1/2 Zentimeter dicken Fudge-Schicht („Nidletäfeli“) oben drauf. Mmm…
      Im Western Coast NP (bei der Lagune) gibt es übrigens im Vistors Center ein sehr gutes Restaurant.
      Kuchen essen macht hier übrigens nicht dick, wir haben beide abgenommen.
      Liebe Grüsse
      Emanuel

      PS: Ich habe mir schon überlegt hier abstimmen zu lassen ob unsere Beiträge kürzer sein sollten, auch die länge wurde nämlich beanstandet. Dabei kürzt Christine mein Geschreibsel schon um einiges, damit sie auch noch etwas schreiben kann. 😉

  2. Catherine Eggler schreibt:

    Nein um Himmels willen nicht kürzen….. 😉

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