Ja, uns gibt es noch.

Sorry wir hatten länger Zeit keinen, oder nur kurz Internet-Zugang

06.12.2013 Windhoek – Hohenstein Lodge

Im Radio kommt die Nachricht von Nelson Mandelas tot. Ein grosser Mann, ist nicht mehr. Er hat Südafrika auf eine neue Zeit gebracht. Da wir nur schwarzes Klett zur Verfügung haben, bekommt unser Nelson ein Trauerbändchen davon.
An einer Ampel kurz vor Katutura wurde kostenlos eine Sonderausgabe zu seinen Ehren verteilt.
Der Regen gestern Nachmittag hat Abkühlung gebracht, die auch heute Morgen noch anhielt. Wir waren schon um halb zehn unterwegs Richtung Hohenstein Lodge. Heute waren einige Verrückte unterwegs, die durch waghalsige Überholmanöver auffielen. Trotzdem kamen wir gut vorwärts. Die letzten 30km zur Lodge fuhren wir auf einer Piste mit viel Wellblech. Da waren 60km/h manchmal schon zu schnell, bei langsameren Tempo wurde man aber noch mehr durchgeschüttelt. Nach etwa drei Stunden kamen wir am Ziel an.

Die Lodge besteht aus einem Hauptgebäude und mehreren Bungalows und von unserer Terrasse aus hatten wir eine wunderbare Sicht auf die Spitzkoppe.

Aber zuerst suchten wir im und am Pool Erfrischung.

Ausser uns war nur noch eine in Windhoek lebende südafrikanische Familie als Gäste auf der Lodge. Beim Nachtessen kamen wir ein wenig ins Plaudern. Nach dem Essen sassen wir noch eine Weile neben der Terrasse und schauten den herrlichen Sternenhimmel an. Gegenüber im Berg sahen wir ein Licht. Da wir dachten, es könnte jemand dort ein Problem haben, sagt Emanuel dem Wachmann Bescheid. Der meinte, das ist Licht von einer Mine.
Unser Zimmer war uns zu warm und deshalb schliefen wir bei offenen Fenstern und unter einem Moskitonetz.

07.12.2013 Hohenstein – Swakopmund
Frühstücken, auschecken, 30km Piste fahren und gut 140km Teerstrasse und wir kamen in Swakopmund an. Schon 30 Kilometer vor der Küste wurde es deutlich kühler. Der Wind blies auf der Fahrerseite herein, Emanuel kurbelte die Scheibe hoch. Es waren höchstens 23 Grad. Brrr, ist das kalt. Die Heizung machten wir aber nicht an. Als erstes gingen wir in Swakopmund zum Campingplatz, denn wir hatten nichts reserviert. Die Plätze waren nicht einmal zur Hälfte besetzt und wir konnten uns einen aussuchen. Auch hier, wie schon in Windhoek haben wir unser privates Badezimmer und einen Grillplatz. Stromanschluss ist, wie fast überall auch vorhanden. Alle Plätze haben Rasen, so hat man kaum Dreck im Camper. Nachdem wir mit Stühlen und Tisch unseren Platz markiert hatten,  gingen wir einkaufen. Dann fuhren wir zur Farm Desert Hill, wo wir schon während unseres Aufenthalts auf Gut Richthofen an Samstagen bei belegten Broten, Kuchen und Eis, alles hausgemacht, geschlemmt haben. Heute gab es sogar Live- Musik von zwei Frauen mit Saxophon und Keyboard. Sie spielten Beatles- Songs und Louis Armstrong`s „Wonderful World“ und wir fanden, dass es uns doch verdammt gut geht! Zwei Eisbecher packten wir in den Kühlschrank und fuhren damit zurück an’s Meer, wo wir diese dann am Strand assen.

08.10.2013 Swakopmund
Am Nachmittag machten wir einen ziemlich langen Spaziergang am Meer, durch den Sand.

09.10.2013 Swakopmund
Wir haben in der Stadt noch einige Einkäufe erledigt und waren noch auf Gut Richthofen. Wir hatten zwei Koffer bei Susanne und Michael deponiert und Emanuel dachte, dass darin die vermisste Fernbedienung der Standheizung geblieben ist. Leider war sie aber nicht dort und er muss weiter suchen. Mit einer leeren Schachtel vom Bottle Store haben wir auf einem Parkplatz am Meer ein Päckchen für zu Hause gepackt. Als wir das dann auf der Post aufgeben wollten, war gerade  kein Kleber mit der Trackingnummer vorhanden. Die Postbeamtin schickte uns nochmal weg und wir sollten in einer halben Stunde wiederkommen. „Aber nicht vergessen!“ wurden wir noch ermahnt. Wir fuhren also wieder zum Meer und nach gut 30 Minuten wieder zur Post, wo es inzwischen die Etiketten gab und wir mussten nur noch das Porto bezahlen. Die Formulare hatten wir ja vorher schon ausgefüllt.
Für das Nachtessen fuhren wir zur „Wurstbude“. Nein, das ist kein Imbiss, sondern ein Restaurant mit diesem Namen wo man hauptsächlich Pizzas bekommt. Diese wurden uns von in Windhoek der Physiotherapeutin empfohlen. Wir können dieses Lokal auch empfehlen es gibt die Pizzas in Medium und Large in allen möglichen Variationen.

10.11.2014 Swakopmund – Hammerstein
Wir standen um sieben bei verhangenem Himmel auf. So fiel uns das Abschied nehmen von Swakopmund relativ leicht. Unsere Nachbarn fanden es zwar schade dass wir gingen. Die beiden Franken sind auch Rentner wie wir, sind aber mit ihrem Fiat Ducato Camper schon lange unterwegs. Sie haben damit schon Nord und Südamerika bereist und nun schon einige Monate Afrika. Wir tauschten Visitenkarten aus und vielleicht trifft man sich ja wieder einmal. Kurz hinter Walvis beginnt die Piste und solche Strassen werden die nächsten Tag die Regel sein. In Solitaire wollten wir den bekannten Apfel Kuchen essen, aber zuerst müssen wir Tanken, auf nicht geteerten Strassen ist Nelson besonders durstig. An der Tankstelle wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass da unter dem Wagen etwas nicht stimmt. Oh je, der neue Lenkungsdämpfer ist gebrochen. Die Montage war dann wohl doch nicht so ganz richtig. Es half nichts, das Ding musste raus, denn es hing nur noch an einer Schraube. Wir hatten ja noch ein Originalteil dabei, aber das wollte Emanuel dann später einbauen. Bei dem Tempo auf der Piste brauchten wir es noch nicht.
Als wir dann um halb fünf auf Hammerstein ankamen, machte uns ein Angestellter darauf aufmerksam, dass wir hinten links einen fast platten Reifen hätten. Auch dass noch! Er bot uns aber an, jemanden vorbei zu schicken, der den Reifen flicken kann. Emanuel schraubte das Rad ab und da noch niemand kam, gingen wir uns am Pool abkühlen. Emanuel ging dann doch eines der Ersatzräder montieren und wollte den geflickten als Ersatz auf das Dach stellen. Kaum war das Rad montiert, kam der „Radflicker“ mit dem reparierten Reifen zurück. Er half Emanuel, das schwere Teil auf das Dach zu hieven und bekam auch ein Trinkgeld. Inklusiv Trinkgeld hat das Ganze nur etwa Fr. 4.50 gekostet. Jetzt wollte er noch den Lenkungsdämpfer montieren und dann mussten wir uns auf dem Campingplatz einrichten. Als Emanuel den Bus an die vorhandene Steckdose anschliessen wollte ist da kein Strom drauf. Jetzt wars aber genug. Der Campingplatz ist im Tracks4Africa so beschrieben, dass auch hier, wie in Windhoek und Swakopmund, jeder Platz mit einer privaten Toilette  ausgerüstet sei. Vom Preis her war er gleich teuer wie die vorherigen „Luxus“campingplätze nur dass hier die Toiletten mehrere hundert Meter entfernt beim Schwimmbad waren. Emanuel nahm den Campingführer und ging zum Empfang um bringt dort seine Beschwerden anzubringen. Aber der Angestellte wusste nicht was er damit anfangen soll. Der Geschäftsführer regelt das dann so, dass wir das Bad eines Zimmers nahe von uns unserem Platz benutzen können. Den Strom schaltete er uns auch noch ein und wir sind wieder glücklich.

11.12.2013 Hammerstein – Klein Aus
Unser Platz war direkt an einem Zaun. Dahinter tauchte gestern Abend plötzlich ein Oryx auf. Heute  Morgen war es schon wieder da, scharrte mit den Hufen und schlug mit seinen langen Hörnern an den Zaun. Emanuel konnte es streicheln, aber es hätte wohl lieber etwas zum Fressen gehabt.
Wir fuhren weiter Richtung Süden durch sehr abwechslungsreiche Landschaften. An der D831 hatte es einige grössere und kleinere Wasserpfützen, sowie Schlammlöcher. Nelson sah danach dementsprechend aus. Zum Glück nehmen wir schon seit langem bei Pistenfahrten das Trittbrett aus seiner Halterung, sonst wäre es nun sicher einzementiert gewesen. Die letzten 300 Meter des Anstiegs auf ein Hochplateau, auf mehr als 1‘600 Meter über Meer schaffte Nelson noch knapp im Schritttempo. Diesmal aber ohne Untersetzung und im 1. Vorwärtsgang. Mit dem Benzin des Haupttanks schafften wir es knapp nicht bis zur Tankstelle in Helmeringhausen und mussten noch etwas Sprit vom Zusatztank umpumpen. In Aus haben wir dann noch einmal vollgetankt und am Geldautomat Namibia Dollar geholt. Von der Terrasse des Bahnhof Hotel hat uns eine Dame mit Handzeichen zu verstehen gegeben wir sollten anhalten. Sie erzählte uns, dass sie und ihr Mann aus Schaffhausen stammten und nun in der Cap Provinz in Swellendam wohnten. Das kennen wir, da gibt es eine schöne, grosse weisse Kirche. Anschliessend suchten wir den Campingplatz von Klein Aus Vista auf. Zum ersten mal ein Platz ohne Strom. Macht aber nichts wir haben selber genug Strom in unserer Bordbatterie.

12.12.2013 Klein Aus – Canyon Roadhouse
Wir kauften noch einige Kleinigkeiten im Laden von Aus ein, viel Auswahl gibt es da so oder so nicht. Dann fuhren wir wieder einmal eine längere Strecke Teerstrasse, um nach 160km bei Seeheim wieder auf die Piste abzubiegen. Beim Seeheim Hotel hielten wir an, weil uns gestern der Haupttank nicht richtig gefüllt wurde. Hier bekommen wir zweimal 20 Liter Benzin in einen Kanister abgefüllt von wo es von einem Angestellten mit einem Trichter in den Tank geschüttet wurde. Das Hotel machte einen relativ ruhigen Eindruck, viel schien hier im Moment nicht los zu sein. Sie haben auch einen Campingplatz, aber ohne Schatten und direkt bei der Einfahrt zum Parkplatz. Unterwegs sehen wir Oryxe und Strausse. Wir dachten eigentlich heute bis Ai-Ais zu fahren aber das GPS berechnet die Ankunftszeit auf kurz nach 18 Uhr.   Darum entschieden wir ziemlich spontan im Canyon Roadhouse den Campingplatz zu inspizieren. Die schön eingerichteten und grossen Plätze gefielen uns und als wir noch einen nicht zu weit von den Toiletten und dem Pool bekommen sind wir zufrieden. Zum Abendessen gingen wir ins Restaurant, wo wir gemütlich assen.

Zurück am Stellplatz, packten wir unsere Sachen ins Auto und zogen um auf einen weiter hinten liegenden Platz. Unsere Nachbarn waren etwa 20 junge sognannte Bus-Overlander die gerade von einem ausgiebigen Sundowner am Fishriver Canyon zurück kamen. Die laute Musik wurde durch noch lauteres Gejohle übertönt. Das brauchten wir jetzt gar nicht. Nach unserer Erfahrung bauen diese Gruppen am frühen Morgen ihre Zelte ab und da möchten wir noch ein wenig schlafen.

13.12.2013 Canyon Roadhouse – Ai-Ais
Heute fuhren wir die bisher wohl kürzeste Tagesetappe unserer Reise aber die 80km führten uns durch eine sehr abwechslungsreiche Landschaft in der Nähe des Fischriver Canyons.  Ai-Ais liegt in dieser Schlucht und verfügt über eine Warmwasserquelle. Dem entsprechend ist der Pool gut 30 Grad warm. Die Abkühlung kommt erst, wenn man aus dem Wasser steigt mit dem Wind. Wir sind schon früh am Ziel angekommen und konnten den ganzen Nachmittag am und im Pool verbringen. Es gibt hier jede Menge Campingplätze, die auch gut eingerichtet sind. Man wird bei der Einfahrt schon vor den Baboons gewarnt. Wir hatten unsere Steinschleuder auf dem Tisch und der erste war auch gerade der einzige der sich uns zu nähern versuchte. Nur in der Nacht haben sie sämtliche Mülltonnen umgeworfen und nach Essen durchsucht.

14.12.2013 Ai-Ais – Sendelingsdrift Südafrika
Nach dem Frühstück haben wir noch ein letztes Mal den Warmwasserpool genossen. Mit uns zusammen waren etwa 25 Kinder im Wasser, die scheinbar einen Ausflug hier her gemacht haben. Die Horde aus dem Wasser zu kriegen war für die Begleitpersonen gar nicht so einfach. Aber zwei Angestellte haben dann ihre ganze Autorität spielen lassen- dann gings. Als wir genug vom warmen Wasser hatten, haben wir noch einmal vollgetankt und im kleinen Campladen ein Brot gekauft.    Und schon sind wir unterwegs zur Grenze. Zu Beginn haben wir uns noch verfahren. Bei der ersten Kreuzung sagte Frau-GPS klar und deutlich: rechts abbiegen, aber aus irgendeinem Grund ist Emanuel links abgebogen. Christine hat das auch bemerkt, aber gedacht er wird schon wissen was er macht. Das tat er aber keineswegs. Zum Glück kam nach nur 10km Piste schon die nächste Kreuzung und da schien es Emanuel, dass hier etwas nicht stimmt. Ein Blick auf die Karte und schon war alles klar. Umkehren, und jetzt fuhren wir ohne Umwege nach Sendelingsdrift. Auch heute durch eindrückliche Landschaften.

Trocken ist es auch in diesem Teil Namibias und dass es seit etwa 10 Monaten keinen richtigen Regen mehr gab, sieht man auch hier. Erst als wir zum Orange River kamen gibt es wieder etwas Vegetation zu sehen.


Diesen Teil der Strecke, die durch den Ai- Ais Nationalpark führt, sind wir im September nach dem Besuch in Springbock schon einmal gefahren und wir fanden es hier immer noch schön. Am Ausgang des Parks wurden wir von einem Polizisten und einer Soldatin kontrolliert. Der Fahrausweis konnte Emanuel vorweisen aber das Road Permit nicht. Bekanntlich haben wir bei Nelson Einfuhr in Walvis Bay keines bekommen und uns wurde gesagt, es brauche keines. In Windhoek haben wir versucht eines zu bekommen, aber auch hier hat man uns gesagt, dass es das nicht braucht. Also zeigte Emanuel dem Polizisten das Carnet de passages, das ja zeigt, dass das Fahrzeug bei der Einfuhr  korrekt registriert wurde. Der Polizist fand aber, wir müssten ein Road Permit haben. Emanuel erklärte nochmal, dass wir keins haben und laut Auskunft in Walvis Bay und Windhoek auch keins brauchen. Der Polizist war einfach anderer Meinung und die Soldatin wusste nicht so recht, hat aber schon andere Carnet de passages gesehen. Wohin wir denn wollen, wollte der Polizist nun wissen. Nach Sendelingsdrift Südafrika war unsere Antwort. Da könnten wir ja an der Grenze bei der Immigration fragen ob wir eins brauchen oder nicht. Ja klar, das werden wir tun, meinte Emanuel. Da merkte der Polizist auch, dass es eigentlich egal ist wenn wir das Land eh verlassen. Da war Emanuel sofort der gleichen Meinung. Also konnten wir unsere Fahrt fortsetzen. Am Grenzposten Namibia sass eine junge Frau und strahlte uns bei der Begrüssung richtig an. Sie war wirklich sehr nett und die ganze Prozedur war sehr schnell erledigt. Sie stempelte auch Nelsons Carnet ab, bemerkte aber, dass sie eigentlich nicht vom Zoll sei. So routiniert wie sie das machte, war es aber bestimmt nicht das erste Mal. Dann fuhren wir noch die kurze Strecke bis zur Fähre. Sie stand auf der anderen Seite des Flusses und sah für Christine viel zu klein aus.

Als wir ankamen, liefen zwei Männer zum Boot, banden es losund kamen uns abholen. Emanuel musste unseren Bus in einem ziemlich steilen Winkel auf die Rampe fahren. Das machte er ganz vorsichtig. Die Vorderräder waren schnell mal drauf und als er mit den hinteren Rädern drauf fahren wollte, drehten sie durch. Während dem ganzen Manöver machte Christine die Augen zu und sie war überzeugt, dass wir mitsamt der Fähre absaufen werden. Mit Allrad und Untersetzung kamen wir aber doch auf die Fähre. Wir wurden aufgefordert das Auto zu verlassen und eine Schwimmweste anzuziehen. Das steigerte Christines Vertrauen in das Transportmittel nicht gerade. Am anderen Ufer angekommen, fuhr Nelson problemlos mit allen vier Rädern auf den festen Boden. Aber um die sehr steile Uferböschung zu überwinden musste Emanuel wieder Allrad und Untersetzung zu Hilfe nehmen. Oben angekommen warteten die bei den südafrikanischen Behörden und bei einer Beamtin des Richtersfeld Parks auf uns. Letzteres dauerte am längsten weil wir noch die Wild Card kauften. Mit dieser können wir während eines Jahres die meisten Parks des Landes besuchen. Nach der Bürokratie wollten wir auf den Camping nahe beim Eingang zum Park. Die Parkbeamtin rieten uns jedoch auf den 9 km entfernten Platz Potjiesparm zu fahren. Dort sei es ruhiger. Eine sehr schlechte Strecke war zu überwinden bis wir endlich dort ankamen. Da wir  (wieder einmal) die Nähe des Dusch- und Toilettenhäuschens suchten, platzierten wir unser Auto so, dass wir total „eingesandet“ wurden. Wieder einmal zusammenpacken und einen anderen Platz suchen- mehr im Busch. Ruhig war‘s hier, nur den Fluss hörte man rauschen und den Wind in den Bäumen.

15.12.2013 Sendelingsdrift – Port Nolloth
In aller Herrgottsfrühe wurde Emanuel von den singenden Vögeln und den zirpenden Zikaden geweckt. Es gibt Schlimmeres. Wir standen etwas früher auf weil Sonntag ist und wir nicht wissen ob in Port Nolloth ein Geschäft heute offen hat, denn unser Kühlschrank ist leer. Wenn überhaupt, dann eher am Vormittag. 100km der insgesamt 184km waren Piste. Zum Teil sehr schlecht. Auf der geteerten Strasse stellten wir dann fest dass der Lenkungsdämpfer schon wieder hinüber ist, Ersatz haben wir jetzt auch keinen. Als wir wieder einmal Radioempfang hatten, konnten wir einen Teil der Beisetzungsfeier für Nelson Mandela hören, bis wir kurz vor unserem Ziel keinen mehr Empfang hatten. Als erstes fragten wir auf dem Camping McDugalls, ob es einen freien Platz gibt, denn es ist Hochsaison. Wir hatten Glück, für max. 2 Nächte bekamen wir einen direkt am Meer, 30 m vom Wasser. Wir wollten aber erst morgen entscheiden ob wir eine zweite Nacht bleiben. Der Platz war stark belegt und es hatte jede Menge junge Leute, die glaubten, dass sie alle andern mit ihrer lauten Musik glücklich machen!? Dann ist Einkaufen bei Spar angesagt. Dort waren wir nicht die einzigen die noch schnell am Sonntag etwas brauchen. Wie schon im September gingen wir bei Captain Nemo am Hafen Fish and Chips essen, bevor wir uns auf den Weg zum Camping machten. Auf dem Zeltplatz kam Emanuel mit unseren Zeltnachbarn, eine Familie mit einem kleinen Jungen ins Gespräch. Von ihnen bekamen wir auch einige Tipps zu Übernachtungsplätzen an der Küste. Am Strand konnte Emanuel mal wieder seinen Drachen fliegen lassen und Christine liess sich von der Sonne wärmen! Von einem fliegenden Händler kauften wir einen frisch gefangenen Fisch. Der musste allerdings noch ausgenommen und entschuppt werden, das überliess Christine gern Emanuel. Der hat das aber auch schon etwa seit 40 Jahren nicht mehr gemacht, was man aber nicht merkte. Gewürzt in Alufolie auf dem Grill gebraten, mmmh…

16.12.2013   Port Nolloth
Heute verbrachten wir einen weiteren Tag am Strand-Camping. Emanuel liess den Lenkdrachen fliegen, denn der Wind wehte ziemlich stark. Noch stärker als Gestern. Das Meer war immer noch unter 20 Grad und das war definitiv zu kalt für Christine. Der Sand war bei Ebbe sehr fest und eignete sich so für Christine besser für einen Strandlauf. Am Abend wollten wir zu Captain Nemo Fisch essen, aber leider war dieses kleine Lokal abends nicht offen. 200 Meter davon entfernt befindet sich das Vespetti (kommt von italienischen Motorroller Vespa) wo wir draussen sitzen konnten und einen spektakulären Sonnenuntergang über dem Meer erleben. Wir bestellten uns einen Teller Antipasti und erkundigten uns nach dem Preis für die Fish Platter. 250 Rand, dafür sollte es eine anständige Portion geben. Wir bestellten beides zum teilen. Die Getränke kamen und viele Kunden die hier eine Pizza bestellten und bekamen, auch. Nach einiger Zeit kam auch unsere Antipasti, die wir mit Heisshunger wegputzen. Dann kam lange nichts. Der Sonnenuntergang war auch vorbei, und es wurde merklich kühler. Zudem hat der Wind auch noch aufgefrischt. Eine Kellnerin, die nicht unsere Bestellung aufgenommen hatte, fragte ob alles in Ordnung sei. Das heisst hier so viel wie: „Wollt ihr noch etwas bestellen oder bezahlen?“ Wir warteten aber noch immer auf unsere Fischplatte. Da musste sie mal nachfragen. Wir suchten uns derweil einen Platz im Restaurant, denn inzwischen war uns kalt. Christine hat in der Speisekarte gelesen, dass man sich hier an der italienischen Küche orientiert. Sie meinte, dass die Italiener aber schneller sind. Die Kellnerin teilte uns mit, unsere Bestellung  werde gerade in der Küche zubereitet und es dauert nur noch ein paar Minuten. Etwa 2 Stunden nach unserer Bestellung bekamen wir auch was wir gewünscht haben. Es ist wie vermutet auch ausreichend für uns zwei. Wir fuhren zurück zum Zeltplatz, stellten unser Auto mal gerade so auf den Platz, dass wir gleich ins Bett kriechen konnten. Es war kalt und sehr windig. Auf dem Platz neben uns versuchte jemand sein Zelt aufzustellen, brach die Aktion dann aber wegen dem starken Wind ab. Unser Bett fühlte sich an wie auf einem Boot. Wir wurden in den Schlaf gewiegt.

17.12.2013 Port Nolloth – Kamieskroon
Wir zogen weiter nach Süden und wollten nach Hondeklipp Bay. Unsere südfrikanischen Nachbarn haben uns da einen Platz südlich des Ortes empfohlen. Die Strecke führt über Kleinsee, den Ort den wir im September schon einmal besucht haben. Hier kommt man ins  Diamanten-Sperrgebiet, weshalb man sich auch mit Ausweis und Handynummer registrieren musste. Mit Diamanten scheint aber hier nicht mehr viel los zu sein. Die meisten Häuser machten einen verlassenen Eindruck und die Läden waren auch geschlossen. Wir liessen den Ort schnell hinter uns. Nelson machte der heftige Gegenwind ziemlich Mühe und vor allem durstig. Auf dieser relativ schlechten Piste schnellte sein Verbrauch in die Höhe.

Bei der letzten Abzweigung, etwa drei Kilometer vor unserem Ziel fanden wir aber, dass der Wind viel zu stark sei um am Meer zu übernachten. Wir fuhren weiter durch den Namaqualand Naturpark, der im September so voller Blumen war und wo jetzt nur trockene Büsche standen.

Eigentlich wollten wir auf dem Skilpad Camping übernachten, aber auch dieses Mal, wie schon vor drei Monaten, führte uns das GPS zu einem abgeschlossenen Gatter. Wir wussten auch nicht, dass die nächsten 20 Kilometer über eine sehr schlechte, „wellblechige“ und ausgewaschene Strecke führen würde. Die restlichen gut 60 Kilometer waren ebenfalls nicht gerade erstklassige Naturstrasse, und es galt auch noch zwei Pässe zu überwinden.
Zum Schluss landeten wir in Kamieskroon wo es laut GPS beim Hotel einen Caravanplatz geben sollte. Unser erster Eindruck war aber nicht gerade berauschend. Die Plätze, die wir zu erst sahen, waren gerade bei den Hotrlparkplätzen an der Zufahrtstrasse. Vor dem Hotel stand noch ein 4×4 Fahrzeug mit Zeltanhänger und wir fragten die südafrikanische Familie was sie davon hielten. Die wussten auch nicht so recht und meinten der zweite Platz im Ort sieht noch schlimmer aus. Der nächste Camping war in Garies, etwa 50 Kilometer von hier. Die Südafrikaner wollten hier nicht alleine übernachten, aber wenn wir bleiben, bleiben sie auch. Emanuel hatte nach 6 Stunden praktisch Nonstop fahren nicht mehr Nerven zum weiter fahren und wir wussten ja auch nicht wie der Platz in Garies aussieht. Wir entschlossen uns zu bleiben und stellten fest, dass auf der Rückseite des Hotels noch weitere Stellplätze waren. Allerdings nicht gepflegt, mit Dreckhaufen darauf. Die Toiletten und Duschen waren aber vom Hotel sehr sauber gehalten. Wir suchten uns einen Platz, der von der Strasse nicht so einsehbar war. Und die Nacht war, bis auf die auf der nahe gelegen N7 fahrenden Brummis ruhig und ohne weitere Vorkommnisse.

18.12.2013 Kamieskroon – Lamberts Bay – Rondeberg Resort
Unser Ziel heute war Lamberts Bay wo Emanuel gerne die Tölpel-Kolonie sehen möchte. Zuerst mussten wir aber tanken, denn für die gestrige Fahrt  brauchten wir sogar Benzin vom Zusatztank. Hier in Südafrika ist das Benzin deutlich teurer als in Namibia und an dieser Tankstelle mit ZAR 200/l noch etwas teurer als sonst. Wir hatten aber keine Alternative.
Wir fuhren gut hundert Kilometer auf der N7 Richtung Süden und dann südwestlich Richtung Lamberts Bay. In Vredendal haben wir über das üppige Grün gestaunt. Wir sahen vor allem Rebberge. Als wir dann noch unter einer Brücke den Olifants River fliessen sahen, konnten wir es kaum fassen. Ein Flussbett mit Wasser sahen wir in Namibia nur am Orange River. Die Strecke war heute zu einem grösseren Teil Piste und der Rest geteert. In Lamberts Bay angekommen sind wir in einem kleinen Restaurant eingekehrt wo Christine erst einmal mit einem „Bierguss“ über die Füsse begrüsst wurde. Es kam auch gleich jemand mit Wasser und Lappen um den Schaden zu beheben. Wir bestellten uns einen Antipasti Teller und der kam auch recht schnell. Hier konnten wir wieder einmal das Internet benutzen, was  in Südafrika erstaunlicherweise das grössere Problem ist  als in Namibia. Wir wollten uns dann den Campingplatz am Ort ansehen, haben aber die Abzweigung verpasst. Emanuel hatte auch plötzlich keine Lust mehr, die Tölpel zu sehen und wir beschlossen die nächsten 50 km nach Clanwilliam weiter zu fahren. Wir haben das Rondeberg Resort gesucht, aber das war noch 15 km ausserhalb Clanwilliam inmitten von Weinbergen. Der Campingplatz war fast leer und wir fanden wir einen schönen Platz mit Sicht auf den Stausee. Nelson stand hier sogar auf Rasen, was vor allem Christine freute, weil wir so weniger Dreck in den Wagen schleppen.  Bei 38 Grad im Schatten genossen wir die Abkühlung im Stausee.

19.12.2013 Rondeberg Resort
Es war im ganzen Resort sehr ruhig, denn es hatte wenige Leute, aber das könnte sich auf das Wochenende und die Fest tage ändern. Wir beschlossen noch eine Nacht länger hier zu bleiben und genossen es, im See zu baden und freuten uns über die Abkühlung.  Die war auch bitter  nötig bei Temperaturen knapp unter 40 Grad.

20.12.2013 Rondeberg Resort – Clanwilliam – Rondeberg Resort
Heute fuhren wir die 15 Kilometer nach Clanwilliam zum Einkaufen. Als erstes gingen wir in das Yellow Aloe Cafe wo es  gratis Wi-Fi gibt. Da versuchten wir eine Unterkunft für die Festtage zu finden, was uns aber nicht gelang. Dann schnell noch die hundertfünfundsechszigtausend Mails gecheckt und dann wurde es auch hier im lauschigen Garten im Schatten der Bäume zu heiss. Fotos und Blog verschoben wir auf ein anderes Mal.
Als wir aus dem Cafe kommen, schlugen sich zwei Frauen auf dem Gehsteig. Das heisst die eine drosch auf die andere ein, und die versuchte nur die Schläge abzuwehren. Emanuel drückte auf den Panikknopf der Alarmanlage unseres Autos, aber die Sirene machte auf die Schlägerin  keinen Eindruck. Erst als drei Männer sie aufforderten mit ihnen in ihr Auto zu steigen hörte sie auf.
Wir fuhren zu Spar, wo wir für die nächsten Tage einkauften. Danach besorgten wir uns noch eine SIM-Karte, bekommen aber nur ein Sprechguthaben von ca. vier Franken. Wir fuhren zurück zum Resort und wollten da die SIM-Karte in Betrieb nehmen. Was nicht so richtig gelingen wollte. Das Callcenter von Vodacom erreichten wir auch erst nach mehreren Versuchen und bekamen den Bescheid, dass die Karte erst nach 24 Stunden freigegeben wird. Wir verlängerten unseren Aufenthalt bis Montag, da es jetzt am Wochenende vor den Feiertagen ohne Reservation schwierig ist, irgendwo unterzukommen. Es gefällt  uns ja hier gut  und wir haben so etwas Zeit um unsere nächste Bleibe zu finden. Wir fielen fast in den See zum Abkühlen, denn die Hitze schlug uns auch etwas auf Gemüt. Christine hat den „Weihnachtskoller“ und möchte eigentlich nicht das Fest auf dem Campingplatz verbringen.

21.12.2013 Rondeberg Resort
Der wolkenlose Himmel versprach wieder einen heissen Tag. Gut, dass wir hier bleiben können. Wie vermutet füllte sich  der Campingplatz nach und nach. Heute Nachmittag funktionierte unsere neue SIM-Karte endlich und wir versuchten für nächste Woche eine Unterkunft zu buchen. Wie erwartet war das wegen der Feiertage ziemlich schwierig. In McGregoer fanden wir ein Cottage, das aber nur vom 26. Bis 30. Dezember frei ist. Also fragte Emanuel, ob wir noch bis am 26. hier bleiben könnten. Der Zeltplatz ist zwar ausgebucht, aber auf den Platz, den wir haben, ist erst am 27. 12. wieder jemand eingetragen. Den Rest des Tages verbrachten wir am und im Wasser, denn es war nach wie vor sehr heiss.

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Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika zu "erfahren". Wir machen aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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5 Antworten zu Ja, uns gibt es noch.

  1. Douw Krüger schreibt:

    Gut wieder etwas von euch zu hören (lesen). Wir sind euere Routen ein paar Mal gefahren. Alles klingt mir bekannt und ich würde gerne auch dasein. Wes-Kaap im Moment sehr heiss.
    Douw

  2. Douw Krüger schreibt:

    Und noch frohe Weihnachten und guten Rutsch ins Jahr 2014.

    Douw

  3. Ruth Zürcher schreibt:

    Es ist schön, endlich wieder etwas von Euch zu lesen. Wir wünschen Euch frohe Weihnachten,

  4. Indumi Jacqueline et Mario schreibt:

    allo zäme!
    Nous avons eu beaucoup de plaisir à lire vos dernières nouvelles. Continuez ainsi…..
    Nous espérons que vous avez passé un Noël plein de paix et de sérénité.
    Nous vous souhaitons une bonne et heureuse année nouvelle. Qu’elle vous garde en bonne santé et vous apporte un tas de belles et bonnes choses.
    Amitié à tous deux et au plaisir de vous lire.
    Jacqueline et Mario

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