Ich glaube mich tritt ein (Nil)Pferd

29.11.2013 Windhoek – Düsternbrock
Heute fuhren wir nach der Physio zur 50km entfernten Gästefarm Düsternbrock. Nach 30km Teerstrasse kommt die Abzweigung , wir verpassten sie prompt. Nach einem prüfenden Blick auf das GPS, wie weit er noch zu fahren hat sieht er: 96km. Hoppla das kann nicht sein, das GPS zeigte eine Schleife nach Okahandja und wieder zurück. Dann hiess es halt Wenden und nach einem Kilometer zurück konnten wir schon abbiegen auf die Piste, die uns zum Ziel führte. Da hat doch einer mal geschrieben: „Das GPS ist ein Gerät welches einem genau zeigt, wohin man sich verfahren hat!“ Nach 18km Naturstrasse kamen wir an und wurden von der Schweizerin Elisabeth empfangen. Da waren auch noch Schweizer Gäste, die uns auf unseren Bus ansprachen. Es stellte sich heraus, dass sie aus dem Kanton Aargau kommen und der junge Mann in Unterentfelden gearbeitet hat. Und da war ja unser Nelson bei der Feuerwehr tätig.
Uns wurde der Weg zum naheliegenden Campingplatz gezeigt und da wir zurzeit die einzigen Camper waren, konnten wir uns den schönsten Platz aussuchen. Wir einigten uns auf einen Platz, von dem aus alles, die Toiletten, das Haupthaus und der Pool am besten erreichbar ist.

Nachdem wir uns eingerichtet hatten, gingen wir hinauf zum Pool, wo um diese Zeit der Schatten zwar etwas spärlich war, aber ein angenehmer Wind die Temperatur über 30 Grad etwas erträglicher machte.

Wir hatten uns für das Abendessen auf der Farm angemeldet, wo alle Gäste zusammen mit dem Hausherrn an einem Tisch essen. Der Dreigänger schmeckte fein und wir verbrachten einen unterhaltsamen Abend. Einer der Gäste erzählte, dass er etwa 12 Kilometer durch das Gelände gelaufen sei um die Flusspferde zu sehen. Die haben sich aber gerade woanders aufgehalten!

30.11.2013 Düsternbrock
Es war hier so ruhig, dass wir fast 10 Stunden schliefen. Nach dem Frühstück fühlte sich Christine heute so fit, dass sie ein Stück im  Trockenflussbett laufen wollte. Wir packten Wasser und Fernglas ein und zogen los. Es hatte noch einige Tümpel die immer noch vom Grundwasser gespeist wurden und ganz wenige abgegraste grüne Flecken. Wir sahen einige Warzenschweine, die uns zum Teil interessiert beim Wandern zuschauten. Weiter flussaufwärts konnten wir aus der Entfernung einen etwas grösseren Tümpel ausmachen. Emanuel lief ein Stück voraus um zu sehen ob es sich für Christine lohnt dahin zu gehen. Er sah knapp unter der Wasseroberfläche einen grauen Felsen der aussieht wie ein Rückgrat. Beim Näheren hinschauen sah er etwas weiter vorne zwei rötliche Flecken.

Oh, da lag doch tatsächlich ein Nilpferd im Wasser! Er winkte Christine zu sich und versuchte mit Handzeichen, wackelnde Ohren,  zu zeigen was es da zu sehen ist. Rufen wollte er nicht denn er stand ja auf der flachen Seite des Tümpels, wo sich der Ausstieg des Hippos befinden würde wenn es das Wasser verlassen möchte. Man soll nie einem Nilpferd den Weg versperren, es würde einen einfach überrennen. Deshalb liefen wir vorsichtig um das Wasserloch herum und stiegen Uferböschung hinauf. Aus dieser sicheren Position beobachteten wir, wie es regelmässig auftauchte, um Luft zu holen.

Wir wussten zwar, dass es auf dem Farmgelände drei solche Tiere gibt, aber nicht wo sie sich befinden. Auf jeden Fall mussten wir nicht 12 Kilometer laufen um eins zu sehen.
Am Nachmittag nahmen wir an der Wildkatzenfütterung teil. Also wir haben sie nicht gefüttert, nur zugeschaut wie sie gefüttert werden. Da viele Gäste dabei sein wollten kamen zwei Fahrzeuge zum Einsatz. Zuerst kamen die Geparde dran. Die zwei Männchen wurden vom anderen Fahrzeug aus gefüttert. Der alte Landrover hatte keinen Türen und die Katzen stellt sich sogar auf das Trittbrett um ein Stück Fleisch zu erwischen.

Wenn das Fleisch mal nicht schnell genug kam, strichen sie laut miauend um die Fahrzeuge herum. Unser Fahrer versicherte uns mehrmals, die Geparde seien wie Hunde, die würden einen nie töten, nur den Rücken zuwenden dürfe man ihnen nicht. Das ist beruhigend zu hören, aber so nahe an uns rankommen lassen möchten wir sie trotzdem nicht.
Danach wurden wir in das Gehege eines Leoparden geführt. Diesem wurden vom Dach des Landrovers aus, Fleischstücke auf einen dicken, gekrümmten Ast ausgelegt. Sobald sich das Fahrzeug vom Baum entfernt hatte kam der Leopard sprang den Baum hoch zum etwa zwei Meter hoch liegenden Ast.

Leoparden könnten bis zum vierfachen ihres eigen Körpergewichts auf einen Baum hoch ziehen, erklärte unser Fahrer. Aber trauen könne man ihnen nicht. Dieses Tier hätten sie von einer anderen Farm bekommen als er etwa 4 Monate alt war. Seine Mutter wurde dort geschossen. Im ersten Lebensjahr könne man noch gut mit ihnen umgehen, aber danach werden sie unberechenbar. Jetzt ist er 6 Jahre alt. Als die Katze alle Fleischstücke vom Ast vertilgt hatte, sprang sie wieder vom Baum herunter und wartete mit Abstand zum Fütternden auf mehr Futter. Offensichtlich durfte dieses Raubtier nicht so nahe an den Landrover heran wie die Geparde. Unser Fahrer erklärte uns, dass man sie am Anfang über einen Elektrozaun füttert und so lernen sie einen Abstand zu halten. Nach diesem interessanten Ausflug sassen wir noch eine Weile beim Haupthaus, von wo man einen tollen Blick über die Hügel und das Flussbett hat und konnten eine Gruppe Impalas, Gnus und die überall vorhandenen Warzenschweine beobachten.
Am späten Nachmittag gab’s auch noch ein wenig Regen, der den Boden zwar kaum nässte, uns dafür aber einen wunderschönen Regenbogen bescherte.

Der Tag ging zu Ende mit einem feinen und unterhaltsamen Abendessen am grossen Tisch. Und obwohl wir heute nicht die einzigen Camper waren, war es wundervoll ruhig und über uns strahlte ein herrlicher Sternenhimmel.

01.12.2013 Düsternbrock
Heute Morgen und den Rest des Tages ist es ziemlich bewölkt und etwas kühler als sonst.
Nach dem Frühstück laufen wir zum Hippopool. Aber es war nur noch ein Pool ohne Hippo. Dafür sahen wir in einiger Entfernung 5 Kuhantilopen die wir mit dem Fernglas gut beobachten konnten. Auf dem Rückweg fing es dann wieder an zu regnen, aber in so geringen Mengen, dass wir nicht richtig nass wurden und der Boden auch nicht. Wir verbrachten den Rest des Vormittages und einen Teil des Nachmittags mit Lesen und Faulenzen. Emanuel hatte sich zu diesem Zweck die Hängematte zwischen einem Eukalyptusbaum und einer Palme aufgehängt.
Am späteren Nachmittag machen wir noch eine geführten Gamedrive, der aber eher enttäuschend war. An einem Damm sahen wir gerade noch von Zeit zu Zeit die Nasenlöcher eines Nilpferdes auftauchen. Später erfuhren wir, dass es sich um die Mutter und ihr Kalb handelte. Allerdings haben wir vom Jungen aber gar nichts gesehen. Zum Schluss führte uns der Fahrer Jan noch zu vier Nashörnern, die auch hier gefüttert werden, weil es seit März keinen nennenswerten Regen gab. Sie waren sehr unruhig weil sie noch kein Heu bekommen hatten und kamen uns ziemlich nahe, weil sie meinten, wir wären das Futterfahrzeug!
Nachtessen nahmen wir wieder mit den andern Gästen im Restaurant ein weil es doch so gemütlich ist. Auf dem Campingplatz stand ausser unserem Bus nur noch ein Zelt und das so weit entfernt, dass wir es erst am nächsten Morgen bemerkten.

02.12.2013 Düsternbrock – Windhoek
Heute mussten wieder das Auto reisefertig machen. Es liegt einiges im Wagen herum wenn man ein paar Tage sesshaft ist. Aber wir sind ein eingespieltes Team jeder weiss er zu tun hat und so kamen wir gut voran. Anschliessend gingen wir noch unsere Rechnung bezahlen. Dabei staunten wir nicht schlecht, die drei Nachtessen für zwei Personen kosteten insgesamt knapp Fr 40.-
Beim Gästehaus trafen wir noch den „entfernten“ Zeltnachbar der auch die Farm verlassen wird. Er überholte uns als wir anhalten um den Abwassertank zu entleeren. Beim Viehgatter der Farm holten wir ihn wieder ein. Später stand sein Wagen bei einer Wasserdurchquerung und er wartete darauf, Nelson bei der Durchfahrt zu fotografieren. Emanuel gab sich alle Mühe dass es ordentlich spritzte. Aber die Pfütze ist nicht sehr tief. Beim nächsten Gatter holte er uns wieder ein. Emanuel gab ihm unsere Karte und bat ihn, uns das Foto zu schicken. Wir liessen ihn vorfahren, da er eh schneller ist. Dann kam wieder eine Pfütze und er stand wieder da, bereit zum fotografieren.

Bild von Toast Coetzer erhalten.

en wir als erstes zum Camping wo wir den Platz für diese Woche schon reserviert hatten. Danach bekam Christine ihre Physiotherapie.  Anschliessend fuhren wir zum Outdoor-Ausrüster Bushwhackers, denn wir wollten uns dort eine kleine Waschmaschine anschauen. Von einem südafrikanischen Nachbarn auf dem Arebbush Zeltplatz hatten wir den Tipp kommen. Wir fanden das Gerät eigentlich ganz praktisch, aber wo sollen wir es unterbringen? Wir beschlossen, es zu kaufen und bei der Sitzecke zu befestigen. Emanuel meinte er sei froh, dass er für Christine nun bereits ein Weihnachtsgeschenk hat, aber ihre Begeisterung hält sich in Grenzen 😉 und die Verkäuferinnen hatten ein mitleidiges Lächeln für die Arme.

03.12.2013 Windhoek
Heute konnten wir bei M+Z Motors den Lenkungsdämpfer abholen. Das GPS wollte uns mitten durch die Stadt schicken, aber inzwischen kennen wir uns hier gut genug aus um das Zentrum mit seinen vielen Ampeln zu meiden. Im Deli kauften wir noch je zwei Pies und Cupcakes und zurück ging‘s zum Camping, wo Emanuel den neuen Dämpfer einbaute.

Obschon er wesentlich dicker ist als das Original war es dank Hermanns Tipps einfacher ihn einzubauen als Emanuel dachte. Danke an Hermann und Michael für das Herausfinden der Bestellnummer.

 04. – 05.12.2013 Windhoek
Wir sind nur noch hier damit Christine die zwei Therapien bei der Physio bekommt. Dann müssen wir noch für die Fahrt nach Swakopmund einkaufen und tanken. Wir wollen es gemütlich angehen und werden die Strecke von weniger als 400km in zwei Tagesetappen machen. Für Freitagabend haben wir auf Hohenstein ein Zimmer reserviert. Wir haben nun schon einige Wochen im Bus verbracht etwas Abwechslung tut auch gut.

Sonika und Sitali die Physiotherapeutinnen mit Sebastian

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
Dieser Beitrag wurde unter Afrikareise veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Ich glaube mich tritt ein (Nil)Pferd

  1. Sylvia Germann schreibt:

    …..sooo cool…. 🙂
    Dir Liebe Christine, weiterhin guete Gesundheit….
    ich denk an dich
    Glg an euch beide
    Sylvia

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s