Warten auf bessere Zeiten

21. bis 23.10.2013 Hamakari
Alle, Gäste, Familie Diekmann und die Angestellten fragen Christine wie es Ihr geht und sind furchtbar lieb und hilfsbereit. Sie hat manchmal etwas Mühe darüber zu sprechen, es ist halt für sie ein Sch… Situation. Gegen die Schmerzen hat sie ja Tabletten bekomme, aber schlafen kann sie trotzdem nicht gut was es ja auch nicht besser macht. Die ersten Tage hat sie vor allem ihr lädiertes Bein hochgelagert und mit Eis gekühlt. Später konnte sie dann in den Pool steigen und das kühle Wasser tut auch gut.
Emanuel benützt die Zeit um am Nelson zu schrauben. Den neuen Wasserhahn hat er eingebaut und dessen Verkabelung angepasst. Die Hecktüren hat er versucht mit selbstklebendem Schaumgummistreifen abzudichten. Mal sehen ob das den Sandstaub daran hindert einzudringen, der ist ja fein wie Puderzucker und kommt fast überall hin. Diese Arbeiten führt er jeweils am Vormittag aus. Später ist es dann im Bus über dreissig Grad und da sitzt er lieber im Schatten am Pool und geniesst das kühle Wasser.
Wir haben einige Male versucht, wie vereinbart Doktor Laubscher zu erreichen. Am Dienstag ist es uns dann auch gelungen und er war erstaunt, dass uns seine Praxis Assistentinnen nicht angerufen haben. Er gibt dann einen Termin für Donnerstag  um 14:00.

Auf Hamakari sind einige Stammgäste, darunter auch Jäger welche für einige Tage hier bleiben. Immer wieder kommen auch Erstbesucher die meistens nur  ein bis drei Nächte bleiben. Das Nachtessen wird hier gemeinsam eingenommen und manchmal  sitzen danach alle zusammen noch um das Feuer. Es ergeben sich dabei immer wieder interessante Gespräche. Nachmittags um fünf wird oft ein Farmdrive angeboten, bei dem Wilhelm Diekmann vieles über die Natur, das farmen und die bewegte Geschichte von Hamakari zu erzählen weiss. Hier hat  ja vor gut 100 Jahren die Schlacht zur Niederschlagung des Herero-Aufstandes 1904 stattgefunden. Damals war Namibia die deutsche Kolonie Südwest Afrika.

24.10.2013 Hamakari Otjivarango
Heute hatte Christine ihren Termin bei Dr. Laubscher. Wir konnten noch einmal den Mercedes benutzen, wofür wir dankbar sind, denn das einsteigen in den „hochbeinigen“ Bus wäre für Christine noch etwas schwierig. Wir fuhren schon vor zwölf Uhr los, denn es sind immer hin 90 Kilometer bis nach Otjivarango (auch Otji“ genannt)und wir wissen nicht genau wo sich die Praxis befindet. Es hatte wie meist auf dieser Strecke wenig Verkehr und wir konnten  mit 120km/h (erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf geteerten Strassen Ausserorts) fahren. Otji ist ja nicht gross aber wir fanden die Praxis nicht und gingen zur Medi Clinic, wo man uns den Weg auf einen Zettel zeichnete. Wir hatten genügend Zeit um im  nahe gelegenen Restaurants der Crocodile Ranch noch eine Kleinigkeit zu essen. Nein, kein Krokodil sondern Chicken Wrap. Christine hatte keinen Appetit, und wollte nur etwas trinken. Die Getränke waren bald einmal da, aber das Wrap liess auf sich warten. Und wir warteten und warteten. Um zwanzig vor zwei überlegten wir ob wir die Bestellung auf nach dem Arztbesuch verschieben sollen, aber dann kam das Essen doch noch und wir schafften es noch rechtzeitig zur Praxis. Diese ist in der Halle eines Gymnastik- und Fitnessstudios unter gebracht und wurde dementsprechend „beschallt“. In dem kleinen Empfangs- und Warteraum sassen schon 4 Leute und es kamen immer noch mehr. Natürlich musste zuerst- wie bei uns- ein Formular ausgefüllt werden und dann hiess es warten. Von Wegen 14:00 Uhr! Für Unterhaltung war auch gesorgt, die Gespräche der Patienten untereinander und mit den beiden Praxisassistentinnen bekam man zwangläufig mit, aber da diese meist auf Afrikaans geführt wurden verstanden wir nur wenig. Dazu gabs die Musik vom Zumba-Kurs im Gym. Nach gut einer Stunde waren wir an der Reihe und der Arzt entschuldigte sich für die Verzögerung.
Da das Knie noch immer geschwollen ist und schmerzt war eine genaue Diagnose nach der Untersuchung nicht möglich. Nach einem Telefonat mit einem Orthopäden in Windhoek verzichtete er darauf uns zur besseren Abklärung dorthin zu schicken. Es wurde vermutet, dass Bänder angerissen sind und auch der Meniskus Schaden genommen hat. Einerseits waren wir froh, dass es doch nicht allzu schlimm zu sein scheint, aber es ist auch unbefriedigend immer noch nichts Genaues zu wissen. Christine bekam ein Rezept für andere Medikamente und den Rat das Bein nur wenig zu belasten, keine Drehbewegungen zu machen, nur mit Stöcken zu laufen und versuchen, das Knie im Wasser zu bewegen.
Wir machten noch Einkäufe für die Farm um welche uns Sabine per SMS gebeten hat, holten die Medis aus der Apotheke und tankten den Wagen voll. Danach fuhren wir ohne Vorkommnisse, trotz der, wie immer, nahe am Strassenrand grasenden Warzenschweine gut nach Hamakari zurück. Wie ein Blutfleck und einige Innereien auf der Fahrbahn zeigten, hatte ein Schwein Pech gehabt. Das Tier selber war nirgends zu sehen, es wurde vermutlich mitgenommen.
Auf Hamakari fragten die Gäste nach der Diagnose, viel Neues konnten wir nicht berichten.

25.10.2013 Hamakari
Heute haben alle Gäste ausser uns die Farm verlassen. Wilhelm und sein Sohn Hartmut brachten sie mit zwei Fahrzeugen nach Windhoek. Wir machten heute wieder einen Pool Tag.

26.10.2013 Hamakari – Okojima
Wir wollten wieder einmal raus aus Hamakari. Deshalb beschlossen wir das etwa 100km entfernte Afri Cat Projekt Okojima zu besuchen. Der Einstieg in den Bus war Dank eines Fussschemels für Christine einigermassen zu bewältigen. In Okonjima  gibt es neben der Lodge auch ein Day Center für Tagesbesucher. Die letzten 20Km führen auf einer Naturstrasse durch einen kleinen Teil des Parks. Hier werden auf Farmen gefangene Problem-Wildkatzen und Wildhunde, sowie verwaiste Jungtiere nach einer Rehabilitationszeit freigelassen. Als Tagesbesucher bekommen wir drei Geparde zu sehen, die auf 6 Hektar gehalten und gefüttert werden. Vorschrift ist mindestens ein Hektar pro Tier. Die freigelassenen Tiere, darunter auch Leoparden befinden sich auf einem 22‘000 Hektar grossem Gelände und sind zum Teil mit Peilsender versehen. Dorthin werden aber nur die Lodge Besucher geführt. Wir wurden auf einem für Wildsichtung umgebauten Toyota Land Cruiser durch den Park gefahren. Zu sehen waren die Drillings Geparde, Hoover, Dyson und Vax. Sie wurden nach Staubsaugern benannt, weil sie so viel fressen J.

Anschliessend fuhren wir zur Tierklinik, in der die vorgeschriebenen, jährlichen Untersuchungen durchgeführt werden. Wir kamen mit etwas gemischten Gefühlen zurück in das Day Center, vor allem weil wir vor Jahren in einer ähnlichen Institution, etwas widersprüchliche Informationen erhalten haben. Zudem ist das ganze etwas kommerziell aufgezogen und recht teuer, aber damit und durch Sponsoren wird das Projekt finanziert.
Das Mittagessen, zum teilen, hatten wir schon vor der Besichtigung bestellt und es wird uns halbiert auf zwei Teller mit viel Salat serviert.

Wir genossen noch eine Weile die tolle Aussicht und dann fuhren wir zurück. Eigentlich hatten wir geplant die auf dem Weg liegende REST Organisation zu besuchen, welche sich für Geier und das Schuppentier Pangolin einsetzt. Pangoline gibt es nur noch sehr selten und die wenigen werden gejagt, weil ihre Schuppen als „Heilmittel“ begehrt sind und sehr teuer verkauft werden können.  Leider war es uns mit deutlich über dreissig Grad viel zu heiss und wir fuhren, mit einem kurzen Abstecher zur Tankstelle in Okakarara,  nach Hamakari zurück.

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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2 Antworten zu Warten auf bessere Zeiten

  1. Sylvia Germann schreibt:

    ach, Liebe Christine, du tust mir so leid…..
    ich denk ganz fest an dich
    umärmel u liebs Grüessli
    Sylvia

  2. Mirella schreibt:

    Liebe Christine, lieber Emanuel
    Wir wünschen dir von ganzem Herzen gute Besserung und viel Geduld.
    Falls ihr Lust habt, können wir uns in Windhoek treffen. Wir kommen ja schon bald mit dem Käsefondue 😉

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