Pinguine gibts hier nicht!

09.10.2013 Richthofen Swakopmund
Auf dem Weg zum Jetty Restaurant halten wir wie immer Ausschau nach Robben und Delfinen. Wie immer wenn wir das Fernglas dabei haben sehen wir nur Möven und Kormorane. Moment, dieser Kormoran sieht aber seltsam aus. Der Kopf ist zwar schwarz, der Bauch aber weiss und der Hals ist viel zu kurz. Wenn wir nicht wüssten, dass es so weit oben im Atlantik keine Pinguine gibt wurde ich sagen es ist einer. Wir beobachten den seltsamen Vogel, der sich an der Wasseroberfläche langsam dreht und wendet, und kommen zur Überzeugung dass es wirklich ein Pinguin ist. Beim Restaurant angekommen, fragen wir einen Kellner ob es hier Pinguine gibt.
Kellner: „Nein Pinguine gibt es hier nicht!“
„Wir haben aber da hinten einen gesehen!“
Kellner: „Das war sicher eine Robbe!?“
„Wir haben schon einige Robben gesehen, das war keine!“
Kellner: „Dann war es ein Delfin“
„Wir wissen auch wie Delfine aussehen.“
Kellnerin zum Kellner. „Nein hab ich nicht. Hier gibt es keine Pinguine!“
Der Kellner sagt in einer einheimischen Sprache zu Kellnerin (vermutlich): „Die zwei verrückten Touris behaupten da hinten sei einer?!?!“
Was die Kellnerin antwortet, wollen wir nicht einmal vermuten. Auf jeden fall mustern sie Emanuel beim rausgehen von oben bis unten und das Kopf schütteln war förmlich zu spüren. Fortsetzung folgt.
Zum Mittagessen haben wir das Jetty Express Sushi „geshared“, sehr zu empfehlen.

Bei Cymot und LA Sport nach einem Kompressor und Inverter erkundigt, aber noch nicht entschieden was wir kaufen werden. Als Inverter möchte Emanuel lieber einen mit echtem Sinus (Wechselstromwelle), da er die elektronischen Geräte schonen möchte. Ein paar Sachen bei Spar eingekauft, z.B. 800g Rindsfilet für Fr. 11.-!

10.10.2013 Richthofen – Walvisbay – Swakopmund
Im Internet schaut Emanuel immer wieder nach, wo sich das neue CDP befindet. Es geht recht zügig vorwärts. Von Genf, nach Leipzig und Amsterdam, dann im Nachtflug nach Johannesburg und Windhoek und kommt um 18 Uhr in Walvis Bay an. Um diese Zeit kann es halt nicht mehr zugestellt werden. Um nichts zu verpassen, meldet er in der DHL-Homepage seine Handynummer an, damit er ein SMS bekommt. Wir fahren heute Nach Walvis Bay, denn gestern haben wir den Tipp bekommen, dass dort bei Radio Electronic der gewünschte Inverter erhältlich ist, was auch zutrifft. Vorher schauen wir noch schnell beim Bus vorbei, um noch einiges an Kleidern und die total versauten Überzüge der Sitzkisten mit zunehmen. Nebenbei stellten wir auch fest, dass der Kombischalter für Blinker, Scheibenwischer, Scheibenwaschanlage und  Fernlicht fehlt. Was machen die Diebe mit so einem Teil?? Nachfragen bei Mercedes und einem unabhängigen Ersatzteilverkäufer brachten nichts. Der Kombischalter ist angeblich im südlichen Afrika nicht erhältlich. Import aus Europa dauert mit normaler Post ca. 3 Wochen. Wir schauen weiter, vielleicht finden wir noch eine Lösung. Sonst will Emanuel wenigstens für den Blinker etwas improvisieren. Einen passenden Schalter haben wir schon gekauft. Wir müssen auch noch eine Haftpflichtversicherung für Sachschaden abschliessen. Personenschaden ist bereits durch einen Fond abgedeckt der sich über den Treibstoffverkauf finanziert. Deshalb suchen wir einen Versicherungsbroker auf. Die Dame dort sagt uns aber,  sie dürften das für ausländische Fahrzeuge nicht mehr machen. Sie gibt uns aber eine Telefonnummer und eine Kontaktperson bei NATIS in Windhoek. Dort ruft Emanuel auch an und es stellt sich am Ende heraus, dass es hier um die Fahrzeugregistrierungsstelle handelt, die mit Versicherungen überhaupt nichts zu tun hat. Um zu dieser Erkenntnis zu kommen wurde er viermal weiterverbunden ohne dass er in Erfahrung bringen konnte, wo wir eine solche Versicherung abschliessen könnten. Zurück bei unserer Wohnung, fragen wir unseren Vermieter Michael um Rat. Der gibt uns Tina Schröders Nummer, die auch für ihn alles was mit Versicherungen zu tun hat, regelt. Da rufen wir an und vereinbaren einen Besuch für morgen um 10 in Swakopmund.

Hier noch unser Erlebnis beim Mittagessen beim Lighthouse. Emanuel hatte heute keine Lust auf Kuchen und bestellt sich einen Gourmet Chicken Salad mit einer Apfelvinaigrette. Das Chicken ist zart die Kiwi-Scheiben und die Annanas-Streifen süss und saftig. Nur die Salatblätter haben keinen Geschmack jedenfalls nicht nach Apfel und nicht nach Vinaigrette. Da fragt er die Kellnerin ob er etwas Salatsosse haben könnte. Selbstverständlich kann er das, aber es dauert etwas bis er es bekommt. Dann kommt aber mit der Sauce auch der Hinweis, dass er das extra bezahlen muss!?!?! „Wie bitte, da ist keine vorher nicht bemerkt habenSauce drauf und ich muss dafür bezahlen?“ Verwundert schaut die Bedienung ihn an und entschwindet. Später räumt sie dann ein, dass sie schon gleich das Gefühl hatte, da sei nichts drauf. Wir haben dann nicht einmal kontrolliert ob der Eierbecher mit Sosse auf der Rechnung stand, da wir dort sowieso nicht mehr hingehen. War nicht sehr gemütlich dort, der Kuchen trocken und der Salat…

 11.10.2012 Richthofen – Swakopmund – Walvisbay
Um 10 Uhr erhielten Emanuel ein SMS von DHL, dass das Zolldokument bei WFS ausgeliefert wurde. Super, dachte er, dann klappt es ja heute doch noch.

Wir fuhren in Swakopmund zu Frau Schröder um für Nelson eine Haftpflichtversicherung abzuschliessen. Dann liefen wir lange am Meer entlang und warten auf den Anruf von Max Benadé, dass wir Nelson abholen können. Wie immer wenn wir ein Fernglas dabei haben sahen wir keine Robben, keine Delfine. Etwa einen Pinguin? Nein die gab es hier nicht!

Da wir um zwei von Max immer noch nichts gehört haben, rufen wir ihn an. Es sei kein Dokument bei ihm angekommen, lautet seine Antwort. Er will sich aber beim Empfang erkundigen, vielleicht liegt es da. Eine Stunde ist vergangen, und immer noch nichts von Max gehört. Wir rufen noch einmal an. Ja, das CDP habe er beim Empfang gefunden und gleich einen Kollegen beauftragt den Zoll zu organisieren. Grrr. Da bezahlt man ein Haufen Geld für den Kurierdienst, dann bleibt es beim Empfänger stundenlang liegen. Heute ist Freitag ob da der Zoll noch Lust hat unseren Bus abzuwickeln. Wir hatten wenig Hoffnung und fuhren deshalb zurück zur Wohnung. Christine setzte Kaffee auf. Die Stimmung hatte einen Tiefpunkt erreicht. Kaum war das koffeinhaltige Gebräu durch den Filter gelaufen rief Max an.

Es ist alles erledigt, ob wir den Bus holen wollen. Wie bitte, ist das eine ernstgemeinte Frage? UND OB WIR WOLLEN. Schnell den Kaffe herunter geschüttet und ab die Post. Dort angekommen, musste Emanuel noch etwas über Fr. 700.- für die Verzollung bezahlen. Den Betrag hat er aber seiner Meinung nach, schon an das Spediteam überwiesen. Max wusste nichts davon und in Basel war Herr Montigel nicht erreichbar. Also dann bezahlten wir das halt und regeln das später mit dem Spediteur. Am Abend haben wir aber schon einen Nachricht in der Mailbox, das es sich um ein Irrtum handelte. Herr Monitgel versprach, das Geld umgehend zurückzuerstatten.

Wir bringen noch den Mietwagen zu Budget, da die Miete morgen um 7 Uhr abläuft.

Endlich sind wir mit Nelson in Afrika unterwegs.

12.10.2013 Richthofen – Swakopmund
Ausräumen, sortieren, waschen, putzen, einräumen und zwischendurch kurz einkaufen gehen. Jetzt fällt auf, dass noch mehr verschwunden ist, was wir vorher nicht bemerkt haben. Ich fürchte das wird noch mehr vorkommen. Zum Beispiel  braucht Emanuel praktisch eine gesamte Kleider Garnitur. Er geht ja so gerne einkaufen L Anderes ist hier praktisch nicht zu ersetzten. Zum Beispiel haben wir zwar noch Mirellas und Chrigus Fonduegabeln, aber alle anderen Zutaten, wie der Kirsch und das Pfännchen sind weg. Der Fonduekäse war noch da aber die Verpackung war aufgerissen, so mussten wir sie entsorgen. Also Ihr zwei entweder ihr ladet uns zum Weihnachtsschmaus ein oder wir müssen auf die Schweizer Spezialität verzichten 😉

Nelson ist jetzt wieder sauber und fast fahrbereit. Beim rechts abbiegen muss Christine mit Handzeichen den Blinker machen, es geht auch so. Gestern mussten wir übrigens durch zwei Polizeikontrollposten, wo wir aber nur durch gewunken wurden. Sonst wäre es auch nicht schlimm, die optische Fahrzeugfahrtüchtigkeit wird meist nur bei LKWs gemacht und beschränkt sich auf Reifenprofil und Sicherung der Ladung.

Bei einkaufen mussten wir uns einen Parkplatz suchen der für Nelson lang genug ist. Deshalb konnten wir nicht bei einem Watchman parkieren. Wir haben dafür die Alarmanlage eingeschaltet. Im Laden sahen wir eine Gruppe junger Leute die uns schon vor dem Geschäft auffielen. Sie hatten bunt geschminkte Gesichter, oder gelbgefärbte Haarspitzen. Emanuel fragte sie, ob er ein Foto machen dürfe und sie willigten freudig ein. Emanuel musste dann noch zusammen mit dem Anführer der Gruppe abgelichtet werden. Im Gespräch stellt sich heraus, dass sie für eine Freikirche missionierend unterwegs sind.

Als wir nach etwa einer halben Stunde zum Bus zurück kamen, hat die Sirene laut und deutlich zu erkennen geben, dass sich jemand am Wagen zu schaffen gemacht hatte. Vielleicht nur ein neugieriger Junge der am Bus hochgeklettert ist, aber das genügt auch schon um den Alarm auszulösen.

13.10.2013 Richthofen – Goanikontes
Jetzt sind auch die beiden Ersatz- Wechselrichter (12Volt -> 220Volt) im Bus eingebaut sodass wir unterwegs wieder Handys, Laptop Foto- und Videoapparate usw. aufladen können
Danach haben wir einen Ausflug nach Goanikontes gemacht. Dort waren wir schon einmal vor etwa zwei Wochen als wir den Welwitchia Drive (richtig, die alten und hässlichen Pflanzen) gefahren sind. Heute wollten wir aber die Abkürzung durch das trockene Flussbett des Swakop nehmen. Diese Off Road Strecke ist wegen den Tiefsandpassagen nur für 4×4 Fahrzeuge geeignet. Nelson schaffte sie ohne Probleme. Meistens waren wir nur mit 20 bis 25kmh unterwegs, weil das Wellblech und die Bodenwellen uns sonst arg durchgeschüttelt haben. Am Ziel angekommen waren alle Tische im Garten des Restaurant besetzt. An einem sassen zwei Herren, die bereit waren, ihn mit uns zu teilen. Der eine war aus Swakopmund und sein Kollege aus Kapstadt. Wir haben uns sehr nett mit Ihnen unterhalten während sie zu Mittag assen und wir Waffeln mit Eis und Kaffee zu uns nahmen. Da erwähnte Emanuel den Pinguin von letzter Woche am Jetty. Worauf  der Namibianer bestätigte, dass  es sogar in der Zeitung stand, dass ein Pinguin gesehen wurde. Da sind wir aber erleichtert, das wir doch nicht verrückt sind.

Für den Heimweg nehmen wir dieselbe Strecke.

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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6 Antworten zu Pinguine gibts hier nicht!

  1. Sylvia Germann schreibt:

    ändläch komplet….. 🙂
    hoffä s’geit nüm so dramatisch witer….
    glg Sylvia

    Ps. gseht dir mini biträg…?

  2. Martina Raab schreibt:

    ich freu mich ganz doll für euch:) jetzt aber los und gute Fahrt.
    GLG Martina

  3. Mirella schreibt:

    Kirsch und Käsefondue kann nachgeliefert werden 😉
    Dauert auch gar nicht mehr so lange.
    Liebe Grüsse Mirella und Chrigu

  4. Eveline schreibt:

    hoi zäme sehr spannend von euch zu hören merci für die spannenden Zeilen es geht aber in Zukunft auch mit weniger Aufregung ganz tolle Fahrt mit Nelson wünsch euch Eveline

    • Swissnomads schreibt:

      Hallo Lehmi
      Hab erst jetzt deinen Kommentar gesehen. Wir haben nur sehr sporadisch internet und meistens langt es gerade immer um die berichte, Fotos und katastrophenmeldungen ins Netz zu stellen.Im Moment sind die Aufregungen leider noch nicht vorbei, muss heut nochmal mein Knie dem Orthopäden zeigen. Hoffe, es geht gut!
      Freuen uns immer, aus der Heimat zu hören.
      Seid ganz lieb gegrüsst!

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