Nelson ist da, aber ……

05.10.2013 Richthofen –Swakop Heute wurde ein Schlemmertag. Zuerst fuhren wir zur nur wenige Kilometer entfernten Farm Shalom. Hier halten die zum grössten Teil deutschsprachigen Gäste jeden Freitag und Samstag so etwas wie ein Kaffeekränzchen. Unter Palmen sitzend kann man hier belegte Brote, Kuchen, Kaffee und sonst noch einige Leckereien zu sich nehmen. Dazu gibt es hier noch ein halbes Dutzend kleine Markstände mit frischen Produkten, wie Gemüse, Fleisch und Brot.

Farm Shalom

Danach wollte Emanuel mal sehen was es mit dem „Flying Fox Cable Slide“ auf der Tracks4Africa Karte auf sich hat. Das befindet sich etwa 35km nordöstlich von Swakopmund, an der B2. Nach kurzer Fahrt fanden wir einen Steinbruch mit verfallenen Häusern. Etwas weiter hinten zwischen den felsigen Hügeln wird der Weg sehr steil. Wir liessen den Wagen stehen und liefen bis zum Scheitelpunkt. Konnten aber auch hier nichts finden, was diese Kabelrutsche sein soll. Dann entdeckten wir ein Stahlseil das zwei etwa  800m von einander entfernte Hügel verbindet. Wie man da herunter rutschen kann können wir uns nicht so richtig vorstellen, den das Seil hängt ziemlich stark durch und das Gefälle zwischen den Hügel scheint auch nicht sehr gross zu sein. Egal, wir wollten es eh nicht versuchen. Von da fahren wir wieder nach Swakopmund einige Einkäufe machen. Wie immer ist es hier deutlich kühler, so dass wir beschlossen gleich „in unsere Wüste“, zum Gut Richthofen zurück zu kehren. Hier angekommen, fiel uns ein, dass auf der nahen „Farm Desert Hill“ am Samstag auch immer feine Sachen angeboten werden. Wie gesagt heute wird ein Schlemmertag, also fahren wir dort hin, und genehmigen uns -wieder unter Palmen- feine belegte Brötchen, und eine Stück Käsekuchen (schweizerisch Quarkkuchen), Savanna und Kaffe und finden, dass es uns doch sehr gut geht! Wir genies sen alles!

Dessert Hill Innenhof

Dessert Hill Aussicht

Spargeln vom Swakop River zum Nachtessen gibt es dann auch noch. Ein Leben wie Gott in Namibia!

06.10.2013 Richthofen – Walvis Bay Für heute ist die Ankunft der „Maersk Wave“ im Hafen von Walvis Bay angekündigt. Auf dieses Schiff wurde unser Bus Nelson in Antwerpen am 16. September verlanden. Emanuel hat in einer Ship-Tracer-Seite geprüft ob es klappt und gesehen dass der Ozeandampfer vor dem Hafen in Küstennähe vor Anker liegt. Deshalb haben wir uns aufgemacht um nachzuschauen. Tatsächlich konnten wir die Wave trotz leichtem Morgennebel zwischen einigen Containerschiffen ausmachen. Der Kahn ist auch aus dieser Distanz riesig.

Da die Fotos wegen dem Nebel nicht so gelungen waren, beschlossen wir zum Pelican Point im Süden von Walvis Bay zu fahren. Wir hofften, später bei Sonnenschein bessere machen zu können. Den Pelican Point erreichten wir nicht, denn das letzte Stück war eine Tiefsandpiste und unser Mietwagen hat immer noch keinen Allradantrieb und die Bodenfreiheit ist auch etwas knapp für solche Fahrten. Dafür hatte sich hier der Nebel gelichtet und statt Pelikane haben wir jede Menge Flamingos gesehen. Die grosse Anzahl dieser Vögel ist für die Jahreszeit ausserordentlich, was an der langen Trockenzeit liegt. Normalerwiese würden sie jetzt im inneren des Landes brüten, da die Brutplätze kein Wasser haben bleiben sie hier am Meer. In dieser Lagune finden sie zwar Nahrung, aber auch da scheint es nicht optimal zu sein, denn wir sahen sehr viele Kadaver.

Wir fuhren wieder zurück zu dem Strand von wo aus wir die Wave vor etwa 2 Stunden gesehen haben. Das Licht ist noch nicht viel Besser, aber das spielt nun keine Rolle mehr, denn das Schiff ist inzwischen in den Hafen eingefahren und damit nicht mehr zu sehen. Wenigstens haben wir die nicht optimalen Fotos.

07.10.2013 Richthofen –Swakopmund Heute ist den ganzen Tag nicht viel besonderes geschehen bis auf die Sichtung von 4 oder 5 Delfine.

Am Abend kam dann der Anruf von Max Benadé dem Spediteur, welcher unseren Bus durch den Zoll bringen soll. Zuerst die gute Nachricht, der Bus ist angekommen und steht bei ihm auf dem Firmengelände. Die schlechte Nachricht, der Bus wurde aufgebrochen und es herrscht ein grosses Durcheinander. Zudem kann er das Carnet de Passages (CDP) nicht finden. Das braucht er um Nelson im Transit und somit zollfrei auslösen zu können. Wir sollen morgen kommen und schauen ob wir das CPD finden. 08.10.2013 Richthofen –Walvis Bay – Swakopmund Wir beschliessen dass es keinen Sinn macht zusammen zum Spediteur zu fahren. Erstens wird es länger dauern und zweitens ist nicht sicher dass wir den Bus heute schon mitnehmen können. Emanuel fährt also zu Max, was fast ein Stunde dauert. Dort angekommen zeigt ihm dieser das angerichtete Chaos. Es scheint, dass die Diebe alles aus geräumt haben. Was sie nicht brauchen konnten liegt auf dem Fahrzeugboden und wurde mit dreckigen, öligen Fussspuren beschmutzt. Alles musste ausgeräumt werden um das CPD zu finden. Einiges wurde auch geklaut. So fehlen, die zwei 12/220Volt Konverter, das grosse Beil, der Kompressor, zwei Lautsprecher, der Kompass und noch vieles mehr. Besonders eigenartig finden wir das der IKEA Kinderschemel und ein ganzes Essbesteck ebenfalls die Besitzer gewechselt haben. Auch eine Thunfisch- und eine Brotkonservendose wurden geöffnet. Aber scheinbar nicht zum essen, der Inhalt ist zum einen Teil noch in der Büchse zum anderen im Wagen zerstreut. Dann kommt Emanuel in den Sinn dass er in Outdoor-Katalogen Cola und Erbsenbüchsen gesehen hat, die man als Geldversteck kaufen konnte. Das wissen wohl mittlerweile auch die Gauner in Afrika. Sie waren eindeutig auf verstecktes Geld aus. Deshalb haben sie auch Schlafsäcke und Liegematten aus den Hüllen gezerrt und alle Kleiderboxen und –Tüten geleert.

Das Foto entstand nachdem Emanuel schon eine halbe Stunde ausgeräumt hatte.

Alle Kleider sind dreckig weil mit schmutzigen Schuhen darüber getrampelt wurde. Also beschliesst Emanuel, alles zum waschen nach Richthofen mitzunehmen. Aufräumen nützt jetzt auch nichts, das Carnet de Passage bleibt unauffindbar. Dringender ist ein Anruf bei Frau Macrabé vom TCS in Genf. Nach dem ihr die Situation geschildert wurde ist sie sofort bereit einen Ersatz zu erstellen und per Kurier nach Namibia zu schicken. Am Nachmittag erhalten wir ein Mail dass das Dokument bereits an DHL übergeben wurde. Das ist ein super Service. Merci beaucoup Madame Macrabé!

Das bedeutet aber dass wir noch einige Tage warten müssen bis wir Nelson übernehmen können. Was wiederum bedeutet dass wir die Wagenmiete verlängern müssen. Deshalb fährt Emanuel auf dem Rückweg beim Flughafen von Walvis Bay vorbei, wo wir eigentlich morgen den Honda abgeben sollten. Der Herr ist zwar nett, obschon er gerade zum Essen wollte, inzwischen ist es zwölf Uhr, aber er kann keine Verlängerung vornehmen weil er nicht in das System kann. Emanuel soll das doch bitte im Ort selber oder in Swakopmund machen, der hungrige Herr würde dann ein E-Mail bekommen. Aha?!? Wir wollen ja am Nachmittag eh in Swakop einkaufen gehen. Darum fährt er erst einmal nach Richthofen um die schmutzige Wäsche abzuladen und Christine abzuholen. Als wir dann etwa zwei Stunden später in Swakop bei der Dame von Budget unseren Wunsch zur Verlängerung der Fahrzeugmiete unterbreiten und sagen, dass es dem Mitarbeiter vom Flughafen nicht möglich war ins „System“ zu kommen, lacht sie nur und sagt sie hätten gar kein „System“ bei Budget. Sie würde aber ein Mail mit unseren Angaben an Budget in Windhoek schreiben. Ach so, der hungrige Herr kann vermutlich nur Mails empfangen aber keine schicken?!?! Auch Susanne müssen wir fragen, ob sie uns noch auf unbestimmte Zeit beherbergen können. Das ist gottseidank kein Problem.

Da wir schon in verschiedenen Reiseberichten gelesen haben, dass Camper auf Ro-Ro-Schiffen öfter mal aufgebrochen und bestohlen wurden, hat Emanuel zum Glück eine Transportversicherung für Wagen und Inhalt abgeschlossen. In der Police von der Baloise steht eine Firma, die beim Schadenfall zu kontaktieren ist. Das versucht er zuerst einmal per E-Mail, das aber als unzustellbar zurück kommt. Dann ruft er halt an; unter der Nummer meldet sich aber nicht Rennie Murray, sondern die Firma Gecko Iceing. Da will man gar nichts mit Versicherungen am Hut haben und mit der Baloise schon gar nicht. Dann muss sich halt Herr Monitgel vom Spediteam in Basel darum kümmern, er hat die Versicherung für uns abgeschlossen. Was er auch verspricht zu tun. Mal sehen wie es weiter geht. Jetzt kommt die Baloise und bei einem Schaden der weniger als Fr. 6000.- ist braucht es keinen Surveyor.  Dafür  will sie wissen ob bei der Polizei eine Anzeige gemacht wurde. Langsam reichts aber, das hätte mir der nicht vorhanden Surveyor sagen können oder gleich selber machen.

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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5 Antworten zu Nelson ist da, aber ……

  1. Douw Krüger schreibt:

    Schade! Verstehe eigentlich nicht wie die Diebe denken! Haben sie das unterwegs getan oder in Antwerpen/ Walvisbaai? Hoffentlich keine Problemen weiter.
    Innerhalb zwei Wochen sind wir auch wieder in Namibia fuer zehn Tage – in dem Sueden und Osten.

    Viele Gruessen

    Douw

    • Swissnomads schreibt:

      Da gibt es nichts zu verstehen. Wo das passiert ist kann man nicht feststellen, aber nach dem Zustand der verschüttet Esswaren ist es noch nicht sehr lange her höchstens 10 Tage schätze ich.

      Gruss
      Emanuel

  2. Sylvia Germann schreibt:

    oje…. das wäre nicht nötig gewesen…. 😦
    viel Kraft und genügend Nerven …..
    seit ganz lieb umarmt
    Lg Germanns

  3. Anita Aeberhard schreibt:

    Ach, ihr Zwei- das tut mir so leid für Euch! Hoffentlich habt ihr die böse Überraschung bald überwunden und könnt Eure Reise problemlos und mt schönen Ereignissen fortführen!
    Aber da das Beil jetzt auch weg ist, darf sich Emanuel ja jetzt eine Motorsäge zum Trost kaufen ?! 😉
    Ganz liebe Grüsse von uns, passt auf Euch auf!

    • Swissnomads schreibt:

      Hallo Anita
      Der Schock ist überwunden, der Ärger aber noch nicht. Wir sind die Tage ständig auf der Suche für den Ersatz der gestohlenen Sachen.
      Hier findet man kaum ein anständige Axt, Motorsägen sind in der Gegend ganz unbekannt. Aber schliesslich hat es in der Wüste auch nicht viel Wald.
      Gruss
      Emanuel

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