Tiere bis zum abwinken

27.10.2013 Hamakari
Christine hat diese Nacht sehr schlecht geschlafen, das Knie schmerzte. Deshalb entschieden wir uns, morgen nicht in die Etosha zu fahren und dafür in Windhoek einen Orthopäden auf zu suchen. Die Tabletten lindern die Schmerzen nicht und mit elastischen Binden ist das Knie ungenügend fixiert. Sabine Diekmann empfiehlt uns einen deutschstämmigen Arzt, was für die Verständigung etwas einfacher wäre. Den Tag verbrachten wir wieder am Pool. Am Abend begleiteten wir Sabine, Wilhelm und Felix auf einem Farmdrive zu den Rindern, die Wasserstellen kontrollieren, und zum neuen Hochsitz.

Das ist hauptsächlich Felix’s Werk, der junge Mann macht hier nach seinem Abitur ein Praktikum. Der Turm ist sehr hoch und  bietet somit in dem flachen Gelände einen Überblick auf etwa ein Drittel der Farm. Das Ganze ist gut durchdacht, es wurden sogar das Wellblechdach und die Leiter diebstahlsicher montiert.  Das ist hier auch nötig, denn beim einem anderen Hochsitz wurden Bleche und Leiter geklaut.

28.10.2013 Hamakari – Windhoek
Heute nehmen wir Abschied  von Hamakari. Wir sind sehr dankbar für all die Hilfe und Zuwendung welche wir hier bekommen haben.
Unser Ziel war die fast 300km entfernte Hauptstadt Namibias. Kurz vor zwei sind wir angekommen und fuhren gleich zum von Sabine empfohlenen Arzt. Seine Empfangsdame wimmelte uns aber ab, weil der Doktor heute nicht da sei. Wir können es morgen wieder probieren, aber sie weiss auch nicht, ob wir dann drankommen. Wir fuhren also zur nahe gelegenen Medi Clinic. Von einem Mitglied des südafrikanischen Overlander-Forums hatten wir die Handynummer eines Orthopäden, der in der hier seine Praxis hat. Ihn ruft Emanuel nun an. Er wurde bereits von seinem Schwager informiert und bat uns nach zwei Uhr in seine Praxis zu kommen. Wir nutzten die verbleibende Zeit um eine Unterkunft für die Nacht zu finden und fuhren dann die kurze Strecke zur Klinik. Hier mussten wir, wie überall üblich ein Formular ausfüllen und bis das erledigt war, waren wir auch schon an der Reihe. Nach einer ausgiebigen Untersuchung bestätigte Dr. J. die Diagnose seines Kollegen aus Otjiwarongo. Er meinte, dass die Blockade des Knies auch von Blutergüssen sein könnte und wir sollen in 10 Tagen wieder bei ihm hereinschauen. Er organisierte noch telefonisch einen Termin bei einer Physiotherapie für morgen und wünschte uns eine gute Zeit in Etosha.
In der hauseigenen Apotheke holten wir uns noch die verschriebenen Medikamente und danach auf der anderen Seite der Stadt der Kniestabilisator. Jetzt hatten wir uns Kaffee resp. Cola und Kuchen verdient. Wir fuhren zum Kashima B&B wo wir ein Zimmer reserviert hatten. Zwei grosse Ridgeback empfingen uns intensivstes schnüffelnd, die vier Hunde von Hamakari haben ans uns wohl einige Duftspuren hinterlassen. Der Empfang durch die Besitzerin war sehr freundlich aber für das Zimmer war der Preis nicht angemessen.  Für eine Nacht war es aber ok. Das Internet funktionierte auch nicht richtig und dafür sollte man auch noch bezahlen, das war das erste Mal auf dieser Reise.

29.10.2013 Windhoek – Otjiwa
Beim Abrechnen wurde aber für das Internet doch nichts verlangt, vielleicht weil Emanuel darauf aufmerksam gemacht hat, dass die Verbindung die meiste Zeit nicht funktioniert habe.
Gestern Abend hat Christine festgestellt das Ihre Credit Karte fehlt, auch dass noch! Wir wussten dass sie am letzten Donnerstag in der Apotheke von Otjiwarango zum letzten Mal verwendet wurde. Ein Anruf verschafft uns Klarheit sie ist dort und wir fahren übermorgen dort sowieso vorbei. Noch einmal Glück gehabt!!!
Um neun hatten wir einen Termin bei der Physiotherapeutin. Sie machte Ultraschall und Christine musste einige Übungen lernen, die sie unterwegs durchführen muss. Wir sind erstaunt, wie gut die Praxis ausgestattet ist und wie gut die Physiotherapeutin ausgebildet ist.
Danach mussten wir noch für das Nachtessen und das morgige Frühstück einkaufen.
Dann fuhren wir wieder Richtung Norden, Richtung Etosha, aber nicht ganz so weit. 215km waren für heute und bei fast 40 Grad weit genug.
Neben der Otjiwa Lodge gibt es einen Camping mit 10 Stellplätze. Die ersten drei haben Strom, Licht und Wasser. Nummer eins ist sehr gross und eignete sich für unseren Bus am Besten. Hier hätten etwa vier „normale“ Fahrzeuge ohne Weiteres Platz. Als wir ankamen, war bereits warmes Duschwasser bereit, die Toiletten und die Duschen sind ausreichend vorhanden und sauber.
Wir beobachteten zuerst die Vögel und später den prächtigen Sternenhimmel. Wir sind hier die einzigen Gäste. Etwas entfernt wäre ein Wasserloch zu Fuss zu erreichen, was wir aber wegen Christine nicht aufgesucht haben.

30.10.2013 Otjiwa – Etosha National Park
Wir liessen uns heute viel Zeit zum Frühstücken und zusammenpacken. Dann fuhren wir weiter zur Etosha mit einem Unterbruch in Otjiwarango um die Kreditkarte abzuholen, zu tanken und für die nächsten Tage einzukaufen. Auch heute ist es wieder heiss. Kurz nach drei kamen wir im National Park an und sahen schon kurz nach der Einfahrt Löwen unter einem Strauch Siesta halten, sowie Giraffen und diverse Antilopen.

Wir hatten aber keine Lust heute noch auf die Pirsch zu gehen und beschlossen deshalb nach der Anmeldung im Okaukuejo Camp, uns im Schwimmbad auszuruhen.  Der Zeltplatz hier ist nur knapp zu Hälfte besetzt und die nächsten Camper, ein Rotel-Bus ist etwa hundert Meter entfernt. Um unseren Bus schlichen schon kurz  nach dem Dunkel werden Schakale und hofften auf ein Abendbrot.

31.10.2013 Okaukuejo Etosha National Park
Heute waren wir zweimal unterwegs. Am Vormittag bis etwa ein Uhr und am späteren Nachmittag bis halbsieben.
Wir haben viele Tiere gesehen, die Highlights waren ein Nashorn welches wir bei der Siesta gestört haben. Es lag direkt am Strassenrand unter einem niedrigen Baum. Als wir uns näherten, sprang es auf um uns zuerst zu bedrohen und dann doch noch das Weite zu suchen. Wir waren froh, dass der Gescheitere nachgab, denn wir hätten uns nicht ohne Weiteres an ihm vorbei getraut. Durch ein stehendes Fahrzeug wurden wir auf ein Löwenrudel aufmerksam, mit sechs Jungtieren und 4 oder fünf erwachsenen Löwen.
Die heisseste Zeit verbrachten wir im oder am Pool.
Am Abend schlichen wieder die Schakale im Camp herum und Nachts hörten wir die Löwen brüllen.

01.11.2013 Okaukuejo Etosha National Park
Eigentlich wollten wir heute nach Halali, beschlossen aber, noch in diesem Camp zu bleiben und haben unseren Aufenthalt um zwei Nächte verlängert.
Wir sahen am Vormittag beim Nebrowni Wasserloch unter anderem Elefanten und viele Antilopen so wie Zebras und Strausse.  Auf der nachmittags- Tour trafen wir am Gemsbokvlakte Wasserloch auf Löwen. Vermutlich das  selbe Rudel von gestern, aber diesmal waren sie nicht so weit entfernt.

Die gehörnten Viecher (Antilopen) standen abwartend in respektvollem Abstand.
Danach mussten wir uns sputen um vor Sonnenuntergang in das Camp zurück zu kommen.
Schakale beim Nachtessen und wie gehabt Löwengebrüll.

02.11.2013 Okaukuejo Etosha National Park
Heute wollte Christine wie Vorgestern zum Okondeka Wasserloch fahren. Emanuel war nicht so begeistert von der Idee, denn der Weg dorthin führt über weite Strecken durch Ödnis wo wir ausser einer toten, angefressenen Giraffe mit einem alten Löwe nicht viel gesehen haben. Wir fuhren trotzdem dorthin und erleben ein Spektakel sondergleichen. Wir trafen dort neben unzähligen anderen Tieren vier Elefantenbullen und drei Löwenmännchen an.

Okondeka besteht aus zwei höhenversetzten Wasserlöchern. In das obere wird frisches Wasser gepumpt und dessen Überlauf fliesst in das unter Becken. Die Elefanten sind  „Respektspersonen“ und trinken üblicherweise vom frischeren Nass.

Die Löwen lagen am äussersten Ende des unteren Beckens. Alle anderen Tiere konnten so ihren Durst nicht löschen, denn die Elefanten tolerierten keine Gäste an „ihrem“ Wasser und die Löwen sind einer Mahlzeit nicht abgeneigt. Somit stehen unzählige Steinböcke, Oryxe, Giraffen, Gnus, Strausse, Zebras, Impalas und auch noch ein Warzenschwein mit sicherem Abstand um die Wasserlöcher. Insgesamt waren es sicher mehr als zweihundert durstige Tiere, die hier der Dinge harrten. Der jüngste der Elefantenbullen lief nach einiger Zeit näher zu den Löwen, was diese sichtlich beunruhigte. Die andern drei Elefanten kamen dann noch dazu, so dass sich die Löwen einige Meter vom Wasser entfernten. Jetzt war der Weg zum oberen Wasserloch frei und einige Gnus und Springböcke wagten es dort zu saufen. Aber dann wurde es einem Löwen zu blöd und er schlich sich im grossen Bogen um die Elefanten herum, zum oberen Wasserloch was die durstigen Tiere wieder von dort vertrieb. Die beiden anderen Löwen gingen später auch in sicherem Abstand  zum oberen Wasserloch, somit konnten die wartenden Tiere ihren Durst am unteren Becken löschen. Auch eine Giraffe wagte sich bis ans Wasser und bückte sich mühsam um zu trinken.

Die anderen wollten aber wohl kein Risiko eingehen und standen in sicherer Entfernung.Unterdessen versuchte einer der Löwen zweimal einen Angriff auf die herum stehenden Oryxe, gab aber nach wenigen Metern wieder auf.

Irgendeinmal zogen die vier Elefanten es vor, sich wieder in die nahen Büsche zu verziehen und wir machten uns auch auf den Weg in das Camp um im Pool Abkühlung zu suchen. Immerhin haben wir  zwei Stunden dieses spannende Spektakel bei ca. 35 Grad genossen.
Auf dem Rückweg trafen wir noch ein Paar, dem wir den Tipp gaben zum Okondeka Wasserloch zu fahren.

Bei Picasa findet Ihr noch viele Fotos welche hier nicht zu sehen sind.

03.11.2013 Okaukuejo – Namutoni
Heute heisst es alles zusammen Packen, denn wir ziehen zum Namutomi Camp, am östlichen Ende des Etosha Parks. Die Strecke ist eigentlich nur 133km lang aber die erlaubte Höchstgeschwindigkeit beträgt 60km und es gibt Strecken die man deutlich langsamer fahren muss. Dazu kommt noch dass man ja auch immer wieder die Hauptpiste verlässt und Umwege einbaut. Heute würde die Fahrt aber weniger Spannendes bieten als gestern, das ist ja kaum zu überbieten. Das eindrücklichste an diesem Tag waren eine Unmenge Zebras am Sueda Wasserloch.
Die Mittagspause machten wir im Halali Camp, wo Emanuel von dem Paar angesprochen wurde, die gestern den Tipp mit den drei Löwen am Okondeka Wasserloch bekommen haben. Nach ihren Schilderungen müssen die Löwen zwischen unserer Abfahrt und ihrer Ankunft ein Oryx erlegt haben, denn sie konnten noch beobachten wie die Raubkatzen sich daran satt frassen. In Namutoni angekommen richteten wir uns ein und sassen eine Weile bei Cola und Schweppes, als plötzlich ein Landrover zu unserm Platz kam. Ein braun gebrannter Fremder stieg aus und fragt auf Deutsch: „Und, wie geht’s dem Knie?“ Er stellte sich als Martin vor und seine Frau Claudia kam auch noch dazu. Martin ist ein Mitglied des südafrikanischen Overland-Forum und hat dort gelesen was Christine passiert ist. Sie haben unsren Bus Nelson bei der Ankunft in Namutoni gesehen  wollten  uns kurz begrüssen. Wir konnten uns einen Moment mit ihnen Austauschen und sie luden uns zu einem Besuch in Kapstadt ein. Gern hätten wir uns länger mit Ihnen unterhalten, aber sie übernachten ausserhalb des Parks und müssen ihn vor 19:00 verlassen haben. Es ist doch erstaunlich wie hilfsbereit die Mitglieder des Forums www.overland.co.za sind. Kürzlich den Kontakt zum Orthopäden in Windhoek, jetzt diese Einladung und als wir noch an der Planung unserer Reise waren, bekamen wir schon eine Einladung zu einer Flasche Wein in Kapstadt.

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
Dieser Beitrag wurde unter Namibia veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten zu Tiere bis zum abwinken

  1. Catherine schreibt:

    Mit großer Spannung lese ich eure Beiträge. Kennen tun wir uns vom einmaligen Sehen (Ruth, aus Toffen, 60 Geburtstag) Ich bin die älteste Tochter.
    Ich hoffe, dass mit dem Knie wird bald besser und wünsche ganz gute Besserung.
    Meine erste Afrika-reise ist noch nicht lange her, wir flogen am 14 September 2013 nach Windhoek und kehrten von den Vic Falls am 29 September zurück. Ein erster kurzer Eindruck, der so Eindrücklich war, dass ich bestimmt nicht das letzte mal dort war.
    Wie eure Reiseroute ausschaut weiß ich nicht und lass mich überraschen.
    Eine kleine Info hab ich euch, die ihr vielleicht schon wisst und ansonsten wenn es euch dort hin verschlägt, bestimmt nützlich ist. Wir erhielten diese Info leider erst vor Ort.
    Im Hwange National Park sind die Champs zwar schön, wollt ihr aber zu einem Private Champ mit Wasserloch, empfiehlt es sich dies 6-8 Wochen im Voraus zu buchen. Vielleicht hatten wir nur kein Glück, weil zu der Zeit, als wir unten waren, Ferien der Südafrikaner war.

    Liebe Grüsse und noch viele schöne Eindrücke und Erlebnisse

    Catherine

    • Swissnomads schreibt:

      Hallo Catherine
      Es freuht uns, dass unser geschreibsel gelesen und kommentiert wird.
      Danke für den Tipp für den Hangwe. Wir wissen allerding noch nicht wann und ob wir dort hin kommen werden. Zur Zeit veruchen wir unsere Route etwas genauer fest zulegen da wir unsere Schwestern uns im Südlichen Afrika besuchen wollen. Wir müssen dabei die Beschränkung des erlaubten Aufenthaltes von jeweils 3 Monate mit einplanen.
      Herzliche Grüsse
      Emanuel

  2. Berger Annemarie schreibt:

    Hello good morning,hoe gaat het?
    Vilenlen Dank für die schönen Fotos und die spannenden Berichte.
    In Bern haben wir -1Grad aber mit GUTEN heiz gelegehheiten!!
    Im Pflanzblätz habe ich alles aufgeräumt, Salate und Ziebeln( Nicht genug für den Zibelemärit) auf dem Balkon in 20 Minuten Zeitungen eingepackt und in die Styropor-Box gelegt.
    Herzliche Grüsser von Emanuel anhängliche Schwester.

  3. Indumi Jacqueline et Mario schreibt:

    Allo Christine et Emanuel
    Nous vous suivons avec beaucoup d’intérêt et sommes curieux de savoir la suite. C’est presque un feuilleton!
    Nous souhaitons un prompt rétablissement à Christine, Je sais que les douleurs au genoux ne sont pas drôles et que cela se reporte souvent dans le dos. Il faut du temps et de la patience (denrée assez rare à l’heure actuelle) .
    Ne pourriez-vous pas nous envoyer un peu de chaleur car ici tout est tristounet.
    Au plaisir de vous lire, bonne continuation et amicales salutations
    Jacqueline et Mario

    • Swissnomads schreibt:

      Liebe Indumis
      Es freut uns, dass auch Welsche und Tessiner unseren Blog lesen.
      Danke für diesen nettem Kommentar.
      Hrerzliche grüsse aus dem heissen Namibia.
      Christine & Emanuel

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s